{"id":3945,"date":"2020-02-24T17:53:53","date_gmt":"2020-02-24T16:53:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=3945"},"modified":"2020-02-27T12:08:43","modified_gmt":"2020-02-27T11:08:43","slug":"rezension-dis-orienting-sounds-machtkritische-perspektiven-auf-populaere-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/02\/24\/rezension-dis-orienting-sounds-machtkritische-perspektiven-auf-populaere-musik\/","title":{"rendered":"Rezension: (Dis-)Orienting Sounds. Machtkritische Perspektiven auf popul\u00e4re Musik."},"content":{"rendered":"<h5><i>(Dis-)Orienting Sounds. Machtkritische Perspektiven auf popul\u00e4re Musik.<\/i> Sammelband zur 28. Arbeitstagung der Gesellschaft f\u00fcr Popularmusikforschung (GfPM), Hg<i>. <\/i>Ralf von Appen und Mario Dunkel<\/h5>\n<p>Wenn bewusste und unbewusste Orientierungen grundlegende Funktionen menschlichen Erlebens sind, so k\u00f6nnen Kl\u00e4nge \u201egleichzeitig Antrieb und Gegenstand von Orientierungs- und Desorientierungsprozessen sein\u201c. Inspiriert von Sarah Ahmeds <i>Queer Phenomenology <\/i>(2006)<i> <\/i>wollen die Herausgeber des Tagungsbandes <i>(Dis-)Orienting Sounds<\/i> macht- und kontrollkritisch herausstellen und hinterfragen, wie popul\u00e4re Musik ein Medium f\u00fcr verschiedenartige Orientierungen sein kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3947\" aria-describedby=\"caption-attachment-3947\" style=\"width: 194px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-5058-7\/dis-orienting-sounds-machtkritische-perspektiven-auf-populaere-musik\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3947\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/post-1_image0-23-194x300.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/post-1_image0-23-194x300.jpg 194w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/post-1_image0-23-663x1024.jpg 663w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/post-1_image0-23.jpg 675w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3947\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 transcript Verlag<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dieses Ziel wird im Gro\u00dfen und Ganzen von den dreizehn Aufs\u00e4tzen, die \u00fcbergeordnet in musikp\u00e4dagogische, intersektionale und wissenschaftsspezifische Perspektiven gegliedert sind, erf\u00fcllt. Der Band bietet anregende Einblicke und \u00dcberlegungen zu einem breiten Spektrum an identit\u00e4tsbezogenen Orientierungen (von Gender \u00fcber Ethnizit\u00e4t bis hin zu Posthumanit\u00e4t u. v. m.) und l\u00e4sst drei generelle Neu- bzw. Zusatzorientierungen erkennen, die f\u00fcr die Popular Music Studies in Zukunft ma\u00dfgeblich sein k\u00f6nnten und sich zum Teil gegenseitig bedingen.<\/p>\n<p>Dies betrifft erstens den deutlich zu vernehmenden Ruf nach st\u00e4rkerer Selbstreflexivit\u00e4t \u2013 sowohl in Bezug auf p\u00e4dagogische Konzepte und Strukturen als auch auf das Forscher_innensubjekt. Zweitens machen einige der Beitr\u00e4ge augenscheinlich, dass Multidimensionalit\u00e4t in den Popular Music Studies keine blo\u00dfe Worth\u00fclse (mehr) ist, sondern das Zusammenf\u00fchren von verschiedenen Methoden, Perspektiven und Gegenst\u00e4nden mittlerweile oft selbstverst\u00e4ndlich erscheint. Sp\u00fcrbar ist dabei drittens eine demonstrative Offenheit gegen\u00fcber bislang wenig genutzten Verfahrensweisen, wie beispielsweise biografischen Fallrekonstruktionen oder zirkul\u00e4r angelegten Gruppeninterpretationen, und vor allem eine zunehmende Orientierung in Richtung praxeologischer Forschung. Gegenw\u00e4rtige und vergangene sozial-kulturelle Praktiken, sei es in Online-Kommentarbereichen oder mit Blick auf mediale Technologien und Konzertlocations, werden in Beziehung zur Musik gesetzt, wodurch bedeutungsorientierte, textzentrierte Zug\u00e4nge erweitert werden.<\/p>\n<p>Inhaltlich besonders hervorzuheben sind meines Erachtens die Beitr\u00e4ge von Petter Dyndahl, Katharina Alexi und Peter Klose: Dyndahl macht am Beispiel des musikalischen Bildungssystems in Norwegen unter anderem sichtbar, wie die Aufwertung popul\u00e4rer Musik als \u201elegitimate culture\u201c Prozesse der kulturellen Gentrifizierung mit sich bringen kann, Alexi stellt den ironischen \u201eSekund\u00e4r- und Neosexismus\u201c und \u201eNeo-Herrenwitz\u201c im deutschen Indie, Punk und Rap schonungslos blo\u00df, und Peter Kloses auf situative Ver\u00e4nderungen ausgerichtete Analyse von Live-Musikveranstaltungen zeigt auf, wie eine alternative, an k\u00f6rperlich-materielle Aspekte orientierte Geschichtsschreibung popul\u00e4rer Musik auszusehen vermag.<\/p>\n<h4><\/h4>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn bewusste und unbewusste Orientierungen grundlegende Funktionen menschlichen Erlebens sind, so k\u00f6nnen Kl\u00e4nge \u201egleichzeitig Antrieb und Gegenstand von Orientierungs- und Desorientierungsprozessen sein\u201c.<\/p>\n","protected":false},"author":183,"featured_media":3947,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[924,951,33,153,55],"class_list":["post-3945","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-research","tag-2020-1","tag-bookreview","tag-research","tag-review","tag-rezension"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/183"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3945"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3945\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4036,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3945\/revisions\/4036"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3947"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}