{"id":2767,"date":"2019-04-30T08:16:40","date_gmt":"2019-04-30T06:16:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2767"},"modified":"2019-04-30T08:51:34","modified_gmt":"2019-04-30T06:51:34","slug":"die-herausforderung-casting-durch-castingtraining-meistern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/04\/30\/die-herausforderung-casting-durch-castingtraining-meistern\/","title":{"rendered":"Die Herausforderung Casting durch Castingtraining meistern"},"content":{"rendered":"In der Schauspielausbildung steht das Erlernen des schauspielerischen Handwerks im Vordergrund, aber es geh\u00f6rt auch Know-how dazu, um nach der Ausbildung zu Castings eingeladen zu werden, um sein Handwerk zeigen zu k\u00f6nnen und schlie\u00dflich f\u00fcr Rollen besetzt zu werden. Daher sind Castingtrainings von national und international t\u00e4tigen Caster_innen wichtiger Bestandteil der Ausbildung am Max Reinhardt Seminar. Rita Waszilovics, Lehrende f\u00fcr Einf\u00fchrung in die Filmarbeit\/Castingtraining am Max Reinhardt Seminar und Gast-Casterin Deborah Congia sprachen mit dem <em>mdw-Magazin<\/em> \u00fcber ihre Arbeit.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2771\" aria-describedby=\"caption-attachment-2771\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2771\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Rita_Waszilovics.jpg\" alt=\"Rita Waszilovics\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Rita_Waszilovics.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Rita_Waszilovics-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2771\" class=\"wp-caption-text\">Rita Waszilovics \u00a9zur Verf\u00fcgung gestellt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Rita Waszilovics ist Castingdirektorin, betreibt im 15. Bezirk in Wien ihre Castingagentur <em>westendcasting<\/em> und besetzt Schauspieler_innen f\u00fcr Kino- und TV-Produktionen. Der von ihr besetzte Kinofilm <em>Der Boden unter den F\u00fc\u00dfen<\/em> der ehemaligen Filmakademiestudierenden Marie Kreutzer lief heuer im Wettbewerb der <em>69. Berlinale<\/em> und war der Er\u00f6ffnungsfilm der <em>Diagonale 2019<\/em>.<\/p>\n<p>Im Zuge der Filmausbildung, die am Max Reinhardt Seminar stetig erweitert wird, bereitet sie die Studierenden auf Filmcastings vor. Dabei werden u. a. Kenntnisse \u00fcber die Abl\u00e4ufe bei der Filmarbeit und die Funktion von Castingdirektor_innen vermittelt. Das Castingtraining soll dabei m\u00f6glichst einer realen Castingsituation entsprechen. Ziel bei einem Casting ist selbstverst\u00e4ndlich, dem Caster oder der Casterin in Erinnerung zu bleiben. \u201eEs geht um die Sichtbarkeit und Einzigartigkeit der Schauspieler_innen\u201c, sagt Rita Waszilovics. Im Unterricht lernen die Studierenden u. a. wie\u00a0sie eine pr\u00e4gnante Pr\u00e4sentation \u00fcber sich selbst mithilfe eines sogenannten \u201eAbout-me-Videos\u201c machen k\u00f6nnen. Solche Kurzpr\u00e4sentationen sind f\u00fcr Caster_innen wichtig, um die Pers\u00f6nlichkeit der Schauspieler_innen einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. \u201eBei einem Film will ich nicht sagen: ,Der Schauspieler hat die Rolle gut gespielt.\u2018 Ich will sagen: ,Dieser Schauspieler hat einen Menschen verk\u00f6rpert, der mich ber\u00fchrt hat.\u2018 Da geh\u00f6rt viel Pers\u00f6nlichkeit dazu\u201c, meint Rita Waszilovics. Im Castingtraining gibt sie den Studierenden Szenen vor, die sie gerne aus den von ihr besetzten Filmen entnimmt. Jeweils zwei Studierende bereiten die Szenen vor, um sie dann mit ihr gemeinsam zu erarbeiten. Dabei geht es vor allem um die Entwicklung der Szenen und wie die Schauspieler_innen diese unterschiedlich darstellen k\u00f6nnen. Dadurch wird sichtbar, wie flexibel und schnell Schauspieler_innen eine Idee umsetzen k\u00f6nnen. \u201eIch zeige Regiseur_innen gerne die Arbeitsentwicklung von Schauspieler_ innen\u201c, berichtet Rita Waszilovics. Es gehe beim Casting nicht unbedingt darum, eine Szene genauso zu spielen, wie sie im Film zu sehen sein wird, sondern darum, einen Eindruck von der schauspielerischen Bandbreite und Arbeitsweise zu bekommen, um das gew\u00fcnschte Ziel zu erreichen.<\/p>\n<p>Deborah Congia ist Castingdirektorin in Hamburg und kommt im Rahmen eines Workshops ans Max Reinhardt Seminar. Auch sie vermittelt praktisches Wissen \u00fcber die Bedingungen nach der Ausbildung. \u201eMir ist wichtig, dass Schauspieler_innen erfahren, wie Caster_innen arbeiten und wie sich Schauspieler_innen nach der Ausbildung selbst vermarkten k\u00f6nnen und m\u00fcssen, denn nicht alle haben sofort eine Agentur\u201c, sagt Deborah Congia. Sowohl in ihrem Workshop als auch im Unterricht von Rita Waszilovics wird mit den Studierenden besprochen, wie die Bewerbungsunterlagen, Showreels, Fotos, Websites und die Pr\u00e4senz in Schauspielerdatenbanken aussehen sollten, um bei Caster_innen Anklang zu finden. Auch Einblicke in die Filmfinanzierung und die Aufgaben von Schauspielagent_innen werden in den Workshops gew\u00e4hrt, um den Studierenden ein m\u00f6glichst breites Bild von der Filmarbeit zu geben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2770\" aria-describedby=\"caption-attachment-2770\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2770\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Deborah_Congia.jpg\" alt=\"Deborah Congia\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Deborah_Congia.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Deborah_Congia-222x300.jpg 222w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2770\" class=\"wp-caption-text\">Deborah Congia \u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sogenannte E-Castings werden im Castingtraining am Max Reinhardt Seminar ebenfalls umfassend thematisiert und erarbeitet. Dabei bekommen Schauspieler_innen vom Caster oder von der Casterin eine Szene vorgegeben, die sie selbst in Form eines Videos aufzeichnen. Oft wird mit dem eigenen Smartphone aufgenommen, mit oder auch ohne Anspielpartner_in. Der Vorteil f\u00fcr die Schauspieler_innen besteht darin, dass sie die Aufnahme so oft wie m\u00f6glich wiederholen k\u00f6nnen und schlie\u00dflich die f\u00fcr sie Beste abgeben. F\u00fcr Caster_innen haben E-Castings den Vorteil, dass sie kurzfristig angefordert werden k\u00f6nnen und zeitsparend sind, da Live-Castings mit vielen Terminkalendern akkordiert werden m\u00fcssen. \u201eE-Castings kann man \u00fcberall machen, wenn ein Smartphone und WLAN vorhanden sind, und sie um die Welt schicken. Man hat somit gro\u00dfe Freiheit und gute Erreichbarkeit. Aber ein Live-Casting ist durch ein E-Casting nie vollkommen ersetzbar, da es bei der Castingarbeit auch um die zwischenmenschliche Ebene und um Pers\u00f6nlichkeit geht\u201c, erkl\u00e4rt Rita Waszilovics. Auch im Fall von unterschiedlichen Meinungen von Regie, Produktion oder dem TV-Sender zu einem Besetzungsvorschlag k\u00f6nnen E-Castings helfen. \u201eE-Castings sind eine gute M\u00f6glichkeit, Schauspieler_innen bei unterschiedlichen Entscheidungstr\u00e4ger_innen zu bewerben\u201c, meint Deborah Congia. Jungschauspieler_innen haben nach der Ausbildung oft noch keine Demob\u00e4nder, in denen man sie in verschiedenen Filmrollen sieht, aber ein Video von sich selbst k\u00f6nnen sie schnell anfertigen und Caster_innen zur Verf\u00fcgung stellen. Der Nachteil beim E-Casting ist nat\u00fcrlich, dass der Kontakt zur Regie fehlt. \u201eLive-Castings sind nicht nur dazu da, um zu sehen, ob ein_e Schauspieler_in f\u00fcr die Rolle passt, sondern auch, ob sich diese_r Schauspieler_in mit der Regie wohlf\u00fchlt. Es ist ein Casting f\u00fcr beide Seiten\u201c, betont Deborah Congia. Jedoch hat sie auch schon Projekte nur mittels E-Casting besetzt (z. B. die TV-Serie <em>Jerks<\/em>, Regie: Christian Ulmen).<\/p>\n<p>Caster_innen sind bereits fr\u00fch in die Filmprojektentwicklung eingebunden. Von der Produktion oder Regie bekommen sie das Drehbuch, wobei die ersten Ideen zur Besetzung schon bei der Lekt\u00fcre aufkommen, meinen beide Castingdirektorinnen. Je nach Projekt werden die Wunschschauspieler_innen direkt angefragt und\/oder ein E-Casting und\/oder Live-Casting organisiert. Die Besetzungsvorschl\u00e4ge der Caster_innen werden der Regie und Produktion pr\u00e4sentiert. Alle Beteiligten m\u00fcssen \u00fcberzeugt sein oder werden, daher sind Rollenbesetzungen meist ein breiter Abstimmungs- und Koordinationsprozess f\u00fcr Caster_innen.<\/p>\n<p>Eine T\u00e4tigkeit als Caster_in setzt voraus, gerne mit unterschiedlichen Menschen zu arbeiten und zwischen diesen zu vermitteln. Es geht darum, die passenden Personen f\u00fcr ein Projekt in Kontakt zu bringen: Schauspieler_innen mit Regisseur_innen, mit Produzent_innen, beim TV-Film mit Redakteur_innen. \u201eIch bin eine Kupplerin mit Vision\u201c, meint Rita Waszilovics dazu augenzwinkernd. \u201eIch sehe mich als Schnittstelle zwischen Schauspiel, Regie und Produktion und als Freundin der Schauspieler_innen und der Regie bzw. Produktion\u201c, erl\u00e4utert auch Deborah Congia.<\/p>\n<p>Dank des Castingtrainings im Lehrplan erhalten Schauspielstudierende am Max Reinhardt Seminar praktische Hinweise f\u00fcr ihre Selbstpr\u00e4sentation und wertvolle Einblicke in die Arbeitsweise der Caster_innen, um so f\u00fcr die Zeit nach der Ausbildung optimal ger\u00fcstet zu sein.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schauspielausbildung steht das Erlernen des schauspielerischen Handwerks im Vordergrund, aber es geh\u00f6rt auch Know-how dazu, um nach der Ausbildung zu Castings eingeladen zu werden, um sein Handwerk zeigen zu k\u00f6nnen und schlie\u00dflich f\u00fcr Rollen besetzt zu werden. 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