{"id":1850,"date":"2018-04-30T09:05:30","date_gmt":"2018-04-30T07:05:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1850"},"modified":"2018-05-02T11:24:37","modified_gmt":"2018-05-02T09:24:37","slug":"unuebertroffene-authentizitaet-kinder-im-film","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2018\/04\/30\/unuebertroffene-authentizitaet-kinder-im-film\/","title":{"rendered":"Un\u00fcbertroffene Authentizit\u00e4t: Kinder im Film"},"content":{"rendered":"<strong>Drei junge Filmschaffende erz\u00e4hlen von ihrer Filmarbeit mit Kindern<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1852\" aria-describedby=\"caption-attachment-1852\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1852\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder.jpg\" alt=\"Die Bewegung der Sterne\" width=\"1000\" height=\"591\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder-300x177.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder-768x454.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder-850x502.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder-413x244.jpg 413w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1852\" class=\"wp-caption-text\">Die Bewegung der Sterne \u00a9Patrick Wally, Franz Reiterer<\/figcaption><\/figure>\n<p>In einigen aktuellen Arbeiten von Studierenden der Filmakademie Wien sind Kinder die ProtagonistInnen. In <strong>Jan Prazaks<\/strong> Kurzspielfilm <em>Die Bewegung der Sterne<\/em> spielt die mittlerweile 10-j\u00e4hrige Lena ein M\u00e4dchen, das gemeinsam mit ihrem Vater die Sonnenfinsternis erleben will. Ihr Vorhaben wird durch einen j\u00e4hen Zwischenfall unterbrochen und sie m\u00fcssen an einen sicheren Ort fl\u00fcchten, an dem sie einen magischen Moment erleben. Um die passende Darstellerin zu finden, hat Jan Prazak an Schulen, in Kindertanz- und Theatergruppen Castingeinladungen ausgeh\u00e4ngt und Flyer verteilt, woraufhin sich 200 Kinder\u00a0gemeldet haben. Aus diesen Kindern das geeignete auszuw\u00e4hlen gelang ihm, indem er sie verschiedene Emotionen darstellen lie\u00df. \u201eStell dir vor, du hast einen Lachanfall, wo f\u00fchlst du das im K\u00f6rper? Wo f\u00fchlst du es im K\u00f6rper, wenn du Angst hast?\u201c, gibt Jan Prazak Beispiele f\u00fcr diese \u00dcbungen. Dadurch konnte er einfacher einen Zugang zu seiner Hauptdarstellerin Lena finden. \u201eSie hat mir erz\u00e4hlt, dass Angst sich bei ihr wie Steine im Bauch anf\u00fchlt, daher konnte ich sie beim Dreh bitten sich nun diese Steine vorzustellen\u201c, erkl\u00e4rt der junge Regisseur. In Vorbereitung auf den Dreh war es wichtig, dass Vertrauen zwischen dem Schauspieler Ulrich Reinthaller, in der Rolle des Vaters, und der jungen Darstellerin aufgebaut wird, um Glaubw\u00fcrdigkeit im Spiel von Vater und Tochter zu vermitteln. Einige gemeinsame Treffen und Ausfl\u00fcge von Lena gemeinsam mit ihren Eltern, dem Schauspieler und dem Regisseur halfen dabei, dass sie sich bereits vor dem Dreh besser kennen lernten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1853\" aria-describedby=\"caption-attachment-1853\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1853\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder2.jpg\" alt=\"Die Bewegung der Sterne\" width=\"1000\" height=\"527\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder2.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder2-300x158.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder2-768x405.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder2-850x448.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1853\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Patrick Wally, Franz Reiterer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dass die erwachsene Hauptdarstellerin m\u00f6glichst viel Zeit zum Kennenlernen mit der jugendlichen Darstellerin verbringt, war auch der Regiestudierenden <strong>Julia Zborowska<\/strong> bei ihrem Kurzspielfilm <em>Zalesie<\/em> besonders wichtig. In eindringlichen Bildern, angesiedelt in einem polnischen Wald, schildert sie den Zustand eines jungen M\u00e4dchens an der Schwelle zum Frausein. Gemeinsam mit ihrer Mutter \u2013 der Vater ist verstorben \u2013 lebt das M\u00e4dchen in einem Haus am Wald und unternimmt immer wieder Streifz\u00fcge in den Wald, wo sie ihrem (fiktiven) Freund begegnet. Um der jungen Darstellerin \u2013 die 11-j\u00e4hrige Agnieszka, die keine Schauspielerfahrung hatte \u2013 die Scheu zu nehmen, hat das Filmteam vor dem Dreh viel gemeinsam unternommen. \u201eDas Wichtigste in der Arbeit mit Kindern ist die Zeit, die man mit ihnen verbringt. Da ist es egal, was man gemeinsam macht, es z\u00e4hlt die Zeit als Liebe, die man gibt\u201c, sagt Julia Zborowska. Sie wollte unbedingt eine Schauspielerin f\u00fcr die Rolle der Mutter besetzen, die selbst Mutter einer 11-j\u00e4hrigen Tochter ist. Mit Ilona Ostrowska hat sie diese gefunden. \u201eDie Person, mit der das Kind spielt, ist ma\u00dfgeblich, die Regie weniger\u201c, meint die Regisseurin. \u201eDie Regie ist wie der Vater des Ganzen. Es kommt darauf an, welche Spielkameraden man f\u00fcr das Kind findet, dann wirkt es auch nat\u00fcrlich vor der Kamera.\u201c So hat sie als Regisseurin nicht den Text mit dem M\u00e4dchen erarbeitet, sondern Ilona Ostrowska hat der jungen Darstellerin Zeit gewidmet und mit ihr spielerisch den Text erlernt, ohne dem Druck also, der wom\u00f6glich von der Regie ausgehen k\u00f6nnte. Ihre junge Hauptdarstellerin hat Julia Zborowska zuf\u00e4llig gefunden \u2013 w\u00e4hrend eines Gottesdienstes in einer polnischen Kirche. Zuvor hatte sie in Schulen in der Gegend, wo gedreht wurde, nach geeigneten M\u00e4dchen f\u00fcr den Film gesucht\u00a0und auch schon eines gefunden. Als sie aber Agnieszka in der Kirche sah, war ihr sofort klar, dass nur sie diese Rolle spielen konnte. Die Eltern erlaubten schlie\u00dflich, dass Agnieska mit dem Filmteam eine Woche lang ohne Kontakt zu den Eltern im Wald drehen durfte. \u201eIch habe Agnieszka so sehr \u00fcberzeugt, dass sie den Film unbedingt machen wollte, und die Eltern hatten auch eine vertrauensvolle Beziehung zu ihr\u201c, erz\u00e4hlt Julia Zborowska.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1854\" aria-describedby=\"caption-attachment-1854\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1854\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder3.jpg\" alt=\"Die Bewegung der Sterne\" width=\"1000\" height=\"668\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder3.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder3-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder3-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder3-850x568.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1854\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Patrick Wally, Franz Reiterer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Filmakademie-Absolventin <strong>Luz Olivares Capelle<\/strong> hat f\u00fcr ihren Film <em>Wald der Echos<\/em> von den mehr als tausend zum Casting eingeladenen Kindern drei M\u00e4dchen im Alter von acht und zehn Jahren f\u00fcr die Rollen besetzt. \u201eObwohl die drei als Schauspielerinnen sehr unterschiedlich agierten, gab es mit ihnen ein gutes Gef\u00fchl, eine Art Magie\u201c, erz\u00e4hlt die junge Regisseurin, die 2015 ihr Regiestudium an der mdw abschloss. In <em>Wald der Echos<\/em>, der 2016 zum Besten Kurzspielfilm bei der <em>Diagonale<\/em> gek\u00fcrt wurde und 2017 den \u00d6sterreichischen Filmpreis in der Kategorie Kurzspielfilm erhielt, spielen die drei M\u00e4dchen gerade in einem Wald am Rande eines Gew\u00e4ssers, als sie im Wasser die Leiche einer jungen Frau entdecken. Die Grenzen zwischen Realit\u00e4t und Traum verschwimmen, die junge Frau verschwindet und taucht dann pl\u00f6tzlich wieder auf, scheint einen Moment lebendig und dann wieder tot. Um bei den M\u00e4dchen w\u00e4hrend der Dreharbeiten keine Angst aufkommen zu lassen \u2013 der Film beinhaltet unheimliche Szenen mit der Wasserleiche \u2013 hat Luz Olivares Capelle darauf geachtet, dass die M\u00e4dchen die Geschichte nicht kennen und den Dreh als Spiel, nicht als schauspielerische Leistung, wahrnehmen. \u201eDeshalb habe ich mir viele Strategien \u00fcberlegt, damit der Prozess in der Welt der Spiele und der guten Erinnerungen bleibt\u201c, erl\u00e4utert die Regisseurin. Die Szenen erarbeitete sie mit den Kindern, indem sie sich Geschichten ausdachte. \u201eDie Leiche war dann eine Meerjungfrau, die sich verirrt hatte und auf magische Weise Beine bekommen hat. Vielleicht schl\u00e4ft sie nur und wir m\u00fcssen ihr helfen\u201c, gibt sie ein Beispiel f\u00fcr diese Geschichten. Beim Dreh waren die M\u00e4dchen auch k\u00f6rperlichen Strapazen ausgesetzt, etwa in der Dunkelheit im Wasser zu sein oder g\u00e4nzlich\u00a0mit Schlamm bedeckt zu werden. \u201eF\u00fcr den Dreh war mir die gemeinsame Arbeit und die Kommunikation mit den Eltern wichtig. Das Drehbuch, das die Kinder nicht kannten, haben wir zuerst mit den Eltern durchgespielt, damit sie verstehen, was ihre Kinder machen w\u00fcrden\u201c, erkl\u00e4rt sie die Zusammenarbeit mit den Eltern. Der Dreh fand w\u00e4hrend der Sommerferien statt und es gab gen\u00fcgend Pausen f\u00fcr die M\u00e4dchen. \u201eEs war mir wichtig, dass die Kinder nichts vom Stress am Set mitbekommen. Es war f\u00fcr sie eine Art Sommercamp\u201c, fasst Luz Olivares Capelle die Bedingungen f\u00fcr die Kinder am Set zusammen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1855\" aria-describedby=\"caption-attachment-1855\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1855\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder4.jpg\" alt=\"Zalesie\" width=\"1000\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder4.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder4-300x139.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder4-768x355.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder4-850x393.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1855\" class=\"wp-caption-text\">Zalesie \u00a9Julia Zborowska\/Jakob Carl Sauer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ihre Erfahrungen im Umgang mit Kindern beim Film konnte die Regisseurin auch in ihrer aktuellen Arbeit <em>perForming Me?(!)<\/em> anwenden, in der sie neben erwachsenen DarstellerInnen wieder Kinder vor die Kamera geholt hat.<\/p>\n<p>Warum werden Kinder im Film gerne eingesetzt? Film ist auch ein Medium zur Selbstreflexion und die Kindheit kann Ausgangspunkt f\u00fcr die Themen sein, die die Filmschaffenden sp\u00e4ter in ihren Arbeiten aufgreifen. \u201eJeder Regisseur und jede Regisseurin will die eigene Kindheit erforschen\u201c, meint Julia Zborowska. ZuschauerInnen wiederum k\u00f6nnen sich durch manche Szenen an die eigene Kindheit erinnert f\u00fchlen. Regiestudierender Jan Prazak dazu: \u201eKinder brauchen mehr Anleitung. Professionelle SchauspielerInnen haben ihre Techniken, um Emotionen bei sich hervorzuholen.<\/p>\n<p>Bei Kindern ist es eine sch\u00f6ne Arbeit, herauszufinden, was notwendig ist und wie man jemanden f\u00fchren kann, um ein gewisses Gef\u00fchl zu erzeugen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist interessant mit Kindern, weil man nicht wirklich Kontrolle \u00fcber sie haben kann. Man lernt in der Arbeit mit Kindern, dass Filmemachen an sich selbst arbeiten und Kontrolle \u00fcber sich selbst erlangen bedeutet, nicht umgekehrt\u201c, fasst Julia Zborowska ihre Eindr\u00fccke zusammen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1856\" aria-describedby=\"caption-attachment-1856\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1856\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder5.jpg\" alt=\"Wald der Echos\" width=\"1000\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder5.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder5-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder5-768x374.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder5-850x414.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1856\" class=\"wp-caption-text\">Wald der Echos \u00a9Olivares Capelle \/ Grummer \/ Kato \/ Thaler \/ V\u00e1ncsa<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch Nat\u00fcrlichkeit und Authentizit\u00e4t der KinderdarstellerInnen k\u00f6nnen \u00fcberragend sein. \u201eKinder k\u00f6nnen so nat\u00fcrlich sein. Da kann der professionelle erwachsene\u00a0Schauspieler schlechter wegkommen, weil das Kind so m\u00e4chtig im Spielen ist und alles frisch und neu macht\u201c, sagt Julia Zborowska. \u201eBei Kindern ist das Spielen spontaner und echt in dem Moment, das ist ein Geschenk, \u00e4hnlich wie bei LaienschauspielerInnen\u201c, meint auch Jan Prazak.<\/p>\n<p>Gelingt eine Nat\u00fcrlichkeit vor der Kamera, als w\u00fcrde das Kind nicht spielen, sondern einfach nur es selbst sein, entsteht eine Wahrnehmung als gute Darstellung des Kinderschauspielers oder -schauspielerin. Wirkt der Text auswendig gelernt, die Gesten und Ausdr\u00fccke blo\u00df aneinandergereiht, entsteht der Eindruck einer schlechten Darstellung. Fraglich ist, inwieweit von Kindern ein schauspielerisches K\u00f6nnen erwartet werden darf, verf\u00fcgen sie doch ohne schauspielerische Ausbildung und meist \u00fcber keine oder wenig Film- oder B\u00fchnenerfahrung. Die Erwartungshaltung vermeiden, indem die Szenen spielerisch erarbeitet werden, keine Auseinandersetzung mit dem Drehbuch und gen\u00fcgend Zeit am Set scheinen eine gute Darstellung\u00a0der Kinderrollen zu beg\u00fcnstigen. \u201eIch wollte nicht, dass die Kinder den komischen Erwartungen mancher Erwachsener ausgesetzt sind, die meinen, dass Kinder st\u00e4ndig lachen und gl\u00fccklich aufgeregt sein m\u00fcssen. Ich wollte, dass die Kinder ihre Ruhe haben und dass sie selbst entscheiden k\u00f6nnen, ob sie lachen oder einfach Musik h\u00f6ren wollen\u201c, erz\u00e4hlt Luz Olivares Capelle. \u201eDurch spontanes Spielen entsteht kein Runtersagen\u201c, meint Jan Prazak, \u201eich habe der Darstellerin den Text nie zum Auswendiglernen gegeben, sondern ihr die jeweilige Szene bei den Proben und beim Dreh kurz vorher beschrieben.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_1857\" aria-describedby=\"caption-attachment-1857\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1857\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder6.jpg\" alt=\"Wald der Echos\" width=\"1000\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder6.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder6-300x126.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder6-768x322.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder6-850x356.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/film_kinder6-618x260.jpg 618w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1857\" class=\"wp-caption-text\">Wald der Echos \u00a9Olivares Capelle \/ Grummer \/ Kato \/ Thaler \/ V\u00e1ncsa<\/figcaption><\/figure>\n<p>Kinder in Filmen verbl\u00fcffen und begeistern immer wieder durch ihre authentische Darstellung. Von der Besetzung der Kinderrollen h\u00e4ngt der Erfolg des Films ab, das Finden der KinderdarstellerInnen ist f\u00fcr den Regisseur oder die Regisseurin oft ein gl\u00fccklicher Zufall, bei dem sie sich auf ihr Gef\u00fchl verlassen m\u00fcssen. Filmarbeit mit Kindern ist Vertrauensarbeit \u2013 nicht nur zu den Kindern selbst, sondern auch zu deren Eltern. Die erwachsenen SchauspielerInnen am Set sind zus\u00e4tzlich gefordert schon vor dem Dreh Vertrauen aufzubauen. Gelingt dies alles, spielt das Kind nicht, sondern liefert echte Momente, die f\u00fcr die ZuschauerInnen auch genauso sp\u00fcrbar sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Links:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Bewegung der Sterne: <a href=\"http:\/\/www.filmakademie.wien\/de\/film\/die-bewegung-der-sterne\/\" target=\"_blank\">www.filmakademie.wien\/de\/film\/die-bewegung-der-sterne\/<\/a><\/li>\n<li>Zalesie:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.filmakademie.wien\/de\/film\/zalesie\/\" target=\"_blank\">www.filmakademie.wien\/de\/film\/zalesie\/<\/a><\/li>\n<li>Wald der Echos: <a href=\"http:\/\/www.forestofechoes.com\/\" target=\"_blank\">www.forestofechoes.com\/<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei junge Filmschaffende erz\u00e4hlen von ihrer Filmarbeit mit Kindern In einigen aktuellen Arbeiten von Studierenden der Filmakademie Wien sind Kinder die ProtagonistInnen. 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