{"id":3119,"date":"2019-09-27T13:33:51","date_gmt":"2019-09-27T11:33:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=3119"},"modified":"2019-12-10T10:28:13","modified_gmt":"2019-12-10T09:28:13","slug":"alumni-im-fokus-sarantos-georgios-zervoulakos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/09\/27\/alumni-im-fokus-sarantos-georgios-zervoulakos\/","title":{"rendered":"Alumni im Fokus: Sarantos Georgios Zervoulakos"},"content":{"rendered":"<b>Sich f\u00fcr das Theater zu entscheiden war, ein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr den griechisch-deutschen Theaterregisseur. Sein Motto: Verteidige was du liebst. Heute lebt und arbeitet Sarantos Zervoulakos in Athen und Wien \u2013 zwei Metropolen, die auf den ersten Blick kaum gegens\u00e4tzlicher sein k\u00f6nnten.<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre lang studiert Sarantos Georgios Zervoulakos Medizin und arbeitet nebenbei als Regieassistent, bevor die endg\u00fcltige Entscheidung f\u00fcr das Theater f\u00e4llt. \u201eIch hatte mittlerweile den professionellen Theaterbereich besser kennengelernt und wusste, worauf ich mich einlasse. Heute finde ich, es war der mutigste Schritt, den ich je gewagt habe.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_3121\" aria-describedby=\"caption-attachment-3121\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3121\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/post-1_image0-20-300x220.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/post-1_image0-20-300x220.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/post-1_image0-20-768x563.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/post-1_image0-20-1024x751.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/post-1_image0-20-850x623.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3121\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Thanassis Stahopoulos<\/figcaption><\/figure>\n<p>Entfacht wurde seine Leidenschaft schon in fr\u00fchester Kindheit. Seine deutsche Gro\u00dfmutter, die selbst als Kind Weihnachten nur im Krieg kannte, inszenierte f\u00fcr ihre Enkel Jahr f\u00fcr Jahr ein m\u00e4rchenhaftes Weihnachtfest mit viel Liebe zum Detail. Sarantos war damals das einzige Familienmitglied, das bei den Vorbereitungen \u201ebackstage\u201c dabei sein durfte, und so erlebte er die Freude, etwas vorzubereiten, hautnah. Es war \u201emeine erste Regieassistenz\u201c \u2013 im Alter von f\u00fcnf Jahren.<\/p>\n<p>Geboren 1980 in Thessaloniki, Griechenland, w\u00e4chst er zun\u00e4chst in Deutschland auf. Bereits in der Schule kann er sich auf der B\u00fchne ausprobieren und auch die gemeinsame Arbeit an einer Inszenierung erleben. Eine Erfahrung, die der junge Regisseur als sehr pr\u00e4gend beschreibt.<\/p>\n<p>Als seine Entscheidung f\u00fcr den Theaterberuf steht, f\u00e4llt die Wahl auf das Max Reinhardt Seminar. Aus verschiedenen Quellen hatte er erfahren, dass das Ausbildungsmodell des Instituts eine klare Zusammenarbeit zwischen den Studienrichtungen Schauspiel und Regie vorsieht und es eine besondere M\u00f6glichkeit w\u00e4re, um das Wesen der Schauspieler_innen ganz aus der N\u00e4he kennenzulernen. \u201eDa im Zentrum meines Interesses schon immer die Arbeit mit den Schauspieler_innen stand, war das ein ausschlaggebender Grund, um mich am Seminar zu bewerben.\u201c Eine Woche nach der Aufnahmepr\u00fcfung zieht der angehende Regiestudent nach Wien.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich stellte sich sp\u00e4ter der st\u00e4ndige Austausch mit den Schauspielstudierenden als ein wichtiger Impuls f\u00fcr seine Arbeiten heraus, aus gemeinsam erlebten Momenten entstanden so Ideen f\u00fcr St\u00fccke, Besetzungen und Projekte. Aus seinen Begegnungen setzt er sich ein pers\u00f6nliches Mosaik der Inspiration zusammen. Ihn interessieren die Fehler, die seine Vorbilder machen, besonders dann, wenn sie ein offenes Gespr\u00e4ch dar\u00fcber zulassen, \u201edenn dann kann man wirklich etwas von ihnen lernen\u201c, erkl\u00e4rt er. Die unkritische Anbetung eines Idols interessiert ihn nicht.<\/p>\n<p>Den Einstieg ins Berufsleben beschreibt er als sehr intensiv, mit einigen Herausforderungen und vielem, was es zu lernen gibt. 2011 wird Sarantos Georgios Zervoulakos f\u00fcr seine Inszenierung von <i>Eine Sommernacht<\/i> von David Greig und Gordon McIntyre im Vestib\u00fcl des Burgtheaters f\u00fcr den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie \u201eBester Nachwuchs\u201c nominiert. Im Jahr darauf folgt die Nennung in der Kategorie \u201eBester Nachwuchsk\u00fcnstler\u201c in der Zeitschrift <i>Theater heute<\/i> sowie zahlreiche T\u00e4tigkeiten in renommierten Theaterh\u00e4usern wie dem Residenztheater M\u00fcnchen oder dem Schauspielhaus Graz.<\/p>\n<p>Als besonderen Passus in den letzten zehn Jahren beschreibt der Theaterregisseur den professionellen Schritt vom deutschsprachigen in den griechischen Theaterraum. Dabei erf\u00e4hrt er die \u00dcbersetzung seiner Erfahrungen und der erlernten \u201eTools\u201c in seine zweite Muttersprache als Abenteuer und gro\u00dfe Freude.<\/p>\n<p>Vor etwa sieben Jahren entwickelt er schlie\u00dflich seine erste Idee zu einem Format, das er <i>Eteria Filon<\/i> nennt (aus dem Griechischen \u00fcbersetzt: Gesellschaft der Freunde). Seit 2016 setzt er sich hier f\u00fcr die Realisierung internationaler und interdisziplin\u00e4rer Theaterprojekte ein, mit besonderem Fokus auf die Zusammenf\u00fchrung deutsch- und griechisch-sprachiger K\u00fcnstler_innen und der \u00dcberwindung von sprachlichen H\u00fcrden. \u201eMein grunds\u00e4tzliches Anliegen war und ist dabei, k\u00fcnstlerisch auf die heutige, europ\u00e4ische Lebensrealit\u00e4t zu antworten. Ich bin selbst in einer mehrsprachigen Familiensituation aufgewachsen. Das Zusammenleben von Menschen mit verschiedener Herkunft hat f\u00fcr mich viel mit der Lebensrealit\u00e4t in Europa zu tun und davon m\u00f6chte ich erz\u00e4hlen. Auf den Theaterb\u00fchnen finde ich diese Vielsprachigkeit als Spiegelung einer zeitgen\u00f6ssischen Gesellschaft leider immer noch nicht ausreichend vertreten.\u201c<\/p>\n<p>Diversit\u00e4t hat f\u00fcr den Ausnahmeregisseur einen hohen Stellenwert und beschreibt eine entscheidende Quelle seiner Inspiration. \u201eIn dem Umfeld, das mich in der jeweiligen Produktion umgibt, finde ich einen besonderen, pers\u00f6nlichen Zugang zu meinen Arbeiten. Wenn ich etwas \u00fcber eine internationale, zusammengewachsene, diverse Gesellschaft erz\u00e4hlen m\u00f6chte\u2009\u2013 und das m\u00f6chte ich \u2013 brauche ich dieses Umfeld besonders!\u201c<\/p>\n<p>Mit seinem aktuellen Projekt, die B\u00fchnenversion des \u00f6sterreichischen Kinofilms <i>Die Migrantigen<\/i>, ist Zervoulakos derzeit in den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt zu Gast. Danach geht es wieder f\u00fcr eine Inszenierung nach Athen. \u201eWien ist und bleibt meine k\u00fcnstlerische Heimat. Aber die griechische Heimat nun auch f\u00fcr meine Arbeit auf der B\u00fchne zu entdecken, das beinhaltet einen gro\u00dfen Reiz. Es sind die Kontraste der beiden St\u00e4dte, die mich inspirieren.\u201c Schlussendlich aber ist f\u00fcr den K\u00fcnstler das Theater wie ein eigenes Land, in dem er sich \u00fcberall zu Hause f\u00fchlen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sich f\u00fcr das Theater zu entscheiden war, ein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr den griechisch-deutschen Theaterregisseur.<\/p>\n","protected":false},"author":86,"featured_media":3121,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[808,26,809,810,811,81],"class_list":["post-3119","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-drama","tag-2019-3","tag-alumni","tag-alumniinfokus","tag-maxreinhardtseminar","tag-sarantoszervoulakos","tag-theater"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/86"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3119"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3701,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3119\/revisions\/3701"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}