{"id":5140,"date":"2020-09-30T11:00:53","date_gmt":"2020-09-30T09:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=5140"},"modified":"2020-09-30T14:36:22","modified_gmt":"2020-09-30T12:36:22","slug":"marta-eggerth-und-jan-kiepura-zwischen-zwei-welten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/09\/30\/marta-eggerth-und-jan-kiepura-zwischen-zwei-welten\/","title":{"rendered":"Marta Eggerth und Jan Kiepura zwischen zwei Welten"},"content":{"rendered":"Wer kennt sie nicht: Marta Eggerth und Jan Kiepura, das Traumpaar in Film, Oper und Operette \u2013 die Superstars der Mitte des 20. Jahrhunderts? Ihre Stimmen haben die Massen begeistert, haben die Genres miteinander verwoben und Menschen in einer Zeit zur Oper und Operette bekehrt, als man diese schon l\u00e4ngst an ihrem Ende w\u00e4hnte. Ihre Auftritte waren f\u00fcr die Medien wie f\u00fcr die Politik stets ein Ereignis. Man konnte sich dem Charisma und der Ausstrahlung der beiden nicht entziehen. Marta Eggerth und Jan Kiepura haben Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks verzaubert und verf\u00fchrt. Ihr einzigartiges Timbre bewegt noch heute.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5143\" aria-describedby=\"caption-attachment-5143\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5143\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-16-1024x898.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"745\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-16-1024x898.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-16-300x263.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-16-768x674.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-16-1536x1347.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-16-850x745.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-16.jpg 1658w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5143\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Marjan Kiepura<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gleichwohl waren sie 1938 nach dem \u201eAnschluss\u201c an Nazideutschland gezwungen, \u00d6sterreich, das die ungarische Sopranistin und der polnische Tenor zu ihrer neuen Bleibe erkoren hatten, den R\u00fccken zu kehren: Jan Kiepura war im Februar 1938 f\u00fcr ein Engagement an der Metropolitan Opera nach New York gegangen; bei einem Auftritt in Paris im September 1939 (in den Tagen des \u00dcberfalls auf Polen und des Beginns des Zweiten Weltkriegs) mussten die beiden aber erkennen, dass eine R\u00fcckkehr nach Wien nicht mehr infrage kam. Das verschwundene \u00d6sterreich und das wienerische Flair nahmen sie aber mit sich nach New York. Ihr Schicksal teilten unz\u00e4hlige K\u00fcnstler_innen, Librettist_innen, Komponist_innen sowie Musiker_innen. Viele folgten ihnen ins Exil, viele wurden aber auch verhaftet, eingekerkert und ermordet \u2013 viele von ihnen fielen der Vergessenheit anheim.<\/p>\n<p>Die Ausstellung <i>Mein Lied f\u00fcr Dich<\/i> (Er\u00f6ffnung am 20. Oktober 2020 mit Startenor Ram\u00f3n Vargas, mdw-Rektorin Ulrike Sych und Nationalratspr\u00e4sident Wolfgang Sobotka im Franz Liszt-Saal der mdw\/Austrian Cultural Forum New York via Live-Stream) zeigt die B\u00fchnen- und Filmkarrieren sowie das musikalische Erbe des Traumpaars Eggerth\/Kiepura, weist aber auch auf die Schicksale zahlreicher dem Paar in Freundschaft Verbundener, Gef\u00e4hrt_innen und Kolleg_innen hin, welche ihre Auftritte und ihr B\u00fchnenleben begleiteten und denen es der Nationalsozialismus verwehrte, einen Platz im kollektiven Ged\u00e4chtnis zu finden.<\/p>\n<p>Marjan Kiepura, der Sohn des S\u00e4ngerehepaars, hat dem exil.arte Zentrum der mdw eine gro\u00dfe Anzahl an Filmprogrammen, Konzertprogrammen, Zeitungsausschnitten zur Opern- und Operettenkarriere zur Verf\u00fcgung gestellt sowie Fotomaterialien, Gem\u00e4lde und Kost\u00fcme. Auch die Filme von Eggerth und Kiepura werden in der Ausstellung gezeigt.<\/p>\n<p>Aufgrund der vorhandenen Materialien konnte das exil.arte Zentrum mehr als 150 Pers\u00f6nlichkeiten aus dem Umfeld von Eggerth und Kiepura namhaft machen, die auch von den Nationalsozialisten verfolgt und vertrieben wurden. Zu diesen Pers\u00f6nlichkeiten, die ebenso im Rahmen der Ausstellung pr\u00e4sentiert werden, z\u00e4hlen Komponist_innen, Regisseur_innen, Drehbuchautor_innen, S\u00e4nger_innen wie zum Beispiel: Paul Abraham (Komponist von <i>Viktoria und ihr Husar<\/i> und <i>Die Blume von Hawaii<\/i>, Exil in Paris, Kuba und New York), Carl Alwin (Dirigent an der Wiener Staatsoper, Exil in den USA und Mexiko), Ralph Benatzky (Komponist von <i>Im wei\u00dfen R\u00f6ssl<\/i>, Exil in der Schweiz und in den USA), Robert Gilbert (Komponist, Kabarettist und Autor, Exil in Paris und New York), Fritz Gr\u00fcnbaum (Kabarettist, Schauspieler und Autor, gestorben im KZ Dachau 1941), Maria Jeritza (Kammers\u00e4ngerin an der Wiener Staatsoper und an der MET New York, Exil in Hollywood und New York), Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (Komponist der <i>Gr\u00e4fin Mariza<\/i> und <i>Die Cs\u00e1rd\u00e1sf\u00fcrstin<\/i>, Exil in Paris und den USA), Charles K\u00e1lm\u00e1n (Sohn von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n, Komponist, Exil in den USA), Erich Wolfgang Korngold (Komponist von Opern und Filmmusik, zweifacher Oscarpreistr\u00e4ger, Exil in Hollywood), Lotte Lehmann (Kammers\u00e4ngerin an der Wiener Staatsoper, Exil in New York und Kalifornien), Fritz L\u00f6hner-Beda (Librettist u.\u2009a. von Franz Leh\u00e1r z.\u2009B. <i>Das Land des L\u00e4chelns <\/i>und<i> Giuditta<\/i>, ermordet im KZ\u00a0Auschwitz 1942), Paul Morgan (Filmschauspieler und Librettist, gestorben im KZ Buchenwald 1938), Artur Rubinstein (Pianist, Exil in Hollywood), Mischa Spoliansky (Komponist von Revues und Filmmusik, Exil in England), Billy Wilder (Drehbuchautor und Filmregisseur, Exil in Paris und den USA).","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Ausstellung des exil.arte Zentrums der mdw<\/p>\n","protected":false},"author":209,"featured_media":5142,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[1020,1067,1069,1068,952],"class_list":["post-5140","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-research","tag-2020-3","tag-exhibition","tag-jankiepura","tag-marthaeggerth","tag-exilarte"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/209"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5140"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5140\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5303,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5140\/revisions\/5303"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5142"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}