{"id":2237,"date":"2018-11-29T09:17:07","date_gmt":"2018-11-29T08:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2237"},"modified":"2018-11-29T12:18:51","modified_gmt":"2018-11-29T11:18:51","slug":"alumni-im-fokus-bine-katrine-bryndorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/11\/29\/alumni-im-fokus-bine-katrine-bryndorf\/","title":{"rendered":"Alumni im Fokus \u2013 Bine Katrine Bryndorf"},"content":{"rendered":"<strong>Bereits mit zw\u00f6lf Jahren war Bine Katrine Bryndorf davon \u00fcberzeugt, dass die Orgel ihr Weg sein sollte. Heute unterrichtet sie als Professorin an der Royal Academy of Music in London und ist Schlossorganistin am Schloss Frederiksborg in Hiller\u00f8d, D\u00e4nemark, wo sie unter anderem die weltbedeutende Orgel von Esaias Compenius (1610) w\u00f6chentlich zum Klingen bringt.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2239\" aria-describedby=\"caption-attachment-2239\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2239\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/bine_katrine_bryndorf.jpg\" alt=\"Bine Katrine Bryndorf\" width=\"300\" height=\"884\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2239\" class=\"wp-caption-text\">Bine Katrine Bryndorf ist Schlossorganistin am Schloss Frederiksborg in Hiller\u00f8d, D\u00e4nemark und Professorin f\u00fcr Orgel an der Royal Academy of Music in London. \u00a9Britt Lindemann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bine Katrine Bryndorf war dreizehn Jahre alt, als ihr damaliger Lehrer, Domorganist Kristian Olesen, das erste Mal Kontakt mit ihrem sp\u00e4teren Mentor Michael Radulescu aufnahm, um \u00fcber ein Studium in Wien zu sprechen. Es war dasselbe Jahr, in dem sie erstmals an einem Meisterkurs des ber\u00fchmten Organisten teilnehmen sollte. Bereits damals war klar, dass die talentierte Musikerin nach Vollendung ihrer Schulzeit die Aufnahmepr\u00fcfung an der mdw (damals noch Hochschule) absolvieren sollte. Also machte sie sich eifrig daran, Deutsch zu lernen und besuchte weitere Meisterkurse bei Radulescu in Liechtenstein und D\u00e4nemark.<\/p>\n<p>Mit achtzehn Jahren nach Wien zu kommen, war ein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr die geb\u00fcrtige D\u00e4nin. \u201eIch war anfangs allein in einem Zimmer im 23. Bezirk, hatte einen weiten Weg zur Hochschule und die Sprache war auch anders als im Deutsch-Unterricht des d\u00e4nischen Gymnasiums\u201c, erinnert sie sich. Trotz des schwierigen Einstiegs, fand die junge Studentin schnell Freunde: \u201eEs gab eine wunderbare Gemeinschaft unter den Studierenden in der Seilerst\u00e4tte! Wir verbrachten den ganzen Tag zusammen \u2013 im Chor, in \u00dcbungszimmern, in der Mensa und beim Kaffee im kleinen Aufenthaltsraum.\u201c Eine besondere Inspiration war f\u00fcr sie der Unterricht bei Michael Radulescu. \u201eEine Stunde konnte mich f\u00fcr eine ganze Woche befl\u00fcgeln und f\u00fcr viele \u00dcbungsstunden anspornen.\u201c In ihm sieht sie auch eines ihrer gr\u00f6\u00dften Vorbilder, denn die vier Jahre Studium sowie die anschlie\u00dfende Assistenz haben sie f\u00fcr ihr weiteres Leben beeinflusst. Auch der Tonsatzlehrer ihrer Jugendjahre in der Heimat Bj\u00f8rn Hjelmborg war von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die angehende Organistin. \u201eH\u00e4tte es mit der Orgel nicht geklappt, w\u00e4re ich sicherlich der Musiktheorie nachgegangen.\u201c Sp\u00e4ter fand Bryndorf \u201ewunderbare und bedeutende\u201c Lehrer in Gordon Murray, Daniel Roth und William Porter. \u201eAlle hatten sie Einfluss darauf, dass ich mit gro\u00dfer Begeisterung nicht nur Musikerin, sondern auch Lehrerin geworden bin.\u201c<\/p>\n<p>Bis heute sieht sich die begnadete Musikerin als K\u00fcnstlerin und P\u00e4dagogin gleicherma\u00dfen. Nach ihrer wohl gr\u00f6\u00dften beruflichen Entscheidung im Jahr 2017, ihre Professur in Kopenhagen nach 24 Jahren zu k\u00fcndigen und dem Musikerinnendasein mehr Gewicht zu geben, sie ihre Stelle als Schlossorganistin in Hiller\u00f8d an. Bereits kurz darauf erhielt sie erneut ein Stellenangebot an einer renommierten Musikhochschule: \u201eIch wurde gefragt, ob ich die Professur von Susan Landale in London \u00fcbernehmen m\u00f6chte. Nun unterrichte ich vier Studierende an der Royal Academy of Music, dar\u00fcber freue ich mich riesig!\u201c Im Unterricht entwickelt sich die Musik f\u00fcr Bine Bryndorf oft mehr als im Konzert, denn der Dialog inspiriert sie ganz besonders. Die Verbindung von Konzertt\u00e4tigkeiten und Lehre ist in \u00d6sterreich keine Seltenheit, so kombinieren die meisten Organist_innen ihren Beruf mit einem Job am Musikgymnasium, um davon leben zu k\u00f6nnen. In D\u00e4nemark, so Bryndorf, gibt es mehr als 300 hauptberufliche Kirchenmusikstellen, die zudem gut bezahlt sind, ein Nebenerwerb ist daher nicht zwingend notwendig und findet nur selten statt. Die Herausforderungen f\u00fcr Organist_innen seien eben von Land zu Land sehr unterschiedlich, erkl\u00e4rt sie. \u00dcberall gleich sind ihrer Ansicht nach die T\u00e4tigkeiten von Organist_innen als aktive Konzertgeber_innen, sei es mit Solo-, Chor-, Orchester- oder Kammerkonzerten. Selbst gibt die preisgekr\u00f6nte Organistin ebenfalls gerne Kammermusikkonzerte, hier ist das Cembalo das Instrument ihrer Wahl. \u201eDas Cembalo hat mein musikalisches Umfeld sehr bereichert. Die Orgel kam aber immer zuerst. Sie hat mich von Anfang an eingenommen.\u201c In der Kirchenmusik findet Bryndorf einen weiteren Wegbegleiter. Die Orgelsolistin war schon w\u00e4hrend ihres Studiums in Wien als Kirchenmusikerin t\u00e4tig, ebenso wie in ihrer gesamten Zeit in Kopenhagen. Seit dem Sommer 2017 ist sie nun hauptamtlich Kirchenmusikerin auf Schloss Frederiksborg n\u00f6rdlich von Kopenhagen. Als eine weitere Herausforderung ihres Berufs sieht die erfolgreiche K\u00fcnstlerin die ber\u00fchmte gl\u00e4serne Decke: \u201eIch habe im Studium keinerlei Diskriminierung gesp\u00fcrt, erst sp\u00e4ter auf Konzertreisen. Ich wurde etwa darauf angesprochen, ob ich denn meine Kinder gut genug pflege, wenn ich auch meinem Beruf nachgehe. Ich habe mich oft ge\u00e4rgert, dass m\u00e4nnliche Kollegen offenbar als gute Familienv\u00e4ter gelten, wenn die Frau zu Hause auf die Kinder aufpasst, w\u00e4hrend Frauen als schlechte M\u00fctter gelten, wenn der Vater zeitweise die Pflege der Kinder \u00fcbernimmt.\u201c Allerdings sind es Fragen, die mit den Breitengraden abnehmen. \u201eN\u00f6rdlich von Flensburg gibt es diese Problematik kaum, denn in Skandinavien haben wir sehr viele Kirchenmusikerinnen.\u201c Egal ob Mann oder Frau, am wichtigsten ist laut Bryndorf, dass die Liebe zur Musik und die ansteckende Begeisterung das Leben tragen und begleiten. \u201eWo das gef\u00f6rdert wird, sollte man studieren, und anschlie\u00dfend so vielen anderen Menschen wie \u00fcberhaupt m\u00f6glich weitervermitteln. Unsere Zeit braucht mehr denn je fantastische Musiker_innen und wunderbare Musik!\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits mit zw\u00f6lf Jahren war Bine Katrine Bryndorf davon \u00fcberzeugt, dass die Orgel ihr Weg sein sollte. Heute unterrichtet sie als Professorin an der Royal Academy of Music in London und ist Schlossorganistin am Schloss Frederiksborg in Hiller\u00f8d, D\u00e4nemark, wo sie unter anderem die weltbedeutende Orgel von Esaias Compenius (1610) w\u00f6chentlich zum Klingen bringt. Bine &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":86,"featured_media":2242,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7,13],"tags":[650,74,26,651,75,59,653,652,654],"class_list":["post-2237","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-music","category-report","tag-2018-4","tag-absolvent","tag-alumni","tag-bine-katrine-bryndorf","tag-graduate","tag-mdw-club","tag-organ","tag-orgel","tag-royal-academy-of-music"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/86"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2237"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2424,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2237\/revisions\/2424"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2242"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}