{"id":1404,"date":"2017-12-01T09:16:22","date_gmt":"2017-12-01T08:16:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1404"},"modified":"2018-02-06T10:30:32","modified_gmt":"2018-02-06T09:30:32","slug":"rezension-best-of-isascience-2013-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/12\/01\/rezension-best-of-isascience-2013-2016\/","title":{"rendered":"Rezension \u2013 Best of isaScience 2013\u20132016"},"content":{"rendered":"<strong><em>Best of isaScience 2013\u20132016. An Interdisciplinary Collection of Essays on Music and Arts.<\/em> Ursula Hemetek und Cornelia Szab\u00f3-Knotik (Hg.), Hollitzer, 2017<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1405\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Best_of_isa_science.png\" alt=\"Best of isaScience\" width=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Best_of_isa_science.png 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Best_of_isa_science-213x300.png 213w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>isaScience ist eine einzigartige Initiative der mdw. Seit 2013 bringt sie WissenschaftlerInnen und K\u00fcnstlerInnen verschiedenster Disziplinen zusammen, um Diskussionen rund um aktuelle Themen im Bereich der Musik und der Kunst zu f\u00f6rdern. Im Laufe der Jahre gewann die Veranstaltung immer mehr an Bedeutung, was nicht zuletzt in einer Reihe besonders spannender Essays resultierte. Ursula Hemetek und Cornelia Szab\u00f3-Knotik haben nun einige ausgew\u00e4hlte Beitr\u00e4ge in dem Buch <em>Best of isaScience 2013\u20132016<\/em> zusammengetragen.<\/p>\n<p>Den drei thematisch sortierten Hauptkapiteln sind zwei Keynotes vorangestellt. In der ersten beleuchtet Autorin Julya Rabinowich drei kritische Momente der europ\u00e4ischen Geschichte, indem sie sich selbst und das k\u00fcnstlerische Schaffen als solches als Zeugen der Musik, der Bewegungen, der Bilder und der Worte in jenen Zeiten des Umbruchs begreift. Erst durch das Einr\u00e4umen der Niederlagen und Fehler, der gewaltsamen Zersplitterung Europas im 19. und 20. Jahrhundert findet sie in der Gegenwart eine gewisse kulturelle Integration. Denn heutzutage k\u00f6nnen K\u00fcnstlerInnen aus der ganzen Welt zusammenkommen, um sich zu vernetzten, sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen und sich sowohl auf kreativer wie auch auf intellektueller Ebene tiefgr\u00fcndig auszutauschen. Rabinowichs Beitrag legt auf beeindruckende und pers\u00f6nliche Weise ein gedankliches Fundament, das die kommenden Jahre entscheidend pr\u00e4gen wird.<\/p>\n<p>In der zweiten Keynote hebt Autor und Regisseur Dieter Berner ausgehend von seinen pers\u00f6nlichen Erfahrungen seit den 60er Jahren die R\u00fcckkehr zum Mythologischen hervor, um die Wichtigkeit transzendentaler Erlebnisse zu behaupten, die es Theaterschaffenden erm\u00f6glichen, eine besondere Sensibilit\u00e4t und Offenheit zu entwickeln, dank welchen sie \u00fcber ihren eigenen Erfahrungshorizont hinauswachsen k\u00f6nnen. Dieter Berner betont das Irrationale, die \u201ealte Magie\u201c, die dem Theater innewohnt, und erdenkt neue Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Auff\u00fchrungsbereiche f\u00fcr K\u00fcnstlerInnen.<\/p>\n<p>Das erste Kapitel <em>Minorities, Musical Traditions and Power Structures<\/em> beinhaltet drei Beitr\u00e4ge von Christiane Fennesz-Juhasz, Gerda Lechleitner und Marko K\u00f6lbl. Diese widmen sich unterschiedlichen Fragestellungen, wie den politischen Aspekten der (Selbst-)Darstellung, dem kulturellen Ged\u00e4chtnis und der Rolle von Archiven in Bezug auf Roma und Burgenlandkroaten. Ausgehend von der politischen Geschichte der wechselnden EU-Grenzen und Kroatiens EU-Mitgliedschaft befasst sich dieses Kapitel pr\u00e4gnant mit musikalischen und t\u00e4nzerischen Traditionen als signifikante Schaupl\u00e4tze zur Verhandlung hegemonialer Kultur und Diskurse.<\/p>\n<p>Das zweite Kapitel mit dem Titel <em>Music as a Tool of Communication<\/em> beinhaltet zwei Beitr\u00e4ge. Der erste Artikel beginnt mit einer Einf\u00fchrung von Elena Fitzthum und befasst sich mit Ritualen und Musiktherapie, wobei der Fokus auf Kindern (Sandra Lutz Hochreutener), Jugendlichen (Monika Smetana) sowie auf einer weiteren Untersuchung des Rituals des \u201eTarantismus\u201c in S\u00fcditalien (Adriano Primadei) liegt. Obwohl es dazu reichhaltiges Material gibt, liest sich dieser Beitrag nicht gerade fl\u00fcssig und die Zusammenh\u00e4nge zwischen den verschiedenen Fallstudien bleiben vage. Im zweiten Artikel pr\u00e4sentieren Laura Bishop und Werner Goebl eine Untersuchung nonverbaler Signale bei Ensembles durch erfahrene MusikerInnen mit einer komplexen und detaillierten Analyse visueller Signale und strategischer K\u00f6rperbewegungen zur Bestimmung ihrer Rolle in der Kommunikation, Koordination, Konfliktbew\u00e4ltigung und in der Vertrauensbildung.<\/p>\n<p>Das dritte und letzte Kapitel <em>Music as Cultural Memory and its Rituals<\/em> zeigt mit Ivan Raykoffs Untersuchung des Eurovision Song Contests als Ritual zur Bildung des Europatriotismus\u2019, Maria Helfgotts Analyse Alter Musik sowie mit den faszinierenden, von Christian Glanz, Anita Mayer-Hirzberger und Cornelia Szab\u00f3-Knotik erz\u00e4hlten Geschichten die lebendige Vielfalt kultureller Aktivit\u00e4ten in Europa auf. Zdravko Bla\u017eekovi\u0107\u2019, Tatjana Markovi\u0107\u2019 und Leon Stefanijas eloquente Pr\u00e4sentation zur Geschichtsschreibung der im Entstehen begriffenen Identit\u00e4ten (post-)jugoslawischer Musik ist \u00fcberaus ergiebig. In diesem Kapitel sticht insbesondere das Gespr\u00e4ch zwischen Ana Hofman und Rosa Reitsamer hervor, in dem Erbe und Ged\u00e4chtnis in der popul\u00e4ren Musik unter besonderer Ber\u00fccksichtigung von AktivistInnench\u00f6ren in postjugoslawischen Gesellschaften behandelt werden.<\/p>\n<p>Obwohl der Fokus dieses Buches sich auf Europa beschr\u00e4nkt, ist es trotzdem ein gegl\u00fcckter Beitrag zur interdisziplin\u00e4ren Forschung und zum kritischen Dialog.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Best of isaScience 2013\u20132016. An Interdisciplinary Collection of Essays on Music and Arts. Ursula Hemetek und Cornelia Szab\u00f3-Knotik (Hg.), Hollitzer, 2017 isaScience ist eine einzigartige Initiative der mdw. 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