{"id":13349,"date":"2026-04-28T15:06:13","date_gmt":"2026-04-28T13:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13349"},"modified":"2026-04-28T15:06:13","modified_gmt":"2026-04-28T13:06:13","slug":"neustart-fuer-das-lehramt-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/04\/28\/neustart-fuer-das-lehramt-musik\/","title":{"rendered":"Neustart f\u00fcr das Lehramt Musik"},"content":{"rendered":"<h1>Curricula 26W an der mdw<\/h1>\n<p>Mit dem Wintersemester 2026 treten an der mdw grundlegend \u00fcberarbeitete Studienpl\u00e4ne f\u00fcr die Lehramtsausbildung Sekundarstufe in Kraft. Zentrale Ver\u00e4nderung ist die bildungspolitisch vorgegebene Verk\u00fcrzung des Bachelorstudiums von vier auf drei Jahre. Betroffen sind die <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/stdmp\/lehramtsstudium\/mu\/img-dein-job-musik\/\">Unterrichtsf\u00e4cher Musik (MU, bislang Musikerziehung\/ME) sowie Instrumentalmusik und Gesang (IMG, bislang Instrumentalmusikerziehung\/IME)<\/a>. Die Reform ist Ergebnis eines mehrj\u00e4hrigen Entwicklungsprozesses. Sie reagiert auf gesetzliche Vorgaben des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und des <a href=\"https:\/\/www.qsr.or.at\/?content\/der-qsr\/index\">Qualit\u00e4tssicherungsrat f\u00fcr P\u00e4dagog_innenbildung (QSR)<\/a>, setzt zugleich den Entwicklungsplan der mdw 2025\u20132027 um und integriert Erkenntnisse aus dem Studierbarkeitsmonitoring 2023 an der mdw. In Zeiten sp\u00fcrbaren Mangels an Musiklehrpersonen bekennt sich die mdw damit weiterhin zu einer qualit\u00e4tsvollen, k\u00fcnstlerisch fundierten, vielf\u00e4ltigen und praxisnahen Ausbildung.<\/p>\n<h5>Verk\u00fcrzung und Neuorientierung<\/h5>\n<p>Die gesetzlichen Vorgaben stellten alle Beteiligten vor die Frage, wie sich Studienzeit reduzieren l\u00e4sst, ohne den k\u00fcnstlerisch-musikalischen Qualit\u00e4tsanspruch aufzugeben. Neben den unvermeidlichen schmerzhaften Einschnitten liegt die Antwort in struktureller Neuordnung, klarer Berufsfeldorientierung und bewusster Profilbildung. F\u00fcnf S\u00e4ulen tragen das Studium: Musik, Fachwissenschaften, Fachdidaktik, p\u00e4dagogisch-praktische Studien (PPS) und allgemeine bildungswissenschaftliche Grundlagen (ABG). Erstmals ist nunmehr die gesamte Studienstruktur vollst\u00e4ndig in den Curricula der mdw enthalten \u2013 inklusive der ABG, die bislang curricular an der mdw nicht abgebildet waren. F\u00fcr die musikalisch-k\u00fcnstlerischen Unterrichtstf\u00e4cher erm\u00f6glicht dies eine koh\u00e4rentere Abstimmung fachlicher, fachdidaktischer und p\u00e4dagogischer Elemente.<\/p>\n<p>Unabdingbar ist auch die Kompatibilit\u00e4t mit dem Zweitfach im Lehramt, das f\u00fcr die \u00fcberwiegende Mehrheit der MU-Studierenden nicht IMG, sondern ein anderes Unterrichtsfach ist, welches gem\u00e4\u00df den Verbundstrukturen der \u00f6sterreichischen Lehrer_innenbildung im Verbund Nord-Ost studiert wird. Daher vollzieht die mdw das Strukturmodell \u201eversetzt studieren\u201c des <a href=\"https:\/\/lehramt.univie.ac.at\/\">Verbunds Nord-Ost<\/a> mit: Im Fach MU werden im Bachelor 25\u00a0ECTS mehr absolviert, w\u00e4hrend im Zweitfach bzw. in IMG ein vertiefender 25-ECTS-Block im Master vorgesehen ist (bei gleichbleibenden Gesamtsummen von 180 ECTS im Bachelor- und 120 ECTS im Masterstudium). F\u00fcr MU bedeutet das einen intensiven dreij\u00e4hrigen Bachelor und ein eher knapp gehaltenes Masterstudium; im Zweitfach verh\u00e4lt es sich umgekehrt. Langfristige Auswirkungen dieser Struktur, die \u00fcbrigens in \u00d6sterreich ausschlie\u00dflich in der Ausbildungsregion Nord-Ost zur Anwendung kommt, auf Studienverlauf und Absolvent_innenzahlen bleiben abzuwarten.<\/p>\n<h5>Neue k\u00fcnstlerische Profile<\/h5>\n<p>Eine der sichtbarsten Innovationen ist die Einf\u00fchrung zus\u00e4tzlicher k\u00fcnstlerischer Profilf\u00e4cher in MU: Electronics, Klavierpraxis, Musik und Bewegung sowie Musiken global (mit Instrumenten wie z.\u2009B. Akkordeon, Harmonika, Oud, Saz, Tamburica oder Zither). Damit reagiert die mdw auf ver\u00e4nderte musikalische Realit\u00e4ten in Schulen: digitale Klanggestaltung, bewegungsorientierte Zug\u00e4nge und globale Musiktraditionen sind l\u00e4ngst Teil jugendlicher Lebenswelten und Inhaltselemente schulischer Lehrpl\u00e4ne. Angesprochen werden potenzielle neue Zielgruppen an Studierenden, die ihre individuellen k\u00fcnstlerisch-musikalischen Profile einbringen und im Rahmen des Studiums weiterentwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das k\u00fcnstlerische Profilfach wird im Bachelor auf drei Jahre konzentriert. Die Umbenennung von \u201eHauptfach\u201c in \u201eProfilfach\u201c betont die Bedeutung eines individuellen k\u00fcnstlerischen Profils als eines der Elemente einer insgesamt breit angelegten Musiklehrendenbildung. In IMG bleiben zwei k\u00fcnstlerische Hauptf\u00e4cher \u00fcber drei Jahre im Bachelor plus ein Jahr im Master verankert.<\/p>\n<h5>Breite und Professionsorientierung<\/h5>\n<p>Trotz Verk\u00fcrzung bleibt die inhaltliche Breite erhalten. K\u00fcnstlerisch-schulpraktische Fertigkeiten, Ensemble\/Ensembleleitung, Musiktheorie, Wissenschaften und Fachdidaktik bilden neben PPS und ABG die Studienbereiche. Wesentliche Bestandteile wie Klavier im Kontext, Gesang im Kontext, Populargesang, Gitarrepraktikum oder Singen und Stimmbildung mit Schulklassen wurden professionsbezogen weiterentwickelt, auch Bandarbeit mit heterogenen Gruppen sowie Tanzen\/Bewegen\/Gestalten sind fest verankert.<\/p>\n<p>Die schulpraktischen Studienanteile bleiben im Vergleich zu bisher im Umfang weitgehend unver\u00e4ndert, ihr relativer Anteil steigt damit sogar. Kontinuierliches, qualit\u00e4tsgesichertes Fach-Mentoring an Schulstandorten gew\u00e4hrleistet Praxisn\u00e4he und unterst\u00fctzt den Berufseinstieg bestm\u00f6glich. Im Master tragen flexible Angebote der Tatsache Rechnung, dass viele Studierende bereits unterrichten. Abgeschlossen wird weiterhin mit einer wissenschaftlichen Masterarbeit \u2013 womit der wissenschaftlich-universit\u00e4re Charakter der Lehramtsausbildung unangetastet bleibt.<\/p>\n<h5>Herausforderungen und Ausblick<\/h5>\n<p>Die Curricularentwicklung war anspruchsvoll: Neben gesetzlich verpflichtenden Inhalten wie sprachlicher Bildung\/Deutsch als Zweitsprache, Inklusion sowie Schul- und Dienstrecht setzte der QSR umfangreiche Rahmenvorgaben in Professions- und Kompetenzorientierung, Diversit\u00e4t und Inklusion sowie KI, Medienbildung, Digitalisierung und Globalisierung.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu diesen \u2013 wenig fachspezifischen \u2013 Anforderungen verlangte auch die Diskussion um musikbezogene Inhalte intensive Abstimmungen. Die Verk\u00fcrzung der Studiendauer kombiniert mit zunehmend wachsenden und heterogenen Anforderungen an Musiklehrpersonen im Berufsalltag stellt ein kaum aufzul\u00f6sendes Dilemma dar. Dieses musste innerhalb der mdw aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven heraus diskutiert und in einem schlussendlich umsetzbaren Modell zusammengef\u00fchrt werden. Die gro\u00dfe inhaltliche Vielseitigkeit ist ein Charakteristikum, das wie kein anderes das Wesen des Lehramtsstudiums Musik und seines Berufsfelds ausmacht \u2013 eine Eigenschaft, die allerdings zum Teil nur m\u00fchsam mit herk\u00f6mmlichen universit\u00e4ren Strukturen, Finanzierungslogiken und Ressourcenfragen in Einklang zu bringen ist. Die positive Begutachtung durch den QSR im Februar 2026 sowie die Beschl\u00fcsse von Rektorat und Senat der mdw markieren somit den erfolgreichen Abschluss einer gemeinsamen Kraftanstrengung, mit der diese so wertvolle Vielseitigkeit erhalten und weiterentwickelt werden konnte.<\/p>\n<p>Mit den Curricula 26W positioniert sich die mdw als zentrale Akteurin in der Musiklehrendenbildung der Ausbildungsregion Nord-Ost. Die Erh\u00f6hung der Studienpl\u00e4tze ab 2026 und die Fortsetzung der bereits seit 2019 bestehenden Kooperation mit den drei p\u00e4dagogischen Hochschulen der Region unterstreicht diesen Anspruch. Ein verk\u00fcrztes Studium muss nicht nur ein reduziertes sein \u2013 vielmehr er\u00f6ffnet das neue Lehramt Musik Chancen, um gemeinsam auf gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen, bildungspolitische Notwendigkeiten und die Bed\u00fcrfnisse des Musikunterrichts an Schulen zu reagieren und dabei k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t, p\u00e4dagogische Professionalit\u00e4t und zeitgem\u00e4\u00dfe Profilbildung noch enger zu verzahnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Wintersemester 2026 treten an der mdw grundlegend \u00fcberarbeitete Studienpl\u00e4ne f\u00fcr die Lehramtsausbildung Sekundarstufe in Kraft. 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