{"id":4562,"date":"2020-05-28T13:07:59","date_gmt":"2020-05-28T11:07:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=4562"},"modified":"2020-06-03T11:37:25","modified_gmt":"2020-06-03T09:37:25","slug":"die-wirtschaftliche-lage-der-musikschaffenden-in-der-coronakrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/05\/28\/die-wirtschaftliche-lage-der-musikschaffenden-in-der-coronakrise\/","title":{"rendered":"Covid-19-Report: Die wirtschaftliche Lage der Musikschaffenden in der Coronakrise"},"content":{"rendered":"Durch den vollkommenen Shutdown des \u00f6ffentlichen Lebens, der durch die Corona-Pandemie in vielen L\u00e4ndern erzwungen wurde, mussten s\u00e4mtliche Musikveranstaltungsst\u00e4tten vom kleinen Musikclub bis hin zu den Opernh\u00e4usern und Konzertstadien schlie\u00dfen. Alle Konzerttourneen der Veranstaltungskonzerne Live Nation, AEG und CTS-Eventim wurden abgesagt oder verschoben. Damit f\u00e4llt nicht nur die wichtigste Einkommensquelle f\u00fcr die meisten Musikschaffenden weg, sondern die Krise erfasst das gesamte Wertsch\u00f6pfungsnetzwerk der Musikwirtschaft, die im Streamingzeitalter vernetzter denn je ist.<\/p>\n<p>Allein die Absage eines der gro\u00dfen Festivals zieht nicht nur massive Umsatzeinbu\u00dfen und negative Besch\u00e4ftigungseffekte nach sich, sondern bedeutet auch einen massiven wirtschaftlichen Schaden f\u00fcr die betroffenen Regionen. So erwirtschaftete das sechst\u00e4gige <i>Coachella Music and Arts Festival<\/i>, das t\u00e4glich rund 100.000 Besucher_innen ins s\u00fcdkalifornische Coachella Valley lockt, 2016 eine Wirtschaftsleistung von 704 Mio. US-Dollar, wovon 403 Mio. in der Region verblieben (Billboard 2020).<\/p>\n<p>Die deutschen Musikindustrieverb\u00e4nde haben auch schon eine erste Einsch\u00e4tzung f\u00fcr den durch die Coronakrise verursachten Schaden f\u00fcr die deutsche Musikwirtschaft vorgenommen, der sich auf 5,46\u00a0Mrd. Euro summiert. Der Gro\u00dfteil des Schadens betrifft den Musikveranstaltungssektor, der unmittelbar vom beh\u00f6rdlich verordneten Veranstaltungsverbot betroffen ist und mit 4,54\u00a0Mrd. Euro f\u00fcr die kommenden sechs Monate beziffert wird (Verb\u00e4nde der deutschen Musikwirtschaft 2020).<\/p>\n<h5>Die wirtschaftlich prek\u00e4re Ausgangslage f\u00fcr Musikschaffende<\/h5>\n<p>In weiterer Folge soll nun der Versuch unternommen werden, die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Musikschaffenden grob einzusch\u00e4tzen, wobei in erster Linie auf Daten aus Deutschland zur\u00fcckgegriffen werden muss. F\u00fcr die \u00f6sterreichische Musikwirtschaft ist die Datenlage n\u00e4mlich nicht so gut, aber es lassen sich R\u00fcckschl\u00fcsse aus Forschungsarbeiten ziehen, die in Vor-Coronazeiten erstellt wurden. So zeigt die Studie von L&amp;R Sozialforschung (2018), dass 2017 rund 35 Prozent der befragten Musikschaffenden in einkommensschwachen und somit armutsgef\u00e4hrdeten Haushalten leben. Lediglich acht Prozent geh\u00f6ren einem einkommensstarken Haushalt an und weitere 59\u00a0Prozent sind in Haushalten mit mittlerem Einkommen zu finden (L&amp;R Sozialforschung 2018: 81).<span id='easy-footnote-1-4562' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/05\/28\/die-wirtschaftliche-lage-der-musikschaffenden-in-der-coronakrise\/#easy-footnote-bottom-1-4562' title='Als einkommensschwach gelten jene Haushalte, in denen das \u00e4quivalisierte monatliche Haushaltseinkommen unter 60\u00a0Prozent des Medianwertes liegt \u2013 derzeit in etwa bei 800 Euro. In dieser Gruppe ist von Armutsgef\u00e4hrdung zu sprechen.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span> Eine tiefergehende Analyse macht sichtbar, dass fast die H\u00e4lfte der befragten Musiker_innen ein Gesamtjahreseinkommen von weniger als 15.000 Euro aufweist. Lediglich 23 Prozent gaben an, mehr als 30.000\u00a0Euro im Jahr zu verdienen (ibid.: 71). Betrachtet man nur das Einkommen aus der k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit, steigt der Anteil der Musikschaffenden, die nicht mehr als 15.000\u00a0Euro j\u00e4hrlich generiert, auf 86 Prozent, und nur mehr sechs Prozent der Befragten verdienen mehr als 30.000 Euro (ibid.: 70).<\/p>\n<p>Zahlen der deutschen K\u00fcnstlersozialkasse (KSK 2018) belegen ebenfalls die prek\u00e4re wirtschaftliche und soziale Lage der Musikschaffenden in unserem Nachbarland. 2018 waren in Deutschland 53.436 Musikschaffende versicherungspflichtig, d.\u2009h. sie hatten ein j\u00e4hrliches Arbeitseinkommen von mehr als 3.900 Euro aus selbstst\u00e4ndiger k\u00fcnstlerischer T\u00e4tigkeit nach \u00a7\u00a03\u00a0(1) KSVG.<span id='easy-footnote-2-4562' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/05\/28\/die-wirtschaftliche-lage-der-musikschaffenden-in-der-coronakrise\/#easy-footnote-bottom-2-4562' title='KSVK = Gesetz \u00fcber die Sozialversicherung der selbst\u00e4ndigen K\u00fcnstler und Publizisten (K\u00fcnstlersozialversicherungsgesetz) vom 27. Juli 1981 (BGBl. I S. 705) i. d. g. F.'><sup>2<\/sup><\/a><\/span> Das daraus flie\u00dfende Durchschnittseinkommen lag mit dem Stichtag 1.\u20091.\u20092019 bei 14.628 Euro (M\u00e4nner: 16.241 Euro; Frauen: 12.222 Euro).<\/p>\n<p>Es gilt dabei zu bedenken, dass die KSK nicht alle Musikschaffenden repr\u00e4sentiert, sondern nur jene, die mehr als 3.900 Euro mit ihrer k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit verdienen. Zudem gilt es, zwischen Urheber_innen (Komponist_innen, Textautor_innen und Bearbeiter_innen), die schwerpunktm\u00e4\u00dfig ihren Lebensunterhalt mit der Schaffung von Musikwerken verdienen, und aus\u00fcbenden Musiker_innen wie Dirigent_innen, Instrumenalist_innen, S\u00e4nger_innen, Chorleiter_innen und DJs, die Musik interpretieren, zu unterscheiden. Auch wenn die Grenze flie\u00dfend ist und in vielen F\u00e4llen beide Aktivit\u00e4ten auch zusammenfallen k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich meist doch ein finanzieller Schwerpunkt feststellen. In der Musikwirtschaftsstudie f\u00fcr Deutschland (Seufert et al. 2015) lag der Anteil der interpretierenden Musiker_innen bei 83,2 Prozent und jener der Urheber_innen bei 16,8 Prozent, wobei Mischformen (z.\u2009B. Singer\/Songwriter) eindeutig nach finanziellem Schwerpunkt zugeordnet werden mussten. Da der Anteil der aus\u00fcbenden Musiker_innen sehr hoch ist, muss davon ausgegangen werden, dass die gro\u00dfe Mehrheit der Musikschaffenden \u2013 insgesamt 44.455 mit Stichtag 1.\u20091.\u20092019 \u2013 w\u00e4hrend des Corona-bedingten Shutdowns des Musikveranstaltungsbetriebs schlagartig fast ohne Einkommen dasteht. Aus der Musikwirtschaftsstudie l\u00e4sst sich auch der Einkommensmix ableiten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4699\" aria-describedby=\"caption-attachment-4699\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/post-1_image0-28-scaled.jpg\" rel=\"lightbox-0\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4699 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_1-1024x450.png\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_1-1024x450.png 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_1-300x132.png 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_1-768x337.png 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_1-1536x675.png 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_1-2048x900.png 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_1-850x374.png 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4699\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Der Einkommensmix bei Urheber_innen und Interpret_innen in Deutschland, Quelle: Eigene Darstellung nach Seufert et al. (2015: 25\u201326)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Da sich die Aussch\u00fcttungen von Verwertungsgesellschaften auf die Vorperiode beziehen, bricht diese Einkommensquelle nicht sofort weg. Deshalb wird die Coronakrise zeitverz\u00f6gert auch die Urheber_innen treffen, weil dann z.\u2009B. die Entgelte f\u00fcr Musikauff\u00fchrung stark geschm\u00e4lert sein werden. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich bei den Honoraren aus Tontr\u00e4ger- bzw. Musikverk\u00e4ufen, die ebenfalls noch eine Zeit lang ausgesch\u00fcttet werden. Allerdings werden 2020 wegen des Gebots zum Social Distancing auch weniger Musikproduktionen stattfinden und das Streamingverhalten hat sich im Corona-Lockdown ebenfalls ver\u00e4ndert. Es werden aktuell mehr traditionelle Medien genutzt als Streamingservices (siehe Midia Research 2020).<\/p>\n<p>Der durchschnittliche Einkommensmix ist aber nicht f\u00fcr die Gesamtheit repr\u00e4sentativ. Die Musikwirtschaftsstudie (Seufert et al. 2015: 23) hat erhoben, dass laut Umsatzstatistik lediglich 250\u00a0Musikgruppen (Ensembles, Orchester, Ch\u00f6re, Bands etc.) mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz erzielten. Weitere 1.250 Musikgruppen hatten einen Jahresumsatz zwischen 17.500 und 100.000 Euro. 2014 verdienten zudem rund zwei Drittel bzw. 2.750 Urheber_innen mehr als 17.500 Euro pro Jahr und 600 sogar mehr als 100.000 Euro. Daraus l\u00e4sst sich eine sehr ungleiche Einkommensverteilung sowohl bei den Urheber_innen als auch bei den Interpret_innen ableiten. Letztere werden dabei vor allem von Auftrittshonoraren abh\u00e4ngig sein, wodurch diese Gruppe besonders hart vom Corona-Shutdown betroffen sein wird. Sie haben derzeit nicht nur so gut wie keine Einnahmen, sondern auch keine Reserven, die nun abgebaut werden k\u00f6nnen, und sind somit massiv armutsgef\u00e4hrdet.<\/p>\n<h5>Die Auswirkungen der Coronakrise<\/h5>\n<p>Wie hoch sind nun die kumulierten Einkommensverluste f\u00fcr die Musikschaffenden in Deutschland? Geht man von 53.436 versicherungspflichtigen Musikschaffenden nach Angaben der K\u00fcnstlersozialkasse im Jahr 2019 aus, die im Durchschnitt 14.628 Euro verdient haben, so ergibt sich ein Produktionswert f\u00fcr alle erfassten Musikschaffenden von j\u00e4hrlich 782 Mio. Euro. Nimmt man die gleiche Einkommensverteilung zwischen Urheber_innen und aus\u00fcbenden Musiker_innen wie im Jahr 2014 an \u2013 44,3 zu 55,7 Prozent \u2013, so entfallen 346,3\u00a0Mio. Euro pro Jahr auf die Urheber_innen und 435,4 Mio. Euro auf die aus\u00fcbenden Musiker_innen.<\/p>\n<p>W\u00fcrden nun 100 Prozent aller Einnahmen f\u00fcr die Urheber_innen ausfallen, so l\u00e4ge der kumulierte Einkommensverlust bei einem Shutdown von drei Monaten bei 86,6\u00a0Mio. Euro. Dauert die Ausnahmesituation ein halbes Jahr, dann summieren sich die Verluste auf 173,1\u00a0Mio. Euro. Allerdings sind f\u00fcr diese Gruppe die Auszahlungen der Verwertungsgesellschaften die wichtigste Erl\u00f6squelle und auch Kompositionsauftr\u00e4ge f\u00fcr Werbung und audiovisuelle Medien spielen eine gewisse Rolle und werden noch eine Zeit lang weiterlaufen. Als Untergrenze kann daher f\u00fcr die Urheber_innen ein kurzfristiger Einkommensausfall von 20\u00a0Prozent angenommen werden. Bei einem dreimonatigen Shutdown w\u00fcrden sich die Verluste auf 17,3\u00a0Mio. Euro summieren und bei sechs Monaten auf 34,6\u00a0Mio. Euro.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4703\" aria-describedby=\"caption-attachment-4703\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/post-1_image1-24-scaled.jpg\" rel=\"lightbox-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4703 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_3-1024x650.png\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_3-1024x650.png 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_3-300x190.png 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_3-768x487.png 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_3-1536x975.png 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_3-2048x1300.png 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_3-850x539.png 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4703\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Die monatlich kumulierten Einnahmenausf\u00e4lle f\u00fcr Urheber_innen, Quelle: Eigene Darstellung nach KSK (2019) und Seufert et al. (2015)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wesentlich prek\u00e4rer ist die Lage bei den aus\u00fcbenden Musiker_innen. Fallen alle Einnahmen \u00fcber einen Zeitraum von drei Monaten weg, dann entspricht das einem Wert von 108,8\u00a0Mio. Euro und bei einem halben Jahr von 217,7\u00a0Mio. Euro. Selbst im besten Fall muss diese Gruppe von Einnahmeausf\u00e4llen von mindestens 80 Prozent ausgehen. Die Ausfallsuntergrenze liegt bei drei Monaten demnach bei 87,1\u00a0Mio. Euro und bei sechs Monaten bei 174,2\u00a0Mio. Euro.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4705\" aria-describedby=\"caption-attachment-4705\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/post-1_image2-22-scaled.jpg\" rel=\"lightbox-2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4705 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_5-1024x700.png\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"581\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_5-1024x700.png 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_5-300x205.png 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_5-768x525.png 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_5-1536x1050.png 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_5-2048x1400.png 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_5-320x220.png 320w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_5-850x581.png 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4705\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Die monatlich kumulierten Einnahmeausf\u00e4lle f\u00fcr aus\u00fcbende Musiker_innen, Quelle: Eigene Darstellung nach KSK (2019) und Seufert et al. (2015)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zusammengenommen m\u00fcssen die Musikschaffenden in Deutschland bei einem dreimonatigen Veranstaltungsverbot mit Einnahmeverlusten zwischen 100\u00a0Mio. Euro (bei optimistischer Sch\u00e4tzung) und mehr als 200\u00a0Mio. Euro rechnen. Dauert die Coronakrise insgesamt ein halbes Jahr, dann verdoppeln sich die Verluste auf 200 bis 400\u00a0Mio. Euro. Unmittelbar am st\u00e4rksten sind davon die ohnehin schon einkommensschwachen Musiker_innen betroffen, die bereits vor der Krise armutsgef\u00e4hrdet waren. Es ist vor allem diese Gruppe, die rasch, unb\u00fcrokratisch und in einem betr\u00e4chtlichen Ausma\u00df finanzielle Unterst\u00fctzung von der \u00f6ffentlichen Hand ben\u00f6tigt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4706\" aria-describedby=\"caption-attachment-4706\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/post-1_image3-20-scaled.jpg\" rel=\"lightbox-3\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4706 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_7-1024x768.png\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"638\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_7-1024x768.png 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_7-300x225.png 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_7-768x576.png 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_7-1536x1152.png 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_7-2048x1536.png 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Infografiken_Tschmuck_7-850x637.png 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4706\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: Die monatlich kumulierten Einnahmeausf\u00e4lle f\u00fcr alle Musikschaffenden, Quelle: Eigene Darstellung nach KSK (2019) und Seufert et al. (2015)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon jetzt kann aber gesagt werden, dass die Coronakrise die gr\u00f6\u00dfte wirtschaftliche und soziale Katastrophe f\u00fcr den Kultursektor im Allgemeinen und f\u00fcr die Musikschaffenden im Besonderen seit Ende des Zweiten Weltkriegs darstellt. Neben den finanziellen Hilfen, die nun n\u00f6tig sind, braucht es auch einen klaren Zeitplan f\u00fcr das schrittweise Hochfahren des Musikveranstaltungssektors. Die Vorlaufzeiten f\u00fcr das Musiktheater, f\u00fcr gro\u00dfe Festivals und Konzerttourneen betragen oft mehrere Jahre und da ist entsprechende Planungssicherheit unabdingbar. Aufgrund der internationalen Vernetzung des Musikveranstaltungsbusiness ist aber gerade diese aufgrund von Ausgeh- und Reisebeschr\u00e4nkungen derzeit nicht gegeben. Neben den nationalen Anstrengungen, einen solchen Zeitplan f\u00fcr das Hochfahren von Musikveranstaltungen auszuarbeiten, ist mehr internationale Kooperation gefordert, um den nachhaltigen Schaden f\u00fcr das Live-Musikbusiness und f\u00fcr die wirtschaftlich davon abh\u00e4ngigen Musikschaffenden in Grenzen zu halten.<\/p>\n<blockquote class=\"bdaia-blockquotes\">Quellen:<\/p>\n<p><b>Billboard<\/b>, 2020, \u201eAEG &amp; Live Nation Recommend Halting All Tours\u201c, 12. M\u00e4rz 2020, <a>https:\/\/www.billboard.com\/articles\/business\/touring\/9333998\/aeg-live-nation-recommend-halting-all-tours<\/a> (abgerufen: 22.\u20094.\u20092020)<\/p>\n<p><b>K\u00fcnstlersozialkasse (KSK)<\/b>, o. J., KSK in Zahlen: <a>https:\/\/www.kuenstlersozialkasse.de\/service\/ksk-in-zahlen.html<\/a> (abgerufen: 22.\u20094.\u20092020)<\/p>\n<p><b>L&amp;R Sozialforschung<\/b>, 2018, Soziale Lage der Kunstschaffenden und Kunst- und Kulturvermittler\/innen in \u00d6sterreich. Ein Update der Studie \u201eZur sozialen Lage der K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen in \u00d6sterreich\u201c 2008. Studie erstellt in Zusammenarbeit mit \u00d6sterreichische Kulturdokumentation \u2013 Internationales Archiv f\u00fcr Kulturanalysen und im Auftrag des Bundeskanzleramtes \u2013 Sektion Kunst und Kultur, Wien.<\/p>\n<p><b>Midia Research<\/b>, 2020, COVID-19 | Recessionary Impacts and Consumer Behaviour, Studie erstellt von Mark Mulligan und Karol Severin, M\u00e4rz 2020, London.<\/p>\n<p><b>Seufert Wolfgang, Robert Schlegel und Felix Sattelberger<\/b>, 2015, Musikwirtschaft in Deutschland. Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Musikunternehmen unter Ber\u00fccksichtigung aller Teilsektoren und Ausstrahlungseffekte. Herausgegeben vom Bundesverband Musikindustrie, Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft, Deutscher Musikverleger-Verband, Europ\u00e4ischer Verband der Veranstaltungs-Centren, GVL, Live-Musik-Kommission, Society of Music Merchants, Verband der Deutschen Konzertdirektoren, VUT. Berlin.<\/p>\n<p><b>Verb\u00e4nde der deutschen Musikwirtschaft<\/b>, 2020, Bericht der Verb\u00e4nde der deutschen Musikwirtschaft zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, Berlin, 25. M\u00e4rz 2020.<\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch den vollkommenen Shutdown des \u00f6ffentlichen Lebens, der durch die Corona-Pandemie in vielen L\u00e4ndern erzwungen wurde, mussten s\u00e4mtliche Musikveranstaltungsst\u00e4tten vom kleinen Musikclub bis hin zu den Opernh\u00e4usern und Konzertstadien schlie\u00dfen. Damit f\u00e4llt nicht nur die wichtigste Einkommensquelle f\u00fcr die meisten Musikschaffenden weg, sondern die Krise erfasst das gesamte Wertsch\u00f6pfungsnetzwerk der Musikwirtschaft, die im Streamingzeitalter vernetzter denn je \ufeffist.<\/p>\n","protected":false},"author":79,"featured_media":4855,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[966,994,995,965,677,78],"class_list":["post-4562","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-report","tag-2020-2","tag-musicindustry","tag-wirtschaft","tag-covid19","tag-musikindustrie","tag-musikwirtschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4562","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/79"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4562"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4562\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4912,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4562\/revisions\/4912"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4855"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4562"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4562"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}