{"id":1869,"date":"2018-04-30T09:08:44","date_gmt":"2018-04-30T07:08:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1869"},"modified":"2018-05-02T09:52:41","modified_gmt":"2018-05-02T07:52:41","slug":"fundamente-freilegen-johannes-meissl-im-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/04\/30\/fundamente-freilegen-johannes-meissl-im-interview\/","title":{"rendered":"Fundamente freilegen: Johannes Meissl im Interview"},"content":{"rendered":"<strong>Im Rahmen der kommenden Session der ECMA \u2013 European Chamber Music Academy im Schloss Grafenegg arbeiten von 21. bis 27. Mai 2018 ausgew\u00e4hlte Ensembles, vor allem Streichquartette und Klaviertrios mit internationalen LektorInnen und DozentInnen an der kammermusikalischen Interpretation. Die Session bietet gleichzeitig den Feinschliff f\u00fcr Ensembles, die bereits auf h\u00f6chstem Niveau musizieren, und Grundlagenarbeit an der Substanz von Kammermusik \u2013 eine wertvolle Mischung f\u00fcr die weitere Karriere der Formationen. In diesem Jahr vermittelt der international renommierte Pianist David Dolan die Kunst der Improvisation in der klassischen Musik.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1872\" aria-describedby=\"caption-attachment-1872\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1872\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview.jpg\" alt=\"Johannes Meissl\" width=\"1000\" height=\"633\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview-768x486.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview-850x538.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1872\" class=\"wp-caption-text\">Johannes Meissl\u00a0beim Unterricht in Grafenegg \u00a9Gerard Spee<\/figcaption><\/figure>\n<p>Johannes Meissl, k\u00fcnstlerischer Leiter der ECMA, gibt in einem Interview einen \u00dcberblick \u00fcber die j\u00fcngsten Ziele und Entwicklungen der Academy.<\/p>\n<p><strong>Herr Meissl, auf der Website <a href=\"http:\/\/www.ecma-music.com\" target=\"_blank\">www.ecma-music.com<\/a> definieren Sie die ECMA als \u201eeurop\u00e4ische Talenteschmiede junger, professioneller Kammermusikensembles\u201c \u2013 das h\u00f6rt sich nach einem hochgesteckten Ziel an. Wie erreichen Sie das konkret?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Johannes Meissl (JM):\u00a0<\/strong>Wir erreichen dies auf der Basis bestehender Arbeit auf h\u00f6chstem, professionellem Studierendenniveau, das hei\u00dft mit Studierenden, die die Ambition haben, ein berufs- und karrieref\u00e4higes Ensemble zu werden. 2003 wurde die Idee geboren, die kammermusikalische Arbeit als Veranstaltung an unterschiedlichen Orten unter Ausn\u00fctzung der verschiedenen Gegebenheiten, Hintergr\u00fcnden, Expertisen und Menschen zu gestalten.<\/p>\n<p>Wir veranstalten seit Beginn j\u00e4hrlich zwei Auditions, bei denen Ensembles sich mit einem Querschnittsprogramm durch verschiedene Stilepochen pr\u00e4sentieren, und wir sie dann auch ausf\u00fchrlich interviewen. Die Prozedur, um wirklich Teil dieser ECMA-Familie zu werden, schlie\u00dft zus\u00e4tzlich mindestens zwei Arbeits-Sessions mit ein, an denen die Ensembles entweder vor oder nach der Audition teilnehmen. Wenn sie als passend und elegibel erachtet werden, dann bekommen sie zuerst den Aspiranten-Status, und wenn sich dann herausstellt, da ist die richtige Einstellung und auch die M\u00f6glichkeit, relativ schnell Dinge zu verarbeiten und umzusetzen, dann werden Ensembles als offizielle ECMA-Ensembles gef\u00fchrt. Das hei\u00dft, dass sie in einem Zeitraum zwischen zwei und drei Jahren regelm\u00e4\u00dfig an solchen Arbeits-Sessions teilnehmen. Die Mitgliedschaft ist auf l\u00e4ngere Zeit ausgelegt \u2013 es ist also keine punktuelle Masterclass-Initiative, sondern eine Art informelles Programm. Bisher war dieses nicht akademisch reguliert und auch nicht in Studien an den beteiligten Organisationen integriert. Das wird sich teilweise \u00e4ndern mit der Einf\u00fchrung des Joint Master Programmes, des so genannten ECMAster.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1871\" aria-describedby=\"caption-attachment-1871\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1871\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview_hintergrund.jpg\" alt=\"Grafenegg\" width=\"1000\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview_hintergrund.jpg 2000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview_hintergrund-300x185.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview_hintergrund-768x473.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview_hintergrund-1024x630.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview_hintergrund-850x523.jpg 850w\" sizes=\"(max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1871\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Gerard Spee<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zus\u00e4tzlich zum klassischen Ensemble-Coaching gibt es bei jeder Session Vortr\u00e4ge, Workshops, Diskussionsrunden und immer thematisch bezogene Inputs, die manchmal auch gar nicht unmittelbar mit dem in Verbindung stehen m\u00fcssen, was man gerade tut \u2013 Themen aus der Komplexit\u00e4tsforschung etwa. Wir versuchen vor allem ein Bewusstsein daf\u00fcr herzustellen, was die Grundlagen einer selbst\u00e4ndigen Interpretation sind. Das ist nat\u00fcrlich viel Information und Kenntnis, aber auch vor allem die Entwicklung der F\u00e4higkeit, musikalische Texte einerseits wirklich zu lesen und sie dann auch entsprechend kontextualisieren und dechiffrieren zu k\u00f6nnen. Eigentlich geht es um die Weitergabe einer Interpretationshaltung und um das Erlernen dessen, was man alles dazu braucht, um \u00fcberhaupt zu einer Interpretationsf\u00e4higkeit zu gelangen. Das hat \u00fcber die vergangenen 15 Jahre bei einer sehr hohen Anzahl von Ensembles, die mit uns gegangen sind, soweit gefruchtet, dass sie auch \u00e4u\u00dferen Erfolg haben. Es gibt sehr viele Wettbewerbspreistr\u00e4ger und, das ist noch wichtiger, eine Vielzahl von Ensembles, die sich wirklich im Musikleben etablieren konnten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1873\" aria-describedby=\"caption-attachment-1873\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1873\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview2.jpg\" alt=\"Grafenegg\" width=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview2.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ecma_meissl_interview2-293x300.jpg 293w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1873\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Gerard Spee<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Mit Erasmus+ f\u00fchrt die ECMA derzeit ein Partnerschaftsprogramm durch \u2013 ECMA Next Step. In welche Richtung wird hier der n\u00e4chste Schritt gesetzt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>JM:\u00a0<\/strong>Das Programm hat 2015 begonnen und l\u00e4uft noch bis August 2018. Das st\u00e4rkste gesetzte Arbeitsziel war die Entwicklung eines Joint Master Studiums, und so wie es jetzt aussieht, sollte uns dies gelungen sein. Es gibt ein Consortium Agreement und eine Programme Description, die von allen beteiligten RektorInnen unterzeichnet wird.<\/p>\n<p>Hier am Haus ist das schon umgesetzt, und im Moment arbeitet die zust\u00e4ndige Studienkommission an der Ausarbeitung des f\u00fcr die mdw geltenden Studienplans. Die Programme Description gibt einen Rahmen vor, der regelt, wie die ECTS-Punkte verteilt werden, und vor allem, wie die Rotation der Austauschsemester, die Mission- und Audition-Prozeduren funktionieren k\u00f6nnen; zudem definiert sie die Learning Outcomes, also das, was als Ergebnis dieses Studiums erwartet wird. All diese sowie die rechtlichen Fragen sind im Consortium Agreement definiert. Hier hinein kommt jetzt an sieben verschiedenen Schulen der jeweils passende, geltende Studienplan f\u00fcr die jeweilige Institution, weil die Ensembles, die aufgenommen werden, an jeweils einer Home Institution inskribiert werden und Studierende dieser Institution bleiben sowie das letzte Semester und den Abschluss wieder hier absolviert. Dazwischen besucht das Ensemble zwei verschiedene Schulen als Gastensemble. Dazu kommt, dass ein Minimum von sechs regul\u00e4ren einw\u00f6chigen ECMA-Sessions innerhalb dieser zwei Jahre verpflichtend ist, wobei wir empfehlen, dass die Ensembles m\u00f6glichst viele verschiedene L\u00e4nder besuchen sollten.<\/p>\n<p>Der Ansatz ist, diese in Europa ja nicht notwendigerweise an einem Platz konzentrierte vorhandene Expertise, die daf\u00fcr dient, ein Spitzenniveau zu erreichen, so gut gemeinsam auszun\u00fctzen, dass die Studierenden davon maximal profitieren k\u00f6nnen. Das ist ein direktes Ergebnis dieser Partnerschaft.<\/p>\n<p>Es gab noch zwei weitere definierte Arbeitsziele. Zum einen eine Dokumentation und im besten Fall Formulierung neuer und Lern- und Unterrichtsmethoden nach dem Prinzip des student centered learning. Zum anderen soll eine aktive Verbindung mit dem, was in der EU-Diktion Professional Partners genannt wird, also mit Veranstaltern und Festivals, erreicht werden. In diesem Bereich haben wir in den letzten zwei Jahren nachhaltig durch Kooperationsvereinbarungen mit Festivals und Konzertveranstalter sehr gute Schritte vorw\u00e4rts gemacht.<\/p>\n<p><strong>Heuer findet die ECMA im nieder\u00f6sterreichischen Schloss Grafenegg statt. Was ist das Besondere an diesem Austragungsort?<\/strong><\/p>\n<p><strong>JM: <\/strong>Mit Grafenegg haben wir heuer bereits die vierte Kooperations-Session. Diese ist aus einem Interessenshintergrund von beiden Seiten entstanden. Als Grafenegg an uns herangetreten ist, ob es denkbar w\u00e4re, in diesem Areal einen ECMA-Standort oder Center einzurichten, haben wir dann gesagt, wir probieren, die Sessions, die bisher immer an der mdw am Campus stattgefunden haben, im Schloss durchzuf\u00fchren. F\u00fcr uns ist es nat\u00fcrlich gut, eine wunderbare Infrastruktur ohne Raumnutzungsschwierigkeiten zu haben. Der gr\u00f6\u00dfte Antrieb war nat\u00fcrlich die Verbindung zu einem Veranstalter zu haben und eine Kooperation, der mit der Reputation des international hoch angesehenen Grafenegg Festivals f\u00fcr ECMA, was die Zusammenarbeit mit Professional Partners betrifft, einen echten Mehrwert bringt. Es gibt auch die gemeinsame \u00dcberzeugung, dass wir als Herolde der Kammermusik und auch des Publikumspotentials f\u00fcr Kammermusik jenseits der alten gewachsenen Schiene zu etablieren. Deswegen hat sich diese Kooperation schon als win-win-Situation angeboten und wird fortgesetzt.<\/p>\n<p><strong>Ein internationaler Dozent der ECMA 2018 ist David Dolan. Was bringt er ein, welchen Schwerpunkt setzt die heurige Akademie mit ihm?<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1874\" aria-describedby=\"caption-attachment-1874\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1874\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/david_dolan.jpg\" alt=\"David Dolan\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/david_dolan.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/david_dolan-227x300.jpg 227w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1874\" class=\"wp-caption-text\">David Dolan \u00a9privat\/zur Verf\u00fcgung gestellt<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>JM:\u00a0<\/strong>David Dolan ist der Doyen der englischen Improvisationsszene in Verbindung mit Kammermusik und klassischer Musik im allgemeinen Es geht also nicht um stilgebundene, spezialisierte Improvisation, sondern um Improvisation als Grundhaltung, als Verst\u00e4ndnisschl\u00fcssel und letztlich auch als Hilfsmittel f\u00fcr noch ad\u00e4quatere Interpretationsf\u00e4higkeit. Diese improvisatorischen Zug\u00e4nge von verschiedensten Perspektiven aus sind in der ECMA schon seit Jahren ein gro\u00dfes Thema, sind auch an der mdw in den Curricula schon verankert, und ich wei\u00df es von Hochschulen, an denen das ganz stark forciert wird, und ich wei\u00df auch warum. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, und ich bin sehr froh, dass wir David Dolan dabei haben.<\/p>\n<p>Ziel ist eine Freilegung von Fundamenten oder Mustern, auf denen oft hochkomplexe, elaborierte, im Detail ausgearbeitete Kompositionen stehen. Der n\u00e4chste Schritt ist, dass man sich zutraut, auf Basis dieser harmonischen oder sonstigen Muster selbst etwas zu erfinden, selbst zu improvisieren, und dass man einerseits damit zu etwas kommt, was man durchaus anh\u00f6ren kann, und andererseits aus diesem Zugang ein v\u00f6llig anderes Verst\u00e4ndnis von dem hat, was im Text wirklich festgehalten ist. Das hat nat\u00fcrlich in der Musik, die vor 1800 passiert, eine unmittelbare Notwendigkeit, weil die Musik nur teilweise aufgeschrieben hat, was passieren soll. Aber genauso bietet es f\u00fcr die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts extrem hilfreiche Ans\u00e4tze, um nicht in einen Exekutionsmodus zu verfallen, sondern das zu erreichen, was ja ein landl\u00e4ufiges Postulat ist, n\u00e4mlich, dass Musik immer so klingen soll, als w\u00e4re sie gerade entstanden.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass \u00fcberhaupt einmal Erlernen von Basics der Improvisation hilfreich sind bei der Entwicklung der F\u00e4higkeit, dass man aufmerksam darauf ist, was im Moment die anderen tun, w\u00e4hrend man selbst etwas tut \u2013 eine recht einfache, aber doch substantielle Definition von Kammermusik. Es ist nicht ein Entweder-Oder, Tun und Zuh\u00f6ren, sondern es muss gleichzeitig passieren, ist aber eine ziemliche Herausforderung.<\/p>\n<p>Was uns bei ECMA alle vereint, ist eine radikale Bereitschaft, in die Tiefe zu gehen und auch verunsichernde Fragen zu stellen. Es geht uns darum. Und auch, auf die Substanz abzuzielen und nicht auf \u00c4u\u00dferlichkeiten. Das Substanzielle erlaubt, wenn es m\u00f6glichst erfasst ist, eine viel gr\u00f6\u00dfere Bandbreite an Erscheinungsformen. Das ist uns auch wichtig: Mit meine gr\u00f6\u00dfte Freude in der ECMA-Arbeit ist, dass es eine gro\u00dfe Anzahl von wirklich sehr profilierten Ensembles gibt, und keines spielt wie das andere. Man kann aber trotzdem eine Art von ECMA-Handschrift erkennen, weil die Menschen h\u00f6ren, dass es da offensichtlich doch immer um das Wesentliche geht. Aber wie dieses Wesentliche dann jeweils seine Ausformung findet, da sind wir extrem dahinter, dass wir die Individualit\u00e4ten m\u00f6glichst f\u00f6rdern. Es ist weit weg von einer Normierungsfabrik, auch wenn nat\u00fcrlich alle mehr oder weniger mit denselben Informationen und Fragestellungen konfrontiert werden. Es kann bei der ECMA nicht passieren, dass Ensembles, die \u00fcber l\u00e4ngere Zeit dabei sind, sie nicht \u00fcber die Bedeutung der Rhetorik in der Musik des 18. Jahrhunderts und dann weiter ausstrahlend bis in die Musik des 20. Jh. hinein irgendwie einen Bewusstseinsstand erreicht haben. Sie m\u00fcssen sich auch Gedanken machen \u00fcber gewisse Grundprinzipien, was Zeit und Bewegung bedeutet \u2013 alles Dinge, dies sehr auf die Substanz gehen. Man muss eine M\u00f6glichkeit haben, einen Bedeutungsinhalt zu erfassen und dann eine Entscheidung treffen, welche Bedeutung m\u00f6chte ich kommunizieren, also was dr\u00fccke ich aus, was sage ich. Dieses Werkzeug-Arsenal, um eine m\u00f6glichst plausible Entscheidung zu treffen, was sehe ich semantisch in musikalischen Sachverhalten, wie stehen die T\u00f6ne zu einander, in welchem Zeitverh\u00e4ltnis, in welchem Zusammenklangsverh\u00e4ltnis und was ist sonst noch drinnen, und wenn man lernt, dass es hier historisch gewachsene Bedeutungs-Zuordnungen gibt, die stark mit der Rhetorik zusammenh\u00e4ngen, dann kann man etwas leichter Entscheidungen treffen, was entwickle ich hier und was m\u00f6chte ich, das man empfindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ECMA \u2013 European Chamber Music Academy 2018<\/strong><br \/>\n22. \u2013 27. Mai 2018<br \/>\nSchloss Grafenegg<br \/>\nGrafenegg 10<br \/>\n3485 Grafenegg<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.ecma-music.com\/de\/\" target=\"_blank\">www.ecma-music.com\/de\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.grafenegg.com\/de\/programm-tickets\" target=\"_blank\">www.grafenegg.com\/de\/programm-tickets<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der kommenden Session der ECMA \u2013 European Chamber Music Academy im Schloss Grafenegg arbeiten von 21. bis 27. Mai 2018 ausgew\u00e4hlte Ensembles, vor allem Streichquartette und Klaviertrios mit internationalen LektorInnen und DozentInnen an der kammermusikalischen Interpretation. 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