{"id":3397,"date":"2019-11-24T20:29:50","date_gmt":"2019-11-24T19:29:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=3397"},"modified":"2019-11-28T22:35:45","modified_gmt":"2019-11-28T21:35:45","slug":"__trashed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/11\/24\/__trashed\/","title":{"rendered":"Alumni im Fokus: Alessandro Baticci"},"content":{"rendered":"<b>10 Jahre ist es her, dass Alessandro Baticci seine Studien Tonmeister, Fl\u00f6te und Komposition an der mdw begonnen hat. N\u00e4chstes Jahr kehrt er mit einem eigenen Projekt an seine Alma Mater zur\u00fcck: DigitAize \u2013 Digitalisierte Streichinstrumente.<\/b><\/p>\n<figure id=\"attachment_3404\" aria-describedby=\"caption-attachment-3404\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3404\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image5-242x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image5-242x300.jpg 242w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image5-768x952.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image5-826x1024.jpg 826w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image5-850x1054.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/post-1_image5.jpg 923w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3404\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Alessandro Baticci<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eIch war an einem Punkt angelangt, an dem ich mit konventionellen Instrumenten nicht mehr weiterkam\u201c, erkl\u00e4rt Alessandro Baticci. Der freischaffende Fl\u00f6tist, Komponist und Performer lebt und arbeitet in Wien und widmet sich bereits seit l\u00e4ngerer Zeit der Weiterentwicklung von Musikinstrumenten \u2013 f\u00fcr ihn ein notwendiger Schritt, um in der eigenen k\u00fcnstlerischen Arbeit weiterzukommen. Der preisgekr\u00f6nte Komponist versteht seine Werke als eine technologische Herausforderung: die Realisierung einer k\u00fcnstlerischen Vision durch die Entwicklung neuer L\u00f6sungen. \u201eIch habe eine Idee, wie ich etwas in einer Komposition realisieren m\u00f6chte. Daf\u00fcr brauche ich eine bestimmte Infrastruktur, und die schaffe ich mir.\u201c<\/p>\n<p>Als Forschung w\u00fcrde er seine Arbeit nicht beschreiben, obwohl er auch Patente besitzt. Es ist vielmehr eine k\u00fcnstlerische Suche. \u201eAuch Wagner hat neue Instrumente in Auftrag gegeben, um das Klangspektrum des Orchesters zu erweitern. Im Prinzip ist das die gleiche Notwendigkeit.\u201c Alessandro Baticci wusste schon immer, dass er Komponist werden wollte. Um seine klanglichen Vorstellungen realisieren zu k\u00f6nnen, brauchte es einen technologischen Schritt. \u201eIch wollte im Umgang mit elektronischer Musik sowie dem Computer das instrumentale Spielen in den Vordergrund stellen. Da dachte ich mir: Wieso entwickle ich nicht ein digitales Mapping-System f\u00fcr die Fl\u00f6te, um damit direkt digitale Kl\u00e4nge zu steuern? So kann ich, w\u00e4hrend ich spiele, in Echtzeit auch andere Parameter steuern.\u201c Gleichzeitig liegt dem auch ein ideologischer Aspekt zugrunde: es geht um die extensive Integration von akustischen Musikinstrumenten in der digitalisierten Welt. \u201eDie j\u00fcngsten Entwicklungen in diesem Bereich zeigen eindeutig eine Tendenz, sich von den akustischen Instrumenten zu entfernen. Ich will den umgekehrten Weg gehen und akustische Instrumente in den Vordergrund stellen sowie an deren Weiterentwicklung arbeiten. Diesen Instrumenten liegen n\u00e4mlich Qualit\u00e4ten zugrunde, die sonst verloren gehen w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n<p>Sein Talent und Geschick in technischen Belangen sieht er als Erbe seiner Familie. \u201eIch interessiere mich sehr f\u00fcr Technik. W\u00e4hrend der Entwicklung von Woodify konnte ich erste Erfahrungen in der unternehmerischen Arbeit sammeln.\u201c Mit Woodify hat der ambitionierte Erfinder eine innovative, patentierte Klangl\u00f6sung f\u00fcr Fl\u00f6te entwickelt. Ein Holzring, der am Kopfst\u00fcck montiert ist, soll st\u00f6rende Vibrationen reduzieren und den Widerstand erh\u00f6hen. Die Klangeigenschaften des Instruments werden dadurch verbessert und bieten die M\u00f6glichkeit zu mehr Ausdruckskraft. In mittlerweile f\u00fcnfzehn Gesch\u00e4ften sowohl im In- als auch im Ausland werden seine Produkte vertrieben. Die Erfahrungen, die er w\u00e4hrend seiner Arbeit an Woodify gesammelt hat, sind ihm bei seinen Projekten heute sehr n\u00fctzlich. \u201eMein aktuelles Projekt DigitAize \u2013 die Digitalisierung von Musikinstrumenten \u2013 hat eine andere Gr\u00f6\u00dfe und Komplexit\u00e4t erreicht. Meine Erfahrungen helfen mir, bessere Entscheidungen schneller zu treffen. Das sind Sachen, die man nicht einfach so lernen kann, man muss sie einmal gemacht haben.\u201c<\/p>\n<p>Aktuell arbeitet er mit seinem Kollegen und ebenfalls mdw-Alumnus Rafal Zalech an der Entwicklung von neuen, erweiterten Streichinstrumenten sowie an neuen Applikationen f\u00fcr die Musikindustrie. Die beiden Ausnahmek\u00fcnstler arbeiten mit ihrem experimentellen Komponisten-Performer-Duo Nimikry auch kreativ an ihren selbst entworfenen, augmentierten Instrumenten. \u201eNimikrys Arbeit verbindet technologische Innovation und k\u00fcnstlerische Forschung. Unser Ziel ist es, mit diesen Entwicklungen unsere eigene Kunst voranzutreiben. Und es ist immer eine Wechselwirkung: Ich bin mir sicher, dass wir nach Abschluss des Projekts auch k\u00fcnstlerisch auf einem anderen Niveau sein werden.\u201c Von Herbst 2020 bis Juni 2021 kehren die zwei mdw-Alumni mit den Ergebnissen ihrer Forschung an die mdw zur\u00fcck. Im Wintersemester 2020 werden Studierende des Instituts f\u00fcr Komposition, Elektroakustik und Tonmeister_innen-Ausbildung Werke f\u00fcr digitalisiertes Streichquartett schreiben. Rafal Zalech und Alessandro Baticci stellen daf\u00fcr die Instrumente zur Verf\u00fcgung und unterst\u00fctzen die Komponist_innen w\u00e4hrend des Prozesses durch technische Beratung. Ein Streichquartett des Joseph Haydn Instituts f\u00fcr Kammermusik, Alte Musik und Neue Musik wird diese Werke schlie\u00dflich zur Auff\u00fchrung bringen.<\/p>\n<p>Aktuell schreibt Alessandro Baticci an einer Oper im Rahmen eines Stipendiums, das er von der Deutschen Bank Stiftung bekommen hat. Sie wird im Oktober 2020 aufgef\u00fchrt und handelt von sogenannten Roofern, also Menschen, die ohne Sicherung auf hohe Bauwerke oder Geb\u00e4ude klettern, um sich dort zu fotografieren oder zu filmen. \u201eGeht es um den Adrenalinkick oder um viel mehr? Ich will f\u00fcr das Publikum und mich verstehen, was dahintersteckt. Das m\u00f6chte ich gerne thematisieren \u2013 und das Publikum soll das Gef\u00fchl in dem Moment auch erleben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Was ihn antreibt? Neue L\u00f6sungen zu finden und Probleme aus anderen Gesichtspunkten zu betrachten. Und auf das reagieren, was gerade passiert.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10 Jahre ist es her, dass Alessandro Baticci seine Studien Tonmeister, Fl\u00f6te und Komposition an der mdw begonnen hat. 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