{"id":2256,"date":"2018-11-29T09:05:56","date_gmt":"2018-11-29T08:05:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2256"},"modified":"2018-11-29T09:05:56","modified_gmt":"2018-11-29T08:05:56","slug":"rezension-la-cosa-e-scabrosa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/11\/29\/rezension-la-cosa-e-scabrosa\/","title":{"rendered":"Rezension: La cosa \u00e8 scabrosa"},"content":{"rendered":"<strong>Carola Bebermeier, Melanie Unseld (Hg.): <em>\u201eLa cosa \u00e8 scabrosa\u201c. Das Ereignis \u201eFigaro\u201c und die Wiener Opernpraxis der Mozart-Zeit<\/em>. Wien u. a., 2018 (Musik \u2013 Kultur \u2013 Gender, hg. von Dorle Drackl\u00e9, Dagmar von Hoff, Nina Noeske und Susanne Rode-Breymann, Bd. 16)<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2257\" aria-describedby=\"caption-attachment-2257\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2257\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/la_cosa_e_scabrosa.png\" alt=\"La cosa e scabrosa\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/la_cosa_e_scabrosa.png 432w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/la_cosa_e_scabrosa-213x300.png 213w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2257\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9B\u00f6hlau Verlag<\/figcaption><\/figure>\n<p>Theaterauff\u00fchrungen sind immer ein \u201eEreignis\u201c \u2013 auf, hinter und vor der B\u00fchne. Denn selbst in der klassischen B\u00fchnensituation, mit imagin\u00e4rer vierter Wand, braucht Theater als performativer Akt das Publikum. Vor allem die Kom\u00f6die kalkuliert Reaktionen aus dem Saal durch ihre Komik mit ein, die die Darsteller_innen in jeder Auff\u00fchrung immer neu ausbalancieren m\u00fcssen. Die performative Ebene ist also ein fragiles Moment und eine Premiere oft noch nicht die beste Auff\u00fchrung. Demgegen\u00fcber werden Urauff\u00fchrungsrezensionen, auch in der historischen R\u00fcckschau, als verbindliches Werteurteil von Kritik und Publikum herangezogen. Um das Ph\u00e4nomen Musiktheater zu fassen, scheint es also zwingend, dem Aspekt der Kontingenz einer Auff\u00fchrung und der Vielzahl der daran Beteiligten gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Der hier besprochene Band zu W. A. Mozarts <em>Le nozze di Figaro<\/em> versucht, das \u201eEreignis <em>Figaro 1786<\/em>\u201c, wie es die Herausgeberinnen Carola Bebermeier und Melanie Unseld nennen, von verschiedenen Seiten musikkulturellen Handelns in den Blick zu nehmen sowie Werk und Auff\u00fchrung in einem weiter gefassten Kontext der Opernpraxis in Wien zu beleuchten. Die Beitr\u00e4ge gehen dabei auf Vortr\u00e4ge eines Symposiums zur\u00fcck, das die Universit\u00e4t Oldenburg in Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater veranstaltet hatte.<\/p>\n<p>Nach einem kompakten \u00dcberblick zum Konzept des kulturellen Handelns wird dies in den Beitr\u00e4gen der vor allem aus den Bereichen Musik- und Theaterwissenschaft kommenden Autor_innen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: Artikel zum \u201eKommunikationsraum Theater\u201c, also dem Verh\u00e4ltnis von Publikum zur B\u00fchne, \u00fcber das Rezeptionsverhalten des <em>Figaro<\/em>-Publikums, zur Bedeutung von S\u00e4ngerdarsteller_innen f\u00fcr Komposition, Auff\u00fchrung und Wechselwirkung mit dem Publikum sowie zu den Theatergepflogenheiten und Diskursen der Zeit. Interessant ist, auch aus theaterpraktischer Sicht, wie der Oper im Laufe ihrer Rezeptionsgeschichte zunehmend sozialkritische Tendenzen zugeschrieben wurden. Besonders beleuchtet werden auch Fragen nach intertextuellen Bez\u00fcgen, die in der Gattung der Opera buffa, welche sich nicht auf oberfl\u00e4chlichen Witz verl\u00e4sst, sondern auch subversive Komik mit einschlie\u00dft, eine wichtige Funktion haben.<\/p>\n<p>Die Vielfalt der Wechselwirkungen zwischen Werk und Auff\u00fchrung zu er\u00f6rtern, wurzelt in einem antihierarchischen Denken, das den Blick auf die unterschiedlichen Akteur_innen richtet und dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glicht, die Aspekte und Einfl\u00fcsse auf die Entstehung von musiktheatralen Werken sowie deren Produktionsprozesse in einem weiteren Kontext begreifbarer zu machen.<\/p>\n<p>Die durchg\u00e4ngig fundierten und facettenreichen Beitr\u00e4ge vermitteln \u00fcberzeugend, dass man einem \u201eEreignis\u201c wie \u201e<em>Figaro 1786<\/em>\u201c gar nicht anders auf die Spur kommen kann. Diesem Band sind darum viele Leser_innen, gerade auch aus dem Bereich der Theaterschaffenden \u2013 auf, vor und hinter der<br \/>\nB\u00fchne \u2013 zu w\u00fcnschen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carola Bebermeier, Melanie Unseld (Hg.): \u201eLa cosa \u00e8 scabrosa\u201c. Das Ereignis \u201eFigaro\u201c und die Wiener Opernpraxis der Mozart-Zeit. Wien u. a., 2018 (Musik \u2013 Kultur \u2013 Gender, hg. von Dorle Drackl\u00e9, Dagmar von Hoff, Nina Noeske und Susanne Rode-Breymann, Bd. 16) Theaterauff\u00fchrungen sind immer ein \u201eEreignis\u201c \u2013 auf, hinter und vor der B\u00fchne. 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