{"id":2029,"date":"2018-09-27T12:46:10","date_gmt":"2018-09-27T10:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=2029"},"modified":"2018-11-29T12:05:08","modified_gmt":"2018-11-29T11:05:08","slug":"alumni-im-fokus-matthias-kranebitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/09\/27\/alumni-im-fokus-matthias-kranebitter\/","title":{"rendered":"Alumni im Fokus: Matthias Kranebitter"},"content":{"rendered":"<strong>Mit seinen Werken wagt er sich an die Grenzen des Musikalischen. Authentizit\u00e4t, Dichte und eine extreme Heterogenit\u00e4t zeichnen seine Musik aus. Ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Komponist auf der Suche nach neuen Welten.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2031\" aria-describedby=\"caption-attachment-2031\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2031\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/MatthiasKranebitter_unsafe17_c_IgorRipak.jpg\" alt=\"Matthias Kranebitter\" width=\"1000\" height=\"655\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/MatthiasKranebitter_unsafe17_c_IgorRipak.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/MatthiasKranebitter_unsafe17_c_IgorRipak-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/MatthiasKranebitter_unsafe17_c_IgorRipak-768x503.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/MatthiasKranebitter_unsafe17_c_IgorRipak-850x557.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2031\" class=\"wp-caption-text\">Matthias Kranebitter ist seit diesem Jahr Pr\u00e4sident der Internationalen Gesellschaft f\u00fcr Neue Musik \u00a9Igor Ripak<\/figcaption><\/figure>\n<p>Jean Dubuffet schreibt in seinen Schriften \u00fcber die Befreiung aus der kulturellenPr\u00e4gung. Ein Ziel, das sich von niemandem erreichen l\u00e4sst, denn schon allein durch die Sprache sind wir in der Kultur verankert. Dennoch m\u00f6chte sich Matthias Kranebitter in Welten vorwagen, die au\u00dferhalb dieser kulturellen Zone liegen. \u201eDeshalb versuche ich, eigene Werkzeuge und Kompositionstechniken zu entwickeln. Mit dem Computer m\u00f6chte ich einen Zugang finden, der nicht von meinem Geschmack und meiner Musikalit\u00e4t gepr\u00e4gt ist.\u201c Zu Komponieren begonnen hat der geb\u00fcrtige Wiener bereits in fr\u00fcher Kindheit \u2013 zun\u00e4chst am Klavier, sp\u00e4ter am Computer. Ein Studium der Mathematik verschafft ihm F\u00e4higkeiten, die er sich in seiner sp\u00e4teren Kompositionsarbeit zunutze macht. \u201eIch arbeite haupts\u00e4chlich algorithmusbasiert am Computer. Durch das Studium habe ich ein generelles Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Mathematik erworben.\u201c<\/p>\n<p>Das Kompositionsstudium an der mdw beginnt er im Jahr 2000. Er entscheidet sich f\u00fcr den Studienzweig Medienkomposition und Angewandte Musik bei Klaus-Peter Sattler und sp\u00e4ter f\u00fcr Elektroakustische Komposition bei Dieter Kaufmann und G\u00e9rman Toro-P\u00e9rez. Eine gro\u00dfe Bedeutung misst er den Softwares zu, die er w\u00e4hrend des Studiums zu benutzen lernt. \u201eDie Software und die Werkzeuge, die man verwendet, erzeugen in einem selbst immer wieder kreative Impulse und geben einem M\u00f6glichkeiten und Ideen.\u201c<\/p>\n<p>Inspiration f\u00fcr seine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Werke liefern Matthias Kranebitter mitunter allein die Aufgabenstellung oder das Thema eines Auftrages. \u201eLetztes Jahr habe ich beispielsweise f\u00fcr das Decoder Ensemble zum Thema Big Data komponiert. Das hat gut gepasst, denn ich arbeite generell\u00a0mit einer dichten und gro\u00dfen Menge an Daten.\u201c Inspirieren l\u00e4sst er sich aber auch von einem Klang, Instrument oder philosophischen Konzept. \u201eIch versuche sehr stark einen Bezug zur Gesellschaft herzustellen. Entweder \u00fcber die Einbeziehung der Technologien oder \u00fcber eine \u00c4sthetik, die dem gerecht wird, wie ich die Welt wahrnehme.\u201c Ebenfalls eine gro\u00dfe Rolle in seinen Kompositionen spielt der Humor. \u201eDas ist keine Art von Slapstick, sondern geht viel tiefer. Man kann die Idee mit dem Begriff der Karnevalisierung beschreiben. Bestehende Strukturen werden durch das Mittel des Humors aufgel\u00f6st und allgemeing\u00fcltige Regeln negiert, wodurch eine Ambivalenz entsteht.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_2032\" aria-describedby=\"caption-attachment-2032\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2032\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/BlackPageOrchestra_c_IgorRipak.jpg\" alt=\"Black Page Orchestra\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/BlackPageOrchestra_c_IgorRipak.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/BlackPageOrchestra_c_IgorRipak-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/BlackPageOrchestra_c_IgorRipak-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/BlackPageOrchestra_c_IgorRipak-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2032\" class=\"wp-caption-text\">Black Page Orchestra \u00a9Igor Ripak<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auftr\u00e4ge erh\u00e4lt der preisgekr\u00f6nte Komponist von Ensembles oder von Festivals, es gibt aber auch Projekte, die er selbst im Kopf hat, dann kommt sein 2014 gegr\u00fcndetes Black Page Orchestra zum Einsatz. Wie etwa beim diesj\u00e4hrigen <em>Unsafe+Sounds Festival<\/em>, das von 2. bis 13. Oktober unter dem Motto <em>Brutal Times \u2013 Strategies at the Abyss<\/em> in der Nordbahnhalle in Wien stattfindet. \u201eDas Festival habe ich 2014 ins Leben gerufen. Wichtig war mir von Anfang an eine Vermischung unterschiedlichster musikalischer Szenen, daher gestalte ich das Programm gemeinsam mit meiner Kollegin Shilla Strelka, die aus einer g\u00e4nzlich anderen musikalischen Szene kommt.\u201c Zuvor ist Matthias Kranebitter mit seinem Ensemble beim <em>Warschauer Herbst<\/em> eingeladen, mit anschlie\u00dfenden Auftritten in der Schweiz und Ljubljana. \u201eMan muss ehrlich sein, das machen, was einen interessiert und auch bei der Arbeit am meisten Spa\u00df macht, denn damit verbringt man die meiste Zeit.\u201c Diesen Tipp gibt er auch jungen Studierenden: \u201eIch finde, dass man immer authentisch sein sollte. Au\u00dferdem ist ein hohes Ma\u00df an Eigeninitiative hilfreich. Man darf als Komponist_in nicht sitzen und warten, bis jemand kommt. Wenn ich mich selbst um F\u00f6rderungen k\u00fcmmere und Geld bekomme, kann ich k\u00fcnstlerisch alles machen.\u201c<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kTKNaqibFLU\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><br \/>\nMatthias Kranebitter wei\u00df aber auch, dass es stark von der \u00d6ffentlichkeit und dem Publikum abh\u00e4ngt, inwieweit ein Werk funktioniert. Trotzdem muss die Komposition f\u00fcr ihn selbst Sinn machen. \u201eWichtig ist, dass man sich auf seine Arbeit fokussiert und selbst damit zufrieden ist. Viele Leute rennen dem Erfolg nach, weil sie sich davon Zufriedenheit erhoffen. Wenn einem\/einer Geld wichtig ist, sollte man nicht Komponist_in werden.\u201c Seine Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft? \u201e\u00dcber die Zukunft reden ist immer schwer, im Moment bin ich zufrieden.\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinen Werken wagt er sich an die Grenzen des Musikalischen. Authentizit\u00e4t, Dichte und eine extreme Heterogenit\u00e4t zeichnen seine Musik aus. Ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Komponist auf der Suche nach neuen Welten. Jean Dubuffet schreibt in seinen Schriften \u00fcber die Befreiung aus der kulturellenPr\u00e4gung. 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