{"id":3908,"date":"2020-02-24T18:05:57","date_gmt":"2020-02-24T17:05:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=3908"},"modified":"2020-02-27T11:59:25","modified_gmt":"2020-02-27T10:59:25","slug":"ipop-trifft-auf-wien-pop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/02\/24\/ipop-trifft-auf-wien-pop\/","title":{"rendered":"ipop trifft auf Wien Pop"},"content":{"rendered":"<h1>Gedanken zu forschungsgeleiteter Lehre am Institut f\u00fcr Popularmusik<\/h1>\n<p>Das Bekenntnis zur Erschlie\u00dfung der Einheit von Forschung und Lehre am Institut f\u00fcr Popularmusik der mdw gr\u00fcndet sowohl auf einem diskursiven Umgang mit Wissen und Prozessen seiner Generierung als auch auf dem regen Austausch zwischen Akteur_innen aus dem k\u00fcnstlerischen Bereich, Forschenden und Studierenden. Die R\u00fcckbez\u00fcge der Forschung auf Erfahrungen der Lehre korrelieren mit Erkenntnissen der Lehre, die aus der Entwicklung der Forschung stammen. Die Koexistenz von Wissenschaft und k\u00fcnstlerischer Ausbildung am ipop erm\u00f6glicht nicht nur forschungsgeleitete Einblicke im Rahmen der ku\u0308nstlerisch-p\u00e4dagogischen Ausbildung, sondern auch Forschungsaktivit\u00e4ten, die in engem Bezug zu Praktiken im Kontext popul\u00e4rer Musik entstehen.<\/p>\n<p>Forschende fungieren als Akteur_innen in der universit\u00e4ren Bildung als Form der Ausbildung beruflicher Professionalit\u00e4t durch Wissenschaft. Gerade der Grundsatz einer verantwortlichen Haltung von Wissenschaftler_innen in Hinblick auf den Erwerb und die Vermittlung von Wissen in und durch die Lehre verleiht der Universit\u00e4t ihre Unverwechselbarkeit (Brinckmann et al. 2002). Als zentralen Stellenwert f\u00fcr die Anwendung von forschungsgeleiteter Lehre k\u00f6nnen wir Vorg\u00e4nge der Konzeptualisierung von der Vermittlung von Wissen respektive von Forschungserkenntnissen betrachten. Eine Abwendung vom traditionellen Modell der Beziehung zwischen Lehre und Forschung ist tendenziell zu beobachten. Hierarchische Organisationsstrukturen dominieren diese Modellbildung, Fragen der gesellschaftspolitischen Relevanz oder auch der Verantwortung des Subjekts im Prozess der Forschung und der Vermittlung von Wissen werden kaum thematisiert. Die Funktion von Studierenden beschr\u00e4nkt sich vorwiegend auf die Rolle passiver Empfa\u0308nger_innen von scheinbar objektiv existierenden Wissensinhalten und Erkenntnissen.<\/p>\n<p>Als eine der Grundlagen f\u00fcr die forschungsgeleitete Lehre gilt es, Studierenden eine forschende Grundhaltung zu vermitteln. Studierende werden im eigenen wissenschaftlichen Arbeiten durch vorgegebene Problemstellungen und kooperationsorientierte Aufgabenstellungen angeleitet, und zugleich in Forschungsaktivit\u00e4ten des jeweiligen Instituts eingebunden (Brinckmann et al. 2002; Brew 2006). In Anlehnung an Mick Healey (zitiert nach Jenkins et al. 2007) l\u00e4sst sich forschungsgeleitete Lehre entlang von zwei Achsen wiederum vierfach typisieren. In der forschungsvermittelnden Lehre erfolgt die Weitergabe von Forschungsinhalten und Ergebnissen. Im Zentrum der forschungsorientierten Lehre steht die Vermittlung etablierter Forschungshaltungen und Methoden. Das Curriculum der forschungsbegleitenden Lehre unterst\u00fctzt und leitet die Forschungsarbeit von Studierenden, im Rahmen der forschungsbasierten Lehre werden Studierende aktiv in Forschungsprojekte eingebunden.<\/p>\n<p>Studierende dazu zu ermutigen, sich kritisch mit Forschungsaufgaben auseinanderzusetzen und Studierenden Einblicke in eigene \u201eForschungswerkst\u00e4tten\u201c zu gew\u00e4hren, vermittelt ihnen Ans\u00e4tze zu konkreter Planung, Konzepterstellung, Umsetzung und Nachbereitungen und bietet die M\u00f6glichkeit, praxisorientiert im Forschungsteam zu arbeiten. Studierende setzen sich kritisch mit dem eigenen Wissensstand auseinander, \u00fcberpr\u00fcfen diesen in weiterer Folge und wenden Methoden der Selbstreflexion an. Neben problemorientierter Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Fach bzw. der jeweiligen Disziplin mit Perspektiven auf historisch gewachsenes und situiertes Wissen und damit verbundenen hegemonialen Strukturen werden Studierende ermutigt, sich mit interdisziplin\u00e4ren Zug\u00e4ngen und Dimensionen der Differenz, Differenzierung und Intersektionalit\u00e4t zu besch\u00e4ftigen. Zu den M\u00f6glichkeiten forschungsgeleitete Lehre an der Universit\u00e4t zu verankern (Brew 2006), z\u00e4hlen unter anderem Workshops an Fakult\u00e4ten und Fachbereichen, Veranstaltungen zu (disziplin\u00fcbergreifenden) Forschungsthemen und die Implementierung von Arbeitsgemeinschaften.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Schmieds Puls - SUPERIOR (F*** You) - Official Video\" width=\"850\" height=\"478\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/2rkY0RmwiUA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Das ipop versteht sich als Ort der Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung von Musikstr\u00f6mungen in \u00d6sterreich in Forschung und Lehre, dies findet im aktuellen Studienjahr beispielsweise im Rahmen des Moduls <i>Wien Pop<\/i> statt. Obgleich im kollektiven Geschichtsgeda\u0308chtnis vorrangig an m\u00e4nnliche Musiker erinnert wird, werden Studierende angeleitet, sich wissenschaftlich mit der nicht unbetr\u00e4chtlichen Anzahl an weiblichen Musikerinnen auseinanderzusetzen. Die geschichtliche Aufarbeitung dieser Protagonistinnen sowie eine kritische Reflexion \u00fcber Ausschlussmechanismen in Bezug auf weibliches und queeres Musikschaffen weist in der popularmusikalischen Forschung noch erhebliche L\u00fccken auf. Protagonist_innen aus der aktuellen Szene werden an die Universit\u00e4t eingeladen, so fungierten im Studienjahr 2018\/19 in der Vorlesung Ausgew\u00e4hlte Kapitel aus Theorie und Geschichte der Popularmusik (Leitung: Magdalena F\u00fcrnkranz\/Michael Huber) unter anderem Mira Lu Kovacs und die Band Dives als Diskussionspartner_innen. Vice versa kann der R\u00fcckgriff auf die M\u00f6glichkeiten, universit\u00e4re Lehre auch au\u00dferhalb von universit\u00e4ren R\u00e4umen<i> <\/i>zu positionieren, f\u00fcr die Beteiligten neue Perspektiven er\u00f6ffnen. Das Erproben und Umsetzen von bis dato unbekannten, alternativen, gegebenenfalls widerspr\u00fcchlichen Herangehensweisen erm\u00f6glicht neue Denkr\u00e4ume. Gerade das Bereitstellen solcher Orte, neuer M\u00f6glichkeiten bzw. forschungsbasierter \u201eProbera\u0308ume\u201c sollte im Kontext forschungsgeleiteter Lehre zu den zentralen Aufgaben universit\u00e4rer Lehre z\u00e4hlen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"DIVES - Tomorrow\" width=\"850\" height=\"478\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/G3m61GKqwAQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/b><\/p>\n<p>Brew, Angela (2006). <i>Research and Teaching. Beyond the Divide<\/i>. New York: Palgrave McMillan.<\/p>\n<p>Brinckmann, Hans \/ Garcia, Omar \/ Gruschka, Andreas \/ Lenhardt, Gero \/ Zur Lippe, Rudolf (2002). <i>Die Einheit von Forschung und Lehre. \u00dcber die Zukunft der Universit\u00e4t<\/i>. Wetzlar: B\u00fcchse der Pandora.<\/p>\n<p>Gibbons, Michael \/ Limoges, Camille \/ Nowotny, Helga \/ Schwartzman, Simon \/ Scott, Peter \/ Trow, Martin (1994). <i>The new production of knowledge. The dynamics of science and research in contemporary societies<\/i>. London: Sage.<\/p>\n<p>Jenkins, Alan \/ Healey, Mick \/ Zetter, Roger (2007). <i>Linking teaching and research in disciplines and departments<\/i>. York: HEA.<\/p>\n<p>Muckenhuber, Johanna \/ Schmidinger, Thomas \/ Tieber, Claus (Hrsg.) (2010). <i>Die Kunst der Lehre: Hochschuldidaktik in Diskussion<\/i>. Berlin: LIT Verlag.<\/p>\n<h2><\/h2>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bekenntnis zur Erschlie\u00dfung der Einheit von Forschung und Lehre am Institut f\u00fcr Popularmusik der mdw gr\u00fcndet sowohl auf einem diskursiven Umgang mit Wissen und Prozessen seiner Generierung als auch auf de\ufeffm regen Austausch zwischen Akteur_innen aus dem k\u00fcnstlerischen Bereich, Forschenden und Studierenden.<\/p>\n","protected":false},"author":25,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[924,940,116,837,33],"class_list":["post-3908","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-research","tag-2020-1","tag-forschungsgeleitete-lehre","tag-ipop","tag-music","tag-research"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3908","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/25"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3908"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3908\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4879,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3908\/revisions\/4879"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3908"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3908"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3908"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}