{"id":2548,"date":"2019-02-25T16:10:29","date_gmt":"2019-02-25T15:10:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2548"},"modified":"2019-02-27T15:27:07","modified_gmt":"2019-02-27T14:27:07","slug":"musikgeschichte-anders-erzaehlen-musikhistorische-forschung-mit-audiovisuellen-quellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2019\/02\/25\/musikgeschichte-anders-erzaehlen-musikhistorische-forschung-mit-audiovisuellen-quellen\/","title":{"rendered":"Musikgeschichte (anders?) erz\u00e4hlen: Musikhistorische Forschung mit audiovisuellen Quellen"},"content":{"rendered":"<strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2722\" aria-describedby=\"caption-attachment-2722\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2722\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/1929-04-20_radiowelt-titelblatt.jpg\" alt=\"Zeitschrift Radiowelt\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/1929-04-20_radiowelt-titelblatt.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/1929-04-20_radiowelt-titelblatt-218x300.jpg 218w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2722\" class=\"wp-caption-text\">Titelblatt der Zeitschrift &#8222;Radiowelt&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird unsere (Um-)Welt zunehmend von medial vermittelten Kl\u00e4ngen und Bildern bestimmt. Ihre digitale Speicherung hat die Vielfalt und den Umfang dieses Repertoires betr\u00e4chtlich anwachsen lassen. Musik und Klang pr\u00e4gen solche audiovisuellen Medien und beeinflussen dadurch unsere sozialen Beziehungen: Sie haben Funktionen f\u00fcr das kulturelle Ged\u00e4chtnis von Gruppen und Einzelnen, sie sind mit Gef\u00fchlen verbunden und markieren besondere Rituale und Ereignisse.<\/p>\n<p>Ausgehend von diesem Umstand ist das seit Sommer 2017 bestehende Projekt <em>Telling Sounds<\/em> damit befasst, eine konsequent auf (audio-)visuellen Quellen beruhende (musik-)historische Darstellung zu entwickeln und dabei deren Spezifika im Unterschied zu traditionellen Erz\u00e4hlweisen zu beachten.<\/p>\n<p><strong>Musikgeschichte erz\u00e4hlen<\/strong><\/p>\n<p>Die Bedeutung der unmittelbaren Verf\u00fcgbarkeit einer zunehmenden Menge (audio-)visueller Dokumente liegt f\u00fcr die Musikwissenschaft darin, dass sich der Fokus der Vorgangsweise auf das H\u00f6ren verschiebt und dass damit letztlich auch eine Verbindung zu p\u00e4dagogischer beziehungsweise k\u00fcnstlerischer Arbeit gegeben ist. Die Einbettung von Musik in Radiosendungen, Reportagen, Dokumentationen und Filmen verweist auf die Historizit\u00e4t von musikalischen Ph\u00e4nomenen, die jenseits der gro\u00dfen Erz\u00e4hlung von in kulturellen Zentren wirkenden \u201eTonheroen\u201c zu beobachten sind. Die im Zuge des Projekts verwendeten Dokumente stehen zudem auf vielf\u00e4ltige und sehr unterschiedliche Weise mit Musik(en) in Zusammenhang: In Dokumenten, die aus unterschiedlichen akustischen, visuellen oder audiovisuellen Elementen zusammengesetzt sind, verweisen diese m\u00f6glicherweise jeweils auf verschiedene Zeiten, Institutionen, Ereignisse, Orte, Personen und Repertoires, deren Zusammentreffen ein lineares Verst\u00e4ndnis von Geschichte f\u00fcr sich genommen schon infrage stellt. Um solche Dokumente auch \u00fcber die Grenzen unterschiedlicher Sammlungen und Dokumenttypen hinaus aufeinander beziehen zu k\u00f6nnen, werden f\u00fcr ihre Sedimentierung, also das Erfassen ihrer einzelnen Bestandteile, Methoden der Oral History, der Medien- und Filmwissenschaft, der Musikanalyse und der Performance Studies miteinander kombiniert.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2550\" aria-describedby=\"caption-attachment-2550\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2550\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Digitalisierung_Aufnahmen.jpg\" alt=\"Digitalisierung Aufnahmen\" width=\"1000\" height=\"665\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Digitalisierung_Aufnahmen.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Digitalisierung_Aufnahmen-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Digitalisierung_Aufnahmen-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Digitalisierung_Aufnahmen-850x565.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2550\" class=\"wp-caption-text\">Digitalisierung von Aufnahmen \u00a9Phonogrammarchiv der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Technische Herausforderungen<\/strong><\/p>\n<p>Die historiografische Innovation erfordert auch in technischer Hinsicht einen kreativen Ansatz \u2013 denn die inzwischen auch in der Musikwissenschaft zunehmend wahrgenommene, von den Digital Humanities angetriebene Zusammenstellung und Aufbereitung einschl\u00e4giger Dokumente muss in diesem Fall mit zus\u00e4tzlichen Komplexit\u00e4ten fertigwerden, die im Rahmen der begrenzten (zeitlichen, finanziellen, aber auch personellen) Ressourcen des Projekts eine besondere Herausforderung sind. Allerdings kommt dies den Forschungszielen von <em>Telling Sounds <\/em>entgegen, weil sich daraus ein st\u00e4ndiges \u201eIneinanderwirken\u201c beider Aspekte und damit eine enge Zusammenarbeit des gesamten Teams ergibt, denn die Aufarbeitung der audiovisuellen Quellen, Querverweise etc. stellt eine eigene Forschungsleistung dar, die nachvollziehbar sein soll, indem beispielsweise Erkenntnisse zu einem Dokument einer bestimmten Forschungsfrage zugeordnet werden k\u00f6nnen. Da ein automatisiertes Mapping infrage kommender Dokumente aufgrund der unterschiedlichen Aufnahmearten der einzelnen Sammlungen nicht m\u00f6glich ist, werden sie f\u00fcr die Fallstudien, welche die inhaltliche Arbeit vorantreiben, \u201emanuell\u201c zusammengestellt und mit zus\u00e4tzlichen projektspezifischen Metadaten angereichert. F\u00fcr jedes Dokument werden die damit verbundenen Personen, Orte, Institutionen, Zeiten, Ereignisse und musikalischen Repertoires in einer eigens entwickelten Forschungssoftware erfasst. Diese Erfassung setzt allerdings eine Sedimentierung des einzelnen Dokuments, bzw. seiner Bedeutungs- und Medienschichten voraus: Die genannten Kategorien k\u00f6nnen unmittelbar in die Entstehung des Dokuments involviert sein oder aber in diesem erw\u00e4hnt werden bzw. erklingen. Um die Mehrschichtigkeit von Bez\u00fcgen und Umkehrbarkeit von Beziehungen in der stetig wachsenden, projektinternen Erfassung audiovisueller Dokumente festzuhalten und darstellbar zu machen, basiert das Forschungstool auf den Technologien und Prinzipien von Linked Open Data. Die im Rahmen dieser Forschungsarbeiten entstehende Plattform soll auch zuk\u00fcnftiges Forschen im Rahmen dieser Forschungsarbeiten eine SEMANTIC WEB lesbare Datenbank entstehen, die auch zuk\u00fcnftiges Forschen mit audiovisuellen Dokumenten an der mdw erm\u00f6glichen, erleichtern und f\u00f6rdern soll.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2551\" aria-describedby=\"caption-attachment-2551\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2551\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Webinhalte_Mediathek.png\" alt=\"Mediathek\" width=\"1000\" height=\"670\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Webinhalte_Mediathek.png 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Webinhalte_Mediathek-300x201.png 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Webinhalte_Mediathek-768x515.png 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Webinhalte_Mediathek-850x570.png 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2551\" class=\"wp-caption-text\">Zusammenstellung von Tontr\u00e4gern \u00a9\u00d6sterreichische Mediathek<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der Kongress<\/strong><\/p>\n<p>Die transdisziplin\u00e4re Ausrichtung der Projektarbeit hat zur Folge, dass \u00fcber die an der mdw versammelten wissenschaftlichen Expertisen hinaus eine Reihe grunds\u00e4tzlicher Fragen an eine internationale Community zu richten ist. Dies wird in dem vom 14. bis 17. M\u00e4rz stattfindenden Kongress <em>MUSIC\/\/MEDIA\/\/HISTORY. Re-Thinking Musicology in an Age of Digital Media<\/em> unternommen, der folgenden Themenschwerpunkten gewidmet ist:<\/p>\n<ul>\n<li>Analyse von AV-Dokumenten und ihre Kontexte,<\/li>\n<li>methodische Fragen, einschlie\u00dflich der Auswirkungen solcher Bez\u00fcge auf Forschung, Bildung und die Popularisierung von Wissen (Zeitgeschichte, Musikwissenschaft, Medienwissenschaft),<\/li>\n<li>Archive des kulturellen Ged\u00e4chtnisses aus kulturwissenschaftlicher Perspektive,<\/li>\n<li>die Digitalisierung und ihre Folgen auf die Forschungspraxis und die Popularisierung von Forschungsergebnissen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle Infos zum Projekt und dem Kongress unter: <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/imi\/tellingsounds\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mdw.ac.at\/imi\/tellingsounds<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird unsere (Um-)Welt zunehmend von medial vermittelten Kl\u00e4ngen und Bildern bestimmt. Ihre digitale Speicherung hat die Vielfalt und den Umfang dieses Repertoires betr\u00e4chtlich anwachsen lassen. Musik und Klang pr\u00e4gen solche audiovisuellen Medien und beeinflussen dadurch unsere sozialen Beziehungen: Sie haben Funktionen f\u00fcr das kulturelle Ged\u00e4chtnis von Gruppen und Einzelnen, &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":138,"featured_media":2550,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[705,616,615,723,53,722,619,33,154,721,52],"class_list":["post-2548","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-research","tag-2019-1","tag-archiv","tag-archive","tag-digitalisierung","tag-forschung","tag-music-history","tag-musikgeschichte","tag-research","tag-science","tag-telling-sounds","tag-wissenschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/138"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2548"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2548\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2723,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2548\/revisions\/2723"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}