{"id":13352,"date":"2026-04-28T15:06:22","date_gmt":"2026-04-28T13:06:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13352"},"modified":"2026-04-28T15:06:22","modified_gmt":"2026-04-28T13:06:22","slug":"instrumental-und-gesangspaedagogik-im-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/04\/28\/instrumental-und-gesangspaedagogik-im-wandel\/","title":{"rendered":"Instrumental- und Gesangsp\u00e4dagogik im Wandel"},"content":{"rendered":"<h1>Das Symposium<em> Embracing Ambiguity<\/em> diskutiert Perspektiven f\u00fcr Forschung, Studium und Berufsfeld<\/h1>\n<p>In den letzten beiden Ausgaben des <i>mdw-Magazins <\/i>wurde das Spektrum der am Institut f\u00fcr musikp\u00e4dagogische Forschung und Praxis (IMP) versammelten Teildisziplinen bereits \u00fcberblicksartig vorgestellt und einige der Herausforderungen genannt, die sich aktuell im musikalischen Bildungsbereich stellen. Nachdem es dabei zuletzt um den Lehramtsbereich ging, lenken wir dieses Mal den Blick auf die Instrumental- und Gesangsp\u00e4dagogik (IGP).<\/p>\n<p>Vielleicht denken Sie in diesem Zusammenhang zun\u00e4chst an das Unterrichtszimmer einer Musikschule, an geduldiges \u00dcben oder an Ihre eigenen musikalischen Anf\u00e4nge. Derartige Bilder zeigen allerdings nur einen kleinen Ausschnitt eines Berufsbildes, das sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund gesellschaftlicher und bildungspolitischer Wandlungsprozesse deutlich erweitert hat: Instrumental- und Gesangsp\u00e4dagog_innen sind heute in unterschiedlichen institutionellen Kontexten t\u00e4tig \u2013 etwa an Musikschulen, in freiberuflichen Unterrichtssettings, in Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen, in musikvermittelnden Projekten oder im universit\u00e4ren Bereich. Ihre Arbeit umfasst Einzel- und Gruppenunterricht, Ensemble- und Bandarbeit sowie Aufgaben von der musikalischen Basisarbeit \u00fcber die F\u00f6rderung des Laienmusizierens bis hin zur Vorbereitung auf musikbezogene Berufst\u00e4tigkeiten und zur Entwicklung k\u00fcnstlerischer Exzellenz.<\/p>\n<h5>Blick auf ein dynamisches Forschungsfeld<\/h5>\n<p>Ehemals klar konturierte Grenzen zwischen schulischen und au\u00dferschulischen musikp\u00e4dagogischen Handlungsfeldern verwischen in der Berufspraxis also zunehmend und diese Entwicklung macht sich auch im Forschungsbereich deutlich bemerkbar. Als gemeinsame Forschungsinteressen zeigen sich etwa die Auseinandersetzung mit musikalisch-\u00e4sthetischen Erfahrungen, die empirische Untersuchung musikbezogener Lernprozesse, die Auseinandersetzung mit (post-)digitalen Musikpraxen oder der kritische Umgang mit Machtverh\u00e4ltnissen und institutionellen Spannungsfeldern. Einen traditionell f\u00fcr die IGP wichtigen Forschungsdiskurs stellt dar\u00fcber hinaus die Auseinandersetzung mit musikbezogenen Biografien dar, etwa in Bezug auf die Frage, wie sich Menschen Musik im Laufe ihres Lebens aneignen, welche Bedeutung musikalische Praxis f\u00fcr sie hat und welche Schl\u00fcsse sich daraus f\u00fcr die Erm\u00f6glichung von musikkultureller Teilhabe ziehen lassen. Zudem hat sich eine breit ausdifferenzierte Unterrichtsforschung etabliert, die gerade mit Blick auf die Schnittstellen schulischer und musikschulischer Arbeitskontexte zu wichtigen Ergebnissen gef\u00fchrt hat \u2013 zur Gestaltung musikbezogener Lehr-Lern-Prozesse und dem Umgang mit Heterogenit\u00e4t ebenso wie mit Blick auf die professionellen Selbstverst\u00e4ndnisse von Lehrenden. Angesichts des sich abzeichnenden, in seinem Umfang dramatisch wirkenden Fachkr\u00e4ftemangels gewinnt aktuell der Blick auf Bildungsinstitutionen und die Gestaltung von \u00dcberg\u00e4ngen (zwischen Musikschule und Studium sowie zwischen Studium und Beruf) an Bedeutung. Weitere, intensiv beforschte Themen und Fragestellungen ergeben sich aus gesellschaftlichen Wandlungsprozessen \u2013 etwa in Bezug auf Herausforderungen, die aus einer zunehmend diversen und alternden Gesellschaft resultieren, rasanten technologischen Entwicklungen, multiplen Krisen und einer Zukunft, die in vielerlei Hinsicht fragil und unsicher erscheint.<\/p>\n<h5>Embracing Ambiguity. Zur Rolle der Instrumental- und Gesangsp\u00e4dagogik in Musikp\u00e4dagogik, Bildungspolitik und Gesellschaft<\/h5>\n<p>Was aber bedeutet es, Instrumental- bzw. Gesangsp\u00e4dagog_in zu sein in Zeiten gesellschaftlicher Transformation? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/igp-symposium\/\">Symposiums<\/a>, welches das IMP am 29. und 30. Mai 2026 in Zusammenarbeit mit der Hochschule f\u00fcr Musik und Tanz K\u00f6ln veranstaltet. Das Symposium nimmt das Fach in seiner Breite in den Blick \u2013 den Forschungsbereich ebenso wie Studium und Beruf. Der titelgebende Begriff verweist in zweierlei Hinsicht auf die gegenw\u00e4rtige Situation: Als verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig junge musikp\u00e4dagogische Teildisziplin hat die Instrumental- und Gesangsp\u00e4dagogik in den letzten Jahrzehnten einen bemerkenswerten Professionalisierungsprozess durchlaufen. Dennoch bleibt sie von einer gewissen Offenheit gepr\u00e4gt, erkennbar etwa an einem enorm breiten Berufsbild und einer spannungsreichen Verortung im universit\u00e4ren Bereich. Diese Ambivalenz kann als Defizit, aber auch als Potenzial verstanden werden: Angesichts einer komplexen und von rasanten Ver\u00e4nderungen gepr\u00e4gten Gegenwart, der Herausforderungen, die aus einer unw\u00e4gbaren Zukunft resultieren sowie zunehmender Skepsis gegen\u00fcber einem simplifizierenden \u201eFortschrittsnarrativ\u201c (Andreas Reckwitz) ist fraglich, ob die Denkfigur von Professionalisierung als einer linearen Entwicklung von einem als defizit\u00e4r wahrgenommenen Ausgangspunkt A zu einem m\u00f6glichen Zielpunkt B noch tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle setzt das Symposium an und sucht nach Wegen, die Wandelbarkeit der IGP grundlegend anders zu denken: Was w\u00e4re, wenn wir diese Offenheit als konstituierendes Merkmal und als Ressource begreifen? Welche Perspektiven er\u00f6ffnen sich, wenn wir Professionalisierung als ein stetes Bem\u00fchen betrachten, mit Ambiguit\u00e4t umzugehen und Zwischenr\u00e4ume in sozialen, institutionellen und k\u00fcnstlerischen Kontexten kreativ und produktiv zu gestalten? Welche Entwicklungstendenzen lassen sich von dieser Warte aus identifizieren und welche neuen Impulse ergeben sich daraus f\u00fcr Studium, Forschung und Berufspraxis?<\/p>\n<h5>Einladung zum Dialog<\/h5>\n<p>Fragen wie diese werden im Rahmen des Symposiums von Forscher_innen der deutschsprachigen Musikp\u00e4dagogik und angrenzender Disziplinen, von Kolleg_innen der instrumentalen und vokalen Fachdidaktiken und aus dem k\u00fcnstlerischen Bereich, von Verantwortlichen aus dem Universit\u00e4ts- und Musikschulbereich sowie von Lehrenden und Studierenden diskutiert. Neben klassischen Vortr\u00e4gen er\u00f6ffnen zahlreiche dialogische Formate Raum f\u00fcr Begegnung und Austausch. Gemeinsam geht es darum, Forschungsergebnisse und Eindr\u00fccke aus dem Berufsfeld miteinander in Verbindung zu bringen und zu diskutieren, welche Implikationen sich daraus f\u00fcr die Gestaltung von Studium und Beruf ergeben, f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis der Disziplin sowie zu ihrer gegenw\u00e4rtigen und zuk\u00fcnftigen Positionierung an der mdw und im Bildungsbereich insgesamt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten beiden Ausgaben des mdw-Magazins wurde das Spektrum der am Institut f\u00fcr musikp\u00e4dagogische Forschung und Praxis (IMP) versammelten Teildisziplinen bereits \u00fcberblicksartig vorgestellt und einige der Herausforderungen genannt, die sich aktuell im musikalischen Bildungsbereich stellen. 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