{"id":1432,"date":"2017-12-01T09:16:51","date_gmt":"2017-12-01T08:16:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1432"},"modified":"2017-12-01T09:16:51","modified_gmt":"2017-12-01T08:16:51","slug":"wir-sind-da-sehr-romantisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/12\/01\/wir-sind-da-sehr-romantisch\/","title":{"rendered":"\u201eWir sind da sehr romantisch.\u201c"},"content":{"rendered":"<strong>Seit 2016 leiten Sebastian H\u00f6glinger und Peter Schernhuber die <em>Diagonale<\/em>, das Festival des \u00f6sterreichischen Films. Mit dem <em>mdw-Magazin<\/em> haben sie \u00fcber Filmfestivals gesprochen und auch einen ersten kleinen Ausblick auf die <em>Diagonale\u201818<\/em> gegeben.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1434\" aria-describedby=\"caption-attachment-1434\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1434\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Sebastian_Hoeglinger_Peter_Schernhuber_c_Lukas_Maul.jpg\" alt=\"Sebastian Hoeglinger Peter Schernhuber\" width=\"1000\" height=\"447\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Sebastian_Hoeglinger_Peter_Schernhuber_c_Lukas_Maul.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Sebastian_Hoeglinger_Peter_Schernhuber_c_Lukas_Maul-300x134.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Sebastian_Hoeglinger_Peter_Schernhuber_c_Lukas_Maul-768x343.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Sebastian_Hoeglinger_Peter_Schernhuber_c_Lukas_Maul-850x380.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1434\" class=\"wp-caption-text\">Sebastian H\u00f6glinger und Peter Schernhuber leiten das Filmfestival in Graz seit 2016 \u00a9Lukas Maul<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Warum sollte man als FilmemacherIn bei einem Filmfestival mitmachen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sebastian H\u00f6glinger (SH):<\/strong> Es gibt ja verschiedenste Filmfestivals mit unterschiedlichen Funktionen, etwa klassisch-inhaltlich ausgerichtete oder auch Themenfestivals. Die <em>Diagonale<\/em> ist ein Filmfestival, das sich der \u00f6sterreichischen Kinematografie in ihrer vollen Breite widmet. Daher kann sie gerade f\u00fcr junge Filmschaffende eine Plattform sein, um \u00d6ffentlichkeit zu bekommen. Besonderes Augenmerk liegt auch darauf, dass die Filme in optimaler Qualit\u00e4t sowohl vor Publikum als auch Branche gezeigt werden.<\/p>\n<p><strong>Peter Schernhuber (PS):<\/strong> Im besten Fall schafft ein Festival Aufmerksamkeit \u2013 und das in mehrere Richtungen: einerseits branchenintern, andererseits auch zum Publikum hin. Sieht man sich den regul\u00e4ren Kinobetrieb an, stellt man fest, dass gewisse Formen von Film beinahe ausschlie\u00dflich auf Festivals ihren Platz haben. Das wirkt dann auch auf die Filmschaffenden zur\u00fcck. Der filmische Nachwuchs beginnt h\u00e4ufig mit k\u00fcrzeren Formaten und ist auch deswegen sehr gut bei Festivals aufgehoben.<\/p>\n<p><strong>Was ist die Rolle eines Filmfestivals?<\/strong><\/p>\n<p><strong>PS:<\/strong> Ein Festival sollte ein Ort sein, der auf vielerlei Ebenen Interesse weckt und sich auch dadurch verdient machen kann, junge Namen zu entdecken. F\u00fcr uns war es wichtig, ganz bewusst keine Nachwuchsschiene einzuf\u00fchren, sondern einen Wettbewerb zu haben, in dem Filme aus unterschiedlichen Kontexten um Aufmerksamkeit hoffen und idealerweise auch noch untereinander korrespondieren. So sollen junge Filmschaffende die Chance haben, Seite an Seite mit den arrivierteren RegisseurInnen zu laufen.<\/p>\n<p><strong>SH:<\/strong> Wir versuchen auch R\u00e4ume zu schaffen, in denen es zu einem Austausch unter den Filmschaffenden kommen kann, denn unser Konzept sieht einen Generationendialog vor. Diesen gibt es zum einen nat\u00fcrlich bei den verschiedenen Branchenveranstaltungen, zum Beispiel beim <em>Diagonale Film Meeting<\/em> oder dem <em>Cinema Next Breakfast Club<\/em>. Zum anderen bietet sich Graz als Ort an, weil ein Gro\u00dfteil der Branche in Wien arbeitet und extra nach Graz anreist. So trifft man sich dann ungezwungen in den Stra\u00dfen und Kinos \u2013 und das wiederum l\u00e4sst sich auch n\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Wie entscheidet ihr, welche Filme in das Festival genommen werden?<\/strong><\/p>\n<p><strong>PS:<\/strong> Bei der <em>Diagonale<\/em> ist die Ausgangslage eine andere als bei anderen Filmfestivals, wo der Geschmack der Intendanz ein Angebot an das Publikum macht. Wir haben einen kulturpolitischen Auftrag, dem \u00f6sterreichischen Film m\u00f6glichst viel Aufmerksamkeit in einer verdichteten Woche einzur\u00e4umen.<\/p>\n<p><strong>SH:<\/strong> Trotzdem wollen wir eine Haltung des Festivals formulieren, eine Position einnehmen und wir zeigen nicht automatisch alles. Angesichts des Produktionsvolumens in \u00d6sterreich w\u00e4re das auch gar nicht m\u00f6glich. Der Auswahlprozess erfolgt bei uns mit einem Sichtungsteam bestehend aus BeraterInnen f\u00fcr jedes Genre. Einer von uns beiden ist bei allen Screenings und Beratungen dabei. Die Bewertung machen wir vor allem nach folgenden Gesichtspunkten: Was hat sich dieser\/ diese Filmschaffende vorgenommen? Welchen Anspruch hat der Film? Ist es zum Beispiel ein Film, der das gro\u00dfe Publikum ansprechen will? Oder ist es eine experimentelle Arbeit? Anschlie\u00dfend stellen wir die Frage, ob der Film diesen Anspr\u00fcchen auch gerecht wird. Wir treffen die Entscheidung gemeinsam und stehen hinter jedem Film genauso wie hinter jeder Ablehnung.<\/p>\n<p><strong>PS:<\/strong> Im besten Fall ergibt sich daraus ein Festival, das sich zwischen Repr\u00e4sentativit\u00e4t und Haltung einpendelt. Ein Festival, bei dem die Filme idealerweise auch nicht einzeln auf Aufmerksamkeit hoffen, sondern sich Erz\u00e4hlungen ergeben \u2013 es gibt ja auch die Spezialprogramme, die wir rundherum positionieren. Zugegeben sind wir da sehr romantisch und gehen davon aus, dass sich das Publikum auch mehr als einen Film anschaut. Wenn sich beim Besuch des Festivals eine gewisse Narration oder Augenblicke ergeben, an die man sich Jahre sp\u00e4ter noch erinnern kann, dann ist tats\u00e4chlich etwas gelungen.<\/p>\n<p><strong>Geht ihr auch auf andere Filmfestivals?<\/strong><\/p>\n<p><strong>PS:<\/strong> Ja. Gute Festivals, die an der Schnittstelle von Branche und Publikum angesiedelt sind, k\u00f6nnen gleichzeitig Ausnahmezustand und Teststrecke sein, wie Filme beim Publikum ankommen. Dennoch ist es unabdingbar, auch den regul\u00e4ren Kinobetrieb zu verfolgen. Es ist mir wichtig, auch Festivals anderer Sparten und Disziplinen zu besuchen, um zu sehen, wie dort gewisse Dinge abgehandelt und welche Strategien gew\u00e4hlt werden. Sonst l\u00e4uft man zu sehr Gefahr, sich nur in der Echokammer \u201eFilmfestival\u201c zu bewegen und zu enge Scheuklappen zu haben.<\/p>\n<p><strong>SH:<\/strong> Wir haben nicht den unmittelbaren Auftrag, dauernd von Festival zu Festival zu reisen, weil unser Fokus der \u00f6sterreichische Film ist. Man kann nat\u00fcrlich die eine oder andere internationale Premiere begleiten \u2013 das ist auch sch\u00f6n und wertsch\u00e4tzend, aber wir sind nicht die klassischen Festivalleiter, die herumfahren, um Filme zu scouten. Man holt sich auf Festivals Ideen, sieht sich an, wie gearbeitet wird und welche Formate es gibt, die eventuell auch interessant f\u00fcr die <em>Diagonale<\/em> in Graz w\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnt ihr schon einen ersten Ausblick auf die <em>Diagonale\u201818<\/em> geben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>SH:<\/strong> Im Kern wird nat\u00fcrlich wieder der Wettbewerb stehen und bald geht es in die Intensivsichtungen, da die Einreichphase nun vorbei ist. Es wird auf jeden Fall wieder ein historisches Special geben: Was 2017 Pop und \u00f6sterreichischer Film waren, werden 2018 die Blicke in die Provinz und aus der Provinz sowie das Verh\u00e4ltnis von Stadt und Land sein. Auch die Frage des Provinzialismus im Film wird in diesem Narrativ eine Rolle spielen.<\/p>\n<p><strong>PS:<\/strong> Ein Thema, das in den letzten Jahren schon eine Rolle gespielt hat, begleitet uns auch 2018: Die Frage nach dem Kino und die damit einhergehende Herausforderung, wie man mit dem filmkulturellen Erbe und letztlich auch mit der Kulturtechnik \u201eKino\u201c umgeht \u2013 und wie es gelingen kann, beides jenseits von Nostalgie und falschem Purismus zu erhalten.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.diagonale.at\" target=\"_blank\">www.diagonale.at<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2016 leiten Sebastian H\u00f6glinger und Peter Schernhuber die Diagonale, das Festival des \u00f6sterreichischen Films. Mit dem mdw-Magazin haben sie \u00fcber Filmfestivals gesprochen und auch einen ersten kleinen Ausblick auf die Diagonale\u201818 gegeben. Warum sollte man als FilmemacherIn bei einem Filmfestival mitmachen? 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