{"id":2040,"date":"2018-09-27T12:46:13","date_gmt":"2018-09-27T10:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2040"},"modified":"2018-09-27T12:46:13","modified_gmt":"2018-09-27T10:46:13","slug":"ohne-kompromisse-und-doch-fuer-alle-offen-geht-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/09\/27\/ohne-kompromisse-und-doch-fuer-alle-offen-geht-das\/","title":{"rendered":"Ohne Kompromisse und doch f\u00fcr alle offen: Geht das?"},"content":{"rendered":"Neue Musik ist etwas ironisch betrachtet eine sch\u00f6ne Filterblase, die seit Jahrzehnten f\u00fcr die Welt\u00f6ffentlichkeit fast unbemerkt herangewachsen ist. Sie gedeiht fr\u00f6hlich vor sich hin, wird von der \u00f6ffentlichen Hand gef\u00f6rdert und wird nachts manchmal sogar im Rundfunk gesendet. Festivals, Preise, F\u00f6rderungen etc. sorgen daf\u00fcr, dass die mit Abstand wichtigste Anerkennung f\u00fcr viele Komponist_innen jene innerhalb der Peergroup ist.<\/p>\n<p>Aber muss das so sein? Sollte und m\u00fcsste nicht auch Neue Musik tats\u00e4chlich aktiver ein breiteres Publikum suchen? Unbedingt! Nur wie? Eine Musik, die k\u00fcnstlerische Kompromisse eingeht und mit dem Mantra \u201eNeue Musik kann auch sch\u00f6n sein!\u201c die Kluft zwischen sch\u00f6nen Dreikl\u00e4ngen und b\u00f6ser dissonanter Musik vertieft, statt sie zu \u00fcberwinden, bringt auch nur einem bestimmten St\u00fcck oder einer bestimmten Person Erfolg. Sie weckt nicht unbedingt eine generelle Neugierde an einem anderen, weiter reichendem H\u00f6ren. Genau das br\u00e4uchte es aber f\u00fcr das H\u00f6ren Neuer Musik.<\/p>\n<p>Vieles steht und f\u00e4llt mit einer begeisternden und glaubw\u00fcrdigen Vermittlung, auch und vor allem an Schulen. Vielleicht sollten wir Neue Musik nicht immer nur als besonders ausgefeilte und komplexe Variante von E-Musik sehen (auch wenn das zu ihrem Wesen dazugeh\u00f6rt), sondern den Weg zu ihr \u00fcber das H\u00f6ren und \u2013 wenn m\u00f6glich \u2013 \u00fcber das Selbsttun aufzuzeigen. Wenn jeder Klang Musik sein kann, ist der Zugang zu Musik f\u00fcr alle offen, die Neugierde und das Zuh\u00f6ren sind die einzigen Voraussetzungen.<\/p>\n<p>Und damit das Ganze am Ende noch ein wenig politisch wird: Wenn wir es schaffen, vielen Menschen so einen voraussetzungslosen Zugang zu Neuer Musik zu erm\u00f6glichen, entsteht daraus nicht nur ein gro\u00dfes potenzielles Publikum f\u00fcr Neue Musik, dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen wir vielen Personen vermitteln, dass es sich manchmal lohnt, genauer zuzuh\u00f6ren, um die Magie oder die Tiefe einer (musikalischen) Aussage zu verstehen \u2013 und das w\u00e4re in kurzsichtigen Zeiten manchmal wichtig. Ja, ich wei\u00df, es ist utopisch. Aber es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn unsere Filterblase ein paar Risse bek\u00e4me.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Eine Kolumne der Hochsch\u00fclerInnenschaft der mdw (<a href=\"http:\/\/www.hmdw.ac.at\/de\/\" target=\"_blank\">hmdw<\/a>)<\/em>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Musik ist etwas ironisch betrachtet eine sch\u00f6ne Filterblase, die seit Jahrzehnten f\u00fcr die Welt\u00f6ffentlichkeit fast unbemerkt herangewachsen ist. Sie gedeiht fr\u00f6hlich vor sich hin, wird von der \u00f6ffentlichen Hand gef\u00f6rdert und wird nachts manchmal sogar im Rundfunk gesendet. 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