{"id":279,"date":"2016-09-28T11:35:27","date_gmt":"2016-09-28T09:35:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=279"},"modified":"2017-12-11T14:29:37","modified_gmt":"2017-12-11T13:29:37","slug":"es-geht-nie-nur-um-das-monster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2016\/09\/28\/es-geht-nie-nur-um-das-monster\/","title":{"rendered":"Es geht nie nur um das Monster"},"content":{"rendered":"<strong>Mit der Horrorkom\u00f6die <em>Attack of the Lederhosenzombies<\/em> und dem Psychothriller <em>Mein Fleisch und Blut<\/em> dringen Dominik Hartl und Michael Ramsauer in Filmisches Genre-Neuland in \u00d6sterreich vor. \u00dcber die Gesellschaftskritik von Zombie-Filmen, die herausfordernde Arbeit an einem Thriller-Drehbuch und vieles mehr erz\u00e4hlen die beiden Autorenfilmer der Filmakademie Wien im Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_280\" aria-describedby=\"caption-attachment-280\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-280\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut.jpg\" alt=\"Mein Fleisch und Blut\" width=\"800\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut-300x173.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut-768x444.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-280\" class=\"wp-caption-text\">Ursula Strauss und Andreas Kiendl als Ehepaar in Michael Ramsauers &#8222;Mein Fleisch und Blut&#8220; \u00a9Allegro Film\/Petro Domenigg<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Genre Psychothriller (Mein Fleisch und Blut), Genre Horrorkom\u00f6die (Attack of the Lederhosenzombies) \u2212 was ist das Faszinierende, was ist das Herausfordernde?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Michael Ramsauer (MR):<\/strong> Das Faszinierende am Psychothriller ist, die Mechanismen herauszufinden, wie man eine Geschichte so erz\u00e4hlt, dass sie spannend ist. Es ist auch das Herausfordernde daran, Informationen zu verteilen, die neu sind, aber nicht so viel zu erz\u00e4hlen, dass das Publikum schon zu viel wei\u00df. Faszinierend und schwierig zugleich ist es auch, dass es schon viele Filme im Thrillergenre und im Bereich der Genrefilme generell gibt. Man hat immer das Gef\u00fchl, als sei alles schon einmal da gewesen, aber es ist sehr reizvoll, etwas Neues zu addieren.<\/p>\n<p><strong>Dominik Hartl (DH):<\/strong> Das Drehen von Horrorfilmen und Kom\u00f6dien macht einfach Spa\u00df. Herausfordernder war sicher die Kom\u00f6die, die generell sehr schwierig zu schreiben und auch zu schneiden ist. Was mich am Genre noch fasziniert \u2212 es gibt keine Ausrede. Du machst den Film, eine Kom\u00f6die, einen Horrorfilm, einen Psychothriller und das Publikum lacht oder f\u00fcrchtet sich \u2212 es gibt keine Ausrede. Die Reaktion der Menschen erfolgt unmittelbar, das ist sehr sch\u00f6n und der ganze Diskurs dar\u00fcber ist dann meiner Meinung nach auch weniger verlogen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_281\" aria-describedby=\"caption-attachment-281\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-281\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/attack_of_the_lederhosenzombies.jpg\" alt=\"Attack of the Lederhosenzombies\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/attack_of_the_lederhosenzombies.jpg 800w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/attack_of_the_lederhosenzombies-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/attack_of_the_lederhosenzombies-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-281\" class=\"wp-caption-text\">Attack of the Lederhosenzombies \u00a9Fischer Film<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>MR:<\/strong> Das birgt auch ein gr\u00f6\u00dferes Risiko, denn im Genre musst du einfach bestehen. Bei einem Arthouse-Film kann man danach eventuell sagen: \u201eDas war halt so gedacht.\u201c Aber beim Genre gibt es das nicht. Es war gedacht, dass das spannend ist und wenn es nicht spannend ist, dann hast du verloren.<\/p>\n<p><strong>DH:<\/strong> Ich finde es auch sehr interessant, dass wir in \u00d6sterreich eigentlich etwas Neues tun. Es gibt hier zum Beispiel erst seit Kurzem ein Genrefilm-Festival und bei der Verwertung von <em>Attack of the Lederhosenzombies<\/em> ist mir aufgefallen, dass die Verwertungsstrukturen in diesem Bereich noch nicht da sind. Aber ich habe bei Festivals im Ausland gemerkt, dass ein Fokus auf \u00d6sterreich im Kommen ist \u2013 man sp\u00fcrt international, dass hier in dieser Richtung gerade viel passiert.<\/p>\n<figure id=\"attachment_286\" aria-describedby=\"caption-attachment-286\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-286\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/attack_of_the_lederhosenzombies4.jpg\" alt=\"Attack of the Lederhosenzombies\" width=\"800\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/attack_of_the_lederhosenzombies4.jpg 800w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/attack_of_the_lederhosenzombies4-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/attack_of_the_lederhosenzombies4-768x500.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-286\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Attack of the Lederhosenzombies&#8220;: Nichts f\u00fcr schwache Nerven \u00a9Fischer Film<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ihr habt beide das Drehbuch selbst geschrieben. Denkt man in solchen Genres an die eigenen \u00c4ngste oder fragt man sich, was f\u00fcr das Publikum spannend ist?<\/strong><\/p>\n<p><strong>MR:<\/strong> Das ist eine Kombination von eigenen Angstvorstellungen und dem, was man glaubt, was die ZuschauerInnen \u00e4ngstigt. Ich schaffe ein Setting, \u00fcberlege mir Figuren und versuche dann das Maximum an Thrill herauszuholen. Manchmal mache ich es auch noch ein wenig drastischer, solange die Geschichte noch funktioniert \u2013 bei <em>Mein Fleisch und Blut<\/em> war es au\u00dferdem immer wichtig, dass die Geschichte speziell f\u00fcr das \u00f6sterreichische Publikum nachvollziehbar ist. Denn es ist ein \u00f6sterreichischer Film, der seine Herkunft auch nicht verhehlen will. Es ist eine Geschichte, die sehr allt\u00e4glich beginnt, in einer Umgebung, die jeder kennt und die dann sukzessive immer heftiger wird. Die Frage ist dann, gehen die ZuschauerInnen mit? Ist ein Sprung dabei in der Story, der dann einfach zu weit geht? Letztendlich wollen die ZuschauerInnen ja maximale Spannung erleben, deswegen gehen sie in einen Thriller und daher ist da die Bereitschaft relativ hoch.<\/p>\n<p><strong>DH:<\/strong> <em>Attack of the Lederhosenzombies<\/em> ist in Bezug auf die Geschichte ein wenig ein Sonderfall, denn wir mussten uns sehr nach den technischen M\u00f6glichkeiten richten. Wir hatten viele Ideen zu noch ausgefeilteren Actionszenen, die jedoch finanziell nicht machbar oder technisch zu aufwendig waren. Der Fokus liegt au\u00dferdem auf dem Exploitation-Element und nicht auf der Zeichnung der Figuren. Auf einschl\u00e4gigen Festivals haben wir zum Beispiel viel Anerkennung f\u00fcr die variantenreichen Todesarten bekommen. F\u00fcr mich ist es generell sehr wichtig, Filme zu machen, die ich selbst gerne sehen w\u00fcrde und die mir Freude bereiten. Wenn ich das Drehbuch im Nachhinein analysiere, dann merke ich, wo ich am meisten Spa\u00df beim Schreiben hatte. Das waren die &#8222;schrillen&#8220; Momente im Film.<\/p>\n<figure id=\"attachment_282\" aria-describedby=\"caption-attachment-282\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-282\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/attack_of_the_lederhosenzombies2.jpg\" alt=\"Attack of the Lederhosenzombies\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/attack_of_the_lederhosenzombies2.jpg 800w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/attack_of_the_lederhosenzombies2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/attack_of_the_lederhosenzombies2-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-282\" class=\"wp-caption-text\">Margarethe Thiesel in &#8222;Attack of the Lederhosenzombies&#8220; \u00a9Fischer Film<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wie wichtig ist es euch, Botschaften in eure Filme zu packen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>DH:<\/strong>\u00a0Ich finde, das ist ein sehr wichtiger Bestandteil \u2212 gerade bei Genrefilmen. Egal, ob dies nun auf einem sehr hohen Niveau passiert oder nicht. Aber es gibt kaum einen guten Genrefilm, der nicht etwas Relevantes verhandelt. Das Interessante an Genrefilmen oder High Concept-Filmen generell ist ja, dass Botschaften\u00a0sehr direkt \u00fcbermittelt werden. Ein konkretes Beispiel ist etwa <em>Jurassic Park<\/em> (USA 1993, R: Steven Spielberg, Anm. d. Red), der aus meiner Sicht kein Film \u00fcber Saurier ist, sondern ein Film \u00fcber zwei Menschen, von denen die Frau eine Familie gr\u00fcnden will, aber der Mann noch nicht so weit ist. Es ist ein Film dar\u00fcber, Elternpflicht zu \u00fcbernehmen. In jedem guten Genre- oder Horrorfilm geht es nie nur um das Monster, das Monster steht immer f\u00fcr etwas. Deswegen ist die Botschaft im Film auch f\u00fcr mich sehr wichtig und gerade im Genrefilm.<\/p>\n<figure id=\"attachment_283\" aria-describedby=\"caption-attachment-283\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-283\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut2.jpg\" alt=\"Mein Fleisch und Blut\" width=\"400\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut2.jpg 492w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut2-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut2-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut2-180x180.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-283\" class=\"wp-caption-text\">Nikolai Klinkosch in der Rolle des Tobias in &#8222;Mein Fleisch und Blut&#8220; \u00a9Allegro Film\/Petro Domenigg<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>MR:<\/strong>\u00a0Bei mir ist die Familie, die von allen Seiten beleuchtet wird, ein gro\u00dfes Thema. Die Sehnsucht nach der perfekten Familie und gleichzeitig deren Unm\u00f6glichkeit. Jede Figur im Film begeht Fehler, ihre Motivation ist aber immer verst\u00e4ndlich. In einer Familie sind einfach Menschen zusammen, die Fehler machen, trotzdem muss man einen Weg finden. Eine interessante Frage ist auch, was passiert, wenn die Eltern versagen, was macht das mit dem Nachwuchs, wie entwickelt er sich, wenn die Eltern keine Liebe und Geborgenheit an ihre Kinder weitergeben? <em>Mein Fleisch und Blut<\/em> ist f\u00fcr mich eigentlich ein \u201eFamilienfilm\u201c und behandelt damit ein Thema, das jeden betrifft.<\/p>\n<p><strong>Welche filmischen Vorbilder habt ihr?<\/strong><\/p>\n<p><strong>DH:<\/strong> Ich glaube man sieht es ganz gut, dass ich mit dem Film sehr in den 1980er-Jahren verhaftet war. Die Zombies sind eigentlich 80er-Jahre Zombies in ihrem Verhalten, denn Zombies sind generell im Laufe der Zeit immer schneller und auch intelligenter geworden \u2013 es gab eine Art Zombie-Evolution. Aber auch was die \u00c4sthetik des Films betrifft, waren die Vorbilder unter anderem John Carpenter und Peter Jackson. Es gibt auch neuere Filme, die mich beeinflusst haben, etwa die von Edgar Wright \u2013 und hier wiederum diejenigen Filme, die sich ebenfalls an den 1980er Jahren orientieren. Meiner Meinung und meinem pers\u00f6nlichen Geschmack nach, sind die 1980er, was Filme betrifft, optisch die sch\u00f6nste Zeit \u2013 lichttechnisch sehr opulent und mit starken Kontrasten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_291\" aria-describedby=\"caption-attachment-291\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-291\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Michael_Ramsauer.jpg\" alt=\"Michael Ramsauer\" width=\"160\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Michael_Ramsauer.jpg 400w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Michael_Ramsauer-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-291\" class=\"wp-caption-text\">Michael Ramsauer \u00a9Elsa Okazaki<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>MR:<\/strong> Ich w\u00fcrde sagen, alles, was dieses Genre betrifft \u2013 ich habe mir jetzt keine speziellen Filmemacher genauer angesehen oder mich inspirieren lassen. Wenn man Namen wie Alfred Hitchcock nennt, klingt das immer ein wenig gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig, aber nat\u00fcrlich war er einer der Urv\u00e4ter des Thrillers und hat die Mechaniken super verstanden \u2013 als Filmemacher hat man diese so in sich, dass man sie dann mehr oder weniger unbewusst auch umsetzt.<\/p>\n<p><strong>Auch ich habe beim Sichten des Films an Alfred Hitchcock gedacht \u2026<\/strong><\/p>\n<p><strong>MR:<\/strong> Es gibt schon Anspielungen an Hitchcock-Filme und andere Thriller. Auch ganz dezenten Humor, der dieses Genre ein wenig zuspitzt.<\/p>\n<p><strong>DH:<\/strong> Das Sch\u00f6ne am Subgenre Zombie-Kom\u00f6die ist, dass es die Tradition gibt, sich gegenseitig zu referenzieren. Die <em>Lederhosenzombies<\/em> zitieren einige Filme und Genretrends, die Fans dann erkennen, was ihnen gro\u00dfen Spa\u00df macht. Wir haben auch sehr viel, sehr direkt zitiert \u2013 eine Tanzszene ist zum Beispiel genau gleich geschnitten und hat dieselbe Bildkomposition wie eine sehr ber\u00fchmte Tanzszene in <em>The Sound of Music<\/em> (USA 1965, R: Robert Wise, Anm. d. Red.).<\/p>\n<p><strong>MR:<\/strong> Ich arbeite gerade an einer Science Fiction-Geschichte und es ist sehr angenehm, wenn man sich in so einem Genre durch die ganzen Referenzen bewegt. Man freut sich dar\u00fcber, man wei\u00df, dass es eine Community gibt, die die Anspielungen und Witze versteht \u2013 es gibt mehr spezielle Codes als in anderen Filmen. Man kann hier zitieren und wei\u00df, dass es auch funktionieren wird, weil es ja in dem Film,\u00a0den man geliebt und zitiert hat, auch funktioniert hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_284\" aria-describedby=\"caption-attachment-284\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-284\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut3.jpg\" alt=\"Mein Fleisch und Blut\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut3.jpg 800w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut3-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mein_fleisch_und_blut3-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-284\" class=\"wp-caption-text\">Andreas Kiendl als Ehemann und Vater in der Krise \u00a9Allegro Film\/Petro Domenigg<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Das hei\u00dft, dein n\u00e4chstes Projekt wird wieder ein Genrefilm, ein Science Fiction-Film, sein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>MR:<\/strong> Wenn man in diesem Genre international bestehen will, dann braucht man ein Budgetvolumen, das man in \u00d6sterreich nur schwer bekommen kann. Deswegen arbeite ich neben dem SciFi-Projekt auch an etwas komplett anderem, das leichter zu verwirklichen ist. Aber ich w\u00fcrde sehr gerne einen Science Fiction-Film machen \u2013 in die Richtung des Films <em>Super 8<\/em> (USA 2011, R: J.J. Abrams, Anm. d. Red.) \u2013 um eine Gruppe junger Erwachsener, eine Mischung aus Coming of Age, schwarzem Humor, Love Interest und einem Geheimnis, das nicht von dieser Welt ist. Ich schreibe gerade an einem Treatment und die Arbeit daran macht gro\u00dfen Spa\u00df. Die Idee dazu hatte ich schon vor einiger Zeit, interessanterweise l\u00e4sst sich meiner Ansicht nach ein Trend in diese Richtung ausmachen. Ich glaube, einige FilmemacherInnen w\u00fcrden gerne die Art von Filmen machen, die sie in den 1980ern geliebt und gepr\u00e4gt haben wie <em>Close Encounters of the Third Kind,<\/em><br \/>\n<em>E.T., Die Goonies<\/em> oder <em>Zur\u00fcck in die Zukunft<\/em>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_293\" aria-describedby=\"caption-attachment-293\" style=\"width: 186px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-293\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Dominik_Hartl.jpg\" alt=\"Dominik Hartl\" width=\"186\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Dominik_Hartl.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Dominik_Hartl-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-293\" class=\"wp-caption-text\">Dominik Hartl \u00a9Pedro Domenigg<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Und was planst du als n\u00e4chstes, Dominik?<\/strong><\/p>\n<p><strong>DH:<\/strong> Ich arbeite gerade konkret an zwei Filmen, von denen der eine hoffentlich n\u00e4chstes Jahr gedreht wird und eine Kombination aus Coming of Age- und Horrorfilm ist und w\u00e4hrend einer Maturareise spielt. Gerade in \u00d6sterreich sind organisierte Maturareisen sehr beliebt \u2013 ich war k\u00fcrzlich in so einem Ressort, wo gleichzeitig 3.000 bis 4.000 Jugendliche ihre bestandene Matura feiern. Dort gibt es t\u00e4gliches Programm, DJs, Alkohol \u2212 ein geniales Setting f\u00fcr einen Film, da alle gerade die Schule abgeschlossen haben, feiern wollen, bevor der Ernst des Lebens beginnt. Mein zweites Projekt ist mit einer Berliner Produktionsfirma, die mich wegen <em>Attack of the Lederhosenzombies<\/em> angefragt hat \u2013 das soll ein Horrorfilm in der Arktis werden. In beiden F\u00e4llen bin ich Regisseur, aber ich schreibe im Moment auch sehr viel und will mich als Drehbuchautor \u2013 auch au\u00dferhalb des Genre-Kinos \u2013 verbessern.<\/p>\n<p>&nbsp;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Horrorkom\u00f6die Attack of the Lederhosenzombies und dem Psychothriller Mein Fleisch und Blut dringen Dominik Hartl und Michael Ramsauer in Filmisches Genre-Neuland in \u00d6sterreich vor. \u00dcber die Gesellschaftskritik von Zombie-Filmen, die herausfordernde Arbeit an einem Thriller-Drehbuch und vieles mehr erz\u00e4hlen die beiden Autorenfilmer der Filmakademie Wien im Gespr\u00e4ch. 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