{"id":2739,"date":"2019-04-30T08:32:14","date_gmt":"2019-04-30T06:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2739"},"modified":"2019-07-04T15:06:37","modified_gmt":"2019-07-04T13:06:37","slug":"rezension-lothar-knessl-vermittler-neuer-musik-autor-komponist-kurator","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/04\/30\/rezension-lothar-knessl-vermittler-neuer-musik-autor-komponist-kurator\/","title":{"rendered":"Rezension: Lothar Knessl. Vermittler neuer Musik, Autor, Komponist, Kurator."},"content":{"rendered":"<strong>Juri Giannini, Andreas Holzer, Stefan Jena und J\u00fcrgen\u00a0<\/strong><strong>Polak (Hrsg.): <em>Lothar Knessl. Vermittler neuer Musik,\u00a0<\/em><\/strong><strong><em>Autor, Komponist, Kurator<\/em>. Hollitzer Verlag, 2018.*<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2741\" aria-describedby=\"caption-attachment-2741\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2741\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Lothar_Knessl_buchcover.jpg\" alt=\"Lothar Knessl\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Lothar_Knessl_buchcover.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Lothar_Knessl_buchcover-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Lothar_Knessl_buchcover-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2741\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Hollitzer Verlag<\/figcaption><\/figure>\n<p>Den vielseitigen, im Untertitel angedeuteten Facetten der T\u00e4tigkeiten des 1927 geborenen Lothar Knessl entspricht eine Art Doppelcharakter des Buches: Es ist sowohl als nachtr\u00e4glicher Begleitkatalog zu einer 2016 im Rahmen des Festivals <em>Wien Modern<\/em> pr\u00e4sentierten Ausstellung zu verstehen, als auch als kleiner Abriss aus dem umfangreichen Material, das Lothar Knessl dem Archiv des Instituts f\u00fcr Musikwissenschaft und Interpretationsforschung der mdw zur Verf\u00fcgung gestellt hat. Einem kurzen Vorwort der Herausgeber sind dazu passend zwei teils sehr pers\u00f6nliche Texte von Bernhard G\u00fcnther (k\u00fcnstlerischer Leiter von <em>Wien Modern<\/em>) und Reinhard Kapp (ehemaliger Professor f\u00fcr Musikgeschichte an der mdw) vorangestellt.<\/p>\n<p>Danach l\u00e4sst man Knessl selbst in Dokumenten und begleitenden Zitaten sprechen. Seine musikjournalistischen Texte zeigen ihn als polemischen Kritiker des konservativen Wiener Konzertlebens um 1960 sowie als leidenschaftlichen Berichterstatter \u00fcber Auff\u00fchrungen neuerer Musik von Bart\u00f3k \u00fcber Strawinsky bis Cerha und Coltrane. Praktische Schritte hierzu setzte Knessl sp\u00e4ter in seiner langj\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit an der Wiener Staatsoper. Weitere der pr\u00e4sentierten Archivalien dokumentieren Arbeitsschritte, die mit der Initiierung zweier Institutionen der zeitgen\u00f6ssischen Musik in \u00d6sterreich einhergingen: dem Festival <em>Wien Modern<\/em> und der \u00d61-Sendung <em>Studio Neuer Musik<\/em> (heute <em>Zeit-Ton<\/em>).<\/p>\n<p>Weniger bekannt aber umso interessanter ist Knessls kompositorische T\u00e4tigkeit, die er in etwa vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er-Jahre verfolgte und die im letzten Abschnitt des Buches dokumentiert wird. Neben fr\u00fchen Versuchen und w\u00e4hrend der Kriegsgefangenschaft entstandenen St\u00fccken f\u00fcr M\u00e4nnerchor und Doppelquartett erh\u00e4lt man Einblicke in so unterschiedliche Gattungen wie Schlager, Motette, Kantate sowie in skizzenhafte Experimente mit seriellen Techniken.<\/p>\n<p>Dem Buch gelingt dabei zweierlei: Zuallererst wird ein visuelles Portr\u00e4t eines \u201eDoyens der zeitgen\u00f6ssischen Musik\u201c (S. 25) gezeichnet, der an zentralen Orten des Musiklebens wie auch in den Massenmedien mit Stift und Stimme neuer Musik neue R\u00e4ume erschlossen und viele Ohren f\u00fcr ungewohnte Kl\u00e4nge ge\u00f6ffnet hat. Zudem b\u00fcndelt die Zusammenstellung aus vielf\u00e4ltigen Archivalien wie Fotografien, Zeitungsausschnitten und handschriftlichen Notizen die Vielseitig- und Lebhaftigkeit der Diskurse und Praktiken, die mit Knessls Engagement einhergehen, und regt so zur tiefergehenden Auseinandersetzung und Forschung im Institutsarchiv an.<\/p>\n<p><em>* Erster Band der Reihe &#8222;Aus dem IMI-Archiv&#8220;<\/em>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juri Giannini, Andreas Holzer, Stefan Jena und J\u00fcrgen\u00a0Polak (Hrsg.): Lothar Knessl. Vermittler neuer Musik,\u00a0Autor, Komponist, Kurator. 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