{"id":3078,"date":"2019-09-27T13:30:52","date_gmt":"2019-09-27T11:30:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=3078"},"modified":"2019-12-10T10:36:25","modified_gmt":"2019-12-10T09:36:25","slug":"ohne-korrepetition-gehts-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/09\/27\/ohne-korrepetition-gehts-nicht\/","title":{"rendered":"Ohne Korrepetition geht\u2019s nicht"},"content":{"rendered":"<b> Ein kleiner Einblick in ein allgegenw\u00e4rtiges Fach<\/b><\/p>\n<p>Keine Trompeterin, kein S\u00e4nger kommt ohne sie aus, kein Konzertchor kann auf sie verzichten: Korrepetitor_innen begleiten ihre Musikerkolleg_innen im umfassendsten Wortsinn. An der mdw sind sie gleichsam omnipr\u00e4sent, denn in allen zentralen k\u00fcnstlerischen F\u00e4chern findet sich die Lehrveranstaltung <i>Literaturstudium mit Solokorrepetition<\/i>.<\/p>\n<p>Die Klassenkorrepetition bildet in Erg\u00e4nzung dazu \u201eeinen integralen Bestandteil des Unterrichts\u201c, so steht es im Studienplan f\u00fcr die Instrumentalstudien an der mdw. Es finden gemeinsame Studienkonzerte f\u00fcr Korrepetition der Konzertfach-Institute f\u00fcr Streich- und Zupfinstrumente und Blas- und Schlaginstrumente sowie eigene Studienkonzerte f\u00fcr Liedbegleitung des Instituts f\u00fcr Konzertfach Klavier mit Studierenden von Markus Hadulla statt. Erstere haben ihren Ursprung in einer Initiative der mdw-Lehrenden Herbert R\u00fcdisser und Meinhard Prinz, die vor 15 Jahren den Schwerpunkt <i>Korrepetition in Instrumentalf\u00e4chern<\/i> ins Leben riefen. \u201eUnser Ziel war es, diesen Schwerpunkt im Studienplan Klavier einzubetten und damit ausgebildete Pianist_innen f\u00fcr die Begleitung von Instrumentalsolist_innen zu qualifizieren, um Korrepetition auf h\u00f6chstem Niveau sicherzustellen und die Berufsaussichten deutlich zu verbessern\u201c, erl\u00e4utert R\u00fcdisser.<\/p>\n<p>Korrepetitor_innen begleiten also die Studierenden, dar\u00fcber hinaus aber nat\u00fcrlich viele solistisch t\u00e4tige Musiker_innen beim Erlernen neuer Literatur, bei der Vorbereitung auf Studienkonzerte, bei Probespielen und Wettbewerben sowie bei den gro\u00dfen Auftritten in den Konzerts\u00e4len dieser Welt.<\/p>\n<p>Auch die bekannte Fl\u00f6tistin, Cembalistin, Pianistin und Komponistin Astrid Spitznagel, der die mdw im Mai 2019 ein Portr\u00e4tkonzert widmete, ist am Haus als Korrepetitorin t\u00e4tig. Ihr Selbstverst\u00e4ndnis und die Kernkompetenzen f\u00fcr diesen Beruf formuliert sie so: \u201eDie Voraussetzungen f\u00fcr die Korrepetition sind vielf\u00e4ltig, die Anforderungen hoch und sehr spezifisch. Man muss sehr gut prima vista, also vom Blatt, spielen k\u00f6nnen und eine schnelle Auffassungsgabe haben. Wenn man zum Beispiel in der Situation einer Zulassungspr\u00fcfung den Notentext zum ersten Mal sieht, gilt es, diesen korrekt zu spielen und dar\u00fcber hinaus die Studienbewerber_innen in ihrer Interpretation oder bei Unsicherheiten zu unterst\u00fctzen. Man braucht auch eine gro\u00dfe Flexibilit\u00e4t, muss gut zuh\u00f6ren k\u00f6nnen, mit der oder dem anderen atmen, auf sie oder ihn eingehen k\u00f6nnen. Flexibilit\u00e4t ben\u00f6tigt man auch bei der Termingestaltung. Und zum Dritten muss man auch fehlerfrei transponieren, also den Notentext in einer anderen Tonart spielen k\u00f6nnen, wie es bei der Begleitung von S\u00e4nger_innen manchmal vorkommt. Die F\u00e4higkeit, Generalbass zu spielen, ist f\u00fcr diesen Beruf ebenfalls \u00e4u\u00dferst wertvoll.\u201c<\/p>\n<p>Apropos Flexibilit\u00e4t in der zeitlichen Organisation: \u201eIch bekomme die Termine der Studienkonzerte, bei denen ich korrepetiere, genannt, und richte mich auch nach den Studienpl\u00e4nen der Studierenden der Harfen- und Kontrabassklassen, in denen ich t\u00e4tig bin. Dann begebe ich mich auf die Suche nach einem freien Zimmer\u201c, erkl\u00e4rt Spitznagel. \u201eAn den eingeteilten Terminen muss ich Zeit haben, das sind Fixtermine. Wir haben gl\u00fccklicherweise eine gro\u00dfartige Atmosph\u00e4re und eine wunderbare Kollegialit\u00e4t und helfen einander aus, wenn jemand kurzfristig ausf\u00e4llt, das ist sehr sch\u00f6n.\u201c<\/p>\n<p>In der Solokorrepetition k\u00f6nnen unterschiedliche Versionen und Deutungen ausprobiert sowie eine Interpretation und die dementsprechende technische Umsetzung entwickelt werden. Die Solist_innen werden mit den Orchesterstimmen konfrontiert und vertraut. Astrid Spitznagel meint: \u201eF\u00fcr mich ist das auch die M\u00f6glichkeit, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Technische Voraussetzungen wie Atemtechnik, Bogenstrich, Ansatz, Fingers\u00e4tze einerseits und musiktheoretische Grundlagen wie Harmonielehre und Formenlehre andererseits k\u00f6nnen am konkreten Werk in eine Interpretation zusammengef\u00fchrt werden.\u201c Eine grundlegende Analyse des St\u00fccks ist ihr wichtig, damit die Studierenden die Struktur, Harmonieverl\u00e4ufe, Form und Geschichte des Werkes erfassen, um das dann technisch umsetzen zu k\u00f6nnen. Damit will sie die Individualit\u00e4t, Reflexionsf\u00e4higkeit und Pers\u00f6nlichkeit der Studierenden f\u00f6rdern und sie mit ihren Fragen zur Selbstst\u00e4ndigkeit im musikalischen Denken und Handeln motivieren.<\/p>\n<p>\u201eWir haben einen sehr erf\u00fcllenden Beruf, begleiten die Musiker_innen oft weit \u00fcber das Studium hinaus, man kennt einander musikalisch und pers\u00f6nlich, kennt die Eigenheiten, und dabei entstehen auch viele Freundschaften. Die Freude, ein oft gespieltes St\u00fcck immer wieder neu zu entdecken, und die Begeisterung am gemeinsamen Musizieren sind immer dabei\u201c, erkl\u00e4rt Astrid Spitznagel abschlie\u00dfend. Gegenseitige Achtung und Wertsch\u00e4tzung sowie ein w\u00fcrdevoller Umgangston sind f\u00fcr die vielseitige Musikerin dabei Grundvoraussetzungen, die nicht hoch genug eingesch\u00e4tzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Korrepetition kann man auch studieren. An der mdw gibt es im Rahmen des Diplomstudiums Dirigieren den Studienzweig Opernkorrepetition. Die Klavier-Vokalbegleitung bildet ein eigenes Bachelor- und Masterstudium im Rahmen der Tasteninstrumente, und der<i> Schwerpunkt Korrepetition f\u00fcr Pianist_innen<\/i> ist im Masterstudium Klavier Konzertfach verankert.<\/p>\n<p>&nbsp;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Trompeterin, kein S\u00e4nger kommt ohne sie aus, kein Konzertchor kann auf sie verzichten: Korrepetitor_innen begleiten ihre Musikerkolleg_innen im umfassendsten Wortsinn.<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[808,835,836,66,837],"class_list":["post-3078","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-music","tag-2019-3","tag-clemens-aigner","tag-korrepetition","tag-mdw","tag-music"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3078","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3078"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3078\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3710,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3078\/revisions\/3710"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3078"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3078"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3078"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}