{"id":2661,"date":"2019-02-25T16:18:37","date_gmt":"2019-02-25T15:18:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2661"},"modified":"2019-02-25T16:25:58","modified_gmt":"2019-02-25T15:25:58","slug":"interview-mit-andrea-kuhn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/02\/25\/interview-mit-andrea-kuhn\/","title":{"rendered":"Interview mit Andrea Kuhn"},"content":{"rendered":"<strong>Andrea Kuhn, Diskutantin bei der Podiumsdiskussion \u201eW\u00fcrde \u2013 Freiheit \u2013 Gerechtigkeit\u201c am 10.\u200912.\u20092018 an der mdw, ist Leiterin des <\/strong><strong><em>Nuremberg International Human Rights Film Festival (NIHRFF)<\/em><\/strong><strong>.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2662\" aria-describedby=\"caption-attachment-2662\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2662\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn.jpg\" alt=\"Andrea Kuhn\" width=\"1000\" height=\"637\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn-768x489.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn-850x541.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2662\" class=\"wp-caption-text\">Andrea Kuhn \u00a9Marcel Nimfuehr<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Sie haben in der Diskussion anklingen lassen, dass nicht allein die Auswahl der Festivalfilme zum Thema Menschenrechte politisch sei, sondern auch das Filmemachen selbst. Wie meinen Sie das?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrea Kuhn (AK):<\/strong> Wir glauben nicht, dass der Zweck die Mittel heiligt, also dass Filme zum Thema Menschenrechte m\u00f6glichst starke Emotionen wie Mitleid oder Schock ausl\u00f6sen m\u00fcssen. Solche Filme machen ihre Protagonist_innen (im Dokumentarfilm) oder ihre Figuren (im Spielfilm) zu blo\u00dfen Objekten, eindimensional und entpolitisiert. Solchen Filmen wollen wir gerne komplexe Filme entgegensetzen, die sowohl die Menschen vor der Kamera in ihrer ganzen Menschlichkeit und Widerspr\u00fcchlichkeit zeigen als auch das Publikum als ein denkendes konstruieren. Und die ihre jeweils ganz eigene Ausdrucksform finden.<\/p>\n<p><strong>Wie versuchen Sie im Rahmen Ihres Filmfestivals in N\u00fcrnberg Inklusion im Sinn von Teilhabe m\u00f6glichst vieler vor dem Hintergrund politischer Repr\u00e4sentation selbst umzusetzen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>AK:<\/strong> Wir \u00f6ffnen unser Filmfestival f\u00fcr m\u00f6glichst viele Menschen wie zum Beispiel Menschen mit geringem Einkommen (freier Eintritt) und geh\u00f6rlosem Publikum (umfassend integrativer Ansatz). In der Programmierung liegt unser Schwerpunkt auf Filmen, die von Menschen gedreht wurden, die aus der jeweiligen Region stammen, von der der Film handelt, und von einer m\u00f6glichst diversen Gruppe von Filmschaffenden (Frauen, People of Color etc.) gemacht wurden und daher neue Perspektiven anbieten. Und wir verstehen unser Festival nicht als exklusives, zeitlich begrenztes und lokales Event, sondern wir versuchen unsere Ressourcen (v.\u2009a. Fachwissen, Kontakte, Manpower) solidarisch mit Kolleg_innen auf der ganzen Welt zu teilen, wenn diese das wollen, und ihre Stimme zu verst\u00e4rken, wenn sie in ihrer Heimat unter Druck geraten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2663\" aria-describedby=\"caption-attachment-2663\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2663\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn_beate_winkler.jpg\" alt=\"Andrea Kuhn, Beate Winkler\" width=\"1000\" height=\"668\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn_beate_winkler.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn_beate_winkler-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn_beate_winkler-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/andrea_kuhn_beate_winkler-850x568.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2663\" class=\"wp-caption-text\">Andrea Kuhn, Beate Winkler \u00a9Marcel Nimfuehr<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Inwiefern kann und soll das von Ihnen geleitete Filmfestival auch ein Freiraum sein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>AK:<\/strong> Wir verstehen unser Festival als Ort des Austauschs, aber auch des gemeinsamen Feierns und der Solidarit\u00e4t f\u00fcr Publikum, Filmschaffende und Team. Bei uns gibt es keinen VIP-Bereich \u2013 alle sollen sich gleicherma\u00dfen gewertsch\u00e4tzt f\u00fchlen und miteinander ins Gespr\u00e4ch kommen. Wir wollen die interessantesten G\u00e4ste (nicht die ber\u00fchmtesten) und die beeindruckendsten Filme (nicht die einfachsten und publikumstr\u00e4chtigsten). Das bedeutet Freiraum f\u00fcr uns. Das bedeutet auch eine Verweigerung des Wachstum-Diktats und leider immer wieder auch Selbstbeschr\u00e4nkung. Und es bedeutet \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten bei unseren F\u00f6rderern, auf Corporate Sponsoring weitgehend zu verzichten und Menschen zu finden, die Lust haben, unseren Ansatz zu unterst\u00fctzen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andrea Kuhn, Diskutantin bei der Podiumsdiskussion \u201eW\u00fcrde \u2013 Freiheit \u2013 Gerechtigkeit\u201c am 10.\u200912.\u20092018 an der mdw, ist Leiterin des Nuremberg International Human Rights Film Festival (NIHRFF). 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