{"id":1395,"date":"2017-12-01T09:14:19","date_gmt":"2017-12-01T08:14:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1395"},"modified":"2017-12-01T09:14:19","modified_gmt":"2017-12-01T08:14:19","slug":"aus-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/12\/01\/aus-liebe\/","title":{"rendered":"Aus Liebe"},"content":{"rendered":"<em>\u201eDie Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte Kraft. Die Liebe, die alles schafft.\u201c<\/em> Diese Zeilen sang das K\u00fcnstlerkollektiv Laibach Mitte der 1980er Jahre. Eingebettet in die f\u00fcr die Musiker typischen harten und d\u00fcsteren Arrangements, dargebracht in einer martialischen B\u00fchnenshow, die mit Militarismus und der \u00c4sthetik faschistischer Inszenierungen kokettierte. Kein Liebeslied im klassischen Sinn, das war schnell klar. Vielmehr, so eine der g\u00e4ngigen Interpretationen des St\u00fccks, ging es darum, die zerst\u00f6rerische Kraft von Liebe zu thematisieren.<\/p>\n<p>Ein Eindruck, der durch die Auftritte bei den Konzerten noch verst\u00e4rkt wurde. Aus Liebe geschehen die schrecklichsten Verbrechen, erf\u00e4hrt man, wenn man durch die Kriminalgeschichte bl\u00e4ttert. Aus Liebe begehen die bekanntesten Figuren der Weltliteratur Verrat, S\u00fcnde, Mord. Das gesamte Werk Shakespeares ist voll davon. Aus Liebe kann schnell Fanatismus werden, aus Fanatismus Wahnsinn. Die Liebe muss tats\u00e4chlich f\u00fcr vieles herhalten. Mit ihr rechtfertigt man Taten und Aktionen, die eigentlich bei n\u00e4herer Betrachtung ganz andere Ursachen haben. Gier,<br \/>\nEifersucht, Machthunger. Aber auch Ehrgeiz, Feigheit, Selbstsucht.<\/p>\n<p>Wer angibt, aus Liebe zu handeln, nimmt das Objekt der Liebe damit in Geiselhaft. Er schiebt die Verantwortung f\u00fcr die eigenen Taten von sich, indem er sie einer scheinbar h\u00f6heren Macht unterordnet, der er sich unterwirft. Ein Kreuzritter des Herzens. Wer liebt, ist ausgeliefert, wie die Schlagersongs in der Wirtshausjukebox und auf der Skih\u00fctte nicht m\u00fcde werden uns zu erkl\u00e4ren. Wer liebt, ist immer wahnsinnig. Doch manche waren es auch schon vorher. Wer sich aus Liebe opfert, sollte sich fragen, ob dieses Opfer dem geliebten Menschen \u00fcberhaupt recht ist. Ob der Opferwille vielleicht nicht andere Gr\u00fcnde hat. Ob es nicht praktisch sein kann, den anderen vorzuschieben, als h\u00e4tte man die Eigenverantwortlichkeit aufgegeben, als handle man in fremdem Auftrag, als w\u00e4re man nur Befehlsausf\u00fchrer ohne eigenen Willen. Das alles zu leugnen, das alles der Liebe umzuh\u00e4ngen, das hat die Liebe nicht verdient.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte Kraft. Die Liebe, die alles schafft.\u201c Diese Zeilen sang das K\u00fcnstlerkollektiv Laibach Mitte der 1980er Jahre. Eingebettet in die f\u00fcr die Musiker typischen harten und d\u00fcsteren Arrangements, dargebracht in einer martialischen B\u00fchnenshow, die mit Militarismus und der \u00c4sthetik faschistischer Inszenierungen kokettierte. Kein Liebeslied im klassischen Sinn, das war schnell klar. &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[265,275,276],"class_list":["post-1395","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-column","tag-2017-4","tag-liebe","tag-love"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1395","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1395"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1395\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1396,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1395\/revisions\/1396"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1395"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1395"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1395"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}