{"id":2822,"date":"2019-04-30T08:18:06","date_gmt":"2019-04-30T06:18:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2822"},"modified":"2019-04-30T08:39:01","modified_gmt":"2019-04-30T06:39:01","slug":"teamplayer-sind-gefragt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/04\/30\/teamplayer-sind-gefragt\/","title":{"rendered":"Teamplayer sind gefragt"},"content":{"rendered":"<strong>Der harte Weg an die Orchesterpulte<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Stelle der zweiten Posaune bei den Wiener Symphonikern hatten sich 101, f\u00fcr das Pult der Solo-Fl\u00f6te 239 Musiker_innen beworben. Zahlen wie diese zeigen einmal mehr: Die Konkurrenz ist enorm, der Druck ist hoch und die Jungen werden immer besser. Die eine oder andere Aufnahmemodalit\u00e4t mag sich zwar von Orchester zu Orchester unterscheiden, die Grundvoraussetzungen, Teil eines Klangk\u00f6rpers zu werden, sind f\u00fcr alle gleich. Die wichtigste davon ist \u2013 auch wenn es wie eine Binsenweisheit anmutet \u2013 die bestm\u00f6gliche Vorbereitung. Dar\u00fcber sind sich Lehrende aus allen Instrumentengruppen einig. Lieke te Winkel, Konzertmeisterin des Tonk\u00fcnstler-Orchesters Nieder\u00f6sterreich und seit 2011 Professorin an der mdw, bringt es auf den Punkt: Man m\u00fcsse auf das Probespiel so gut vorbereitet sein, dass man sich selbst nichts vorzuwerfen habe. Freie Stellen werden in Orchestern nicht regelm\u00e4\u00dfig ausgeschrieben. Aber wenn dieser Tag X zur Realit\u00e4t wird, gilt es, bereit zu sein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2826\" aria-describedby=\"caption-attachment-2826\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2826\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Otmar_Gaiswinkler.jpg\" alt=\"Otmar Gaiswinkler\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Otmar_Gaiswinkler.jpg 400w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Otmar_Gaiswinkler-247x300.jpg 247w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2826\" class=\"wp-caption-text\">Otmar Gaiswinkler \u00a9Oliver Kendl<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die richtige Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Egal ob Streicher, Bl\u00e4ser oder Schlagwerker, die Bedingungen sind f\u00fcr (fast) alle gleich. F\u00fcr jedes Instrument gibt es St\u00fccke, die f\u00fcr ein Probespiel einzustudieren sind. Das Vorspiel verl\u00e4uft bei allen Orchestern und in allen Instrumentengruppen nach einem \u00e4hnlichen Procedere. In einem Knock-out-Verfahren werden die Besten aus den Vorspielrunden von einer Jury, meistens bestehend aus Orchestermusiker_innen, ermittelt. Die ersten beiden Runden finden hinter einem Vorhang statt. Und hinter dem sind alle \u2013 Musikerinnen und Musiker \u2013 gleich. Wer die meisten Punkte in einer Runde bekommt, r\u00fcckt in die n\u00e4chste auf. Dass es noch immer weniger Frauen als M\u00e4nner an die Pulte der gro\u00dfen \u00f6sterreichischen Orchester geschafft haben, liegt daran, dass diese erst seit 1986 bei\u00a0den Wiener Symphonikern und seit 1997 bei den Wiener Philharmonikern auch Musikerinnen offenstehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle aber ist dieses Vorspiel eine fordernde Nervenprobe. Oliver Madas, Schlagzeuger der Wiener Philharmoniker, wurde 2008 als Professor an die mdw berufen. Sein Vorspiel bei den \u201eWienern\u201c liegt mehr als zehn Jahre zur\u00fcck. Damals hat er mit autogenem Training auf den Tag X hingearbeitet. Heute werde das mentale Training junger Musiker_innen von Spezialist_innen \u00fcbernommen. Die Anforderungen an Schlagwerker_innen sind besonders hoch, erkl\u00e4rt er. Anders als ihre Kolleg_innen m\u00fcssen Musiker_innen an den Schlagwerken mehrere Instrumente beherrschen: neben den Kerninstrumenten, wie kleine Trommel und Pauke, auch Melodieinstrumente wie Vibraphon oder Marimbaphon. Dazu kommen noch Handinstrumente, wie etwa Becken, Tamburin, Triangel und lateinamerikanische Instrumente.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2824\" aria-describedby=\"caption-attachment-2824\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2824\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Lieke_te_Winkel.jpg\" alt=\"Lieke te Winkel\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Lieke_te_Winkel.jpg 400w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Lieke_te_Winkel-235x300.jpg 235w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2824\" class=\"wp-caption-text\">Lieke te Winkel \u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eines aber gilt f\u00fcr alle, man muss wissen, was in einem Orchester und auch auf einer Musiktheaterb\u00fchne w\u00e4hrend der Auff\u00fchrungen passiert. Das erreicht man am besten, indem man sich immer wieder Aufnahmen anh\u00f6rt \u2013 egal ob von symphonischen Werken oder Opern. \u201eDas hilft, ein Gef\u00fchl f\u00fcr Klang, Tempo und Phrasierungen zu entwickeln\u201c, erkl\u00e4rt Te Winkel. \u201eAm besten mit der Partitur\u201c, erg\u00e4nzt Madas. Unabdingbar ist es, so fr\u00fch wie m\u00f6glich Erfahrungen in verschiedenen Orchestern zu sammeln. Denn nur dort lernt man nach dem Prinzip \u201elearning by doing\u201c das Grunds\u00e4tzliche, n\u00e4mlich Dirigent_innen zu folgen. \u201eDas kann man nur in der Praxis \u00fcben\u201c, sagt Otmar Gaiswinkler, 1. Posaune bei den Wiener Symphonikern und ebenfalls Lehrender an der mdw, \u201eegal ob in Hochschul- oder im Idealfall in Jugendorchestern wie dem renommierten Gustav-Mahler-Jugendorchester und dem European Union Youth Orchester, um nur einige zu nennen.\u201c Empfehlenswert sei es auch, als Substitut_in oder Praktikant_in bei Profi-Orchestern unterzukommen, meint Te Winkel.<\/p>\n<p><strong>Teamplayer<\/strong><\/p>\n<p>Keineswegs zu untersch\u00e4tzen ist die Probezeit. Das sind die wirklich alles entscheidenden ein bis zwei Jahre. Man muss in dieser Zeit st\u00e4ndig an sich selbst arbeiten, um sich\u00a0klanglich und im sozialen Gef\u00fcge des Orchesters zu integrieren. Man muss bedenken, dass man permanent mit 80 bis 90 Personen gleichzeitig am Podium sitzt. Mit den Kolleg_innen in n\u00e4chster N\u00e4he muss man beim Musizieren genauso gut zusammenfinden, wie mit Kolleg_innen, die 20 bis 30 Meter entfernt sitzen. \u201eDas ist eine Herausforderung\u201c, sagt Madas. \u201eJede Probe sollte man stets gut vorbereiten\u201c, erg\u00e4nzt Te Winkel.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2825\" aria-describedby=\"caption-attachment-2825\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2825\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Oliver_Madas.jpg\" alt=\"Oliver Madas\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Oliver_Madas.jpg 400w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Oliver_Madas-252x300.jpg 252w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2825\" class=\"wp-caption-text\">Oliver Madas \u00a9Lukas Beck<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr den Verbleib im Orchester ist aber keineswegs nur Qualit\u00e4t entscheidend. \u201eGute Instrumentalist_innen m\u00fcssen sich auch in ein Kollektiv einf\u00fcgen k\u00f6nnen\u201c, sagt Gaiswinkler. Ob das funktioniert, sehe man meistens erst in der Praxis. In manchen Gruppen, wie bei den Streichern, sind Teamplayer mehr gefragt als etwa bei den Solo-Fl\u00f6ten, f\u00fchrt Gaiswinkler als Beispiel an und f\u00fcgt hinzu: \u201eDoch auch an dieser Position muss man teamf\u00e4hig sein.\u201c Die beste Technik und die optimale klangliche Integration helfen letztlich nichts, wenn die zwischenmenschliche Chemie nicht stimmt. Denn Uneinigkeiten und Streitereien kosten nur unn\u00f6tige Energie. \u201eMan muss mit Kolleg_innen so zusammenarbeiten, dass jede_r ideal spielen kann\u201c, bringt es Gaiswinkler auf den Punkt.<\/p>\n<p>Denn nur dann k\u00f6nne das entstehen, was Lieke te Winkel f\u00fcr das Sch\u00f6nste beim gemeinsamen Musizieren h\u00e4lt: \u201eDas sind die Momente, wo Klang, Musik, Orchester und Publikum zu einer Art Einheit werden. Jeder Klang f\u00fchlt sich richtig an und keine_r wei\u00df, warum.\u201c Und das lohnt jede M\u00fche.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der harte Weg an die Orchesterpulte F\u00fcr die Stelle der zweiten Posaune bei den Wiener Symphonikern hatten sich 101, f\u00fcr das Pult der Solo-Fl\u00f6te 239 Musiker_innen beworben. Zahlen wie diese zeigen einmal mehr: Die Konkurrenz ist enorm, der Druck ist hoch und die Jungen werden immer besser. 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