{"id":1979,"date":"2018-04-28T11:14:57","date_gmt":"2018-04-28T09:14:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1979"},"modified":"2020-03-10T12:20:30","modified_gmt":"2020-03-10T11:20:30","slug":"den-ruecken-und-das-vertrauen-in-sich-selbst-gestaerkt-fuer-die-naechsten-schritte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/04\/28\/den-ruecken-und-das-vertrauen-in-sich-selbst-gestaerkt-fuer-die-naechsten-schritte\/","title":{"rendered":"Den R\u00fccken und das Vertrauen in sich selbst gest\u00e4rkt f\u00fcr die n\u00e4chsten Schritte\u2026"},"content":{"rendered":"<strong>Was brauchen Absolvent_innen, nachdem sie die mdw verlassen haben, um als K\u00fcnstler_innen ihren Weg gehen zu k\u00f6nnen? Diese Frage stand bei der Konzeption des mdw_HUB im Zentrum, der im Rahmen des Wissenstransferzentrums Ost (WTZ Ost) die M\u00f6glichkeit bot, erg\u00e4nzend zum laufenden Universit\u00e4tsbetrieb ein Angebot f\u00fcr junge K\u00fcnstler_innen und Alumni umzusetzen.<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eNeue Fokussierung, Raum zum Innehalten und Besinnung auf das, was ich eigentlich wirklich will, was mich antreibt.\u201c <\/em>Damaris Richerts, Trompeterin<\/p>\n<p>Die Berufsbilder f\u00fcr K\u00fcnstler_innen haben sich massiv ver\u00e4ndert, nur f\u00fcr wenige bietet sich noch die traditionelle, geradlinige Karriere beispielsweise mit fixer Anstellung in einem Orchester an. Wie findet man sich in einer fragmentierten Berufswelt zurecht, in der man sich aus verschiedenen Bausteinen \u201e<em>a living<\/em>\u201c zusammensetzen muss? Wo findet sich das daf\u00fcr erforderliche Know-how?<\/p>\n<p><em>\u201eAn den HUB Wochenenden erwarteten uns unterschiedliche Ans\u00e4tze, die man sich sonst m\u00fchsam und teuer zusammentragen muss, kompakt geb\u00fcndelt. Ganz wichtiges und notwendiges Wissen, um den Beruf aus\u00fcben zu k\u00f6nnen \u2013 abseits des Kunst-Studienplans.\u201c <\/em>Iris Blauensteiner, Filmemacherin und Autorin<\/p>\n<p>In dreimal zwei Tagen gab der mdw_HUB den zehn Teilnehmerinnen essenzielle Ressourcen mit auf den Weg, um ihnen den Einstieg in eine idealerweise von k\u00fcnstlerischen Parametern und nicht von \u00f6konomischen Zw\u00e4ngen bestimmte Karriere zu erleichtern. Zur Bewerbung eingeladen waren Absolvent_innen aller Wiener Kunstuniversit\u00e4ten. Die Teilnehmerinnen \u2013 Frauen waren im Bewerbungsprozess deutlich ambitionierter \u2013 kamen neben der mdw von der Universit\u00e4t f\u00fcr angewandte Kunst und der Akademie der Bildenden K\u00fcnste. Interdisziplinarit\u00e4t und eine universit\u00e4ts\u00fcbergreifende Perspektive stellten grundlegende Elemente des Programms dar.<\/p>\n<p><em>\u201eSich mit K\u00fcnstlerinnen aus ganz verschiedenen Richtungen und mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden \u00fcber sehr \u00e4hnlich gelagerte Probleme und Schwierigkeiten auszutauschen, die das selbst\u00e4ndige, k\u00fcnstlerische Arbeiten mit sich bringt, ist sehr bereichernd und hilfreich.\u201c<\/em> Nora Pierer, B\u00fchnenbildnerin<\/p>\n<p>Der mdw_HUB folgte einem ressourcenorientierten Ansatz. Am Beginn stand eine Bestandsaufnahme: \u00dcber welche Ressourcen, Kompetenzen und Netzwerke verf\u00fcge ich bereits? Welche Visionen habe ich f\u00fcr meine k\u00fcnstlerische Arbeit, welche Ziele verfolge ich damit? Und was fehlt mir noch, um sie zu erreichen? Die Teilnehmerinnen erarbeiteten eine pers\u00f6nliche Karriere-Roadmap, definierten \u201enext bold steps\u201c \u2013 und setzten sie teilweise gleich zwischen den einzelnen Lehrgangsmodulen um. Konkrete Antworten auf diese Fragen geben zu k\u00f6nnen, wirkt sich auch unmittelbar auf das Selbstbewusstsein aus.<\/p>\n<p><em>\u201eIch habe bemerkt, dass sich etwas an meiner Einstellung ge\u00e4ndert hat, wie ich auf Menschen zugehe. Ich bin offener und selbstbewusster geworden, meine Anliegen oder Projekte vorzustellen und nicht zu glauben, dass es irrelevant ist, was ich mache.\u201c <\/em>Sarah Bildstein, bildende K\u00fcnstlerin<\/p>\n<p>\u201eHard Skills\u201c, mit denen sich K\u00fcnstler_innen oft ungern auseinandersetzen, bildeten den n\u00e4chsten Schwerpunkt: Selbst\u00e4ndigkeit, Sozialversicherung, Steuern, F\u00f6rderungen \u2013 sobald man sich n\u00e4her mit diesen Themen auseinandersetzt, verlieren sie viel von ihrem Schrecken. Ein Business Model Canvas brachte Klarheit in die vielen verschiedenen Bereiche, um die sich k\u00fcmmern muss, wer von seiner Kunst leben m\u00f6chte. Und auch hier galt: Wichtig ist es, die n\u00e4chsten wichtigen Schritte zu definieren, um dem Ziel n\u00e4her zu kommen.<\/p>\n<p><em>\u201eF\u00fcr mich ist es sehr schwierig, Marketing, Business Model Development usw. mit meiner k\u00fcnstlerischen Arbeitsweise und meinen Interessen unter einen Hut zu bringen. Der (sanfte) Druck, dann am Ende eine Pr\u00e4sentation geben zu m\u00fcssen, zusammen mit der unterst\u00fctzenden, wertsch\u00e4tzenden Atmosph\u00e4re hat dann aber bei mir bewirkt, dass sich etwas fokussiert hat, dass mir klar wurde, was in der konkreten Situation m\u00f6glich ist (und auch was nicht) und \u2013 Zauberei \u2013 jetzt hab ich einen Plan!\u201c <\/em>Astrid Edlinger, bildende K\u00fcnstlerin<\/p>\n<p><em>Online follows offline<\/em> war das Credo f\u00fcr die Selbstvermarktung: Wer nicht sehr genau wei\u00df, was sie oder er mit ihrer\/seiner Kunst erreichen will, hat auch nichts, was online oder \u00fcber Social Media zu vermitteln w\u00e4re. Viel wesentlicher ist, ein authentisches Konzept zu entwerfen, das langfristig umgesetzt und damit nachhaltig gestaltet ist, damit Websites wie auch der Social Media-Auftritt stimmig sind und dem eigenen, pers\u00f6nlichen Zugang und Anliegen entsprechen. Aus dieser Perspektive ist Crowdfunding auch ein wunderbares Marketinginstrument.<\/p>\n<p>Das abschlie\u00dfende Auftrittscoaching mit der Schauspielerin Michaela Rosen widmete sich der Vermittlung der k\u00fcnstlerischen Ideen im \u201ereal life\u201c: Da \u00fcbten die Teilnehmerinnen, ihren Atem richtig einzusetzen, die eigene Stimmlage zu finden und nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Pr\u00e4sentation vor einem professionellen Publikum aus der Comfortzone herauszugehen. Ein spannungsreicher und vielf\u00e4ltiger Abschlussabend im brick-5 zeigte schlie\u00dflich auch nach au\u00dfen, welche Wirkungen ein solch kompakter, essentielle Ressourcen vermittelnder Lehrgang erzielen kann.<\/p>\n<p><em>\u201eEs war auch sehr gut zu sehen, dass die Fragen, die ich mir manchmal stelle \u2013 als Frau, als K\u00fcnstlerin, als Mensch \u2013 nicht nur Fragen sind, die ich habe, und dass es eine L\u00f6sung daf\u00fcr gibt. Der mdw_Hub war einzigartig wichtig f\u00fcr mich, um ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr meine eigene Karriere zu bekommen, und daf\u00fcr, welche meine n\u00e4chsten Schritte sind. Und auch wenn ich nicht wei\u00df, welche das genau sind, kenne ich zumindest die Fragen, die ich stellen muss!\u201c<\/em> Vit\u00f3ria Monteiro, interdisziplin\u00e4re K\u00fcnstlerin mit Schwerpunkt Film und Performance<\/p>\n<p>Erfahrene Mentor_innen werden die K\u00fcnstlerinnen in den n\u00e4chsten Monaten weiter unterst\u00fctzen. Im Herbst werden sich die Teilnehmerinnen noch einmal zusammenfinden, um diese Erfahrungen und die Auswirkungen des mdw_HUB zu reflektieren.<\/p>\n<p>Was will man mehr?<\/p>\n<p>Eine Neuauflage des mdw_HUB \u201eMAKE A LIVING IN MUSIC AND THE ARTS \u2026 und als K\u00fcnstler_in meinen Weg gehen\u201c im n\u00e4chsten Jahr!<\/p>\n<p><em>\u201eIch kann aus dem mdw_HUB Klarheit, Strategie, Unterst\u00fctzung, ein gutes Gef\u00fchl f\u00fcr meine Zukunft, Tools, Kontakte, Freude, gutes Essen, tolle Freundschaften mitnehmen! Ich f\u00fchle mich vor allem gest\u00e4rkt durch das vielschichtige Wissen!\u201c<\/em> Jiaran Wang, Pianistin<\/p>\n<p>Der mdw_HUB fand im Rahmen des WTZ Ost von J\u00e4nner bis April 2018 statt und wurde von Anna Zethner (Forschungsf\u00f6rderung) und Veronika Leiner koordiniert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Teilnehmerinnen am mdw_HUB 2018:<\/strong><\/p>\n<p>Nika Bauman, Fl\u00f6tistin, mdw<br \/>\n<a href=\"https:\/\/nikabauman.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">nikabauman.com<br \/>\n<\/a>Aktuelles Projekt: The Synesthetic Project<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fSA2TE3WmF0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fSA2TE3WmF0<\/a><\/p>\n<p>Sarah Bildstein, bildende K\u00fcnstlerin, Akademie der Bildenden K\u00fcnste<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sarahbildstein.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.sarahbildstein.com<\/a><\/p>\n<p>Iris Blauensteiner, Filmemacherin und Autorin, Akademie der Bildenden K\u00fcnste<br \/>\nAktuelles Projekt: ihr erster Spielfilm, Arbeitstitel &#8222;Raspberries and yellow leaves&#8220;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.irisblauensteiner.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.irisblauensteiner.com<\/a><\/p>\n<p>Astrid Edlinger, bildende K\u00fcnstlerin, Universit\u00e4t f\u00fcr angewandte Kunst<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.raumen.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.raumen.at<br \/>\n<\/a>Aktuelles Projekt: The Spivak Comic Reader<br \/>\n<a href=\"http:\/\/crowdfunding.stellablau.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/crowdfunding.stellablau.com\/<\/a><\/p>\n<p>Veronika Kopjova, (kollaborative) Pianistin, Korrepetitorin, mdw<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/kopjova\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.facebook.com\/kopjova\/<\/a><\/p>\n<p>Vit\u00f3ria Monteiro, interdisziplin\u00e4re K\u00fcnstlerin mit Schwerpunkt Film und Performance<br \/>\nAktuelles Projekt: &#8222;Ohne Zucker&#8220; (mit dem Musiker Gabriel Gruber alias &#8222;Perfect Squeeze&#8220;)<\/p>\n<p>Nora Pierer, B\u00fchnenbildnerin, Akademie der Bildenden K\u00fcnste<\/p>\n<p>Damaris Richerts, Trompeterin, mdw<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.damarisricherts.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.damarisricherts.net<br \/>\n<\/a>Aktuelle Projekte: die Bl\u00e4serinnenensembles le2dam (<a href=\"http:\/\/www.le2dam.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.le2dam.at<\/a>) und quinTTTonic \u2013 austrian female brass quintet (<a href=\"http:\/\/www.quinTTTonic.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.quinTTTonic.com<\/a>)<\/p>\n<p>Vivian St\u00fcrzenhofecker, S\u00e4ngerin, Rhythmikerin, mdw<br \/>\nAktuelles Projekt: CD NAOMI<br \/>\n<a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/naomi_composer\/sets\/naomi\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/soundcloud.com\/naomi_composer\/sets\/naomi<\/a><\/p>\n<p>Jiaran Wang, Pianistin, mdw<br \/>\n<a href=\"https:\/\/at.linkedin.com\/in\/jiaran-wang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/at.linkedin.com\/in\/jiaran-wang<\/a><br \/>\nAktuelles Projekt: \u00dcben im Flow<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vortragende und Workshopleiter_innen waren:<\/strong><\/p>\n<p>Dagmar Abfalter, IKM<br \/>\nAliette D\u00f6rflinger<br \/>\nChristoph Gruber, mica<br \/>\nChristian Henner-Fehr<br \/>\nHelge Hinteregger, mica<br \/>\nMichaela Rosen","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was brauchen Absolvent_innen, nachdem sie die mdw verlassen haben, um als K\u00fcnstler_innen ihren Weg gehen zu k\u00f6nnen? 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