{"id":2273,"date":"2018-11-29T09:22:18","date_gmt":"2018-11-29T08:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2273"},"modified":"2018-11-29T12:17:44","modified_gmt":"2018-11-29T11:17:44","slug":"ich-bewerte-nicht-ich-beobachte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/11\/29\/ich-bewerte-nicht-ich-beobachte\/","title":{"rendered":"\u201eIch bewerte nicht, ich beobachte\u201c"},"content":{"rendered":"<strong>Im Juni wurde die Ethnomusikologin, mdw-Professorin und Institutsleiterin Ursula Hemetek als erste Wissenschaftlerin einer Kunstuniversit\u00e4t mit dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnet. Der \u201eAustro-Nobelpreis\u201c ist mit 1,4 Millionen Euro dotiert. Eine Summe, die auch den mdw-Campus nachhaltig befruchten soll. Mit dem <em>mdw-Magazin<\/em> sprach die Expertin f\u00fcr Minderheitenforschung \u00fcber Kampfgeist, Konsequenz und das Zuh\u00f6ren als wichtigstes Instrument in der Ethnomusikologie.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2276\" aria-describedby=\"caption-attachment-2276\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2276\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek.jpg\" alt=\"Ursula Hemetek\" width=\"1000\" height=\"747\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek-768x574.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek-850x635.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2276\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Was war ihr erster Gedanke, als Sie vom Wittgenstein-Preis erfahren haben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ursula Hemetek (UH):<\/strong> Was f\u00fcr eine Anerkennung f\u00fcr dieses Fach, ein \u201eOrchideenfach\u201c wie die Ethnomusikologie! Das war meine erste Reaktion. Die meisten wissen nicht mal, was das ist. Und dann noch f\u00fcr ein Gebiet wie die Minderheitenforschung ausgezeichnet zu werden \u2013 das h\u00e4tte ich nicht zu tr\u00e4umen gewagt. Etwas Besseres kann dir in einem Forscher_innenleben nicht passieren.<\/p>\n<p><strong>Ihr Institut hei\u00dft Volkmusikforschung und Ethnomusikologie. Worum geht es eigentlich?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Wir besch\u00e4ftigen uns mit Musik im sozialen Zusammenhang und ihrer Bedeutung f\u00fcr die Menschen, die sie produzieren oder konsumieren. \u201eEthnomusicology\u201c ist der international eingef\u00fchrte, \u00fcbergeordnete Begriff. Aber es betrifft grunds\u00e4tzlich alle Musikstile der Welt, selbstverst\u00e4ndlich auch die \u00f6sterreichische Volksmusik. Die Unterscheidung von Fremdem und Eigenem ist \u00fcberholt. Es geht um die Methodik, die\u00a0Feldforschung. Gerlinde Haid und ich haben jahrelang dar\u00fcber diskutiert und schlussendlich beschlossen, zwei verschiedene F\u00e4cher \u2013 Volksmusikforschung und Ethnomusikologie \u2013 anzubieten, einfach weil die Fachtraditionen und die Geschichte so unterschiedlich sind. Das eine geht u. a. auf Herder und die sp\u00e4tere Nationenwerdung im 19. Jahrhundert zur\u00fcck \u2013 Laien wollten der \u201eStimme des Volkes\u201c nachsp\u00fcren \u2013, das andere basiert auf der vergleichenden Musikwissenschaft und einer kolonialistischen Vergangenheit, als Menschen mit Phonographen ausr\u00fcckten, um die Musik der \u201eprimitiven V\u00f6lker\u201c aufzuzeichnen und ihr evolutionistisches Weltbild zu st\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Sie haben \u00fcber die Musik der Burgenland-Kroat_innen dissertiert, forschen seit 1988 \u00fcber Roma-Musik in \u00d6sterreich und engagieren sich mit ihrer Aufkl\u00e4rungs- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Warum?<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2277\" aria-describedby=\"caption-attachment-2277\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2277\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek2.jpg\" alt=\"Wittgenstein-Preis\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek2.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek2-208x300.jpg 208w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2277\" class=\"wp-caption-text\">Wittgenstein-Preis \u00a9Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>UH:<\/strong> Ungerechtigkeiten haben mich immer auf die Palme gebracht. Ich bin in einer katholischen Ortschaft aufgewachsen, war aber evangelisch. Dadurch hab ich schon als Kind erfahren, was Diskriminierung bedeutet. Und dann hab ich, die Apothekerstochter, einen sogenannten \u201eTschuschen\u201c \u2013 so hat das bei uns am Land gehei\u00dfen \u2013 geheiratet und hautnah erfahren, wie es meinem Mann als \u201eAusl\u00e4nder\u201c im Alltag geht, wenn er z. B. mit seinem Akzent eine Wohnung sucht. D. h. ich war oft eine, die aufgrund von Anderssein um ihre Position k\u00e4mpfen musste. \u00dcbung ist gut und f\u00fchrt irgendwann zu einem professionellen Umgang mit solchen Mechanismen. Mit der Roma-Forschung wurde mir dann klar, dass die Forschung nicht prim\u00e4r meiner wissenschaftlichen Profilierung dienen kann, sondern auch gesellschaftspolitisch Zeichen setzen muss, wenn ich mit Menschen arbeite, die derartig diskriminiert werden. Was ich von au\u00dfen sehe, ist, dass durch die Anerkennung als Volksgruppe 1993 zumindest ein rechtlicher Rahmen geschaffen wurde, um Respekt einfordern zu k\u00f6nnen. Es gibt inzwischen viele Roma-Vereine und eine junge Generation, die sich selbstbewusst zu Wort meldet. Das ist sch\u00f6n zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Wie stehen Sie zu dem Hype, den Emir Kusturica und Goran Bregovi\u0107 in den 1990er-Jahren ausl\u00f6sten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Time of the Gypsies war ein Film, der wesentlicher zum Balkan-Boom beigetragen hat. Aber er hat mit manchen Musikstilen der Roma in \u00d6sterreich wenig bis\u00a0gar nichts zu tun. Bregovi\u0107 hat sich verschiedene Roma-Musikstile aus dem ehemaligen Jugoslawien angeeignet, die regional gebunden sind, und sie dann genial im Film eingesetzt. Eine k\u00fcnstlerisch legitime \u00dcberzeichnung, ja, aber ich kann mich erinnern, dass die Roma nicht nur gl\u00fccklich waren, weil er ein stereotypes Bild gezeichnet hat, mit dem sie sich nicht identifiziert haben. Andererseits hat der Boom vielen Musiker_innen Auftrittsm\u00f6glichkeiten verschafft.<\/p>\n<p><strong>Ist es nicht problematisch, wenn \u201eauthentische\u201c Feldaufnahmen zur Grundlage f\u00fcr neue, hybride Musikstile werden?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Die Balkansounds, die fragmentiert in die Diskos eingeflossen sind, meinen Sie? Also ich bewerte nicht, ich beobachte. Wichtig ist, wie die betroffenen Menschen dazu stehen. Es geht um ihre kulturellen Ausdrucksformen. Wenn Menschen ausgebeutet werden, find ich es nicht in Ordnung, aber wenn es zur Thematisierung und Popularisierung einer Volksgruppe beitr\u00e4gt, find ich es gut.<\/p>\n<p><strong>Feldforschung verlangt souver\u00e4nen Umgang mit der Technik \u2026<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Ich habe meine Feldforschung 1978 noch mit Magnetb\u00e4ndern gemacht, die Aufnahmeger\u00e4te wogen damals 15 bis 20 kg. Ich musste sie \u00fcber der Schulter tragen und mitmarschieren, z. B. bei den Hochzeiten, die ich dokumentiert habe. Mit den Mini-Nagras und dann dem DAT-Recorder wurde es leichter, weniger auffallend. Heute arbeiten wir mit Zoom-Ger\u00e4ten und setzen eine Videokamera ein. Zuletzt haben wir mit gefl\u00fcchteten Jugendlichen aus Afghanistan gearbeitet und sie zu ihren musikalischen Pr\u00e4ferenzen befragt. Eine Feldforschung, die nur mit dem Handy funktionierte, weil sie uns sofort im Netz gezeigt haben, wer ihr Star ist, was sie am liebsten h\u00f6ren und was das mit ihrem Leben zu tun hat. Das war eine neue Erfahrung.<\/p>\n<p><strong>Wie haben Sie die Arbeit an der mdw in den vergangenen 31 Jahren erlebt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Die Ethnomusikologie musste sich ihren Platz hier erst erk\u00e4mpfen. Die Vorarbeit, andere Musikstile hereinzubringen, lag bei Walter Deutsch und der Volksmusikforschung. Ich war mit meiner vergleichenden Musikwissenschafts-Ausbildung damals, als ich an die mdw kam, die Au\u00dfenseiterin. Aber der Ansatz der Applied Ethnomusicology hat meiner Entwicklung gutgetan, gerade an diesem Institut war man sehr anwendungsorientiert unterwegs. Ich wollte \u201eidentit\u00e4tstragende Musik\u201c untersuchen. Meinen Minderheitenforschungen ist man immer relativ positiv gegen\u00fcbergestanden, je nach Rektorat. Wohingegen Kolleg_innen meiner Besch\u00e4ftigung mit Roma anf\u00e4nglich mit Unverst\u00e4ndnis und Vorurteilen begegnet sind. Da haben manche zu mir gesagt: \u201eDu wei\u00dft aber schon, dass die stehlen, da musst aufpassen.\u201c Auf dem Niveau war der Informationsstand damals. Zu meiner ersten Lehrveranstaltung zum Thema Minderheiten im Jahr 1992 kamen viele ausl\u00e4ndische Studierende, das wurde mit Skepsis gesehen. Aber das hat sich ge\u00e4ndert. Heute ist unsere Uni stolz darauf, 46 Prozent ausl\u00e4ndische Studierende zu haben. Das ist ein \u2013 auch ethnomusikologisch \u2013 gro\u00dfes Potenzial: Diese Studierenden bringen andere Musiksprachen mit, sind unter Umst\u00e4nden in anderen traditionellen Instrumenten geschult und damit die besten Mediator_innen.<\/p>\n<p><strong>Sie haben nie bereut, an einer Kunstuniversit\u00e4t zu sein?<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2278\" aria-describedby=\"caption-attachment-2278\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2278\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek3.jpg\" alt=\"Ursula Hemetek\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek3.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/hemetek3-246x300.jpg 246w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2278\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>UH:<\/strong> Nein, dieses Haus hat mir ein Dach gegeben und daf\u00fcr bin ich dankbar. So konnte ich \u00fcber 30 Jahre lang konsequent meinen Forschungsinteressen folgen, sie etablieren, publizieren und mein Wissen an Studierende weitergeben. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Was das Betreuungsverh\u00e4ltnis betrifft \u2013 im Vergleich zur Universit\u00e4t Wien, wo ich habilitiert bin und auch unterrichte, leben wir hier auf einer Insel der Seligen. Ich kann mich aufgrund der geringeren Studierendenzahlen einzelnen Studierenden richtig widmen. Und wir unterliegen nicht diesen schrecklichen Punkteevaluierungskriterien \u2013 auch wenn wir transparent und gesetzeskonform evaluieren. Noch ein Vorteil ist die hervorragende Struktur, wodurch die wissenschaftlichen Institute voneinander getrennt sind und nicht gegeneinander antreten m\u00fcssen. Ethnomusikologie, Musiksoziologie, historische Musikwissenschaft, Popularmusikforschung etc. sind eigenst\u00e4ndige F\u00e4cher. Aber nat\u00fcrlich gab es hier immer den Kampf um die Stellung der Wissenschaft, eben nicht nur \u201eNebenfach\u201c f\u00fcr die Studierenden zu sein. Mit dem Wittgenstein-Preis ist der Stellenwert nun gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p><strong>Welche Pl\u00e4ne verfolgen Sie mit dem Preisgeld?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Ich m\u00f6chte ein Forschungszentrum f\u00fcr ethnomusikologische Minderheitenforschung gr\u00fcnden. Dieser inzwischen weltweit etablierte Ansatz soll einen Ort\u00a0bekommen. Die Universit\u00e4t hat mir R\u00e4ume zugesagt. Es wird jedenfalls eine eigene Organisationseinheit, die sich ausschlie\u00dflich der Forschung widmet und getrennt ist vom Institut f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, wo ja auch die Lehre wesentlich ist. \u00dcber den Namen denken wir noch nach. Die Nachhaltigkeit soll durch Pr\u00e4- und Postdoc-Stellen gesichert sein. Andererseits will ich eng mit NGOs zusammenarbeiten, weil mir die gesellschaftspolitische Umsetzung von Forschungsergebnissen immer wichtig war. Es soll ein lebendiges, internationales Forschungszentrum werden, das auch nach den ersten f\u00fcnf finanziell gesicherten Jahren weiter bestehen soll, was die Einwerbung von Drittmitteln n\u00f6tig machen wird.<\/p>\n<p><strong>Werden Sie dann noch zum Forschen kommen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Das ist die gro\u00dfe Frage. Ich lehre, ich publiziere, ich bin universit\u00e4tspolitisch t\u00e4tig \u2013 und wann forsche ich? Andererseits erm\u00f6glicht diese Einbindung, ein Fach zu platzieren, was ich erfolgreich getan habe. Unser Institut ist von drei auf 13 Personen gewachsen. Das ist nicht nichts. Es gilt international als eine der wichtigsten Einrichtungen f\u00fcr Ethnomusikologie. Wir sind auch dank unserer Publikationen und \u00d6ffentlichkeitsarbeit sichtbar. Das war wohl auch ein Grund, warum ich 2017 Generalsekret\u00e4rin des ICTM (International Council for Traditional Music) geworden bin. Aber es ist ein Dilemma. Ich habe viel geforscht in den letzten 30 Jahren, habe eine riesige Sammlung von Tondokumenten und schau oft und gerne zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Meine Aufgabe am Forschungszentrum liegt meiner Meinung nach jedenfalls darin, die Dinge inhaltlich zusammenzufassen, Synergien herzustellen und jungen Forscher_innen eine Chance zu geben. Wir m\u00fcssen an der Theorie- und Methodenbildung arbeiten. Roma-Musik soll ein Thema werden, denn dazu sehe ich nicht viele Forschungsarbeiten. Und zu aktuellen politischen Themen, zu Gefl\u00fcchteten etwa, werden wir auch sicher Projekte machen. Aber ansonsten will ich mich noch nicht festlegen.<\/p>\n<p><strong>Mit Ihnen sind es jetzt, seit 1986, f\u00fcnf Preistr\u00e4gerinnen. Wo stehen Frauen heute in der akademischen Welt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Als ich dissertiert habe, hat es noch gehei\u00dfen: \u201eEs kommt mir keine weibliche Assistentin \u00fcber die Schwelle.\u201c Das hat sich Gott sei Dank ge\u00e4ndert. Aber es ist ein st\u00e4ndiger Kampf. In puncto Gender-Sensibilisierung hab ich viel von meinen jungen Kolleg_innen, insbesondere Marko K\u00f6lbl, mitgenommen. Es f\u00e4ngt mit der Sprache an. Die Diskriminierungserfahrung, die hab ich, die braucht mir niemand beibringen, aber der Umgang damit und die Wachsamkeit, schon in der Wortwahl herauszuh\u00f6ren, wie der Ansatz des Gegen\u00fcbers ist, das hab ich gelernt.<\/p>\n<p><strong>Worauf sollten Frauen in der Wissenschaft achten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Frauen sollten darauf achten, sich Respekt zu verschaffen und zwar mit allen Mitteln, die eine Universit\u00e4t im organisatorischen Rahmen zur Verf\u00fcgung stellen muss, d. h. sich nichts gefallen lassen und sofort zu reagieren, wenn es zu irgendeinem abwertenden Verhalten kommt. Da setzt unser Haus neue Ma\u00dfst\u00e4be. Und im wissenschaftlichen Bereich: Sich von einem Thema nicht abbringen lassen. Das ist ganz wichtig. Bereit sein zuzuh\u00f6ren und zu lernen. Nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern sich Menschen suchen, die weiterhelfen und einen f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Und sich diesen Menschen gegen\u00fcber dann auch loyal verhalten.<\/p>\n<p><strong>Welche Eigenschaften haben Ihren Erfolg in der Wissenschaft bef\u00f6rdert?<\/strong><\/p>\n<p><strong>UH:<\/strong> Ich bin ein neugieriger Mensch und h\u00f6re anderen Menschen wahnsinnig gern zu. Ich finde Lebensgeschichten, die mir erz\u00e4hlt werden, nicht m\u00fchsam, sondern wirklich spannend. Und Feldforschung ist f\u00fcr mich sowieso der sch\u00f6nste Teil dieser Wissenschaft. Was mir sicher geholfen hat, ist meine soziale Kompetenz und dass ich sehr gut selbstorganisiert bin. Das verdanke ich meinen Kindern. Grunds\u00e4tzlich war es wichtig, konsequent bei einem Thema zu bleiben, das mir wichtig war: die Minderheiten.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juni wurde die Ethnomusikologin, mdw-Professorin und Institutsleiterin Ursula Hemetek als erste Wissenschaftlerin einer Kunstuniversit\u00e4t mit dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnet. Der \u201eAustro-Nobelpreis\u201c ist mit 1,4 Millionen Euro dotiert. Eine Summe, die auch den mdw-Campus nachhaltig befruchten soll. Mit dem mdw-Magazin sprach die Expertin f\u00fcr Minderheitenforschung \u00fcber Kampfgeist, Konsequenz und das Zuh\u00f6ren als wichtigstes Instrument in der &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":125,"featured_media":2276,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[650,279,53,33,154,371,52,672,646],"class_list":["post-2273","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-research","tag-2018-4","tag-ethnomusikologie","tag-forschung","tag-research","tag-science","tag-ursula-hemetek","tag-wissenschaft","tag-wittgenstein-award","tag-wittgenstein-preis"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/125"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2273"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2281,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2273\/revisions\/2281"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2276"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}