{"id":295,"date":"2016-09-28T12:30:04","date_gmt":"2016-09-28T10:30:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=295"},"modified":"2017-12-11T14:30:57","modified_gmt":"2017-12-11T13:30:57","slug":"einfach-kurz-ein-anderes-leben-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2016\/09\/28\/einfach-kurz-ein-anderes-leben-leben\/","title":{"rendered":"Einfach kurz ein anderes Leben leben"},"content":{"rendered":"<strong>Josephine Blo\u00e9b und Meo Wulf haben vor kurzem ihr Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar abgeschlossen und streben mit Energie und Selbstbewusstsein auf die B\u00fchne. Beide haben ein Fixengagement am Theater in der Josefstadt und sind in der aktuellen Spielzeit in jeweils zwei Rollen zu sehen. Sie sind damit Teil eines sehr erfolgreichen Jahrgangs.<\/strong><\/p>\n<p>Es blieb kaum Zeit, um das Ende des Studiums zu realisieren: Kaum hatten Josephine Blo\u00e9b und Meo Wulf im Sommer ihre Ausbildung am Max Reinhardt Seminar abgeschlossen, begannen schon die Vorbereitungen f\u00fcr ihre Rollen in der neuen Saison. Beide sind seit dem Herbst fix am Theater in der Josefstadt engagiert.<\/p>\n<p>Mittlerweile wurde <em>Niemand<\/em>, ein erst Mitte der 1990er-Jahre aufgetauchtes St\u00fcck \u00d6d\u00f6n von Horv\u00e1ths, bereits in der Regie von Herbert F\u00f6ttinger in der Josefstadt uraufgef\u00fchrt. Die 1992 in Innsbruck geborene Blo\u00e9b verk\u00f6rpert in der Geschichte um eine Gruppe \u201ekleiner Leute\u201c, die von der Wirtschaftskrise an den Rand ihrer Existenz gedr\u00e4ngt werden, eine Kellnerin, die nur \u201eDie Nachfolgerin\u201c hei\u00dft. Beim Interview im Juli, mitten in der Probenarbeit,\u00a0konnte sie noch nicht viel \u00fcber ihre Rolle verraten. \u201eEs ist Neuland, weil keine vor mir diese Figur gespielt hat. Das macht es auch schwierig, weil ich mir von niemandem etwas abgucken kann. Aber es ist wahnsinnig spannend, weil die Rolle jetzt nur mir geh\u00f6rt.\u201c Blo\u00e9bs zweite Figur ist die einer N\u00e4herin in Nestroys Posse <em>Das M\u00e4dl aus der Vorstadt<\/em>, die am 1. Dezember in der Regie von Michael Schottenberg Premiere haben wird. \u201eEs wird bunt, witzig und satirisch. Die N\u00e4herinnen sind lustige M\u00e4dels, Austrickserinnen.\u201c Die Schauspielerin freut sich auch auf ihre Gesangseinlagen, w\u00e4re doch ein Abstecher ins Musicalfach \u2013 am liebsten als Mrs. Lovett in <em>Sweeney Todd<\/em> \u2013 ein Traum von ihr.<\/p>\n<p>Eine seiner Traumrollen kann Meo Wulf 2017 spielen \u2013 ab 26. J\u00e4nner ist er als Harold in Colin Higgins\u00b4 Klassiker <em>Harold und Maude<\/em> zu sehen. In der Regie von Michael\u00a0Schottenberg agiert der 1992 geborene Hamburger, der schon mit zw\u00f6lf Jahren im Deutschen Schauspielhaus auf der B\u00fchne stand und seit 2013 auch in der TV-Serie <em>Familie Dr. Kleist<\/em> mitspielt, neben Erni Mangold als Maude. Wulf sieht der Premiere mit Freude und Aufregung entgegen: \u201eDieses unglaubliche St\u00fcck und die unglaubliche Erni Mangold als meine Partnerin, da frage ich mich schon: Oh mein Gott, was kommt da?\u201c Im Juli feilte Wulf bereits an der Figur des todess\u00fcchtigen jungen Mannes, der sich in eine unkonventionelle alte Dame verliebt. \u201eIch habe gro\u00dfe Lust darauf, diesen schr\u00e4gen Jungen zu verk\u00f6rpern. Ich beobachte gerade, welche Ticks die Leute so haben, um sie mir f\u00fcr Harold anzueignen.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_297\" aria-describedby=\"caption-attachment-297\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-297\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/meo_wulf_josephine_bloeb2.jpg\" alt=\"Meo Wulf und Josephine Blo\u00e9b\" width=\"400\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/meo_wulf_josephine_bloeb2.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/meo_wulf_josephine_bloeb2-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-297\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Petra Gruber<\/figcaption><\/figure>\n<p>Noch vor seiner Hauptrolle spielt Wulf in <em>Die Verdammten<\/em>, das in der Regie von Elmar Goerden am 10. November Premiere hat. Er spielt G\u00fcnther von Essenbeck, Mitglied einer einflussreichen Industriellenfamilie, die vor dem\u00a0Hintergrund der Machtergreifung Hitlers in Deutschland ihren tragischen Niedergang erlebt.<\/p>\n<p>Ihre Entscheidung, am Max Reinhardt Seminar zu studieren, haben der\/die JungschauspielerIn nie bereut \u2013 nur mit Improvisation und Performance h\u00e4tten sie sich gerne mehr auseinander gesetzt. \u201eIch f\u00fchle mich wirklich gut ausgebildet\u201c, sagt Wulf. Blo\u00e9b pflichtet ihm bei. Sie m\u00fcsse nun erst einmal ihre innere Festplatte ordnen, die mit Informationen vollgef\u00fcllt sei. Nach dem Studium gehe es auch darum, loszulassen, meint Wulf: \u201eWir m\u00fcssen jetzt schauen, was wollen wir eigentlich auf der B\u00fchne? \u201c<\/p>\n<p>An ihrem Beruf fasziniere sie das Geschichtenerz\u00e4hlen, sind sich die beiden einig. \u201eMich f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit mit einem bestimmten Thema auseinanderzusetzen, neue\u00a0Figuren und damit auch immer etwas Neues an mir selbst kennenzulernen\u201c, fasst Blo\u00e9b zusammen. \u201eDu hast andere Klamotten an, du siehst anders aus. Einfach kurz ein anderes Leben leben\u201c, erg\u00e4nzt Wulf. \u201eDas hat man nirgendwo, das darf man auch nicht. Sonst ist man ja sofort ein L\u00fcgner.\u201c<\/p>\n<p>Bei aller Lust und allem Spa\u00df, die den beiden so wichtig sind, sehen sie das Theater jedoch nicht als reine Unterhaltung. Blo\u00e9b ist es ein gro\u00dfes Anliegen, der Gesellschaft mit ihrer Arbeit einen Spiegel vorzuhalten und dem Publikum Anst\u00f6\u00dfe zur Selbstreflexion zu geben. \u201eSchauspielen bedeutet f\u00fcr mich, eine Art Gespr\u00e4ch zu suchen, aber ohne jemanden zu verurteilen. Es bleibt den ZuschauerInnen \u00fcberlassen, sich eine Meinung zu bilden.\u201c Das Theater k\u00f6nne dem Publikum neue Gedanken in den Kopf setzen, ihm die Welt zeigen, so Wulf: \u201eJeder lebt in seinem Kosmos, der sich im Laufe der Zeit immer mehr festsetzt. Da ist das Theater ein ganz wichtiger Ort, wo man andere Orte zeigt, andere Menschen, andere Leben, andere Verhaltensmuster.\u201c<\/p>\n<p>Mit ihrem erfolgreichen Start ins Berufsleben sind Josephine Blo\u00e9b und Meo Wulf \u00fcbrigens nicht allein. Auch viele andere der diesj\u00e4hrigen AbsolventInnen des Max Reinhardt\u00a0Seminars d\u00fcrfen sich \u00fcber Fixengagements und St\u00fcckvertr\u00e4ge freuen. Luka Vlatkovic, der heuer bereits in <em>Iwanow<\/em> am Volkstheater Wien zu sehen war, hat dort nun einen Ensemblevertrag. Ab 16. Oktober spielt er in <em>Alles Walzer, alles brennt<\/em>. Ebenfalls in <em>Iwanow<\/em>, allerdings am M\u00fcnchner Residenztheater, spielt Pauline Fusban. Intendant Martin Ku\u0161ej, der am Max Reinhardt Seminar Regie unterrichtet, holte sie fix ins Ensemble. Stefan Gorski und Andrei Tacu sind fix ans D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus engagiert und setzen auf der B\u00fchne ihre w\u00e4hrend des Studiums entstandene Freundschaft fort: In <em>Romeo und Julia<\/em> spielt Gorski den Romeo, Tacu den Mercutio.<\/p>\n<p>Michaela Saba ist ab November in <em>Ge\u00e4chtet<\/em> von Ayad Akhtar an der Seite von Nicholas Ofczarek im Burgtheater zu sehen. Lukas Watzl geht f\u00fcr zwei Produktionen ans Volkstheater Wien, seit 30. September spielt er dort in David Lindsay-Abaires <em>Mittelschichtblues<\/em>. Ebenfalls am Volkstheater arbeitet Michael K\u00f6hler: Ab 20. November wird er in Franz Grillparzers <em>Medea<\/em> auf der B\u00fchne stehen. Und auch die Regieabsolventen sind gefragt: Evgeny Titov inszeniert seit Mitte September <em>Mein Herz ist rein<\/em> am Staatsschauspiel Dresden, im M\u00e4rz 2017 folgt <em>Hexenjagd<\/em> am D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus. Felix Hafner f\u00fchrt am Volkstheater Wien in Moli\u00e8res <em>Der Menschenfeind<\/em> Regie (Premiere: 1. Oktober). David St\u00f6hr geht an die Schaub\u00fchne nach Berlin: Als Assistent des Regisseurs und K\u00fcnstlerischen Leiters, Thomas Ostermeier, wird er auch selbst inszenieren.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Josephine Blo\u00e9b und Meo Wulf haben vor kurzem ihr Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar abgeschlossen und streben mit Energie und Selbstbewusstsein auf die B\u00fchne. 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