{"id":4624,"date":"2020-05-28T17:12:44","date_gmt":"2020-05-28T15:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=4624"},"modified":"2020-06-08T10:59:34","modified_gmt":"2020-06-08T08:59:34","slug":"lets-talk-about-gender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/05\/28\/lets-talk-about-gender\/","title":{"rendered":"Let\u2019s talk about gender\ufeff!"},"content":{"rendered":"<h1>Ein Ausblick auf die Tagung <i>Geschlechtervielfalt an Universit\u00e4ten<\/i> am 25. November 2020 an der mdw<\/h1>\n<p>Es tut und bewegt sich etwas in der Ausdruckswelt der Geschlechterrealit\u00e4ten. Auch wenn der Begriff \u201enicht-bin\u00e4r\u201c im \u00f6ffentlichen Diskurs um die Auseinandersetzung mit Geschlechtervielfalt relativ neu ist \u2013 das, wof\u00fcr er steht, ist nicht ganz so neu und Teil langj\u00e4hriger queer-feministischer K\u00e4mpfe und postkolonialer Kritik. Es geht um das Aufbrechen einer bin\u00e4ren Denklogik und um die Dekonstruktion einer normativen Zwei-Geschlechter-Ordnung. Nach dieser existieren nur zwei Geschlechter (m\u00e4nnlich und weiblich) mit bestimmten fest zugeschriebenen Rollen und Erwartungen, wobei nur heterosexuelles Begehren zwischen diesen beiden Geschlechtern als nat\u00fcrlich gegeben und somit normal gilt. \u201eOhne Zwangsheterosexualit\u00e4t, Heteronormativit\u00e4t und erzwungene Zweigeschlechtlichkeit w\u00fcrde z.\u2009B. die genderspezifische Arbeitsteilung keinen Sinn machen\u201c, f\u00fchrt Katharina Walgenbach<span id='easy-footnote-1-4624' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/05\/28\/lets-talk-about-gender\/#easy-footnote-bottom-1-4624' title='Walgenbach, Katharina (2012). Gender als interdependente Kategorie. Neue Perspektiven auf Intersektionalit\u00e4t, Diversit\u00e4t und Heterogenit\u00e4t. Verlag Barbara Budrich, Opladen, Berlin, Toronto. S. 17'><sup>1<\/sup><\/a><\/span> aus und verweist damit auch auf die machtstabilisierende Funktion der Zwei-Geschlechter-Ordnung.<\/p>\n<p>Nicht-bin\u00e4re, trans* oder inter* Personen sehen sich au\u00dferhalb dieser dichotomen Geschlechterkategorien. Nicht-bin\u00e4r hat dabei viele verschiedene Auspr\u00e4gungen und kann \u2013 \u00e4hnlich wie genderqueer \u2013 sowohl als Oberbegriff, politisches Statement oder als individuelle Identit\u00e4tsbezeichnung fungieren:<\/p>\n<p>\u201eNicht-bin\u00e4re Menschen k\u00f6nnen trans oder cis, inter oder dyadisch sein. Sie k\u00f6nnen weiblich, m\u00e4nnlich, beides, weder-noch, vieles, mehreres, femme, agender, neutrois oder etwas ganz anderes sein. Sie k\u00f6nnen feminin, maskulin, queer und politisch sein. Sie k\u00f6nnen unterschiedliche, neue oder alte, mehrere, wechselnde oder keine Pronomen benutzen. Sie k\u00f6nnen die unterschiedlichsten K\u00f6rper, Transitionsbed\u00fcrfnisse oder -erfahrungen haben oder nichts von alldem.\u201c<span id='easy-footnote-2-4624' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/05\/28\/lets-talk-about-gender\/#easy-footnote-bottom-2-4624' title='Gagarim, Yori (2017). \u201eH\u00e4? Was hei\u00dft denn nicht-bin\u00e4r?\u201c, Missy Magazine, online unter &lt;a href=&quot;https:\/\/missy-magazine.de\/blog\/2017\/10\/04\/hae-was-heisst-denn-nicht-binaer&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;https:\/\/missy-magazine.de\/blog\/2017\/10\/04\/hae-was-heisst-denn-nicht-binaer&lt;\/a&gt; [5.\u20093.\u20092020]'><sup>2<\/sup><\/a><\/span>\n<p>Seit 2019 ist in \u00d6sterreich der Geschlechtseintrag \u201edivers\u201c als dritte Option neben \u201em\u00e4nnlich\u201c und \u201eweiblich\u201c im Personenstandsregister m\u00f6glich. Der \u00f6sterreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat in seinem Beschluss vom 15. Juni 2018 entschieden, dass Geschlechtsidentit\u00e4t zum gesch\u00fctzten Privat- und Familienleben z\u00e4hlt. Der VfGH bezieht sich dabei auf Artikel 8 der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention, der die \u201eselbstbestimmte Aus\u00fcbung des Rechts auf individuelle Geschlechtsidentit\u00e4t\u201c vorsieht. Selbstbestimmung ist das, worum es hier geht.<\/p>\n<p>Diesem Gesetzesaufruf haben Universit\u00e4ten zu folgen, die sich bisher am g\u00e4ngigen Zwei-Geschlechter-Denken orientierten und daher einige ihrer Praktiken und Vorgehensweisen diesbez\u00fcglich \u00e4ndern m\u00fcssen, wie zum Beispiel (Lehr)inhalte, Abl\u00e4ufe (bspw. Erweiterung einer dritten Geschlechtsoption in mdwOnline), R\u00e4ume (Stichwort All-Gender-Toiletten), Dokumente sowie Datenerfassungen und -auswertungen oder Sprachgebrauch. Eine umfassende und tiefergehende Besch\u00e4ftigung mit Geschlechtervielfalt ist daher notwendig und wirkt in viele unterschiedliche Arbeitsbereiche und Themenfelder hinein.<\/p>\n<p>Wie kann Ausschl\u00fcssen und Benachteiligungen von trans*, inter* und nichtbin\u00e4ren Personen aktiv entgegengewirkt werden? Welche Chancen, Auswirkungen und Perspektiven gehen damit f\u00fcr Universit\u00e4ten einher? Wie k\u00f6nnen Universit\u00e4ten \u2013 Lehrende, Studierende und Mitarbeiter_innen der Verwaltung \u2013 Verb\u00fcndete queerer Politik werden?<\/p>\n<p>Diesen Fragen widmet sich die Tagung <i>Geschlechtervielfalt an Universit\u00e4ten \u2013 Repr\u00e4sentationen, Strategien und Handlungsm\u00f6glichkeiten<\/i>, die in Kooperation mit der Universit\u00e4tenkonferenz (Uniko) am 25. November 2020 an der mdw stattfindet. Die ins Thema einf\u00fchrende Keynote wird die Professorin f\u00fcr Musiksoziologie Rosa Reitsamer halten. Danach haben alle Teilnehmer_innen die M\u00f6glichkeit, gemeinsam mit Expert_innen in moderierten Arbeitsgruppen zu den Themen Recht (Eva Matt), Lehre &amp; Forschung (Ela Posch), Ressourcen &amp; Infrastruktur (Andrea Braidt, Ingrid Schacherl), Kommunikation (Boka En) sowie Allianzenbildung (Philipp Rouschal) Strategien und Ma\u00dfnahmen zu diskutieren, ihre Erfahrungen zu teilen und sich auszutauschen. Ziel der Tagung ist es, Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Universit\u00e4ten und Universit\u00e4tsangeh\u00f6rige aufzuzeigen, institutionelle Zwischenr\u00e4ume ausfindig zu machen und zur Vernetzung untereinander anzuregen.<\/p>\n<p><strong><i>Geschlechtervielfalt an Universit\u00e4ten \u2013 Repr\u00e4sentationen, Strategien und Handlungsm\u00f6glichkeiten<br \/>\n<\/i><\/strong>Eine Tagung der Universit\u00e4tenkonferenz (Uniko)<br \/>\nund der Stabstelle Gleichstellung, Gender Studies und Diversit\u00e4t (GGD)<br \/>\nJoseph Haydn-Saal, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien<br \/>\nMittwoch, 25. November 2020, 10.30\u2009\u2013\u200916.30<br \/>\n<a href=\"https:\/\/uniko.ac.at\/organisation\/termine\/G1\/index.php?cal_click=2020-11-25#EVT21734\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Programm und Anmeldung<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es tut und bewegt sich etwas in der Ausdruckswelt der Geschlechterrealit\u00e4ten. Auch wenn der Begriff \u201enicht-bin\u00e4r\u201c im \u00f6ffentlichen Diskurs um die Auseinandersetzung mit Geschlechtervielfalt relativ neu ist \u2013 das, wof\u00fcr er steht, ist nicht ganz so neu und Teil langj\u00e4hriger queer-feministischer K\u00e4mpfe und postkolonialer Kritik.<\/p>\n","protected":false},"author":189,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[966,985,697,54,649,67,852],"class_list":["post-4624","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-research","tag-2020-2","tag-tagung","tag-diversity","tag-gender","tag-uniko","tag-university","tag-vielfalt"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/189"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4624"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4895,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4624\/revisions\/4895"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}