{"id":13384,"date":"2026-04-24T10:15:02","date_gmt":"2026-04-24T08:15:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13384"},"modified":"2026-04-24T10:15:02","modified_gmt":"2026-04-24T08:15:02","slug":"nach-dem-buch-zu-vielen-neuen-projekten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/04\/24\/nach-dem-buch-zu-vielen-neuen-projekten\/","title":{"rendered":"Nach dem Buch zu vielen neuen Projekten"},"content":{"rendered":"Mit dem Abschluss der Dissertation geht ein Abschnitt in einem Forscher_innenleben zu Ende \u2013 und ein neuer beginnt. Von den ersten Skizzen bis zur Pr\u00e4sentation meines fertigen Buches <a href=\"https:\/\/www.hollitzer.at\/buch\/benutze-nun-die-tafeln-selbst\"><i>Benutze nun die Tafeln selbst. Sammeln, Schreiben, Lehren und \u00dcben mit einem Fundamentum (ca. 1440\u20131550)<\/i><\/a><i>\u00a0<\/i>im vergangenen Herbst habe ich mich fast zehn Jahre lang damit besch\u00e4ftigt, wie um 1500 Musik am Tasteninstrument gelernt, ge\u00fcbt und aufgeschrieben wurde. Dabei habe ich mir eine Gruppe von Handschriften angeschaut, in denen musikalische St\u00fcckchen \u2013 teils nur wenige Sekunden lang \u2013 unter dem Titel \u201eFundamentum\u201c gruppiert wurden. Manche dieser Sammlungen sind wenige Zeilen kurz, andere viele Seiten lang. Warum wurden diese Sammlungen angelegt und was hat man damit genau gemacht? Eine lange Spurensuche f\u00fchrte mich zu der Erkenntnis, dass es keine einzelne Antwort auf diese Fragen gibt. Denn die musikalischen Aufzeichnungen waren unmittelbar in die Praxis eingebunden: Man schrieb, um sich etwas zu merken, um jemand anderem etwas mitzuteilen, um sich einer Sache zu vergewissern \u2013 oft w\u00e4hrend man gerade am Instrument \u00fcbte, unterrichtete, lernte. Wie ein Einkaufszettel \u2013 dem man nicht unbedingt ansieht, wer wann wo einkaufte \u2013 bilden die Schriften nur einen Bruchteil der Handlungen ab, in die sie eingebettet waren. F\u00fcr mich war es bei dieser Forschung ungemein hilfreich, mich auch mit anderen Schriften der Zeit zu besch\u00e4ftigen, die nichts mit Musik zu tun haben. Zum Beispiel untersuchte ich, wie Menschen im 15. Jahrhundert Italienisch oder das K\u00e4mpfen mit Waffen lernten. Dabei fielen mir viele Parallelen zum Musizieren in dieser Zeit auf, wie etwa die gro\u00dfen Schwierigkeiten, die entstehen, wenn man dynamische Lernprozesse oder K\u00f6rperbewegungen mit Musikinstrumenten oder Waffen zu Papier bringen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Diese interdisziplin\u00e4re Arbeit begleitet mich jetzt auch nach dem Buch weiter. Gerade schreibe ich Aufs\u00e4tze dar\u00fcber, wie man im 11. und 12. Jahrhundert mithilfe der eigenen H\u00e4nde Musik lernte und wie Schriften zur Musik in der F\u00fclle der Anleitungs- und Ratgeberliteratur des 16. Jahrhunderts zu verorten sind. Seit Kurzem besch\u00e4ftige ich mich auch mit Tonaufnahmen, die vor ungef\u00e4hr 100 Jahren in Kolonien des Deutschen Reiches produziert wurden. Dieses neue Thema bietet viele spannende Herausforderungen. Daneben bin ich hier an der mdw aber weiter in der\u00a0<a href=\"https:\/\/senfls-world.humap.site\/map\"><b>New Senfl Edition<\/b><\/a> zu Hause. Die Teamarbeit ist eine wunderbare Abwechslung zur oft etwas einsamen Forschungsarbeit. Besonders gef\u00e4llt mir dabei die Vielfalt der Aufgaben: Ich finde heraus, welche Quellen besonders geeignet sind, \u00fcbertrage die Musik aus den alten in die modernen Notationen, singe und spiele die fertige Ausgabe beim Korrigieren durch und dokumentiere all das in verschiedenen Texten \u2013 vom Blogbeitrag \u00fcber die \u201eWeltkarte\u201c bis zum kritischen Bericht.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Abschluss der Dissertation geht ein Abschnitt in einem Forscher_innenleben zu Ende \u2013 und ein neuer beginnt. Von den ersten Skizzen bis zur Pr\u00e4sentation meines fertigen Buches Benutze nun die Tafeln selbst. 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