{"id":13673,"date":"2026-09-28T09:19:00","date_gmt":"2026-09-28T07:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13673"},"modified":"2026-09-28T09:19:00","modified_gmt":"2026-09-28T07:19:00","slug":"musik-in-bewegung-politiken-von-mobilitaet-und-migration-bei-der-isaresearch-summer-school-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/09\/28\/musik-in-bewegung-politiken-von-mobilitaet-und-migration-bei-der-isaresearch-summer-school-2026\/","title":{"rendered":"Musik in Bewegung: Politiken von Mobilit\u00e4t und Migration bei der isaResearch Summer School 2026"},"content":{"rendered":"<h5>Wie bewegen sich Musik, Menschen und Ideen \u00fcber geografische, politische und kulturelle Grenzen hinweg? Mit dieser Frage besch\u00e4ftigte sich die isaResearch Summer School 2026 unter dem Titel \u201eAcross Moving Grounds: Music, Performing Arts, and the Politics of Mobility\u201c. Dabei kamen 21 internationale Early Stage Researcher aus vielf\u00e4ltigen Disziplinen zusammen, um Mobilit\u00e4t als zentrales Thema musikalischer und performativer Praktiken aus unterschiedlichsten Perspektiven zu beleuchten.<\/h5>\n<figure id=\"attachment_13677\" aria-describedby=\"caption-attachment-13677\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-13677\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/isa26-cstephanpolzer-print-004-9257-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/isa26-cstephanpolzer-print-004-9257-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/isa26-cstephanpolzer-print-004-9257-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/isa26-cstephanpolzer-print-004-9257-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/isa26-cstephanpolzer-print-004-9257-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/isa26-cstephanpolzer-print-004-9257-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/isa26-cstephanpolzer-print-004-9257-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13677\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Den Auftakt bildete ein Panel zum Thema \u201eTravelling Concepts and Cultural Transformations\u201c. Hier wurde deutlich, dass Mobilit\u00e4t weit mehr ist als physische Bewegung. Die Beitr\u00e4ge spannten einen Bogen von historischen und ethnografischen Zug\u00e4ngen \u00fcber die Rolle von Affekten in der Wiener Salsa-Szene bis hin zu den transkulturellen Wegen des Walzers, dessen Transformation zum peruanischen Vals Criollo exemplarisch zeigte, wie Musikstile durch Aneignung und lokale Kontexte neue Identit\u00e4ten entwickeln.<\/p>\n<p>Auch das Zuh\u00f6ren selbst wurde zum Forschungsgegenstand. Im Panel \u201eListening Differently\u201c standen queere und dekoloniale Perspektiven auf musikalische Wahrnehmung im Mittelpunkt. Besonders eindrucksvoll war eine Lecture Performance, die das Publikum dazu einlud, gewohnte H\u00f6rweisen zu hinterfragen und Klang als Raum gesellschaftlicher Machtverh\u00e4ltnisse neu zu erfahren. Erg\u00e4nzt wurde der erste Tag durch einen kritischen Stadtspaziergang zur Kolonialgeschichte Wiens sowie einer Vorstellungsrunde zu laufenden Forschungsprojekten im Rahmen der isa\u00a0Opening Party.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13675\" aria-describedby=\"caption-attachment-13675\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-13675\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-3175-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-3175-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-3175-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-3175-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-3175-1536x1025.jpeg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-3175-2048x1366.jpeg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-3175-850x567.jpeg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13675\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Therese Kaufmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der zweite Tag r\u00fcckte Musik im \u00f6ffentlichen Raum und ihre gesellschaftliche Wirkung in den Fokus. Beitr\u00e4ge zu Theatermusik als politischem Aktivismus, urbanen Musikinfrastrukturen in Z\u00fcrich oder Afropartys in China verdeutlichten, wie musikalische Praktiken R\u00e4ume des Austauschs, aber auch der Aushandlung sozialer Zugeh\u00f6rigkeit schaffen. Ein Konzertvortrag \u00fcber kolumbianischen Bambuco zeigte eindrucksvoll, wie musikalische Arrangements bestehende Kanons hinterfragen und dekoloniale Perspektiven er\u00f6ffnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Anschluss standen Fragen kultureller Infrastruktur im Mittelpunkt. Digitale Netzwerke in der bosnischen Diaspora, ukrainische K\u00fcnstler_innen im Exil sowie die Auswirkungen von F\u00f6rderstrukturen auf die Sichtbarkeit marginalisierter Komponist_innen machten deutlich, dass Mobilit\u00e4t immer auch eng mit politischen und \u00f6konomischen Rahmenbedingungen verbunden ist. Den Abschluss des Tages bildeten \u00f6ffentliche Vortr\u00e4ge \u00fcber das Musikleben im belagerten Sarajevo sowie \u00fcber multiple Marginalit\u00e4ten in der Balkanmusik Wiens \u2013 bewegende Einblicke in Musik als \u00dcberlebensstrategie und Ausdruck kultureller Identit\u00e4t.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13676\" aria-describedby=\"caption-attachment-13676\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-13676\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-8476-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-8476-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-8476-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-8476-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-8476-1536x1025.jpeg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-8476-2048x1366.jpeg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/img-8476-850x567.jpeg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13676\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Xiaotong Yang<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Freitag widmete sich Archiven als dynamischen Orten des Wissens. Ob Performances der 1970er-Jahre, chilenische Musik im Exil oder afghanische Musiktraditionen in digitalen Netzwerken \u2013 die Beitr\u00e4ge zeigten, dass Archive nicht nur Vergangenes bewahren, sondern selbst in Bewegung sind. Workshops zu verk\u00f6rpertem Wissen und dekolonialen Forschungsmethoden erweiterten die Diskussion um praktische Perspektiven. Abgerundet wurde der Tag durch eine Exkursion in die Christoph-Schlingensief-Ausstellung im MAK, die zahlreiche Br\u00fccken zu den Themenkomplexen um Musik und Migration schlug.<\/p>\n<p>Am letzten Tag der Summer School standen Erfahrungen von Exil und Vertreibung im Mittelpunkt. Die Vortr\u00e4ge reichten von den Lebenswegen des Komponisten Jan Urban \u00fcber das Versagen der Stimme im Gesang als Ausdruck gesellschaftlicher Ausgrenzung bis hin zu sephardischen Liedtraditionen und zeitgen\u00f6ssischen Performances in Kambodscha. In einer abschlie\u00dfenden Reflexionsrunde diskutierten die Teilnehmenden nicht nur die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Woche, sondern auch die Bedeutung internationaler Summer Schools als R\u00e4ume des Austauschs, der Vernetzung und gemeinsamer Forschung.<\/p>\n<p>Abgerundet wurde die Woche durch gemeinsame Exkursionen, ein Farewell Dinner sowie ein Matineekonzert des Exilarte Zentrums. Die isaResearch Summer School 2026 zeigte eindrucksvoll, dass Mobilit\u00e4t weit mehr ist als Bewegung zwischen Orten. Sie ist eine analytische Perspektive, die musikalische Praktiken, kulturelle Erinnerungen und gesellschaftliche Machtverh\u00e4ltnisse miteinander verbindet. Gerade die Vielfalt der vorgestellten Forschungsans\u00e4tze machte deutlich, wie produktiv der interdisziplin\u00e4re Dialog f\u00fcr die Musik- und Performanceforschung heute ist \u2013 und wie wichtig internationale Begegnungen bleiben, um neue wissenschaftliche Perspektiven zu entwickeln.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bewegen sich Musik, Menschen und Ideen \u00fcber geografische, politische und kulturelle Grenzen hinweg? Mit dieser Frage besch\u00e4ftigte sich die isaResearch Summer School 2026 unter dem Titel \u201eAcross Moving Grounds: Music, Performing Arts, and the Politics of Mobility\u201c. 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