{"id":1446,"date":"2017-12-01T09:24:32","date_gmt":"2017-12-01T08:24:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1446"},"modified":"2018-07-12T14:29:57","modified_gmt":"2018-07-12T12:29:57","slug":"juerg-jecklin-tonmeister-mit-erfindergeist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/12\/01\/juerg-jecklin-tonmeister-mit-erfindergeist\/","title":{"rendered":"J\u00fcrg Jecklin \u2013 Tonmeister mit Erfindergeist"},"content":{"rendered":"<strong>J\u00fcrg Jecklin, 1938 in der Schweiz geboren, war 30 Jahre lang Tonmeister und Aufnahmeleiter beim Radio, bevor es ihn als Lehrenden an die mdw verschlug, wo er bis 2016 vor allem Beschallung und Klangregie sowie Aufnahmeanalyse unterrichtete. Er trug au\u00dferdem zum Aufbau des TonmeisterInnen-Studiums bei.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1447\" aria-describedby=\"caption-attachment-1447\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1447\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/juerg_jecklin.jpg\" alt=\"Juerg Jecklin\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/juerg_jecklin.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/juerg_jecklin-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/juerg_jecklin-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/juerg_jecklin-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1447\" class=\"wp-caption-text\">J\u00fcrg Jecklin \u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vom Radio an eine Universit\u00e4t zu wechseln, war eine gro\u00dfe Umstellung f\u00fcr den bis heute sehr aktiven J\u00fcrg Jecklin. \u201eIch hatte keine Ahnung von Didaktik und P\u00e4dagogik\u201c, erinnert er sich. Sein Bruder, damals Rektor an einer p\u00e4dagogischen Hochschule, gab ihm den Rat, zus\u00e4tzlich zu seiner fachlichen Kompetenz, die er aus vielen Jahren im Beruf einbringen konnte, die Studierenden vor allem ernst zu nehmen und f\u00fcr diese da zu sein. Das tat er dann auch. Bis heute sind seine Skripten rund um die Tontechnik im Einsatz und \u201eJecklin\u201c einer der am h\u00e4ufigsten gesuchten Begriffe auf der Website der Universit\u00e4t \u2013 was den heute 79-J\u00e4hrigen schon ein wenig freut, als er davon erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>\u201eIch wollte den Studierenden nat\u00fcrlich vorrangig das berufsnotwendige Wissen und das Handwerk mitgeben. Wichtig war mir aber immer, sie auch bei der Entwicklung ihrer Pers\u00f6nlichkeit und ihres eigenen Stils zu unterst\u00fctzen.\u201c Er hielt die Studierenden stets dazu an, ihre ganz eigenen Aufnahmen zu machen. Was er aus der jahrelangen Berufspraxis vor allem weitergeben konnte, war auch die Vermittlung des richtigen Umgangs mit Menschen: \u201eTonmeisterInnen scheitern in der Praxis oft am Umgang mit den MusikerInnen, die in dieser Beziehung besonders sensibel sind. Ich habe diesen Umgang vorgelebt\u201c, erkl\u00e4rt er im Gespr\u00e4ch mit dem <em>mdw- Magazin<\/em>.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Herausforderung in der Interaktion mit ganz unterschiedlichen Menschen beziehungsweise K\u00fcnstlerInnen macht f\u00fcr ihn aber gleichzeitig auch einen der gr\u00f6\u00dften Reize des Berufsfelds aus: \u201eDer Tonmeister\/die Tonmeisterin sitzt in der Postproduktion heute vor allem mit Tastatur und Maus vor dem Bildschirm. Geblieben sind jedoch der direkte Kontakt mit den MusikerInnen, die Musik und der Sound als Resultat der Aufnahme, die Reaktion der MusikerInnen auf die Aufnahme.\u201c All das und vieles mehr mache die Sinnlichkeit des Berufes aus, was aus seiner Sicht heute leider oft keine allzu gro\u00dfe Rolle mehr spielt in der Arbeitswelt.<\/p>\n<p>Das Berufsfeld des Tonmeisters\/der Tonmeisterin hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und \u201edas Klima ist rauer geworden\u201c. \u201eGefragt\u00a0sind vor allem Flexibilit\u00e4t, st\u00e4ndige Weiterbildung, Offenheit f\u00fcr Neues \u2013 also die Bereitschaft zu Neuorientierungen\u201c, ist Jecklin \u00fcberzeugt. Flexibilit\u00e4t und Erfindergeist haben auch ihn \u00fcber die Jahre immer wieder ausgezeichnet. Not macht ja bekanntlich erfinderisch, was dazu f\u00fchrte, dass J\u00fcrg Jecklin in den 1970er Jahren einen eigenen Kopfh\u00f6rer, den sogenannten Float anfertigte, um bei Aufnahmen in Konzerts\u00e4len oder Kirchen eine bessere Abh\u00f6rsituation zu schaffen und nicht erst im Studio festzustellen, wie gut oder schlecht eine Aufnahme war. \u201eDer erste Kopfh\u00f6rer war als Einzelst\u00fcck f\u00fcr mich gedacht und sah mit seiner Helmform auch ziemlich un\u00fcblich aus.\u201c Schlie\u00dflich wollten einige MusikerInnen und auch andere Personen einen solchen Float \u2013 bis heute wurden rund 10.000 St\u00fcck hergestellt und verkauft. Auch in die Industriedesign-Sammlung des Museum of Modern Art (MoMa) in New York ist der Kopfh\u00f6rer aufgenommen worden.<\/p>\n<p>Eine weitere Erfindung von ihm ist die sogenannte Jecklin-Scheibe. Weil man in den 1970er Jahren begann, Klassik-Aufnahmen mit m\u00f6glichst vielen Mikrofonen zu machen, die Aufnahmen dadurch aber nicht unbedingt besser wurden, \u00fcberlegte er sich eine L\u00f6sung mit nur zwei Mikrofonen. \u201eIch habe die Forderung vertreten \u201aso viele Mikrofone wie n\u00f6tig, so wenige Mikrofone wie m\u00f6glich\u2018. Das sind bei einer Stereoaufnahme zwei Mikrofone in einer optimalen Anordnung.\u201c Mit seiner Jecklin-Scheibe sorgte er f\u00fcr eine brauchbare Zweimikrofon-Anordnung, die sich gut umsetzen lie\u00df. Sein Wissen und die Erfahrungen, die er in all den Jahren sammeln konnte, fasst er momentan in einem Buch zusammen: <em>All about the Recording and Reproducing of Music<\/em> soll sein Wissen f\u00fcr alle Interessierten \u201eauch mit einem gewissen Unterhaltungswert\u201c zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p>An der Universit\u00e4t vermisst er vor allem den regelm\u00e4\u00dfigen Austausch mit den Studierenden. \u201eIch vermisse den Kontakt mit den Studierenden, die neuen Gesichter am Anfang des ersten Studienjahrs und mitzuverfolgen, wie sie sich entwickeln bis zum Abschluss ihres Studiums. Auch die Fragen der Studierenden fehlen mir, weil sie mich immer wieder gezwungen haben, mich mit manchem ausf\u00fchrlicher zu besch\u00e4ftigen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcrg Jecklin, 1938 in der Schweiz geboren, war 30 Jahre lang Tonmeister und Aufnahmeleiter beim Radio, bevor es ihn als Lehrenden an die mdw verschlug, wo er bis 2016 vor allem Beschallung und Klangregie sowie Aufnahmeanalyse unterrichtete. Er trug au\u00dferdem zum Aufbau des TonmeisterInnen-Studiums bei. 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