{"id":1437,"date":"2017-12-01T09:17:13","date_gmt":"2017-12-01T08:17:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1437"},"modified":"2017-12-01T09:17:13","modified_gmt":"2017-12-01T08:17:13","slug":"a-body-is-a-brain-boom-tschak-remix-the-brain-boom-tschak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/12\/01\/a-body-is-a-brain-boom-tschak-remix-the-brain-boom-tschak\/","title":{"rendered":"A body is a brain, boom tschak! Remix the brain, boom tschak!"},"content":{"rendered":"<strong>K\u00f6rperliche Gestaltung, bestehend aus Basistraining, Gestaltung, Tanz und mehr, ist f\u00fcr die Studierenden am Max Reinhardt Seminar wesentlicher Bestandteil des Unterrichts. Wir baten vier Lehrende, Fabiana Pastorini, Doris Uhlich, Barbara Hagg-Ratheiser und Jevenij Sitochin, zum Gespr\u00e4ch mit dem <em>mdw-Magazin<\/em> \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der K\u00f6rper, die Bedeutung von Improvisation und was die Studierenden im Unterricht erwartet.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1438\" aria-describedby=\"caption-attachment-1438\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1438\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit.jpg\" alt=\"Koerperarbeit\" width=\"1000\" height=\"454\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit-300x136.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit-768x349.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit-850x386.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1438\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Petra Gruber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Was bedeutet K\u00f6rperarbeit?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fabiana Pastorini (FP):<\/strong> Ich m\u00f6chte den K\u00f6rper als Instrument verstehen. K\u00f6rperarbeit hei\u00dft, mit dem eigenen K\u00f6rper in Dialog zu treten. Ich nenne es auch ,geistiges Training mit dem K\u00f6rper\u2018, bei dem unsere Gedanken ganz bewusst in die Bewegung mit hineinflie\u00dfen sollen.<\/p>\n<p><strong>Jevgenij Sitochin (JS):<\/strong> F\u00fcr mich bedeutet K\u00f6rperarbeit Freiheit und Kontrolle zugleich. Als ich in Sibirien mit dem Theaterspielen angefangen habe, habe ich bald gemerkt, dass die W\u00f6rter zwar aus meinem Mund kommen, ich mit meinem K\u00f6rper aber nichts anfangen kann. Sp\u00e4ter, in Moskau, bin ich in einer kleinen Theatergruppe gelandet, wo ich neben Tanz, Slapstick, Clownerie und Akrobatik auch viel mit Requisiten gearbeitet habe. Dabei habe ich etwas Entscheidendes gelernt: Befreie dich von deinem K\u00f6rper, damit du ihn kontrollieren kannst. Die meisten kontrollieren ihren K\u00f6rper mit dem Kopf. Mir geht es darum, mit dem K\u00f6rper zu denken.<\/p>\n<p><strong>Doris Uhlich (DU):<\/strong> Wenn es um die Kontrolle \u00fcber meinen eigenen K\u00f6rper geht, dann empfinde ich, dass mein K\u00f6rper und ich ein Team sind. Wir sind st\u00e4ndig im Wechselspiel zwischen Freiheit und Kontrolle. In meinem K\u00f6rper kann ich Freiheit erleben. Das ist befreiend und wundersch\u00f6n.<\/p>\n<p><strong>Barbara Hagg-Ratheiser (BHR):<\/strong> K\u00f6rperarbeit hei\u00dft f\u00fcr mich, auf spielerische Art und Weise in einer Atmosph\u00e4re der Neugier zu lernen \u2013 eigenst\u00e4ndig und aus sich selbst heraus. Jeder soll sich dabei eigenst\u00e4ndig organisieren und auf seine individuelle Art erforschen, nach seinem eigenen Tempo und Interesse.<\/p>\n<p><strong>Wie denkt man denn mit dem K\u00f6rper?<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1439\" aria-describedby=\"caption-attachment-1439\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1439\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit2.jpg\" alt=\"Koerperarbeit\" width=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit2.jpg 800w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit2-274x300.jpg 274w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit2-768x840.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1439\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Petra Gruber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>JS:<\/strong> Es ist ein bisschen wie beim Lego. Man kann den Figuren den Kopf abnehmen und mit ihnen spielen. Das Gleiche versuche ich mit den Studierenden zu machen: anhand von \u00dcbungen die unterschiedlichen K\u00f6rperteile getrennt voneinander zu betrachten und zu beherrschen. Zuerst den Kopf, dann die Schultern, die Ellenbogen, die H\u00e4nde, das Becken, die Knie und die F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>DU:<\/strong> Es gibt den Moment, in dem der K\u00f6rper beginnt sich zu bewegen und einer k\u00f6rperlichen Intuition folgt. Man l\u00e4sst den K\u00f6rper in Aktion treten, lebt in Transformationen, nimmt das Potenzial der k\u00f6rpereigenen Energie wahr, vernetzt sich mit der Gegenwart und folgt inneren Impulsen, ohne auf die Bremse zu steigen. F\u00fcr mich ist der K\u00f6rper ein Einlagerungssystem, ein Archiv unserer Geschichte und auch der Geschichte der Welt. Ich liebe es, das Archiv aufzur\u00fctteln und das k\u00f6rperliche Denken anzukurbeln beziehungsweise weiterzuentwickeln. A body is a brain, boom tschak! Remix the brain, boom tschak! Activate the brain, boom tschak!<\/p>\n<p><strong>BHR:<\/strong> Mit dem K\u00f6rper zu denken hei\u00dft auch immer sich selbst zu begegnen. Dazu muss man mit K\u00f6rper, Geist und Seele gleicherma\u00dfen anwesend sein.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielt dabei die Improvisation?<\/strong><\/p>\n<p><strong>JS:<\/strong> F\u00fcr mich gibt es drei Ebenen. Zuerst muss man den Kontakt mit seinem eigenen K\u00f6rper wiederherstellen. Die zweite Ebene passiert im Kontakt mit dem Partner\/der Partnerin. Hier beginnt bereits die Improvisation. Die dritte Ebene bezieht sich auf r\u00e4umliche Faktoren wie B\u00fchne,\u00a0Licht oder Ausstattung. Ich arbeite gerne mit Requisiten. Was kann ich mit einem Heft machen? Wie schwer ist es? Wie f\u00fchlt es sich an? Wie riecht es? Was macht es f\u00fcr ein Ger\u00e4usch? Irgendwann entsteht daraus eine eigene, improvisierte Geschichte.<\/p>\n<p><strong>DU:<\/strong> Improvisation ist essenziell, um eigenes Material zu entwickeln und nicht in Mustern stecken zu bleiben. Ich arbeite gerne mit l\u00e4ngeren Improvisationen, um den K\u00f6rper durch viele Stadien zu schicken: von Inspiration bis Langeweile, von Aufladung bis Ersch\u00f6pfung, von der Konfrontation mit Mustern und Schleifen bis hin zu \u00dcberraschungen, Neuentdeckungen und noch nie dagewesenen Qualit\u00e4ten von Bewegung.<\/p>\n<p><strong>BHR:<\/strong> Wenn man Improvisation als Kunst des Augenblicks begreift, dann muss man Entscheidungen oft in Sekunden treffen, um den Gesamtzusammenhang nicht aus den Augen zu verlieren. Die verfeinerte Wahrnehmung und eine freie innere Haltung erm\u00f6glichen es dem Schauspieler\/ der Schauspielerin, sich auf seine MitspielerInnen sensibel einzulassen und zu kommunizieren. Auch Spontanit\u00e4t als Qualit\u00e4t in der Erarbeitung einer Rolle ist im Zusammenhang von Improvisation zu nennen. Mosh\u00e9 Feldenkrais hat Spontanit\u00e4t als den h\u00f6chsten Grad von menschlicher Reife bezeichnet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1440\" aria-describedby=\"caption-attachment-1440\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1440\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit3.jpg\" alt=\"Koerperarbeit\" width=\"1000\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit3.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit3-300x118.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit3-768x301.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit3-850x333.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1440\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Petra Gruber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>K\u00f6rperarbeit bedeutet immer auch ein St\u00fcck Intimit\u00e4t. Wie schwierig ist es, sich darauf einzulassen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>DU:<\/strong> Ich erlebe die Studierenden in meinem Unterricht sehr offen und motiviert, Neuland in sich zu entdecken. Daf\u00fcr ist es wichtig, einen angstfreien Raum zu schaffen, in dem auch Hemmschwellen willkommen sind, sollten sie sich bemerkbar machen. Nur wenn man Hemmungen ins Auge schaut und sie in Bewegung versetzt, k\u00f6nnen aus ihnen Kraftquellen werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1441\" aria-describedby=\"caption-attachment-1441\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1441\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit4.jpg\" alt=\"Koerperarbeit\" width=\"1000\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit4.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit4-300x116.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit4-768x298.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit4-850x330.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1441\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Petra Gruber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Als Schauspieler\/Schauspielerin setzt man sein ganzes Sein ein, um eine andere Person darzustellen. Wie geht man mit diesem Paradoxon um?<\/strong><\/p>\n<p><strong>FP:<\/strong> Der japanische Schauspieler und Theaterregisseur Yoshi Oida schreibt in seinem Buch <em>Der unsichtbare Schauspieler<\/em>, dass es im Prinzip darum geht, als DarstellerIn mit dem Dargestellten vollkommen zu verschmelzen. Das Ziel muss sein, diesen Widerspruch nicht mehr st\u00e4ndig zu hinterfragen.<\/p>\n<p><strong>JS:<\/strong> Das ist nat\u00fcrlich der Idealfall. Die unterschiedlichen Techniken k\u00f6nnen dabei helfen zu begreifen, wohin die Reise auf der B\u00fchne gehen soll. Wie man sie anwendet, h\u00e4ngt von der jeweiligen Rolle, den PartnerInnen und letztendlich auch dem Regisseur\/der Regisseurin ab.<\/p>\n<p><strong>DU:<\/strong> Mich interessiert die physische Kommunikation, das Verh\u00e4ltnis zwischen Gruppe und Individuum. Das Leben ist kein Solo, das Leben ist ein Ensemblewerk. Eines der wichtigsten Ziele meines Unterrichts ist es, in einem gl\u00fccklichen K\u00f6rper zu leben. Ein gl\u00fccklicher K\u00f6rper ist gerne in Aktion.<\/p>\n<p><strong>BHR:<\/strong> Menschliches Handeln basiert auf vier Komponenten: Sinneswahrnehmungen, unsere geistige Kapazit\u00e4t, unsere emotionale Intelligenz und die Bewegung. \u00dcbersetzt auf B\u00fchnenabl\u00e4ufe bedeutet das, die Art, wie man denkt, beeinflusst auch die Art, wie man sich bewegt. Der Schauspieler\/die Schauspielerin ist im B\u00fchnengeschehen st\u00e4ndig gefordert bei sich zu sein und nach au\u00dfen zu agieren \u2013 ein st\u00e4ndiger Wechsel zwischen Innenwahrnehmung und Au\u00dfenwahrnehmung. Das ist ein herausfordernder Zustand, den ich \u201e\u00f6ffentlich einsam sein\u201c nenne. Man kann mit der Feldenkrais-Methode trainieren, damit umzugehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1442\" aria-describedby=\"caption-attachment-1442\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1442\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit5.jpg\" alt=\"Koerperarbeit\" width=\"1000\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit5.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit5-300x108.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit5-768x277.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit5-850x307.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1442\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Petra Gruber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Was nimmt man von der K\u00f6rperarbeit in den Berufsalltag mit?<\/strong><\/p>\n<p><strong>DU:<\/strong> Ich denke, dass die Pr\u00e4senz eines Schauspielers\/einer Schauspielerin mit einem intelligenten K\u00f6rper in Verbindung steht. Der K\u00f6rper ist nicht nur ein Instrument, er ist Sender und Empf\u00e4nger von unterschiedlichen Informationen auf der B\u00fchne. Mit K\u00f6rperarbeit gibt es ein ganzheitliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Raum, Zeit und Mitmenschen.<\/p>\n<p><strong>BHR:<\/strong> Eines meiner Lieblingszitate von Mosh\u00e9 Feldenkrais ist: \u201eWenn du wei\u00dft, was du tust, kannst du tun, was du willst.\u201c Ich m\u00f6chte den Studierenden einen Denk- und Arbeitsansatz mitgeben, der ihnen hilft, sich als Menschen zu erfahren, die f\u00e4hig sind, das zu tun, was ihnen entspricht.<\/p>\n<p><strong>FP:<\/strong> Nicht das Was ist entscheidend, sondern das Wie. Die Studierenden sollen lernen den eigenen Lebensraum \u2013 n\u00e4mlich den eigenen K\u00f6rper \u2013 zu entdecken und bewusst wahrzunehmen. Der K\u00f6rper schickt uns st\u00e4ndig Botschaften dar\u00fcber, was f\u00fcr uns stimmig ist und was nicht. Die unterschiedlichen Techniken helfen dabei, diesen Botschaften nachzugehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1443\" aria-describedby=\"caption-attachment-1443\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1443\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit6.jpg\" alt=\"Koerperarbeit\" width=\"1000\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit6.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit6-300x112.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit6-768x286.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/koerperarbeit6-850x316.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1443\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Petra Gruber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Gibt es auf der B\u00fchne so etwas wie falsche K\u00f6rpersprache?<\/strong><\/p>\n<p><strong>DU:<\/strong> Wenn, dann gibt es oberfl\u00e4chliche K\u00f6rpersprache, eine unmotivierte K\u00f6rpersprache, eine zu gewollte K\u00f6rpersprache, eine forcierte K\u00f6rpersprache, eine unsensible K\u00f6rpersprache, eine zu vorgefertigte K\u00f6rpersprache.<\/p>\n<p><strong>JS:<\/strong> Wie definiert man richtig oder falsch? Es ist alles eine Frage der Perspektive. Die meisten ZuschauerInnen erfahren eine Geschichte zuerst \u00fcber den Text. Erst dann kommt der K\u00f6rper dazu. Der K\u00f6rper kann den Text verst\u00e4rken oder einen Kontrast dazu bieten. Letztendlich kann der K\u00f6rper den Text aber auch zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>BHR:<\/strong> Als Feldenkrais-Lehrerin gehe ich davon aus, dass jeder Mensch bis an sein Lebensende lernf\u00e4hig ist. In den Feldenkrais-Lektionen wird vor allem mit den Bewegungsmustern gearbeitet. Es geht darum, sie zun\u00e4chst einmal bewusst wahrzunehmen, durch gef\u00fchrte Aufmerksamkeit und einer wertfreien Betrachtung. Ganz wesentlich ist es, nicht \u00fcber Korrekturen zu lernen und sich selbst nicht in Kategorien wie ,richtig\u2018 oder ,falsch\u2018 einzuordnen.<\/p>\n<p><strong>Was erwartet die Studierenden im Unterricht?<\/strong><\/p>\n<p><strong>FP:<\/strong> Ich arbeite viel mit Aufmerksamkeit gegen\u00fcber dem eigenen K\u00f6rper und dem Raum, der uns umgibt. Das funktioniert ganz gut mit langen Sequenzen oder Dehnungen, bei denen wir bis an unsere k\u00f6rperlichen Grenzen gehen.<\/p>\n<p><strong>JS:<\/strong> Blo\u00df keine Erwartungshaltungen! Ich bin ein Fan von \u00dcberraschungen. So wie bei Charlie Chaplin. Der geht dreimal geradeaus und beim vierten Mal biegt er pl\u00f6tzlich links ab. Ich sehe den Unterricht als ein Geben und Nehmen. Auch ich lerne von meinen Studierenden.<\/p>\n<p><strong>BHR:<\/strong> Ich m\u00f6chte meinen Studierenden anbieten, sich auf einen lebendigen, kreativen Prozess mit sich selbst einzulassen. Im Grunde verhalten wir uns dem Bild entsprechend, das wir von uns selbst gezeichnet haben. Meistens ist das ein sehr unvollst\u00e4ndiges. Als Feldenkrais-P\u00e4dagogin lenke ich die Aufmerksamkeit durch verbales Anleiten von Bewegungsabl\u00e4ufen oder \u00fcber Ber\u00fchrung darauf, wie wir uns bewegen.<\/p>\n<p><strong>DU:<\/strong> Ich m\u00f6chte in meinem Unterricht einen angstfreien Raum schaffen, in dem experimentiert und ein Bewusstsein f\u00fcr die Gegenwart geschafften wird. Ich will vermitteln und erfahrbar machen, wie essenziell der K\u00f6rper ist. Er ist das Epizentrum unserer Handlungen. Ich m\u00f6chte den K\u00f6rper \u00f6ffnen, deshalb trainiere ich mit den Studierenden, inneren Impulsen zu folgen und nicht die Bremse zu ziehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Fabiana Pastorini<\/strong><\/p>\n<p>Fabiana Pastorini wurde in Buenos Aires geboren, wo sie im Alter von neun Jahren ihren ersten Tanzunterricht erhielt. In New York entdeckte sie ihre Leidenschaft f\u00fcr zeitgen\u00f6ssischen Tanz. Seit 1992 lebt die T\u00e4nzerin, Choreografin und P\u00e4dagogin in Wien. Im Jahr 2000 erlitt Fabiana Pastorini einen Bandscheibenvorfall. Hilfe fand sie damals in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie machte eine Ausbildung zur Kinesiologin und entwickelte mit Dance for Health ihre eigene Technik, die Elemente aus Tanz und K\u00f6rperarbeit verbindet.<\/p>\n<p><strong>Barbara Hagg-Ratheiser<\/strong><\/p>\n<p>Barbara Hagg-Ratheiser studierte Schauspiel am Konservatorium Wien Privatuniversit\u00e4t (heutiges MUK), wo sie erstmals mit der Feldenkrais-Methode in Ber\u00fchrung kam. Nach einigen Jahren als freischaffende Schauspielerin im In- und Ausland absolvierte sie ihre Ausbildung zur Feldenkrais-P\u00e4dagogin in der Schweiz. Seitdem praktiziert sie die Feldenkrais-Methode in verschiedenen Kontexten. Barbara Hagg-Ratheiser lebt mit ihren zwei S\u00f6hnen in Wien.<\/p>\n<p><strong>Doris Uhlich<\/strong><\/p>\n<p>Doris Uhlich ist am Attersee aufgewachsen. Zum Tanz gekommen ist sie \u00fcber das Fernsehen: <em>Anna, Flashdance, Dirty Dancing<\/em>. Sie f\u00e4ngt Feuer, nimmt Tanzunterricht an der Musikschule und studiert sp\u00e4ter \u201eP\u00e4dagogik f\u00fcr zeitgen\u00f6ssischen Tanz\u201c am Konservatorium in Wien. Um sich weiterzubilden, besucht sie regelm\u00e4\u00dfig Workshops, etwa bei <em>ImPulsTanz<\/em>, und geht ins Ausland, um verschiedene Techniken zu lernen. Als K\u00fcnstlerin sucht Doris Uhlich nach Kunst, die st\u00e4rkt. Sie erforscht die Arch\u00e4ologie von Energie in unterschiedlichen K\u00f6rpern und den Energieaustausch zwischen B\u00fchne und Zuschauerraum.<\/p>\n<p><strong>Jevgenij Sitochin<\/strong><\/p>\n<p>Geboren in Sibirien, studierte Jevgenij Sitochin Regie in Moskau. Nach zahlreichen Engagements in Moskau und Leningrad (St. Petersburg) \u00fcbersiedelte er 1991 nach Westeuropa und stand hier u. a. in Wien, Z\u00fcrich, Hamburg und Berlin auf der Theaterb\u00fchne. Dar\u00fcber hinaus ist Sitochin in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Als Regisseur inszenierte er zahlreiche Musik- und Sprechtheaterproduktionen in \u00d6sterreich, Deutschland und der Schweiz.<\/p>\n<p>&nbsp;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6rperliche Gestaltung, bestehend aus Basistraining, Gestaltung, Tanz und mehr, ist f\u00fcr die Studierenden am Max Reinhardt Seminar wesentlicher Bestandteil des Unterrichts. 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