{"id":2658,"date":"2019-02-25T16:19:52","date_gmt":"2019-02-25T15:19:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2658"},"modified":"2019-03-01T10:34:40","modified_gmt":"2019-03-01T09:34:40","slug":"arts-and-citizenship-towards-diversity-of-cultural-expressions","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/02\/25\/arts-and-citizenship-towards-diversity-of-cultural-expressions\/","title":{"rendered":"Arts and Citizenship \u2013 Towards Diversity of Cultural Expressions"},"content":{"rendered":"<strong>R\u00fcckblick zur 12. Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement an der mdw, 9. \u2013 12. J\u00e4nner 2019<\/strong><\/p>\n<p><em>Dagmar Abfalter, Katharina Pfennigstorf, Anke Schad<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_2659\" aria-describedby=\"caption-attachment-2659\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2659\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/helen_marriage.jpg\" alt=\"Helen Marriage\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/helen_marriage.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/helen_marriage-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/helen_marriage-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/helen_marriage-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2659\" class=\"wp-caption-text\">Helen Marriage \u00a9Sibylle Zwins<\/figcaption><\/figure>\n<p>Kulturelle Vielfalt, \u201eDiversity\u201c, als Modebegriff, als gesellschaftliches Ziel, als politisch polarisierendes Konzept, begegnet uns in unterschiedlichen Kontexten. Welche Bedeutungen verbinden Kulturpolitik, Kulturbetrieb, Kulturmanager_innen damit? Wo stehen Politik, Organisationen und Akteure bei der Umsetzung von Zielsetzungen, wie sie unter anderem in der UNESCO Konvention zum Schutz und zur F\u00f6rderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen aus 2005 beschrieben werden? Wie verhalten sie sich gegen\u00fcber gegenl\u00e4ufigen Entwicklungen wie Populismus und Nationalismus?<\/p>\n<p>Die internationale Tagung des Fachverbands Kulturmanagement setzte kulturelle Vielfalt in unmittelbare Beziehung nicht nur zum Verh\u00e4ltnis zwischen K\u00fcnsten und kulturellen Ausdrucksformen, sondern auch zu demokratiepolitischen Konzepten des b\u00fcrgerlichen Engagements. Inhaltlich boten sich damit viele spannungsreiche Fragestellungen an, die die \u00fcber 100 Teilnehmer_innen der Tagung in unterschiedlichen Formaten aufgriffen und diskutierten.<\/p>\n<p><strong>PhD-Kolloquium<\/strong><\/p>\n<p>Den Auftakt bildete das PhD-Kolloquium, bei dem sechs Teilnehmer_innen aus \u00d6sterreich, Deutschland, Frankreich und der Tschechischen Republik ihre laufenden Forschungsprojekte pr\u00e4sentierten und dem Publikum \u2013 Professor_innen aus dem Fachverband, Leticia Labaronne und Anke Schad als Organisatorinnen der Arbeitsgruppe <em>Nachwuchsf\u00f6rderung<\/em> des Fachverbands sowie Interessierten \u2013 zur Diskussion stellten. Hier zeigte sich nicht nur die thematische Bandbreite des Fachs Kulturmanagement, sondern auch die Vielfalt der methodischen Ans\u00e4tze und der institutionellen Anbindungen der PhD-Student_innen: Marketing und Digitalisierung, Leadership und Vermittlung, F\u00f6rderung und Politik, qualitative, experimentelle, statistische und kombinierte Methoden, Psychologie, Designforschung, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, P\u00e4dagogik \u2013 Kulturmanagementforschung als Trans- und Interdisziplin ist per se vielf\u00e4ltig. Beim Kolloquium wurde jedoch auch der Bedarf deutlich, genuine Bez\u00fcge zum Fachdiskurs herzustellen und die Besonderheiten des Kulturmanagements in der Auseinandersetzung mit anderen Disziplinen und Ans\u00e4tzen zu erforschen.<\/p>\n<p><strong>Meet the Editors<\/strong><\/p>\n<p>Die Organisatorinnen vom Institut f\u00fcr Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) luden mit Unterst\u00fctzung der Stabsstelle Forschungsf\u00f6rderung der mdw erstmals zu einem \u201eMeet the Editors\u201c im Rahmen der Fachverbandstagung. Die Herausgeber_innen von sechs international renommierten Fachzeitschriften (International Journal of Cultural Policy, Poetics, International Journal of Arts Management, International Journal of Music Business Research, The Journal of Arts Management, Law and Society sowie Journal of Cultural Management: Arts, Economics, Policy) stellten ihre Zeitschriften vor und diskutierten moderiert von Dagmar Abfalter und Therese Kaufmann mit den Teilnehmer_innen \u00fcber Publikationsprozesse, aktuelle Rahmenbedingungen und Herausforderungen f\u00fcr Forschende. Die Teilnehmenden erhielten so die Gelegenheit, Bedingungen des wissenschaftlichen Publikationsverfahrens und spezifische Profile der Zeitschriften aus erster Hand kennenzulernen.<\/p>\n<p><strong>Er\u00f6ffnung und Key Notes<\/strong><\/p>\n<p>Zur offiziellen Er\u00f6ffnung der Tagung spielten Schlagwerk-Studierende der mdw ein akustisch und visuell mitrei\u00dfendes St\u00fcck von Vincent Vogel f\u00fcr acht Mistk\u00fcbel und lieferten damit auch gleich einen Hinweis darauf, dass die Tagung als Green Meeting organisiert wurde, um dem Anspruch gesellschaftlich verantwortungsbewussten Handelns auch auf organisatorischer Ebene gerecht zu werden. In weiterer Folge begeisterten noch zwei weitere K\u00fcnstler_innen die Tagungsg\u00e4ste: Agnes Hvizdalek beeindruckte mit ihrer abstrakten Vokalmusik und Renald Deppe mit seiner Improvisation auf einem Teilst\u00fcck der Klarinette.<\/p>\n<p>Rektorin Ulrike Sych und Vizerektorin Gerda M\u00fcller betonten in ihren Gru\u00dfworten die unverhandelbaren Werte der mdw, die ihre Umsetzung auch in der von vielen Universit\u00e4tsangeh\u00f6rigen gemeinsam erarbeiteten Diversit\u00e4tsstrategie finden.<\/p>\n<p>In der ersten Keynote gab Michael Duscher, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der N\u00d6 Kulturlandeshauptstadt St. P\u00f6lten GmbH, detaillierten Einblick in die Bewerbung St. P\u00f6ltens als Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt 2024. Aus einer B\u00fcrgerinitiative entstanden, steht die Einbindung der B\u00fcrger_innen in den gesamten Bewerbungsprozess weiterhin im Zentrum aller \u00dcberlegungen des Teams. Durchaus selbstkritisch hinterfragte Michael Duscher dabei, welche Teile der Bev\u00f6lkerung bis dato tats\u00e4chlich in den Prozess eingebunden und mit den Aktionen erreicht werden konnten \u2013 und welche (noch) nicht.<\/p>\n<p>Helen Marriage, Direktorin von Artichoke, erz\u00e4hlte in ihrer inspirierenden Keynote von ihrem Anspruch, Menschen mit ihren Gro\u00dfprojekten im \u00f6ffentlichen Raum ins Staunen zu versetzen. Sie sprach von der Hartn\u00e4ckigkeit, die es braucht, um diese Projekte durchzusetzen, und verriet, wie sie ihre Gegen\u00fcber in Verhandlungen dazu bringt, \u201eYes\u201c zu sagen und ihren jeweiligen Beitrag zum Gelingen der Projekte zu leisten. Ein ihr wichtiges Anliegen war der Rat an die jungen Kulturmanager_innen, Projekte selbst umzusetzen, anstatt darauf zu warten, dass andere t\u00e4tig werden.<\/p>\n<p>Im anschlie\u00dfenden von Monika Mokre von der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften moderierten Gespr\u00e4ch diskutierte die Kulturstadtr\u00e4tin der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler mit den beiden Vortragenden \u00fcber das Zusammenspiel von Politik und Kunst, insbesondere in Hinblick auf implizite und explizite In- und Exklusionsmechanismen. Ein Fazit der Diskussion: \u201eWe need a kind of anarchy in the city!\u201d<\/p>\n<p><strong>Paper Sessions, Workshops und Film Screening <\/strong><\/p>\n<p>Die Paper Sessions boten den Pr\u00e4sentierenden die Gelegenheit, ihre Forschung zu Fragen von kultureller Vielfalt und b\u00fcrgerschaftlichem Engagement fokussiert mit einem Fachpublikum zu teilen. Die Auswahl der Beitr\u00e4ge basierte dabei auf einem double-blind Peer Review-Verfahren.\u00a0 Aktuelle Trends wie Crowdfunding und Co-Creation im Hinblick auf die F\u00f6rderung kultureller Vielfalt, Diversit\u00e4t und Migration als Herausforderung f\u00fcr Kulturinstitutionen, Vielfalt in Bezug auf spezifische Ausdrucksformen wie Musik oder Bildende K\u00fcnste, gesellschaftliche Fragen im Bereich Partizipation und Stadtentwicklung, \u00a0Konzepte von Artistic Citizenship und k\u00fcnstlerische Praktiken, Anspr\u00fcche von Corporate Citizenship und Bedingungen der Governance und Kulturpolitik wurden anhand zahlreicher Beispiele aus dem Kulturbereich verhandelt. Auch der wissenschaftliche Kanon und Kulturmanagement-Curricula wurden in Hinblick auf Fragen der Vielfalt kritisch diskutiert. Die Workshop-Formate involvierten die Teilnehmenden aktiv und kreativ und gaben die M\u00f6glichkeit, Methoden der k\u00fcnstlerischen Forschung zu erproben. Ein Open Space zu Diversity und das von der Stabstelle Gleichstellung, Gender Studies und Frauenf\u00f6rderung co-finanzierte Filmscreening samt Diskussion mit der Regisseurin erg\u00e4nzten das Programm.<\/p>\n<p><strong>Round-Table<\/strong><\/p>\n<p>Der Round-Table zum Thema Corporate Citizenship setzte den Fokus auf die Frage, was Unternehmer_innen und Unternehmen dazu bewegt, sich gesellschaftlich zu engagieren \u2013 in diesem Fall besonders im Bereich der Kunst. Der Moderatorin Annemarie T\u00fcrk gelang es dabei hervorragend, im Gespr\u00e4ch mit den G\u00e4sten (Volkmar Klien, Komponist, JKU Linz; Gabriele Schor, Leiterin der Sammlung Verbund; Christian Steinmayr, Steinmayr\u00a0 &amp; Co Insurance Brokers GmbH) herauszuarbeiten, welche Motive und Eigenlogiken dabei zum Tragen kommen, wie diese an die handelnden Personen gebunden sind und welche Formen die Zusammenarbeit mit K\u00fcnstler_innen annehmen kann, wenn sie auf Augenh\u00f6he geschieht.<\/p>\n<p><strong>Study Trips \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen der Tagung wurde an zwei Nachmittagen die M\u00f6glichkeit geboten, in die Wiener Kulturlandschaft einzutauchen. Beim Besuch der <em>Wiener Staatsoper <\/em>f\u00fchrte Direktor Meyer die Teilnehmer_innen pers\u00f6nlich durch das Haus und nahm sich anschlie\u00dfend viel Zeit f\u00fcr den Director\u2019s Talk.<\/p>\n<p>Im <em>WUK <\/em>stellten Esther Holland-Merten und Ulli Koch die von ihnen geleitete Sparte der <em>performing arts <\/em>vor und diskutierten mit den G\u00e4sten sowie dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des WUK und einer Vertreterin des Bereichs Autonomie \u00fcber die Strukturen des WUK im umfassenderen Sinne.<\/p>\n<p>Nicole Marte gab als Direktorin des <em>Zentrum f\u00fcr Musikv<\/em><em>ermittlung (ZMV 14) <\/em>Einblick in die aus einer B\u00fcrgerinitiative entstandene private Musikschule. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine L\u00fccke im Bereich des Instrumentalunterrichts im 14. Wiener Gemeindebezirk zu schlie\u00dfen und lebt dabei weiterhin stark von ihrer lokalen Einbettung. Die internationalen Besucher_innen \u00e4u\u00dferten Pl\u00e4ne, \u00e4hnliche Strukturen auch in ihren jeweiligen Heimatst\u00e4dten aufzubauen.<\/p>\n<p>Im <em>exil.arte Zentrum der mdw <\/em>f\u00fchrte Gr\u00fcnder und Direktor Gerold Gruber nach einem kurzen Abriss \u00fcber die Entstehungsgeschichte des Zentrums durch die aktuelle Ausstellung <em>Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien<\/em>. Im Anschluss diskutierte er mit den Teilnehmer_innen \u00fcber M\u00f6glichkeiten und Herausforderungen zur Wiederherstellung wichtiger durch das Dritte Reich verursachter L\u00fccken in der \u00f6sterreichischen Musikgeschichte.<\/p>\n<p><strong>Neuwahl des Vorstands des Fachverbands Kulturmanagement <\/strong><\/p>\n<p>Den Abschluss der Tagung bildete die Mitgliederversammlung samt Neuwahl des Vorstands des Fachverbands Kulturmanagement. Der Verband agiert als Zusammenschluss akademisch lehrender und forschender Kulturmanager_innen im deutschsprachigen Raum (Deutschland-\u00d6sterreich-Schweiz). Mit Dagmar Abfalter (mdw), Vera Allmanritter (Kulturmanagerin\/Forscherin, Berlin) Leticia Labaronne (Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften), Anke Schad (mdw\/Forscherin, Evaluatorin und Beraterin, Wien) sowie Nina Tessa Zahner (Kunstakademie D\u00fcsseldorf) wird er f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Jahre von einem f\u00fcnfk\u00f6pfigen Vorstand geleitet.<\/p>\n<p>Passend zum Konferenzthema \u2013 und unterst\u00fctzt von <em>gr\u00fcne mdw<\/em> \u2013 wurde die Tagung als (zertifiziertes) Green Meeting organisiert. Auch die sozialen Events vom Meet &amp; Greet an der mdw am Donnerstagabend bis zur Conference Party am Freitagabend in der Lounge der Kunsthalle Wien wurden durch hervorragende regionale Bioweine und -schmankerln kulinarisch aufgewertet.<\/p>\n<p><strong>ACMC \u2013 Arts and Cultural Management Conference for Students and Young Professionals<\/strong><\/p>\n<p>Ebenso erfolgreich wie die Fachverbandstagung verlief die zweite Auflage der Arts and Cultural Management Conference for Students and Young Professionals. Sie wurde von drei Studentinnen des IKM-Kulturmanagement-Lehrgangs organisiert und versammelte diesmal 145 Teilnehmer_innen aus 10 L\u00e4ndern (mit 21 Nationalit\u00e4ten!) zu einem intensiven dreit\u00e4gigen Austausch. Die Formate reichten dabei von Keynotes (Milena Dragi\u0107evi\u0107 \u0160e\u0161i\u0107, Raphaela Henze) und Round-Tables \u00fcber Paper Presentations und Workshops hin zu einer Fuck-up Night und einem K\u00fcnstler_innenfr\u00fchst\u00fcck. Netzwerken mit Kaffeehauscharakter kam dabei ebenso wenig zu kurz wie das gemeinsame Feiern. Mehr Infos: <a href=\"https:\/\/acmconference.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">acmconference.com<\/a><\/p>\n<p><strong>Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>Die 3. ACMC bleibt international und wird 2020 in Groningen in den Niederlanden wieder von Kulturmanagement-Studierenden organisiert.<\/p>\n<p>Die 13. Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement 2020 bleibt hingegen in der DACH-Region und wird voraussichtlich von der Kunstakademie D\u00fcsseldorf ausgerichtet.<\/p>\n<p>Mehr Infos zu den Themen der kommenden Tagungen sowie die Call for Papers finden Sie zeitnah auf der Fachverbandswebsite:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.fachverband-kulturmanagement.org\/category\/tagungen-des-fachverbandes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fachverband-kulturmanagement.org\/category\/tagungen-des-fachverbandes<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckblick zur 12. Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement an der mdw, 9. \u2013 12. J\u00e4nner 2019 Dagmar Abfalter, Katharina Pfennigstorf, Anke Schad Kulturelle Vielfalt, \u201eDiversity\u201c, als Modebegriff, als gesellschaftliches Ziel, als politisch polarisierendes Konzept, begegnet uns in unterschiedlichen Kontexten. 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