{"id":13740,"date":"2026-09-28T13:00:02","date_gmt":"2026-09-28T11:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13740"},"modified":"2026-09-28T13:00:02","modified_gmt":"2026-09-28T11:00:02","slug":"warum-tenor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/09\/28\/warum-tenor\/","title":{"rendered":"Warum TENOR?"},"content":{"rendered":"Das erste Mal erfuhr ich \u00fcber einen Open Call 2018 von TENOR (International Conference on Technologies for Music Notation and Representation). Als prim\u00e4r freischaffende K\u00fcnstlerin stehe ich derartigen Calls eher skeptisch gegen\u00fcber. Nach R\u00fccksprache mit Sandeep Bhagwati \u2013die Konferenz war in Montreal und wurde von Sandeep ausgerichtet \u2013 entschied ich mich, eine Komposition mit einer Audiopartitur einzureichen. Die Einreichung wurde angenommen und ich nahm in Montreal an der Konferenz teil. Ich war begeistert! Ich fand eine sehr offene und an den unterschiedlichsten Herangehensweisen im Umgang mit Notation interessierte Community. Besonders spannend fand ich die Mischung aus wissenschaftlichen, teilweise sehr technischen Vortr\u00e4gen, Workshops und k\u00fcnstlerischen Beitr\u00e4gen. Komponist_innen, Programmierer_innen, Wissenschafler_innen unterschiedlicher Herkunft und aus den verschiedensten Disziplinen diskutierten neue Software, Kompositionskonzepte oder philosophische Fragestellungen. Ich fand mich zugeh\u00f6rig in dieser internationalen Community. Im Jahr darauf schrieb ich das Paper <i>Sound as Score<\/i>, das in die TENOR Proceedings 2019 aufgenommen wurde und ich nahm an der Konferenz in Melbourne teil. Der Wunsch, diese Konferenz und mit ihr diese Community nach Wien zu bringen, entstand. Das Paper <i>Sound as Score<\/i> f\u00fchrte letztendlich zu einer erfolgreichen PEEK-Einreichung und der Wunsch ging im Rahmen dieses FWF-Projektes in Erf\u00fcllung.<\/p>\n<p>Als freischaffende K\u00fcnstlerin gestaltet sich eine Beteiligung an einer akademischen Konferenz als au\u00dferordentlich schwierig. Eine Geb\u00fchr muss bezahlt werden, alle Reisekosten selbst getragen werden \u2013 im Unterschied zu den Kolleg_innen, die an einer Universit\u00e4t besch\u00e4ftigt sind, die die Kosten einer solchen Konferenzteilnahme deckt. Aber gerade freischaffende K\u00fcnstler_innen, Wissenschaftler_innen und Programmierer_innen sind eine gro\u00dfe Bereicherung. Deshalb vergibt TENOR Stipendien an Freischaffende, das unterscheidet diese Konferenz deutlich von anderen akademischen Konferenzen und macht die Besonderheit dieser Community aus.<\/p>\n<p>Jede TENOR-Konferenz hat einen speziellen inhaltlichen Schwerpunkt, der vom jeweilen Veranstalter ausgerichtet wird. War es 2025 in Peking KI und Notation, lag der Schwerpunkt in Wien auf innovativen Entwicklungen im Bereich der Audiopartituren: Notation, Technologien, Kompositionsmethoden, Interpretation, psychoakustische Fragestellungen und \u00e4sthetische Analysen im Zusammenhang mit dem Konzept der Mimesis. Durch die Konferenz konnte diese Thematik durch die verschiedenen Beitr\u00e4ge sowohl vertieft als auch inhaltlich erweitert und differenziert werden. Dies war ein spezielles Anliegen, da es bisher nur sehr wenige wissenschaftliche Artikel zu diesem Thema gibt. Zudem tr\u00e4gt die Konferenz zur internationalen Wahrnehmung dieses Themenkomplexes bei und hilft Audiopartituren in den Kanon der Notationsmethoden aufzunehmen und diese sowohl wissenschaftlich als auch k\u00fcnstlerisch einer Bewertung und Differenzierung zu unterziehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13742\" aria-describedby=\"caption-attachment-13742\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-13742\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/02-konzert-airborne-extended-02-korrweb-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/02-konzert-airborne-extended-02-korrweb-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/02-konzert-airborne-extended-02-korrweb-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/02-konzert-airborne-extended-02-korrweb-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/02-konzert-airborne-extended-02-korrweb-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/02-konzert-airborne-extended-02-korrweb-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/02-konzert-airborne-extended-02-korrweb-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13742\" class=\"wp-caption-text\">Konzert von airborne extended im Konzertsaal des Future Art Lab der mdw \u00a9 Filmstill, Tenor Vienna, SaS Archiv<\/figcaption><\/figure>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tenor-conference.org\/proceedings.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TENOR 26 Vienna<\/a> ist Teil des Forschungsprojekts <i>Sound as Score<\/i>, das vom \u00d6sterreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gef\u00f6rdert und von der mdw sowie der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften (\u00d6AW) in Wien ausgerichtet wurde.<\/p>\n<p>Aus mehr als 100 Einreichungen wurden 30 Papers, neun Workshops, vier Poster und 18 Sound-Arbeiten pr\u00e4sentiert. Neun Stipendien zwischen 500 Euro und 1.500\u00a0Euro wurden vergeben. Dadurch war die Teilnahme freischaffender K\u00fcnstler_innen, Programmierer_innen und Wisenschaftler_innen aus Europa, USA, China, Taiwan und Australien m\u00f6glich. Alle Einreichungen durchliefen einen Peer-Review-Prozess, wobei alle Paper von drei externen, alle Workshops und Poster von einem bzw. einer externen Reviewer_in und alle Soundarbeiten von einem bzw. einer externen Reviewer_in und dem Artistic Chair Thomas Grill bewertet wurden. Insgesamt waren 61 externe Reviewer_innen am Prozess beteiligt.<\/p>\n<p>Florian Bogner hat die Kompositionen im Klangtheater im Future Art Lab der mdw zum Leben erweckt, die Ensembles airborne extended, Black Page Orchestra, ANNEA und das Soundscore-Ensemble, das speziell f\u00fcr die Konferenz gegr\u00fcndet wurde und sich aus Studierenden der mdw unter der Leitung von Jaime Wolfson zusammensetzte, waren f\u00fcr die Interpretation der eingereichten Soundarbeiten verantwortlich.<\/p>\n<p>Das PEEK-Projekt <i>Sound as Score<\/i> ist am Artistsic Research Center der mdw angesiedelt. Nur durch die gute Zusammenarbeit der beteiligten Abteilungen an der mdw und dem ISF (Institut f\u00fcr Schallforschung) an der \u00d6AW sowie der au\u00dferordentlichen Unterst\u00fctzung von Johannes Meissl, dem Vizerektor der mdw, war es m\u00f6glich, diese Konferenz nach Wien zu bringen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TENOR 26 Vienna ist Teil des Forschungsprojekts Sound as Score, das vom \u00d6sterreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gef\u00f6rdert und von der mdw sowie der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften (\u00d6AW) in Wien ausgerichtet wurde. 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