{"id":2096,"date":"2018-09-27T12:37:57","date_gmt":"2018-09-27T10:37:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2096"},"modified":"2018-09-27T12:37:57","modified_gmt":"2018-09-27T10:37:57","slug":"saengerin-gesangspaedagogin-kunstvermittlerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/09\/27\/saengerin-gesangspaedagogin-kunstvermittlerin\/","title":{"rendered":"S\u00e4ngerin \u2013 Gesangsp\u00e4dagogin \u2013 Kunstvermittlerin"},"content":{"rendered":"<strong>Helga Meyer-Wagner zum 80. Geburtstag<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcckblickend auf eine 30-j\u00e4hrige Gesangskarriere mit einer Entwicklung vom Alt \u00fcber Mezzosopran bis zum dramatischen Sopran und einem Repertoire von mehr als 100 Partien aus drei F\u00e4chern wird Helga Meyer-Wagner nicht m\u00fcde zu erz\u00e4hlen, dass sie zwar schon als Kind sehr gerne gesungen habe, der Berufswunsch S\u00e4ngerin sich aber anfangs eher zuf\u00e4llig im Laufe ihrer Ausbildung zur Musikp\u00e4dagogin entwickelt habe. Dem abgeschlossenen Schulmusik-, Opern- und Konzertfachstudium folgte f\u00fcr die damals bereits dreifache Mutter ein Eleven-Vertrag an der Wiener Volksoper. Folgeengagements f\u00fchrten sie an zahlreiche Opernh\u00e4user und Konzerts\u00e4le Mitteleuropas, wie das Landestheater Linz, das Stadttheater W\u00fcrzburg, die Staatsoper Wien, die Deutsche Oper Berlin oder die <em>Salzburger<\/em> und<em> Bregenzer Festspiele<\/em>, um nur einige wenige Beispiele herauszugreifen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2099\" aria-describedby=\"caption-attachment-2099\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2099\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/helga_meyer-wagner.jpg\" alt=\"Helga Meyer-Wagner\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/helga_meyer-wagner.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/helga_meyer-wagner-231x300.jpg 231w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2099\" class=\"wp-caption-text\">Helga Meyer-Wagner bei der Verleihung des \u00d6sterreichischen Ehrenkreuzes f\u00fcr Wissenschaft und Kunst (16. 12. 2014) \u00a9Georg Stefanik<\/figcaption><\/figure>\n<p>Befragt nach ihren sch\u00f6nsten Erinnerungen antwortet Helga Meyer-Wagner: \u201eMeine Gastspiele an der Wiener Staatsoper als Sesto in <em>La clemenza di Tito\u00a0<\/em>und als Ortrud in\u00a0<em>Lohengrin<\/em> sind f\u00fcr mich als Wienerin absolute H\u00f6hepunkte meiner Karriere, ebenso wie die Altpartie der Magdalena in Kienzls <em>Evangelimann<\/em>, die ich als junge Frau an der Wiener Volksoper an der Seite von Anton Dermota sang \u2013 ein unausl\u00f6schlich tiefes Erlebnis f\u00fcr mich.\u201c<\/p>\n<p>Beginnend mit dem Jahr 1990 f\u00fchrte sie neben ihrer S\u00e4ngerlaufbahn ihre erste gesangsp\u00e4dagogische T\u00e4tigkeit zun\u00e4chst an die Schauspielschule des Wiener Volkstheaters. In weiterer Folge unterrichtete sie dann an der Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien, sowohl am Institut f\u00fcr Gesang und Musiktheater als auch am Antonio Salieri Institut f\u00fcr Gesang und Stimmforschung in der Musikp\u00e4dagogik sowie an der Musik und Kunst Privatuniversit\u00e4t der Stadt Wien. 1999 wurde ihr der Berufstitel Professorin verliehen, 2014 erhielt sie das \u00d6sterreichische Ehrenkreuz f\u00fcr Wissenschaft und Kunst.<\/p>\n<p>Was ihre Leidenschaft, Gesang zu unterrichten, immer befeuerte, beschreibt die Jubilarin mit folgenden Worten: \u201eF\u00fcr mich z\u00e4hlt das Unterrichten zu den K\u00fcnsten. Ich muss auf jede Person, die sich mir anvertraut, gesondert eingehen. Es gibt in meinem Unterricht kein Rezept, das ich f\u00fcr alle anwenden kann. Wenn ich mir ein Bild von den Anlagen und dem K\u00f6nnen der mir Anvertrauten gemacht habe, gebe ich ein ehrliches Urteil ab und versuche das Niveau zu verbessern. Wenn sich dann eine \u00c4nderung in meinem Sinne einstellt, befl\u00fcgelt das meinen Ehrgeiz, das Talent weiterzuentwickeln.\u201c \u00dcberhaupt sollten junge Menschen nur dann den S\u00e4nger_innenberuf anstreben, wenn sie eine gro\u00dfe Leidenschaft daf\u00fcr empfinden. Wenn sie dar\u00fcber hinaus auch den Wunsch versp\u00fcren, die eigene Freude an dieser Kunst weiterzugeben, und es als oberstes Ziel betrachten, die Lust am Singen und am gemeinsamen Musizieren \u2013 von Anfang an auch im Chor \u2013 zu wecken und zu f\u00f6rdern, dann k\u00f6nnen sie auch gute Gesangslehrer_innen werden.<\/p>\n<p>Auf die Frage nach der gr\u00f6\u00dften Tugend beziehungsweise Untugend von Gesangsp\u00e4dagog_innen gibt Helga Meyer-Wagner folgende Antwort: \u201eIch halte die Flexibilit\u00e4t der Anspr\u00fcche und Methoden sowie eine positive Einstellung zu den Studierenden f\u00fcr die wichtigste Tugend. Die gef\u00e4hrlichste Untugend ist f\u00fcr mich das Festhalten an einer Methode, der man sich verpflichtet f\u00fchlt, ohne R\u00fccksicht auf die zu erziehende Pers\u00f6nlichkeit.\u201c<\/p>\n<p>Basierend auf der \u00dcberzeugung, dass auch die praktisch-szenische Erfahrung einen wesentlichen Bestandteil der Gesangsausbildung darstellt, entwickelte Helga Meyer-Wagner folgendes Unterrichtskonzept: Opernquerschnitte wurden musikalisch und szenisch unter ihrer Anleitung in Zusammenarbeit mit einem Korrepetitor von den Studierenden erarbeitet und anschlie\u00dfend in angedeuteter Dekoration und Kost\u00fcmierung mit Klavierbegleitung in Schulen aufgef\u00fchrt. Erg\u00e4nzt wurden diese Auff\u00fchrungen durch ihre Moderation, die das jugendliche Publikum an die Kompositionen heranf\u00fchren sollte und bei denen auch alle\u00a0erdenklichen Fragen gestellt werden konnten. Den Studierenden dienten diese Auff\u00fchrungsserien zur Entwicklung ihrer B\u00fchnenpers\u00f6nlichkeit, der Stimmentfaltung sowie der Optimierung des pers\u00f6nlichen Umgangs mit Nervosit\u00e4t und Lampenfieber. Die Kinder und Jugendlichen konnten andererseits \u201eOper hautnah\u201c erleben und so Zugang zum \u201eWesen der Oper und des Gesanges finden\u201c, wie es Helga Meyer-Wagner formuliert.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus war stets ihr Bem\u00fchen um fachlichen Austausch sowie die F\u00f6rderung der Kommunikation unter Gesangslehrer_innen aller Sparten und Ausbildungsstufen ein wesentlicher Teil ihres p\u00e4dagogischen Selbstverst\u00e4ndnisses, das sich nicht zuletzt in ihrem langj\u00e4hrigen Engagement als Pr\u00e4sidentin von EVTA-Austria, der Interessensvertretung der \u00f6sterreichischen Gesangsp\u00e4dagog_innen, manifestierte.<\/p>\n<p>Die Aufz\u00e4hlung weiterer Begabungen und Interessen der Jubilarin lie\u00dfe sich noch fortsetzen; geht man aber davon aus, dass die Summe aller Teile noch lange nicht das Ganze ergibt, so w\u00fcrde dies Helga Meyer-Wagner in ihrer Vielf\u00e4ltigkeit nicht gerecht werden. Daher: Herzliche Gratulation zu diesem besonderen Geburtstag, verbunden mit den besten W\u00fcnschen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Aufgaben und Projekte!","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Meyer-Wagner zum 80. 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