{"id":13155,"date":"2026-02-23T18:09:46","date_gmt":"2026-02-23T17:09:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13155"},"modified":"2026-03-03T14:36:27","modified_gmt":"2026-03-03T13:36:27","slug":"rezension-extended-piano-techniques-perspektiven-1981-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/02\/23\/rezension-extended-piano-techniques-perspektiven-1981-2018\/","title":{"rendered":"Rezension\ufeff: extended piano techniques. Perspektiven 1981\u20132018"},"content":{"rendered":"<h5>Katharina Bleier, <i>extended piano techniques. Perspektiven 1981\u20132018, <\/i>Dresden: <a href=\"https:\/\/musiconn.qucosa.de\/landing-page\/?tx_dlf[id]=https%3A%2F%2Fmusiconn.qucosa.de%2Fapi%2Fqucosa%253A97089%2Fmets\">musiconn.publish<\/a>, 2025<\/h5>\n<figure id=\"attachment_13157\" aria-describedby=\"caption-attachment-13157\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-13157\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ept-umschlag-2-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ept-umschlag-2-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ept-umschlag-2-716x1024.jpg 716w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ept-umschlag-2-768x1098.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ept-umschlag-2-1074x1536.jpg 1074w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ept-umschlag-2-850x1215.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ept-umschlag-2.jpg 1119w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13157\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 musiconn.publish, Dresden<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn man \u00fcber die 88 Tasten des Klaviers hinausblickt und sich den Saiten im Innenraum zuwendet, einem Bereich des Instruments, der von Pianist_innen h\u00e4ufig \u00fcbersehen wird und traditionell eher mit Klavierstimmer_innen und -techniker_innen in Verbindung gebracht wird, er\u00f6ffnet sich eine reiche Klangwelt. Katharina Bleiers Extended Piano Techniques, ein umfangreicher Band von nahezu 400 Seiten, bietet eine breit angelegte und klar strukturierte Auseinandersetzung mit nicht-konventionellen Klavierspieltechniken.<\/p>\n<p>Das Buch richtet sich sowohl an Spezialist_innen im Bereich zeitgen\u00f6ssische Musik als auch an Pianist_innen, die sich erstmals mit erweiterten Spieltechniken befassen. Musikwissenschaftliche und historische Forschung stehen dabei ebenso im Fokus wie praxisbezogene \u00dcberlegungen zur Auff\u00fchrungspraxis \u2013 eine ausgewogene Mischung, die durch das doppelte Profil der Autorin als Musikwissenschaftlerin und Konzertpianistin erm\u00f6glicht wird. Erweiterte Spieltechniken werden nicht als blo\u00dfe Effekte oder rein experimentelle Gesten pr\u00e4sentiert, sondern als bewusste kompositorische Praktiken, die sich in eine umfassendere historische und stilistische Kontinuit\u00e4t einreihen.<\/p>\n<p>Die Gliederung in eigenst\u00e4ndige Kapitel erweist sich als gro\u00dfer Vorteil des Bandes, denn das erleichtert die Orientierung und steigert die Lesbarkeit deutlich. Gleichzeitig qualifiziert diese Struktur das Werk als gut nutzbares Nachschlageinstrument. Besonders hervorzuheben ist der historische Abschnitt, der eindrucksvoll darlegt, dass zahlreiche Komponist_innen bereits in fr\u00fcheren Jahrhunderten mit entsprechenden Techniken gearbeitet haben und damit nachhaltig die verbreitete Annahme relativiert, erweiterte Klaviertechniken seien ausschlie\u00dflich ein Ph\u00e4nomen des 20. und 21. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Die Auswahl der behandelten Komponist_innen und Werke liegt schwerpunktm\u00e4\u00dfig im Zeitraum zwischen 1981 und 2018, stellt jedoch immer wieder Bez\u00fcge zu fr\u00fcherem und sp\u00e4terem Repertoire her und er\u00f6ffnet damit Perspektiven f\u00fcr weiterf\u00fchrende Erkundungen. Die Analysen erm\u00f6glichen eine differenzierte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ans\u00e4tzen erweiterter Spieltechniken, w\u00e4hrend die \u00fcber QR-Codes zug\u00e4nglichen Videomaterialien den Band auch in praktischer Hinsicht besonders wertvoll machen.<\/p>\n<p>Neben der Auseinandersetzung mit Klang und instrumentaler Technik richtet das Buch den Blick auch auf gestische und performative Aspekte der Ausf\u00fchrung und begreift die Beziehung zwischen den Handlungen der Interpret_innen und der Klangwahrnehmung als integralen Bestandteil erweiterter pianistisch-praktischer Praxis.<\/p>\n<p>Das Spektrum der behandelten Komponist_innen ist stilistisch vielf\u00e4ltig und reicht von Pers\u00f6nlichkeiten wie George Crumb bis hin zu Vertreter_innen der j\u00fcngeren Generationen wie Maurizio Azzan, der mithilfe nicht-konventioneller Techniken sowohl den Klavierinnenraum als auch die klangliche Wahrnehmung des Publikums erforscht.<\/p>\n<p>Besondere Erw\u00e4hnung verdient schlie\u00dflich das umfangreiche Repertoireverzeichnis im abschlie\u00dfenden Teil des Bandes, das Werke mit unterschiedlich ausgepr\u00e4gtem Einsatz erweiterter Spieltechniken versammelt, \u00fcbersichtlich kategorisiert und auf der Grundlage einer sorgf\u00e4ltigen Analyse der jeweiligen Partituren zusammengestellt.<\/p>\n<p>In einem sich stetig wandelnden Feld etabliert sich Katharina Bleiers Buch somit als ma\u00dfgebliches Referenzwerk, das sowohl praktische Orientierung als auch einen fundierten \u00dcberblick \u00fcber das Klavier jenseits der Tasten bietet.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katharina Bleier, extended piano techniques. Perspektiven 1981\u20132018, Dresden: musiconn.publish, 2025 Wenn man \u00fcber die 88 Tasten des Klaviers hinausblickt und sich den Saiten im Innenraum zuwendet, einem Bereich des Instruments, der von Pianist_innen h\u00e4ufig \u00fcbersehen wird und traditionell eher mit Klavierstimmer_innen und -techniker_innen in Verbindung gebracht wird, er\u00f6ffnet sich eine reiche Klangwelt. Katharina Bleiers Extended &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":448,"featured_media":13158,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[1638,153,55],"class_list":["post-13155","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-research","tag-2026-1","tag-review","tag-rezension"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13155","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/448"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13155"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13155\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13226,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13155\/revisions\/13226"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13158"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}