{"id":147,"date":"2016-11-21T11:15:50","date_gmt":"2016-11-21T10:15:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=147"},"modified":"2016-11-30T16:18:01","modified_gmt":"2016-11-30T15:18:01","slug":"rezension-musik-gender-differenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2016\/11\/21\/rezension-musik-gender-differenz\/","title":{"rendered":"Rezension: Musik, Gender, Differenz"},"content":{"rendered":"<strong>Rosa Reitsamer und Katharina Liebsch (Hg.), Musik, Gender, Differenz. Intersektionale Perspektiven auf musikkulturelle Felder und Aktivit\u00e4ten, M\u00fcnster: Westf\u00e4lisches Dampfboot 2015 (Forum Frauen- und Geschlechterforschung 44), 282 S.<\/strong><\/p>\n<p>Der vorliegende Sammelband, der aus einer Konferenz an der mdw im Jahr 2013 hervorgegangen ist, besch\u00e4ftigt sich mit im weitesten Sinne sozialgeschichtlichen und soziologischen Fragestellungen aus dem Bereich Musik und Gender. Die 15 Beitr\u00e4ge decken thematisch und historisch zahlreiche Felder ab, von Gesangskastraten in der Fr\u00fchen Neuzeit bis zum Anteil weiblicher Mitglieder in \u00f6sterreichischen Orchestern. Die Schwerpunkte liegen aber deutlich im Bereich popul\u00e4rer Musikph\u00e4nomene des 20. und 21. Jahrhunderts und reichen hier vom amerikanischen Jazz der 1920er-Jahre bis zu m\u00e4nnlichen Rappern im Wien-Ottakring der Gegenwart.<\/p>\n<figure id=\"attachment_148\" aria-describedby=\"caption-attachment-148\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-148\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_12_musik_gender_differenz.png\" alt=\"Musik, Gender, Differenz\" width=\"300\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_12_musik_gender_differenz.png 369w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/16_12_musik_gender_differenz-212x300.png 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-148\" class=\"wp-caption-text\">Musik, Gender, Differenz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vielf\u00e4ltig sind die Perspektiven, ern\u00fcchternd teils der Blick auf die noch immer affirmativ reproduzierten Geschlechterstereotype in weiten Teilen des popmusikalischen Mainstreams. Die (Selbst-)Sexualisierung der String Divas im Crossover-Bereich im Beitrag von Alenka Barber-Kersovan oder die weibliche Selbstoptimierung in E-Gitarrenlehrb\u00fcchern im Aufsatz von Sarah Schauberger zeigen kaum zu \u00fcberwindende, an konventionellen M\u00e4nnlichkeits- und Weiblichkeitsbildern orientierte Marktmechanismen auf. Weniger kommerziell orientierte Genres funktionieren etwas anders. Aber auch hier bleiben die Ergebnisse ambivalent: Martin Winter etwa sieht im Punkrock sowohl eine Ablehnung \u201etougher\u201c M\u00e4nnlichkeit als auch eine unterschwellige m\u00e4nnliche Vergeschlechtlichung in Abgrenzung zu anderen Musikgenres. Zu \u00e4hnlichen Ergebnissen kommt Nadine Sanitter, die im medialen Diskurs um das Musikgenre Indie eine hierarchische Geschlechterordnung hergestellt sieht.<\/p>\n<p>Der im Titel des Bandes pr\u00e4sent positionierte Begriff der Differenz spielt in den Aufs\u00e4tzen auf theoretischer Ebene weniger eine Rolle als unterschiedliche Konzeptionen von M\u00e4nnlichkeiten und Weiblichkeiten \u2013 die Beitr\u00e4ge zu M\u00e4nnlichkeit beziehen sich vielfach auf Raewyn Connells Idee der \u201ehegemonialen M\u00e4nnlichkeiten\u201c, die Beitr\u00e4ge zu Weiblichkeit h\u00e4ufig auf Angela McRobbies Konzept der \u201eTop Girls\u201d. In dieser Binarit\u00e4t lie\u00dfe sich vielleicht auch eine interessante \u201eDifferenz\u201c in den Forschungszug\u00e4ngen erkennen. Insofern sind nicht nur die Beitr\u00e4ge im Einzelnen erkenntnisreich, sondern auch die Zusammenschau, in der sich aktuelle Befunde \u00fcber die gegenw\u00e4rtigen Debatten zum Thema Musik und Gender widerspiegeln.<\/p>\n<p>Die Rezension ist in einer k\u00fcrzeren Fassung zuerst in <em>Weiberdiwan<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.weiberdiwan.at\" target=\"_blank\">www.weiberdiwan.at<\/a>) erschienen.<\/p>\n<p><strong>Hinweis:<\/strong><br \/>\nWeitere aktuelle Publikationen finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.mdw.ac.at\/wissenschaft\/publikationen\" target=\"_blank\">www.mdw.ac.at\/wissenschaft\/publikationen<\/a><\/p>\n<p><strong>Erratum: <\/strong>In der gedruckten Ausgabe des mdw-Magazin ist uns im Titel zur Rezension leider ein Fehler unterlaufen &#8211; der Titel des Buches lautet korrekt: Musik, Gender, Differenz. Intersektionale Perspektiven auf musikkulturelle Felder und Aktivit\u00e4ten.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rosa Reitsamer und Katharina Liebsch (Hg.), Musik, Gender, Differenz. Intersektionale Perspektiven auf musikkulturelle Felder und Aktivit\u00e4ten, M\u00fcnster: Westf\u00e4lisches Dampfboot 2015 (Forum Frauen- und Geschlechterforschung 44), 282 S. Der vorliegende Sammelband, der aus einer Konferenz an der mdw im Jahr 2013 hervorgegangen ist, besch\u00e4ftigt sich mit im weitesten Sinne sozialgeschichtlichen und soziologischen Fragestellungen aus dem Bereich &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":148,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[53,54,55,52],"class_list":["post-147","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-research","tag-forschung","tag-gender","tag-rezension","tag-wissenschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=147"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/147\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":435,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/147\/revisions\/435"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}