{"id":13307,"date":"2026-04-24T13:48:03","date_gmt":"2026-04-24T11:48:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13307"},"modified":"2026-04-24T13:48:03","modified_gmt":"2026-04-24T11:48:03","slug":"international-research-center-gender-and-performativity-second-opening","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/04\/24\/international-research-center-gender-and-performativity-second-opening\/","title":{"rendered":"International Research Center \u2013 Gender and Performativity: Second Opening"},"content":{"rendered":"Im Dezember 2025 fand die zweite Er\u00f6ffnung des <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/icgp\/\">International Research Center \u2013 Gender and Performativity (ICGP)<\/a> statt. Mit etwas Abstand k\u00f6nnen wir auf ein erfolgreiches Symposion zur\u00fcckblicken. Mit Schwerpunkt auf dem Verh\u00e4ltnis von Gendering und Racialization aus globaler Perspektive wurden Themen wie Faschisierung, Populismus und institutionelle Komplizit\u00e4t kritisch analysiert. Dabei wurden die Potenziale k\u00fcnstlerisch-wissenschaftlicher und performativer Praxen exemplarisch hervorgehoben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13460\" aria-describedby=\"caption-attachment-13460\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-13460\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Auswahl13-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Auswahl13-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Auswahl13-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Auswahl13-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Auswahl13-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Auswahl13-850x567.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Auswahl13.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13460\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Iva Valenta<\/figcaption><\/figure>\n<p>Anders als bei der vorhergehenden Er\u00f6ffnungsveranstaltung im Juni 2025 herrschte dieses Mal eine winterlich-vorweihnachtliche Stimmung am mdw-Campus. Ungeachtet der niedrigen Temperaturen wurde an politische Diskurse angekn\u00fcpft und \u2013 in Veranstaltungsr\u00e4umen sowie in den Pausen \u2013 hei\u00df diskutiert. So zeigte die zweite Er\u00f6ffnung erneut, wie gro\u00df die Nachfrage nach Raum f\u00fcr Austausch in Zeiten globaler Krisen bleibt, in denen zunehmend Druck auf die Gender Studies ausge\u00fcbt wird. Dies spiegelte sich auch in den Gru\u00dfworten wider: Sowohl Ulrike Sych, Rektorin der mdw, als auch Susanne Lettow vom Margherita-von-Brentano-Zentrum der FU Berlin unterstrichen die gesellschaftspolitische Bedeutung des Zentrums mit entsprechender Promotionsm\u00f6glichkeit in Gender Studies und Performativit\u00e4tsfragen f\u00fcr lokale und internationale Forschung und Lehre. Dominik Reisner, der die Veranstaltung als Vertreter des Bundesministeriums f\u00fcr Frauen, Wissenschaft und Forschung besuchte, betonte die einzigartige Positionierung des Zentrums als Br\u00fccke zwischen akademischer \u00d6ffentlichkeit, performativen K\u00fcnsten und Gesellschaft.<\/p>\n<p>Konkretisiert wurde dies in der Antrittsvorlesung <i>Dirty Dragging. On Gender, \u201eRace\u201c, and Transgression<\/i> von Evelyn Annu\u00df, Kultur- und Theater-\/Literaturwissenschaftlerin sowie Leiterin des ICGP. Angelehnt an ihr neues Buch <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/dirty-dragging-performative-transpositionen\/\"><i>Dirty Dragging. Performative Transpositionen <\/i><\/a>\u00a0(mdwPress 2025 dt., 2026 en.) skizzierte diese rege diskutierte Vorlesung das zuk\u00fcnftige Profil des neu gegr\u00fcndeten Forschungszentrums. Im voll besetzten Joseph Haydn-Saal besch\u00e4ftigte sie sich exemplarisch mit Drag als politischer Praxis und dem Status geistes- und sozialwissenschaftlicher Gender Studies vor dem Hintergrund einer zunehmend autorit\u00e4ren Wende. Annu\u00df schlug vor, bestehende Ans\u00e4tze der Queer Theory weiterzudenken und hierbei \u00fcber die jeweilige gesellschaftliche und politische Situierung transgressiver Auftrittsformen nachzudenken. An gegens\u00e4tzlichen Drag-Fotografien aus der Zeit des Apartheid- und des NS-Regimes reformulierte sie \u201eDragging\u201c als \u201eschlepping-along\u201c, um nach dem performativen Umgang mit politischer Gewalt und deren Nachleben in heutigen Spektakeln vor dem Hintergrund gegenw\u00e4rtiger Faschisierungsprozesse zu fragen. Diese Frage steht auch im Zusammenhang mit dem zeitgleich von Annu\u00df und dem letztj\u00e4hrigen ICGP-Gastprofessor Raz Weiner herausgegebenen Sammelband <i>Facing Drag. Gender Bending and Racialized Masking in Performing Arts and Popular Culture<\/i>, der unterschiedliche Perspektiven auf queere Auftrittsformen, Rassismen und Kolonialismus verschr\u00e4nkt und im Rahmen des Symposions gemeinsam mit Sam Ehrentraut, Zimitri Erasmus und Eric Lott, Autor_innen des Bandes, vorgestellt wurde. Beide Publikationen sind inzwischen erh\u00e4ltlich \u2013 Open Access sowie als Printversion.<\/p>\n<p>Das darauffolgende zweit\u00e4gige Symposion verdeutlichte den internationalen Anspruch des neuen Zentrums und entsprach dessen drei Arbeitsschwerpunkten: der Auseinandersetzung mit den performativen K\u00fcnsten, politischen Spektakeln und avancierten (queeren) Theorien des Performativen. Entsprechend adressierte es Geschlechterfragen an der Schnittstelle von \u00c4sthetik und Politik. Raz Weiners Vortrag, der die eigene Familiengeschichte in Israel zum Ausgangspunkt nahm, und Sirah Foighel Brutmanns und Eitan Efrats Film <i>Vents Violents (Two Letters to Chantal Akerman<\/i>) befragten die Verschr\u00e4nkung politischer Gewaltgeschichten, von Holocaust und Kolonialismus, und deren performativer bzw. k\u00fcnstlerischer Verhandlung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13309\" aria-describedby=\"caption-attachment-13309\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-13309\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/auswahl17-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/auswahl17-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/auswahl17-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/auswahl17-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/auswahl17-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/auswahl17-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/auswahl17-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13309\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Iva Valenta<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unterschiedliche Artikulationsformen von Rassismus und Gender in Musik und Theater\/Performance wiederum besch\u00e4ftigten den New Yorker Kulturwissenschaftler Eric Lott, die in Johannesburg lehrende ICGP-Gastprofessorin Zimitri Erasmus und die in New York und Mutare, Simbabwe, ans\u00e4ssige Performance-K\u00fcnstlerin nora chipaumire in ihrem Gespr\u00e4ch mit Isabel Lewis, Leiterin des Tanzquartier Wien. Vor diesem Hintergrund schlie\u00dflich wurden auch die bereits w\u00e4hrend der ICGP-Sommerveranstaltung gef\u00fchrten Diskussionen um akademische Komplizit\u00e4t mit weiteren G\u00e4sten fortgesetzt, um die gegenw\u00e4rtige Bedrohung von Hochschulautonomie und kritischer (Geschlechter-)Forschung in heterogenen Kontexten \u2013 in \u00d6sterreich (Isabel Frey), Deutschland (Sam Ehrentraut, Susanne Lettow), Serbien (Tatjana Nikoli\u0107) sowie in S\u00fcdafrika (Zimitri Erasmus), Israel (Raz Weiner) und den USA (Eric Lott) zu beleuchten.<\/p>\n<p>Die ICGP-Er\u00f6ffnung im Dezember war wiederum ein gro\u00dfer Erfolg \u2013 m\u00f6glich geworden durch die Unterst\u00fctzung der mdw und das Engagement vieler Einzelner. Im Sommersemester wird die j\u00e4hrliche Gender-Studies-Ringvorlesung in Form des Symposions <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/veranstaltung\/?v=79442&amp;g=56811\"><i>Performing Challenges<\/i><\/a> (16. bis 18.\u00a0Juni) Gelegenheit geben, die begonnenen Diskussionen fortzuf\u00fchren. Im Mittelpunkt stehen trans- und queerfeministische theoretische, k\u00fcnstlerische und aktivistische Auseinandersetzungen mit Fragen der Solidarit\u00e4t.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dezember 2025 fand die zweite Er\u00f6ffnung des International Research Center \u2013 Gender and Performativity (ICGP) statt. Mit etwas Abstand k\u00f6nnen wir auf ein erfolgreiches Symposion zur\u00fcckblicken. 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