{"id":2076,"date":"2018-09-27T12:37:16","date_gmt":"2018-09-27T10:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2076"},"modified":"2018-09-27T12:37:16","modified_gmt":"2018-09-27T10:37:16","slug":"welten-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/09\/27\/welten-schaffen\/","title":{"rendered":"Welten schaffen"},"content":{"rendered":"<strong>Digital Art \u2013 Compositing an der Filmakademie Wien<\/strong><\/p>\n<p><strong>Im Abspann einer gro\u00dfen Hollywoodproduktion seinen eigenen Namen lesen: Ein Traum, der f\u00fcr Studierende des Digital Art \u2013 Compositing (DAC) an der Filmakademie Wien gar nicht so weit entfernt liegt. Martin Stegmayer und Valentin Struklec, Lehrende des Masterstudiums an der mdw, geben Einblick in den Studienalltag und erkl\u00e4ren, was ein Compositor eigentlich macht.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2078\" aria-describedby=\"caption-attachment-2078\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2078\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing_sept18.jpg\" alt=\"Digital Art Compositing\" width=\"1000\" height=\"735\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing_sept18.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing_sept18-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing_sept18-768x564.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing_sept18-850x625.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2078\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Martin Stegmayer<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eWenn man am Set ein Haus anz\u00fcnden m\u00fcsste, dann kann man ja kein echtes Haus anz\u00fcnden, sondern muss andere Wege finden das Haus anzuz\u00fcnden\u201c, erkl\u00e4rte Valentin Struklec einmal seiner Gro\u00dfmutter seinen Beruf. H\u00e4user anz\u00fcnden ist nat\u00fcrlich nur eines von den vielen Dingen, die der Compositing Artist macht. \u201eAlles, was man am Set, also ,on location\u2018 w\u00e4hrend des Drehs nicht machen kann \u2013 sei es, weil es zu teuer, zu gef\u00e4hrlich, oder physikalisch nicht m\u00f6glich ist \u2013, machen wir im Anschluss mithilfe des Computers\u201c, so Martin Stegmayer, der seit Oktober 2012 das Masterstudium an der Filmakademie Wien leitet. Finanzielle Aspekte bei der Produktion eines Films sind h\u00e4ufig der Grund, weshalb ein Compositor zum Einsatz kommt, denn oft ist es g\u00fcnstiger eine Stadt im Nachhinein ins Bild einzuf\u00fcgen, als mit einem ganzen Filmteam dort hinzureisen. \u201eDann gibt es aber auch die kreativen Aspekte, die f\u00fcr uns nat\u00fcrlich spannender sind. Wenn es zum Beispiel darum geht, Stimmungen oder Bilder zu erzeugen\u201c, so Struklec. Historische Geb\u00e4ude, die nicht mehr komplett vorhanden sind, vervollst\u00e4ndigen, ganze Welten schaffen, die eine Zukunft zeigen, die so noch gar nicht existiert, oder jemanden jemanden 20 Jahre altern lassen \u2013 all das und vieles mehr kann mithilfe des Compositings umgesetzt werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2079\" aria-describedby=\"caption-attachment-2079\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2079\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/stegmayer.jpg\" alt=\"Martin Stegmayer\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/stegmayer.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/stegmayer-300x181.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2079\" class=\"wp-caption-text\">Martin Stegmayer \u00a9Valentin Struklec<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Studierenden des in dieser Form einzigartigen Masterstudiums, kommen von \u00fcberall her \u2013 das Bachelorstudium davor muss nicht zwingend an der Filmakademie absolviert worden sein. Vielmehr geht es darum, Leidenschaft, Kreativit\u00e4t und ein gewisses Talent sowie ein Auge f\u00fcr die Bildgestaltung mitzubringen. Martin Stegmayer ist \u00fcberzeugt: \u201eDer Computer an sich ist f\u00fcr uns ein Werkzeug, das erlernbar ist. Es kommt immer darauf an, was die Bewerber_innen sonst noch an Erfahrung mitbringen.\u201c Technisches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Programme hilft und erleichtert den Einstieg. Gerade die Vielfalt der Berufsfelder, aus denen die Studierenden kommen, habe sich in den letzten Jahren extrem positiv ausgewirkt: \u201eEs ist die wildeste Zusammensetzung, die man sich vorstellen kann. Das ist toll, weil die Teambildung allen sehr viel bringt. Die Studierenden lernen viel voneinander, weil jede_r aus einem anderen Bereich kommt\u201c, so Struklec. Stegmayer erg\u00e4nzt: \u201eWir haben zum Beispiel jemanden, der vorher Journalismus studiert und schon viel im Schnitt gearbeitet hat. Bei der Bewerbung ist er mit seiner Arbeit hervorgestochen und arbeitet mittlerweile sehr erfolgreich als Compositor im Ausland.\u201c Die Offenheit gegen\u00fcber den Bewerber_innen macht sich bezahlt: von den insgesamt 19 Studierenden, die das Studium derzeit inskribiert haben, sind die meisten schon w\u00e4hrend des Studiums sehr erfolgreich. \u201eLeider!\u201c, lacht Stegmayer. \u201eDie Studierenden sind nach zwei, drei Semestern schon voll in der Praxis im Einsatz.\u201c Dar\u00fcber, dass ihre Studierenden schon nach kurzer Zeit ein international gefragtes Niveau erreichen, sind die beiden Dozenten nat\u00fcrlich stolz.<\/p>\n<p>Trotzdem hoffen sie, dass alle auch wieder zur\u00fcckkommen, um einerseits ihr Studium abzuschlie\u00dfen und andererseits das erlernte Know-how nach \u00d6sterreich zu bringen: \u201eDie Erfahrungen, die sie mitbringen, sind eine Bereicherung f\u00fcr alle. Und sie haben nat\u00fcrlich die M\u00f6glichkeit, mit dem erlernten Wissen ihre Masterarbeit zu gestalten \u2013 also zum Beispiel einen eigenen Film. Das ist oft das letzte Projekt, das sie v\u00f6llig frei gestalten k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Stegmayer.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2080\" aria-describedby=\"caption-attachment-2080\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2080\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/struklec.jpg\" alt=\"Valentin Struklec\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/struklec.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/struklec-300x182.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2080\" class=\"wp-caption-text\">Valentin Struklec \u00a9Martin Stegmayer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unterst\u00fctzt werden die beiden in ihrer Arbeit auch von einem tollen Team aus externen Lehrenden. Stuklec: \u201eWir sind hier in einer Luxussituation, weil wir tats\u00e4chlich auch im Einzelunterricht mit den Leuten arbeiten und somit auf Talente und Bed\u00fcrfnisse eingehen k\u00f6nnen.\u201c Von Beginn an arbeiten die Studierenden eng mit den anderen Fachbereichen der Filmakademie Wien zusammen. \u201eHier haben sie die M\u00f6glichkeit, an Projekten zu arbeiten, die alle ein sehr hohes Niveau haben\u201c, so Stegmayer. \u201eIch glaube, das ist es auch, was uns im Vergleich von anderen Ausbildungen abhebt: Dass hier eine enge Zusammenarbeit mit den Bereichen Produktion, Kamera, Regie, Schnitt usw. angeboten wird. Die M\u00f6glichkeit, dass man mit den diversen Departements so eng vernetzt ist und gemeinsam an Projekten arbeiten muss, gibt es sonst selten\u201c, erg\u00e4nzt sein Kollege.<\/p>\n<p>An der Filmakademie wie auch in der realen Wirtschaft ist es wichtig, als Compositor von Anfang an in Projekte eingebunden zu sein: \u201eEs hat sich langsam herumgesprochen, dass man, wenn man Projekte neu ausarbeitet, und wei\u00df, dass man eine Nachbearbeitung ben\u00f6tigen wird, auch gleich jemanden vom Compositing dazu holt\u201c, so Stegmayer. Das erm\u00f6glicht es, von Beginn an \u00fcber alle M\u00f6glichkeiten der visuellen Gestaltung zu sprechen, um die Geschichte, um die es letztlich immer an erster Stelle geht, bestm\u00f6glich zu erz\u00e4hlen. Bei gro\u00dfen Hollywoodproduktionen, die aktuell gedreht werden, flie\u00dft manchmal die H\u00e4lfte des Budgets in visuelle Effekte. Compositing Artists sind also durchaus gefragt.<\/p>\n<p>Der erste Visual Effect geht auf das Jahr 1895 zur\u00fcck \u2013 die Enthauptung von Maria Stuart als Stopp-Trick in <em>The Execution of Mary Stuart<\/em>. Aufgekommen sind visuelle Effekte ab dem Zeitpunkt, als es die M\u00f6glichkeit gab Film zu kopieren \u2013 also mit dem Optical Printer. Bis Anfang der 1990er kam dieser analoge Filmeffekt zum Einsatz. Die technischen Voraussetzungen f\u00fcr digitale Filmeffekte nahmen ihren Anfang bereits in den 1970er Jahren. Rund um den Informatiker Edwin Catmull, die University of Utah, George Lucas und seiner Produktionsfirma Lucasfilm wurde das Digital Image Compositing zum Kombinieren mehrere Bilder entwickelt. 1986 gr\u00fcndete Catmull gemeinsam mit Steve Jobs schlie\u00dflich Pixar, wo all das in den ersten Animationsfilmen m\u00fcndete. Nach \u00d6sterreich kamen diese technischen Innovationen zuerst \u00fcber die Werbebranche. W\u00e4hrend man damals noch einige Tricks anwenden musste, um mit dem globalen Markt mithalten zu k\u00f6nnen, so ist der heutige Standard an der Filmakademie Wien absolut auf internationalem Niveau. \u201eDu musst Englisch und die standardisierte Software beherrschen und dann kannst du tats\u00e4chlich \u00fcberall ab dem ersten Tag direkt mit der Arbeit loslegen\u201c, fasst Struklec zusammen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2081\" aria-describedby=\"caption-attachment-2081\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2081\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing2_sept18.jpg\" alt=\"Filmstudio der Filmakademie Wien\" width=\"1000\" height=\"556\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing2_sept18.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing2_sept18-300x167.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing2_sept18-768x427.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/digital_art_compositing2_sept18-850x473.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2081\" class=\"wp-caption-text\">Beim Dreh in den Filmstudios der Filmakademie Wien \u00a9Martin Stegmayer<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eOrtsgebunden sollte man nicht sein. Wenn man viele Erfahrungen sammeln will, ist der Weg ins Ausland wichtig\u201c, so Stegmayer. \u201eDie Branche ist oft sehr spontan. Da hei\u00dft es dann kurzfristig, dass zwanzig Leute in\u00a0Singapur und zehn in Vancouver gebraucht werden, und die werden dann eingeflogen. Man kann den Beruf als \u201afree ticket around the world\u2018 sehen. Ein gutes Beispiel ist Lukas Kampichler. Er hat damals bei der Bewerbung gesagt, dass er gerne einmal <em>Star Wars<\/em> machen w\u00fcrde und ist nun tats\u00e4chlich dort gelandet\u201c, freut sich Struklec \u00fcber derartige Erfolgsgeschichten. Doch es geht nicht nur um gro\u00dfe Namen. \u201eSchlussendlich ist es auch eine Arbeit, die gemacht werden muss, und man sitzt zum Teil 40 oder mehr Stunden die Woche in einem dunklen Raum am Computer und arbeitet an zwei Shots\u201c, so Stegmayer. Stuklec best\u00e4tigt: \u201eStimmt, es ist ein meditativer Beruf. Aber auch die sozialen Kompetenzen sind wichtig. Man muss wissen, wie man kommuniziert und vor allem auch, wie man herausliest, was die anderen wollen, um das dann umsetzen zu k\u00f6nnen.\u201c Ob in Hollywood oder Wien: \u201eMan ist nicht immer einer Meinung und es ist sch\u00f6n, dass wir das alles an der Filmakademie mit einem gewissen Auffangnetz simulieren k\u00f6nnen\u201c, fasst Martin Stegmayer zusammen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digital Art \u2013 Compositing an der Filmakademie Wien Im Abspann einer gro\u00dfen Hollywoodproduktion seinen eigenen Namen lesen: Ein Traum, der f\u00fcr Studierende des Digital Art \u2013 Compositing (DAC) an der Filmakademie Wien gar nicht so weit entfernt liegt. 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