{"id":3434,"date":"2019-11-25T14:24:23","date_gmt":"2019-11-25T12:24:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=3434"},"modified":"2020-03-09T16:06:29","modified_gmt":"2020-03-09T15:06:29","slug":"interdisziplinaere-projektvielfalt-neun-artistic-research-pilotprojekte-an-der-mdw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/11\/25\/interdisziplinaere-projektvielfalt-neun-artistic-research-pilotprojekte-an-der-mdw\/","title":{"rendered":"Interdisziplin\u00e4re Projektvielfalt: Neun Artistic-Research-Pilotprojekte an der mdw"},"content":{"rendered":"<b>2018 wurde an der mdw erstmals eine interne F\u00f6rderung f\u00fcr Pilotprojekte im Bereich der k\u00fcnstlerischen Forschung ausgeschrieben. Nun ist es Zeit, ein Zwischenres\u00fcmee zu ziehen.<\/b><\/p>\n<p>Ziel des Calls war die Weiterentwicklung von Praktiken, Methoden und Diskursen der k\u00fcnstlerischen Forschung im Kontext der an der mdw vertretenen k\u00fcnstlerischen Felder und Disziplinen. Neun vorwiegend transdisziplin\u00e4re und kollaborative Projekte im Bereich Artistic Research konnten gef\u00f6rdert werden, und einige der Teams stellten bereits Drittmittelantr\u00e4ge im Rahmen des PEEK-Programms des Fonds zur F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Die Projekte wurden aufgrund ihrer innovativen Forschungsfragen und einer entsprechend ausgewiesenen Methode aus \u00fcber 20 Einreichungen ausgew\u00e4hlt, wobei die k\u00fcnstlerische Praxis einen zentralen Anteil am Forschungsprozess haben sollte. Neben der Drittmittelantragsstellung war ein weiteres Ziel des Pilot Calls die Dissemination der Ergebnisse anhand \u00f6ffentlicher Auff\u00fchrungen, Ausstellungen sowie Publikationen, z.\u2009B. im Research Catalogue. Der Research Catalogue ist eine Online-Datenbank, die k\u00fcnstlerische Forschungen sammelt, archiviert, ver\u00f6ffentlicht und ausstellt, betrieben von der Society of Artistic Research (SAR), deren Mitglied die mdw ist. So sollte das aktuell durch die Ringvorlesung <i>Knowing in Performing<\/i>, die laufenden PEEK-Projekte <i>Rotting Sounds<\/i> und <i>Creative (Mis)understandings<\/i> sowie die Vorbereitung des k\u00fcnstlerischen Doktorats auf vielf\u00e4ltige Weise in Entwicklung begriffene Feld der k\u00fcnstlerischen Forschung eine weitere Intensivierung und Weiterentwicklung erfahren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3437\" aria-describedby=\"caption-attachment-3437\" style=\"width: 1168px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3437\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image1-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1168\" height=\"938\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image1-2.jpg 1168w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image1-2-300x241.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image1-2-768x617.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image1-2-1024x822.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image1-2-850x683.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1168px) 100vw, 1168px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3437\" class=\"wp-caption-text\">Inside Lieutenant Gustl \u00a9 studio brauneis &amp; poesie media, 2019<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eIch habe mir kurz gedacht, ob ich manche eurer Fragen k\u00f6rperlich umsetzen, also mit Bewegung beantworten soll.\u201c Ein Satz aus einem gefilmten \u201eIntra-View\u201c, gesprochen von der Performerin Gabri Einsiedl, ver\u00f6ffentlicht im Research Catalogue von Adelheid Mers und Doris Ingrisch. Die Performerin steht vom Gespr\u00e4chstisch auf und begibt sich in eine \u201eMicro Trance\u201c. Der Videoausschnitt bricht ab. So spannend kann k\u00fcnstlerische Forschung sein, so leicht mit der interessierten Community geteilt werden, wenn zum Beispiel der Research Catalogue gen\u00fctzt wird. Das Pilotprojekt <i>Intra-Viewing. Die Kunst, Gespr\u00e4che im Inbetween zu f\u00fchren. Ein Design-Studio<\/i> von Doris Ingrisch, Adelheid Mers und Maria Gst\u00e4ttner nimmt die klassische Interviewmethode unter die Lupe und entwickelt sie weiter zu k\u00fcnstlerischer Forschung, d. h. zu Forschung mit den Mitteln der Kunst und \u00fcber das Kunstschaffen selbst. Die forschungsleitende Frage lautete: How do you work?<\/p>\n<p>Weitere Medien, in denen k\u00fcnstlerische Forschung mitgeteilt und erfahrbar wird, sind der Film und die B\u00fchne. Das schon in der Oktober-Ausgabe des <i>mdw-Magazins<\/i> vorgestellte Pilotprojekt <i>Confronting Realities<\/i>, angesiedelt an der Filmakademie Wien und eingereicht von Barbara Wolfram und Christina Wintersteiger, setzt sich mit dem filmischen Geschichtenerz\u00e4hlen auseinander. Performer_innen wurden zu k\u00fcnstlerisch Forschenden an der eigenen und an fremden Soziobiografien. Im Gegensatz zur Diversit\u00e4t migrantischer Herk\u00fcnfte, die hier zur Sprache und ins Bild gebracht werden, steht das von Sebastian Brauneis durchgef\u00fchrte Pilotprojekt <i>Inside Lieutenant Gustl<\/i> bzw.<i> The Potential of VR in Theatre Acting.<\/i> Virtual Reality Technologie meets Arthur Schnitzler: Bei speziellen \u00f6ffentlichen Events kann mit der VR-Brille die innere Welt des Leutnant Gustl neu erfahren und erkundet werden. In eine andere Kerbe schl\u00e4gt das Projekt von Julia Fent (IKM), welche sich f\u00fcr die <i>Emergence of the Excluded<\/i>, n\u00e4mlich f\u00fcr die \u201epostsouver\u00e4nen Subjekte der Musiktherapie\u201c interessiert. Dabei geht es der Projekttr\u00e4gerin weniger um virtuelle Innenschau als um angewandte Musikimprovisation im therapeutischen Setting, mit dem Ziel, ausgeschlossenen Subjekten Geh\u00f6r zu verschaffen und dadurch ein \u201eQueering\u201c der Musiktherapie herbeizuf\u00fchren. Im Pilotprojekt von Marko K\u00f6lbl (IVE), das gemeinsam mit Irene Egger vom \u00d6sterreichischen Volksliedwerk sowie mit der Performancek\u00fcnstlerin Regina Picker eingereicht wurde, geht es um die Frage, wie Performancek\u00fcnstler_innen traditionelle Ausdrucksformen wie zum Beispiel Jodeln in ihren eigenen St\u00fccken verwenden und verhandeln. Wissensproduktion und Wissenspr\u00e4sentation werden dabei kritisch zueinander in Verh\u00e4ltnis gesetzt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3438\" aria-describedby=\"caption-attachment-3438\" style=\"width: 1168px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3438 size-full\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image2-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1168\" height=\"780\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image2-2.jpg 1168w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image2-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image2-2-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image2-2-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image2-2-850x568.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1168px) 100vw, 1168px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3438\" class=\"wp-caption-text\">Sound synthesis using virtual-acoustic instruments V. l. n. r.: Montserrat P\u00e0mies-Vil\u00e0 (Department of Music Acoustics Wiener Klangstil, IWK), Sebastian Schmutzhard (Acoustics Research Institute, \u00d6AW), Alex Hofmann (IWK), Vasileios Chatziioannou (IWK) \u00a9 Institut 22\/IWK Sound synthesis using virtual-acoustic instruments From left to right: Montserrat P\u00e0mies-Vil\u00e0 (Department of Music Acoustics Wiener Klangstil, IWK)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf andere Verh\u00e4ltnisse fokussierte die Feasability-Studie von Monika Smetana (Institut f\u00fcr Musiktherapie), in der es um eine Versuchsanordnung zur Erforschung der Entstehung von Dialog in der musiktherapeutischen Improvisation am Klavier ging. Ein noch zentralerer Stellenwert kommt dem Musikinstrument im Pilotprojekt <i>Sound Synthesis Using Virtual-Acoustic Instruments<\/i> von Vasilis Chatziioannou (IWK) zu: Gekoppelt mit Computerwissenschaften, Tontechnik und Musikperformance sollen virtuell-akustische Instrumente zum Einsatz in Kompositionen und elektroakustischen Musikauff\u00fchrungen gelangen.<\/p>\n<p>Inter- bzw. transdisziplin\u00e4re Verschr\u00e4nkungen zwischen Musik und Malerei sowie zwischen Musik und Tanz erforschen zwei weitere Pilotprojekte: <i>Bilderzyklus, Autobiografie oder Musiktheater? Charlotte Salomons Singespiel \u201eLeben? Oder Theater?\u201c<\/i>, eingereicht von Melanie Unseld (IMI), befragt Genrezuordnungen innerhalb der K\u00fcnste und will in einer multisensorisch angelegten Ausstellung aufzeigen, wie sich Salomon von solchen Zuschreibungen emanzipierte, indem sie einen Bilderzyklus mit 1325\u00a0Gouachen schuf, der auch als musikalische Partitur gelesen werden kann. Last but not least sei noch das von Johannes Marian in Kollaboration mit der Choreografin Rose Breuss (Anton Bruckner Privatuniversit\u00e4t) eingereichte Projekt <i>Performing Gestures\/Kinaesthetic Backgrounds in Music and Dance<\/i> erw\u00e4hnt. Im April 2019 gelangten drei selten gespielte Ballette im Brucknerhaus Linz zur Auff\u00fchrung, wobei \u201everschriftlichte Bewegungen, fotografierte Bewegungsgesten, gezeichnete r\u00e4umliche Anordnungen und K\u00f6rperbilder von Tanzgruppen\u201c in gemeinsamen Workshops mit T\u00e4nzer_innen und Musiker_innen choreografisch re-konstruiert und in Re-Enactments szenisch umgesetzt wurden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3436\" aria-describedby=\"caption-attachment-3436\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-3436\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image0-3-1024x653.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image0-3-1024x653.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image0-3-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image0-3-768x490.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image0-3-850x542.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3436\" class=\"wp-caption-text\">Performing Gestures \u00a9 Constantin Georgescu<\/figcaption><\/figure>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.mdw.ac.at\/forschungsf\u00f6rderung\/artistic-research\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mdw Forschungsf\u00f6rderung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Am 10.\u20091.\u20092020 findet an der mdw der Workshop <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/forschungsf%c3%b6rderung\/weiterbildungsangebote-und-trainings\/#peek\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Proposal Writing in Artistic Research \u2013 PEEK<\/a> statt.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2018 wurde an der mdw erstmals eine interne F\u00f6rderung f\u00fcr Pilotprojekte im Bereich der k\u00fcnstlerischen Forschung ausgeschrieben. Nun ist es Zeit, ein Zwischenres\u00fcmee zu ziehen.<\/p>\n","protected":false},"author":105,"featured_media":3436,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[888,892,893,33,154,52],"class_list":["post-3434","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-special","tag-2019-4","tag-artistic-research","tag-kuenstlerische-forschung","tag-research","tag-science","tag-wissenschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3434","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/105"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3434"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3434\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4134,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3434\/revisions\/4134"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}