{"id":2035,"date":"2018-09-27T12:36:30","date_gmt":"2018-09-27T10:36:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2035"},"modified":"2018-09-27T12:36:30","modified_gmt":"2018-09-27T10:36:30","slug":"neue-toene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/09\/27\/neue-toene\/","title":{"rendered":"Neue T\u00f6ne"},"content":{"rendered":"Der Unterschied zwischen L\u00e4rm und Musik ist eine Frage des Geschmacks, der H\u00f6rgewohnheiten und der Zeit, in der man lebt. Musik, die sich dem Gewohnten widersetzte,die sich konventionellen Harmonien verschloss, die die H\u00f6rer _innen herausforderte, anstatt sie einzulullen und zu beruhigen, hatte es nie leicht. Da ging es Arnold Sch\u00f6nberg, Paul Hindemith oder Richard Strauss nicht viel besser als Jahrzehnte sp\u00e4ter den Einst\u00fcrzenden Neubauten oder den Swans. Von \u201eKrach\u201c, gar \u201eKrawall\u201c schrieben die Rezensent_innen da wie dort, auch wenn fast 60 Jahre dazwischen lagen. Musik, die neue Wege beschreitet, ist f\u00fcr die Zuh\u00f6rer_innen zu Beginn wie eine neue Sprache, in die sie sich erst einh\u00f6ren m\u00fcssen. F\u00fcr die sie ein Gef\u00fchl entwickeln m\u00fcssen, um nach ein paar Tagen in dem neuen, fremden Land zu erahnen, ob diese oder jene Phrase eher ein \u201eJa\u201c bedeutet, ein \u201eNein\u201c oder ob es sich um viele \u201eVielleicht\u201c handelt, die f\u00fcr das eine ebenso viel Platz lassen wie f\u00fcr das andere.<\/p>\n<p>Schl\u00e4gt jemand \u201eandere T\u00f6ne\u201c an, ist das fast immer negativ besetzt. Es bedeutet im besten Fall, dass sich jemand aufrafft, aufsteht und endlich Klartext spricht. Ohne Schn\u00f6rkel, ohne R\u00fccksicht zu nehmen auf Befindlichkeiten, ohne sich selbst einzuschr\u00e4nken. Im schlechtesten Fall jedoch haben die \u201eanderen T\u00f6ne\u201c etwas Grenz\u00fcberschreitendes, etwas Grobes, etwas Autorit\u00e4res, das nichts mehr neben sich duldet, keinen Aufstand, keinen Widerspruch, keine Verweigerung. Diese anderen T\u00f6ne h\u00f6rt man aktuell lauter denn je, wenn man die internationale Politik verfolgt. Sie schleichen sich unaufh\u00f6rlich in den t\u00e4glichen Diskurs, sie verstimmen die Instrumente der Diplomatie, sie l\u00e4rmen und machen Krach und \u00fcbert\u00f6nen die leisen Stimmen der Umsicht und Vorsicht, die bunten Stimmen des Miteinanders. Nie war es so wichtig wie heute, neue Musik zu h\u00f6ren, sie laut aufzudrehen und den Stimmen der Vielf\u00e4ltigkeit Raum zu geben. Denn sie sind unsere einzige Chance.<\/p>\n<p>&nbsp;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Unterschied zwischen L\u00e4rm und Musik ist eine Frage des Geschmacks, der H\u00f6rgewohnheiten und der Zeit, in der man lebt. Musik, die sich dem Gewohnten widersetzte,die sich konventionellen Harmonien verschloss, die die H\u00f6rer _innen herausforderte, anstatt sie einzulullen und zu beruhigen, hatte es nie leicht. Da ging es Arnold Sch\u00f6nberg, Paul Hindemith oder Richard Strauss &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[595,468,241,240],"class_list":["post-2035","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-column","tag-2018-3","tag-barbara-kaufmann","tag-neue-musik","tag-new-music"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2035"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2037,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2035\/revisions\/2037"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}