{"id":2171,"date":"2018-09-27T12:38:48","date_gmt":"2018-09-27T10:38:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2171"},"modified":"2018-09-27T12:38:48","modified_gmt":"2018-09-27T10:38:48","slug":"demokratische-partizipation-und-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/09\/27\/demokratische-partizipation-und-musik\/","title":{"rendered":"Demokratische Partizipation und Musik"},"content":{"rendered":"<strong>Bericht zur isaScience-Konferenz 2018<\/strong><\/p>\n<p>Wie kann demokratische Partizipation beim Musikmachen und Musikrezipieren in verschiedenen Gesellschaften, historischen Epochen und Kulturen sowie in Zeiten von Streaming-Plattformen stattfinden? Wie kann Partizipation mithilfe oder auch trotz digitaler Musikproduktion und -distribution erm\u00f6glicht werden? K\u00f6nnen wir mit den nicht mehr ganz so neuen Medien neue \u00d6ffentlichkeiten erschlie\u00dfen und Partizipationsformen entwickeln oder verst\u00e4rkt die Digitalisierung letztlich die alten kolonialen und heteronormativen Monopol- und Machtstrukturen, die gemeinhin mit der Trias \u201eclass, race, gender\u201c benannt werden? Inwiefern bedien(t)en sich autorit\u00e4re Staatsformen musikalischer Mittel zur Durchsetzung antidemokratischer Politik? Welche Bedeutung haben Musik und Tanz in Bezug auf Empowerment und Handlungsmacht marginalisierter Communitys?<\/p>\n<figure id=\"attachment_2173\" aria-describedby=\"caption-attachment-2173\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2173\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/isascience18.jpg\" alt=\"isascience18\" width=\"1000\" height=\"692\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/isascience18.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/isascience18-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/isascience18-768x531.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/isascience18-320x220.jpg 320w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/isascience18-850x588.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2173\" class=\"wp-caption-text\">Das isaScience Team (v. l. n. r.): Fritz Tr\u00fcmpi, Rosa Reitsamer, Marko K\u00f6lbl, Dagmar Abfalter \u00a9isaScience Team<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Thema \u201eParticipatory Approaches to Music &amp; Democracy\u201c der isaScience 2018 war Gegenstand der exzellenten Keynote Lectures von David Hesmondhalgh, Marsha Siefert und Deborah Wong und zog sich als roter Faden durch s\u00e4mtliche Beitr\u00e4ge und Diskussionen. Vom 10. bis 14. August vernetzte die wissenschaftliche Konferenz 49 Vortragende und weitere 30 Teilnehmer_innen aus \u00fcber 20 L\u00e4ndern in der malerischen Kulisse von Reichenau an der Rax. Das Konferenzthema wurde aus der Perspektive unterschiedlicher musikbezogener Disziplinen und Traditionen pr\u00e4sentiert, kritisch analysiert und mit beeindruckender gegenseitiger Wertsch\u00e4tzung diskutiert. In Zeiten weltweiter antidemokratischer Entwicklungen sowie neoliberaler und machtpolitischer Vereinnahmung von Demokratie \u2013 aber auch von Musik \u2013 galt und gilt es weiterhin, den Begriff der Demokratie, ihre Verquickung mit partizipatorischen Zug\u00e4ngen zu Ressourcen, Mitsprache, Macht und Mitgestaltung in Politik, Kultur und Zivilgesellschaft aus m\u00f6glichst vielen wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Forschungsperspektiven zu beleuchten.<\/p>\n<p>Die Bandbreite der vorgestellten Themen war entsprechend gro\u00df. Sie reichte vom Community-Building\u00a0marginalisierter Gruppen wie etwa der queer-feministischen Wiederaneignung traditioneller japanischer Taiko-Musik durch \u201eAsian-American women\u201c unter der aktuellen Trump-Administration \u00fcber die neofaschistische Instrumentalisierung der elektronischen Tanzmusik \u201eHardbass\u201c in L\u00e4ndern des ehemaligen Ostblocks und einer postkolonialen musikethnoarcheologischen Analyse von Orgelpfeifen in Perus Anden bis zur kritischen Lesart der elit\u00e4r-partizipationsfernen Nationalen Musikgesellschaft im Spanien der 1920er-Jahre. Die Diskussionen zeigten deutlich, dass Musik als gesellschaftliche Tatsache des Musizierens und Musikh\u00f6rens nicht losgel\u00f6st von ihren sozialen, politischen und \u00f6konomischen Kontexten gesehen und erforscht werden kann.<\/p>\n<p>Um Musik und Demokratie auf inklusive Weise in einer Gesellschaft zu verwirklichen, gen\u00fcgt es daher nicht, hegemoniales Wissen unkritisch zu wiederholen; vielmehr machten die Konferenzbeitr\u00e4ge die Notwendigkeit deutlich, marginalisierten und unterprivilegierten Gruppen zuzuh\u00f6ren und ihren heterogenen Perspektiven auf musikbezogene gesellschaftspolitische Machtverh\u00e4ltnisse Raum zu geben.<\/p>\n<p>Wesentlich f\u00fcr einen solchen demokratischen Prozess der Partizipation ist eine zwar kontroverse, aber offene und r\u00fccksichtsvolle Kommunikation aller Teilhabenden. Dies ist auch w\u00e4hrend der Konferenz verbl\u00fcffend gut gelungen. Die Vortr\u00e4ge der isaScience 2018 sind ein klares Statement f\u00fcr eine engagierte Wissenschaft, die in ihrer Selbstreflexivit\u00e4t bem\u00fcht ist, tats\u00e4chliche gesellschaftliche Teilhabe an Musik, Tanz, Musikproduktion, Musikkonsum und Musikdistribution voranzutreiben.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/mdw.ac.at\/isa\/isascience\" target=\"_blank\">mdw.ac.at\/isa\/isascience<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Text: Dagmar Abfalter, Marko K\u00f6lbl, Rosa Reitsamer, Fritz Tr\u00fcmpi, Karoline Feyertag &amp; Ferdinand Raditsch (isaScience Team)<\/em>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht zur isaScience-Konferenz 2018 Wie kann demokratische Partizipation beim Musikmachen und Musikrezipieren in verschiedenen Gesellschaften, historischen Epochen und Kulturen sowie in Zeiten von Streaming-Plattformen stattfinden? Wie kann Partizipation mithilfe oder auch trotz digitaler Musikproduktion und -distribution erm\u00f6glicht werden? 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