{"id":2052,"date":"2018-09-27T12:37:04","date_gmt":"2018-09-27T10:37:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2052"},"modified":"2020-03-10T11:14:04","modified_gmt":"2020-03-10T10:14:04","slug":"wie-klingt-oesterreich-ein-projekt-zur-vermittlung-musikalischer-zeitgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/09\/27\/wie-klingt-oesterreich-ein-projekt-zur-vermittlung-musikalischer-zeitgeschichte\/","title":{"rendered":"Wie klingt \u00d6sterreich \u2013 ein Projekt zur Vermittlung musikalischer Zeitgeschichte"},"content":{"rendered":"Musik und Kl\u00e4nge sind fixe Bestandteile von religi\u00f6sen und politischen Ritualen, von Festen und Inszenierungen diverser sozialer Gruppierungen. Sie k\u00f6nnen das Besondere der Veranstaltungen betonen, das Gemeinschaftsgef\u00fchl st\u00e4rken \u2013 sie haben daher eine wichtige Rolle zur Identifikationsstiftung \u2013 und sie k\u00f6nnen als Tr\u00e4ger ideologischer Botschaften eingesetzt werden. Im sogenannten \u201eMusikland \u00d6sterreich\u201c hat dies historische und kulturelle Tradition. Die Analyse und Interpretation von Musik als gesellschaftspolitisch relevantem Medium, aber auch als Spiegel gesellschaftlicher Gesinnung, ist ein Forschungsschwerpunkt des Instituts f\u00fcr Musikwissenschaft und Interpretationsforschung der mdw. Im Gedenkjahr 2018 wurde das Institut vom Bundeskanzleramt mit dem Projekt <em>Wie klingt \u00d6sterreich<\/em> (Laufzeit Dezember 2017 bis Februar 2019) betraut, das sich mit Beispielen f\u00fcr Identit\u00e4tskonstruktionen bei politischen Anl\u00e4ssen, Feiern und Festen in \u00d6sterreich auseinandersetzt. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie politische Identit\u00e4ten bei staatlichen Gedenktagen mobilisiert und verst\u00e4rkt werden, wie sich \u00d6sterreich durch ein bestimmtes Bezugssystem musikalisch pr\u00e4sentiert und verkauft. <em>Wie klingt \u00d6sterreich<\/em> erforscht Musik als Tr\u00e4ger des Emotionsmanagements politischer Bewegungen im \u201eMusikland \u00d6sterreich\u201c und bildet so anhand von Zeitungsberichten, Programmank\u00fcndigungen, Plakaten und sonstigen medialen Materialien die Komplexit\u00e4t von Identit\u00e4t und Realit\u00e4t im Spannungsfeld zwischen Politik und Musik ab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2055\" aria-describedby=\"caption-attachment-2055\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2055\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Schubert_Zentenarfeier.jpg\" alt=\"Schubert Zentenarfeier\" width=\"1000\" height=\"628\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Schubert_Zentenarfeier.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Schubert_Zentenarfeier-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Schubert_Zentenarfeier-768x482.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Schubert_Zentenarfeier-850x534.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2055\" class=\"wp-caption-text\">Festzug aus Anlass der Schubert-Zentenarfeier 1928, Wagen des Wiener M\u00e4nnergesangsvereins, Postkarte<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Hinblick auf das heurige Gedenkjahr liegt ein besonderer Fokus zun\u00e4chst auf 1928 und 1988 als bedeutende Daten f\u00fcr historische Entwicklungen der Ersten und Zweiten Republik. Diese Jahre sind Schnittstellen von ritualisierten, aber unterschiedliche Auspr\u00e4gungen von Feierkultur, Gedenkkultur. Beides sind au\u00dferdem Zeitr\u00e4ume, in denen sich \u00d6sterreich unter verschiedenen Pr\u00e4missen \u2013 Etablierung der Ersten Republik, Beginn einer \u201eGedenkkultur\u201c im Zeichen der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus \u2013 intensiv mit seiner Musikidentit\u00e4t besch\u00e4ftigt; andere \u201eSattelzeiten\u201c, wie beispielsweise 1968 und 1995, werden in weiterer Folge einzubeziehen sein.<\/p>\n<p>Die Dokumente und die vom Team verfassten Texte sind auf der Plattform des mdw-Forschungsdatenmanagements gespeichert, die Erfassung der Dokumente entspricht den zeitgleich an der mdw erarbeiteten Standards, sodass mit w\u00fcnschenswerter Nachhaltigkeit auch die weitere musikalischzeitgeschichtliche Arbeit \u2013 etwa als thematisch gebundene Aufarbeitung von am Institut vorhandenen Archivalien \u2013 geleistet werden kann.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes werden auf einer Website zug\u00e4nglich gemacht, der die zugrundeliegende wissenschaftliche Arbeit in einer grafisch gestalteten und p\u00e4dagogisch ausgerichteten Benutzeroberfl\u00e4che aufbereitet. Die Anwendbarkeit \u201eforschungsgeleiteter Lehre\u201c geht dabei \u00fcber den Bereich akademischer Ausbildung hinaus und realisiert damit die gesellschaftspolitische Relevanz der Vermittlung von Geschichtlichkeit.<\/p>\n<p>Auftritte im ORF \u2013 im Mittagsjournal am 2. 5. 2018 (anl\u00e4sslich der Gedenkfeier gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus) und ein Interview (<a href=\"https:\/\/science.orf.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">science.ORF.at<\/a>) \u2013 belegen das \u00f6ffentliche Interesse an derartiger Forschung.<\/p>\n<p>Eine erste sich aus diesem erzieherischen Anspruch ergebende Kooperation wird derzeit mit dem Bundesgymnasium, Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium in der Karajangasse im 20. Wiener Gemeindebezirk konzipiert. Dessen Gedenkst\u00e4tte (<a href=\"http:\/\/www.brigittenauer-gymnasium.at\/news\/sounding-remembrance-1938-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.brigittenauer-gymnasium.at\/news\/sounding-remembrance-1938-2018<\/a>) als zeitgeschichtlich relevanter Ged\u00e4chtnis-Ort mit einem von Sch\u00fcler_innengestalteten akustischen Kommentar zum Thema setzt das Projekt in einen Dialog mit der \u00d6ffentlichkeit und wird zudem weitere Befunde beziehungsweise Anregungen f\u00fcr die musikalische Zeit- und Mediengeschichte erbringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Projektleitung:<\/strong> Anita Mayer-Hirzberger, Cornelia Szab\u00f3-Knotik<br \/>\n<strong>Projektmitarbeiter_innen:<\/strong> Chanda VanderHart, David Scholl<\/p>\n<p>Mehr Infos unter <a href=\"http:\/\/mdw.ac.at\/imi\/wie-klingt-oesterreich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mdw.ac.at\/imi\/wie-klingt-oesterreich<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik und Kl\u00e4nge sind fixe Bestandteile von religi\u00f6sen und politischen Ritualen, von Festen und Inszenierungen diverser sozialer Gruppierungen. Sie k\u00f6nnen das Besondere der Veranstaltungen betonen, das Gemeinschaftsgef\u00fchl st\u00e4rken \u2013 sie haben daher eine wichtige Rolle zur Identifikationsstiftung \u2013 und sie k\u00f6nnen als Tr\u00e4ger ideologischer Botschaften eingesetzt werden. Im sogenannten \u201eMusikland \u00d6sterreich\u201c hat dies historische und &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":110,"featured_media":2055,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[595,465,612,151,464,33,154,611,610,52],"class_list":["post-2052","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-research","tag-2018-3","tag-austria","tag-mayer-hirzberger","tag-musikwissenschaft","tag-oesterreich","tag-research","tag-science","tag-szabo-knotik","tag-wie-klingt-oesterreich","tag-wissenschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/110"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2052"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2052\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4220,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2052\/revisions\/4220"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2055"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}