{"id":2734,"date":"2019-04-30T08:15:50","date_gmt":"2019-04-30T06:15:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2734"},"modified":"2019-04-30T08:15:50","modified_gmt":"2019-04-30T06:15:50","slug":"das-orchester-vielfalt-und-einheit-zugleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/04\/30\/das-orchester-vielfalt-und-einheit-zugleich\/","title":{"rendered":"Das Orchester \u2013 Vielfalt und Einheit zugleich"},"content":{"rendered":"Nach Milan Kundera verdankt die Weltkultur Europa den Roman und die Symphonie. Einen Roman zu lesen ist kein Problem, das kann jede_r selbst. Aber eine Symphonie braucht ein Orchester, um erklingen zu k\u00f6nnen. Es war ein jahrhundertelanger Weg der Entwicklung bis zu den klassischen und romantischen Orchesterapparaten mit immer mehr Instrumentalist_innen. Und diese Entwicklung dauert weiterhin an. Egal ob es sich um ein Blas- oder Streichorchester oder um eine Big Band handelt, alle brauchen Instrumente, die erst einmal erzeugt werden m\u00fcssen. Da steckt viel Erfahrung, Wissen, K\u00f6nnen, Denken, Handarbeit, Kreativit\u00e4t etc. drinnen. Ohne Instrumente kann kein Orchester eine Symphonie spielen. Es gibt aber auch noch andere Voraussetzungen f\u00fcr das Funktionieren eines Orchesters: Logistik, Management, Marketing, Architektur, Kulturpolitik etc. Noch bevor auch nur ein Ton zu h\u00f6ren ist, hat ein Orchester schon sehr viel Geld gekostet. Und dann kommen noch die Musiker_innen dazu, die mit ihrem K\u00f6nnen nach vielen Proben die Symphonie erklingen lassen. Daf\u00fcr wurden sie jahrelang ausgebildet, was wiederum vielen Musiklehrer_innen Arbeit garantiert hat.<\/p>\n<p>Das Orchester ist in seiner ganzen Komplexit\u00e4t ein gutes Beispiel f\u00fcr den gesamten Kulturbetrieb. Es scheint in Politik und Gesellschaft die Tendenz vorzuherrschen, alles unter dem Aspekt der \u00d6konomie zu betrachten. Das bekommt auch ein Orchester, eine Musikuniversit\u00e4t oder der Musikbetrieb insgesamt zu sp\u00fcren. Viele lassen sich auf diese Tendenz ein und rechtfertigen sich dann mit dem Argument der Umwegrentabilit\u00e4t oder der Wertsteigerung einer Marke. Nat\u00fcrlich sind wirtschaftliche \u00dcberlegungen wichtig, aber sie k\u00f6nnen nicht alles sein. Viel wichtiger als der finanzielle ist doch der kulturelle Wert.<\/p>\n<p>Orchester mitsamt der dazugeh\u00f6rigen Infrastruktur sollte sich eine Gesellschaft, die sich als eine europ\u00e4ische versteht, auf jeden Fall leisten. Investitionen in Orchester und in die k\u00fcnstlerische Ausbildung sind Investitionen in die Zukunft einer Gesellschaft, in deren Vielfalt und Einheit zugleich. Ein Orchester gibt genau in diesem Punkt ein Sinnbild der Gesellschaft, denn es verk\u00f6rpert Vielfalt und Einheit in einem: Jede Stimme z\u00e4hlt, doch wer nicht mitspielt, wird auch nicht geh\u00f6rt.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Milan Kundera verdankt die Weltkultur Europa den Roman und die Symphonie. Einen Roman zu lesen ist kein Problem, das kann jede_r selbst. Aber eine Symphonie braucht ein Orchester, um erklingen zu k\u00f6nnen. Es war ein jahrhundertelanger Weg der Entwicklung bis zu den klassischen und romantischen Orchesterapparaten mit immer mehr Instrumentalist_innen. Und diese Entwicklung dauert &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":43,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[749,541,752,166,165,751],"class_list":["post-2734","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-column","tag-2019-2","tag-hmdw","tag-kulturbetrieb","tag-orchester","tag-orchestra","tag-weltkultur"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/43"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2734"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2734\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2736,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2734\/revisions\/2736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}