{"id":13393,"date":"2026-04-24T10:20:26","date_gmt":"2026-04-24T08:20:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13393"},"modified":"2026-04-24T10:20:26","modified_gmt":"2026-04-24T08:20:26","slug":"alumnus-im-fokus-georg-traxlmayr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/04\/24\/alumnus-im-fokus-georg-traxlmayr\/","title":{"rendered":"Alumn\ufeffus im Fokus: Georg Traxlmayr"},"content":{"rendered":"\u201eEine meiner fr\u00fchesten konkreten Erinnerungen ist die musikalische Fr\u00fcherziehung. Wir standen um einen offenen Fl\u00fcgel und sollten darauf achten, wie lange wir einen Ton h\u00f6ren k\u00f6nnen\u201c, erinnert sich der passionierte Musiker. Seine musikaffinen Eltern m\u00f6chten ihm eine musikalische Ausbildung erm\u00f6glichen, so beginnt der geb\u00fcrtige Nieder\u00f6sterreicher in der ersten Klasse Volksschule mit dem Klavierunterricht, Jahre sp\u00e4ter folgen Gitarre und Saxophon. Als Jugendlicher steht erstmals der Beruf Musik im Raum. Gemeinsam mit seinem Klavierlehrer \u00fcberlegt Georg Traxlmayr in die Popularmusik zu gehen, entscheidet sich aber schlussendlich dagegen. \u201eIch habe mir immer gew\u00fcnscht, Musik in meinem Leben pr\u00e4sent zu halten \u2013 jedoch nicht auf so einem hochprofessionellen Niveau, wie es bei der Instrumental- und Gesangsp\u00e4dagogik der Fall ist.\u201c Mit Anfang 20 folgen drei Semester an der Wirtschaftsuniversit\u00e4t Wien und die Erkenntnis, dass bei der zuk\u00fcnftigen Berufswahl die Arbeit am Menschen im Vordergrund stehen soll. W\u00e4hrend eines Seminars der Musikwissenschaft an der Universit\u00e4t Wien h\u00f6rt der junge Student schlie\u00dflich ein Referat \u00fcber die Musiktherapie. \u201eDas hat mich vom ersten Moment an begeistert und es ist mir wie Schuppen von den Augen gefallen \u2013 die perfekte Kombination aus Bereichen, die mir liegen. In den n\u00e4chsten Minuten habe ich bereits das Curriculum der mdw durchgebl\u00e4ttert\u201c, lacht der diplomierte Musiktherapeut.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13396\" aria-describedby=\"caption-attachment-13396\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13396 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-portraet-c-martina-stapf-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-portraet-c-martina-stapf-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-portraet-c-martina-stapf-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-portraet-c-martina-stapf-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-portraet-c-martina-stapf-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-portraet-c-martina-stapf-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-portraet-c-martina-stapf-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-portraet-c-martina-stapf.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13396\" class=\"wp-caption-text\">Georg Traxlmayr ist Absolvent des Diplomstudiums Musiktherapie und arbeitet als Psychotherapeut und Musiktherapeut in freier Praxis in Wien. \u00a9 Martina Stapf<\/figcaption><\/figure>\n<blockquote><p>Mein Tipp f\u00fcr angehende Studierende in puncto Aufnahmepr\u00fcfung: Einmal ist keinmal! Man darf sich nicht entmutigen lassen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die musikalische Aufnahmepr\u00fcfung stellt durch den jahrelangen Musikschulunterricht kein Problem f\u00fcr den angehenden mdw-Studenten dar, der musiktherapeutische Teil mutet etwas schwieriger an. Beim dritten Versuch wird der heutige Musiktherapeut zum Studium an der mdw zugelassen. \u201eIch h\u00e4tte nach der zweiten Pr\u00fcfung beinahe aufgegeben, aber in einem Feedbackgespr\u00e4ch mit der Lehrenden Elena Fitzthum wurde mir geraten, eine Auszeit zu nehmen, mich mit anderen Dingen zu besch\u00e4ftigen und danach wiederzukommen.\u201c Er nimmt sich den Rat zu Herzen und verbringt eine Saison als Skilehrer am Arlberg. \u201eIch habe in diesem Jahr gelernt loszulassen, dadurch konnte ich entspannter in die Pr\u00fcfungssituation gehen. Diese Offenheit hilft mir heute in meiner t\u00e4glichen Arbeit sehr, daf\u00fcr bin ich ewig dankbar.\u201c Seine ersten beruflichen Schritte macht der ausgebildete Musiktherapeut am Psychosomatischen Zentrum Waldviertel, einer Rehaklinik in Gars am Kamp mit teilweise vier Gruppentherapien und zwischen 40 und 50 Patient_innen an einem Tag. \u201eIm Studium wird jede Musiktherapie-Stunde begleitet und supervidiert. In der Arbeitswelt ist das anders, man erh\u00e4lt unz\u00e4hlige Eindr\u00fccke, die man verarbeiten muss.\u201c Trotz seiner Freude am Beruf, empfindet es der junge Absolvent als gro\u00dfe Herausforderung seine Identit\u00e4t als Musiktherapeut zu festigen. Heute praktiziert Georg Traxlmayr in einer Praxis f\u00fcr Psychotherapie und Musiktherapie in Wien.<\/p>\n<blockquote><p>Es ist beeindruckend, welche Entwicklung Menschen durch die Musiktherapie machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13395\" aria-describedby=\"caption-attachment-13395\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-13395\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-instrumente-2-c-martina-stapf-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-instrumente-2-c-martina-stapf-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-instrumente-2-c-martina-stapf-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-instrumente-2-c-martina-stapf-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-instrumente-2-c-martina-stapf-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-instrumente-2-c-martina-stapf-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/georgtraxlmayr-instrumente-2-c-martina-stapf-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13395\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Martina Stapf<\/figcaption><\/figure><\/blockquote>\n<p>Menschen helfen zu k\u00f6nnen und mitzuerleben, wie es ihnen nachhaltig besser geht, beschreibt er als besonders lebensbereichernd. Diese Erfahrung spiegelt sich auch in seinem Einsatz f\u00fcr das Diakoniezentrum Gols in der Sozialpsychiatrie und im Alten- und Pflegewohnhaus wider. \u201eDie Musik schafft es, einen Zugang zu den Bewohner_innen zu finden, der \u00fcber die Sprache schwer oder gar nicht mehr herzustellen ist. Nach den Einheiten kehrt bei den Menschen oft ein St\u00fcck Vitalit\u00e4t und Lebensfreude zur\u00fcck. So kann man ihnen ein w\u00fcrdevolles Altern erm\u00f6glichen.\u201c Trotz dieser erf\u00fcllenden T\u00e4tigkeit hat der Beruf auch seine Schattenseiten. \u201eEs ist schwer zu akzeptieren, dass man mit dem therapeutischen Angebot nicht allen Menschen helfen kann. Und auch die Abgrenzung f\u00e4llt nicht immer leicht\u201c, wei\u00df der erfahrene Therapeut. Besonders wichtig sei daher die laufende Supervision. F\u00fcr angehende Studierende bieten Hospitationen eine M\u00f6glichkeit, das Berufsfeld sowie die Musiktherapie in der Praxis kennenzulernen. Ein ehrliches Interesse an Menschen, viel Neugierde und Freude am Improvisieren beschreibt der versierte Musiktherapeut als wichtige Eigenschaften f\u00fcr zuk\u00fcnftige Therapeut_innen. \u201eTherapie hei\u00dft, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Es braucht eine Offenheit, damit sich Prozesse entwickeln k\u00f6nnen und Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass sich oft nicht von Beginn an eine L\u00f6sung abzeichnet. Das muss man aushalten k\u00f6nnen.\u201c Eine weitere Herausforderung ist der oft sp\u00fcrbare Druck, der sich in den musikalischen Lebensgeschichten der Patient_innen zeigt \u2013 zum Beispiel die Angst, ein Instrument zu spielen. Aus seiner eigenen pers\u00f6nlichen Erfahrung in der Musiktherapie m\u00f6chte er nicht nur seinen Klient_innen, sondern auch seinen eigenen Kindern einen musikalischen Zugang ohne Druck erm\u00f6glichen. \u201eMit meinem zweij\u00e4hrigen Sohn zu musizieren und frei zu improvisieren, bereitet mir gro\u00dfe Freude. Denn auch er steht wie ich damals voller Neugier neben dem offenen Klavier und lauscht den T\u00f6nen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Was ich von der mdw mitgenommen habe, ist ein freudvoller Zugang zur Musik.<\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEine meiner fr\u00fchesten konkreten Erinnerungen ist die musikalische Fr\u00fcherziehung. Wir standen um einen offenen Fl\u00fcgel und sollten darauf achten, wie lange wir einen Ton h\u00f6ren k\u00f6nnen\u201c, erinnert sich der passionierte Musiker. 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