{"id":4986,"date":"2020-09-30T14:03:03","date_gmt":"2020-09-30T12:03:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=4986"},"modified":"2020-09-30T14:05:13","modified_gmt":"2020-09-30T12:05:13","slug":"eintagsfliege-oder-nachhaltige-veranstaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/09\/30\/eintagsfliege-oder-nachhaltige-veranstaltung\/","title":{"rendered":"Eintagsfliege oder nachhaltige Veranstaltung?"},"content":{"rendered":"&nbsp;<\/p>\n<h5>R\u00fcckblick auf die Podiumsdiskussion <i>Zukunftsmusik. Internationale k\u00fcnstlerische Karrieren trotz Klimakrise!?<\/i><\/h5>\n<p>Beinahe w\u00e4re die Veranstaltung, bei der am 1. Juli 2020 Vertreter_innen aus der Film-, Musik- und Theaterbranche zum Verh\u00e4ltnis von globalem Kulturbetrieb, internationalen Karrieren und Klimakrise diskutierten, der Coronakrise zum Opfer gefallen. Doch trotz Veranstaltungsstopps \u2013 zun\u00e4chst f\u00fcr alle Veranstaltungen an der mdw, sp\u00e4ter f\u00fcr Veranstaltungen mit anwesendem Publikum \u2013 wurde an der Durchf\u00fchrung dieser Podiumsdiskussion festgehalten. Das Thema war gerade angesichts der aktuellen Auswirkungen auf Kunstschaffende und Kulturbetriebe brisanter denn je. Die Verletzlichkeit des globalen Kunst- und Kulturbetriebs war deutlich vor Augen gef\u00fchrt beziehungsweise wurde und wird schmerzlich am eigenen Leib erfahren.<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen die Klimakrise haben wird, ist nicht zur G\u00e4nze vorstellbar, dass diese aber um einiges weitreichender und existenzieller sein werden, als wir sie nun durch die Coronakrise erleben, wird von der Klimafolgenforschung prognostiziert.<\/p>\n<p>Obwohl im Verlauf der von Fred Luks geleiteten Podiumsdiskussion Vizerektor Johannes Meissl die \u201eFrage nach einem radikalen Paradigmenwechsel\u201c aufwarf und die Podiumsteilnehmer_innen sich der Notwendigkeit einer Systemver\u00e4nderung durchaus bewusst waren, attestierte Matthias Naske, Intendant des Wiener Konzerthauses, dem Kulturbetrieb noch \u201ezu wenig Mut, um den Klimawandel anzugehen\u201c. Die stellvertretende k\u00fcnstlerische Leiterin am Burgtheater Wien und Dramaturgin Alexandra Althoff sprach u.\u2009a. \u00fcber die ernsthaften Bem\u00fchungen im Theaterbetrieb und die M\u00f6glichkeit durch Inszenierungen \u201eGegebenes kritisch zu hinterfragen, Perspektiven zu verr\u00fccken und neue zu er\u00f6ffnen\u201c. Marie Luise Lehner vertrat als Studentin der Filmakademie Wien die Filmbranche und hoffte auf das umweltpolitische Engagement der nachkommenden Generation sowie auf die Wirkmacht des Mediums Film. Thematisiert wurde nat\u00fcrlich auch, in wie weit digitale und hybride Formate, wie sie w\u00e4hrend Corona vermehrt eingesetzt und vorangetrieben wurden, eine sinnvolle und befriedigende Alternative f\u00fcr die unterschiedlichen Kunstsparten darstellen k\u00f6nnen. Und die Sozialwissenschaftlerin und Aktivistin Brigitte Kratzwald nannte das bedingungslose Grundeinkommen als m\u00f6gliche L\u00f6sung f\u00fcr die zuvor geforderte Entkoppelung einer k\u00fcnstlerischen Karriere vom \u00f6konomischen Druck des \u00dcberlebens.<\/p>\n<p>Alles in allem eine gelungene Veranstaltung mit hei\u00dfen Themen, die als Green Meeting im Joseph Haydn-Saal der mdw \u00fcber die B\u00fchne ging und live gestreamt wurde. Doch gen\u00fcgt das, um als nachhaltige Veranstaltung gesehen zu werden? Braucht es, um die in den Gru\u00dfworten von Bernhard K\u00f6nig geforderten \u201eguten Antworten, die dringend n\u00f6tig sind\u201c zu finden, nicht mehr als eine Podiumsdiskussion?<\/p>\n<p>Um nicht als Eintagsfliege im normalerweise dichten Veranstaltungskalender archiviert zu werden, sollte diese Diskussion als Impuls f\u00fcr eine notwendige Vernetzung zwischen dem \u00f6sterreichischen Kulturbetrieb, Kunstuniversit\u00e4ten sowie Kunstschaffenden genutzt werden. Damit k\u00f6nnte aus individuellen L\u00f6sungsversuchen ein gemeinsames Tun und Handeln entstehen, wodurch eine \u00fcberlebensnotwendige Transformation in Richtung \u201eZukunftsf\u00e4higkeit\u201c auch f\u00fcr den Kulturbereich m\u00f6glich wird.<\/p>\n<p>\u201eDenn jeder einzelne Schritt hat Wirkung auf das gesamte System\u201c, so Gerda M\u00fcller, Vizerektorin f\u00fcr Organisationsentwicklung, Gender &amp; Diversity an der mdw, in ihren Begr\u00fc\u00dfungsworten zu dieser Veranstaltung.<\/p>\n<p>Die gesamte Podiumsdiskussion k\u00f6nnen Sie in der mdwMediathek nachsehen: <a href=\"http:\/\/mediathek.mdw.ac.at\/zukunftsmusik\">mediathek.mdw.ac.at\/zukunftsmusik<\/a><\/p>\n<div class=\"bdaia-separator se-shadow\" style=\"margin-top:30px !important;margin-bottom:30px !important;\"><\/div>\n<p>F\u00fcr 2021 ist eine Zukunftswerkstatt mit Bernhard K\u00f6nig an der mdw in Planung. Bernhard K\u00f6nig ist Komponist, Dramaturg und Konzertp\u00e4dagoge und besch\u00e4ftigt sich seit 2019 mit der Wechselwirkung zwischen Musik und der globalen Umwelt- und Klimakrise. Dabei soll es nicht nur um eine k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema gehen, sondern vor allem darum, die m\u00f6glichen Auswirkungen f\u00fcr Kunstschaffende und den globalen Kulturbetrieb vor Augen zu f\u00fchren und zum Handeln zu ermutigen.<\/p>\n<h5><\/h5>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckblick auf die Podiumsdiskussion Zukunftsmusik. 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