{"id":13113,"date":"2026-02-26T13:15:43","date_gmt":"2026-02-26T12:15:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=13113"},"modified":"2026-02-26T13:15:43","modified_gmt":"2026-02-26T12:15:43","slug":"nicht-nur-bewahren-sondern-sichtbar-und-hoerbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2026\/02\/26\/nicht-nur-bewahren-sondern-sichtbar-und-hoerbar-machen\/","title":{"rendered":"\u201eNicht nur bewahren, sondern sichtbar und h\u00f6rbar machen\u201c"},"content":{"rendered":"<h5>Exilarte, das Zentrum f\u00fcr verfolgte Musik an der mdw, feiert in diesem Jahr sein 20-j\u00e4hriges Bestehen \u2013 zun\u00e4chst als Verein, seit 2016 institutionell eingegliedert in die Universit\u00e4t. Ein Gespr\u00e4ch mit dem Leiter Gerold W. Gruber anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums \u00fcber das Erreichte \u2013 und dar\u00fcber, was k\u00fcnftig noch umgesetzt werden soll.<\/h5>\n<p>Wenn man heute durch die gro\u00dfz\u00fcgig ausgestatteten R\u00e4umlichkeiten von Exilarte in der Lothringerstra\u00dfe geht, ist die starke Pr\u00e4senz zu sp\u00fcren, die dem Zentrum f\u00fcr verfolgte Musik hier an der mdw einger\u00e4umt wird. Es wirkt, als w\u00fcrde das Haus geschlossen hinter dem Thema stehen \u2013 nicht nur ideell, sondern auch organisatorisch und institutionell, angelegt auf eine nachhaltige Verankerung an einem prominenten, bedeutenden Ort.<\/p>\n<p><b>Gerold Gruber (GG):<\/b> Ja, genau das ist das Entscheidende, und eine solche Pr\u00e4senz war nicht immer selbstverst\u00e4ndlich. Wir haben 2006 mit gro\u00dfer Euphorie begonnen, getragen von einer klaren inhaltlichen \u00dcberzeugung, aber als kleiner Verein unter vergleichsweise schwierigen Rahmenbedingungen. Der Wendepunkt kam 2016 mit der neuen Rektorin: Ulrike Sych hat mich sofort nach ihrer Ernennung zu einem Gespr\u00e4ch eingeladen und den neuen Status von Exilarte als eigenes Zentrum an der mdw vorgeschlagen. Erst ab diesem Moment wurde aus vielen einzelnen Initiativen ein dauerhaft verankertes, international sichtbares und aktiv arbeitendes Exilmusikzentrum.<\/p>\n<p>Sie haben \u00fcber die Jahre ein umfangreiches Archiv aufgebaut, verfolgen aber etliche Aktivit\u00e4ten, die die Materialien und Dokumente nach au\u00dfen tragen. Wo liegen die Schwerpunkte der Arbeit?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Nat\u00fcrlich bilden die Nachl\u00e4sse das Herzst\u00fcck unserer Arbeit \u2013 inzwischen sprechen wir von \u00fcber 40\u00a0verschieden gro\u00dfen Best\u00e4nden. Es war aber von Beginn an klar, dass wir diese Materialien nicht im Verborgenen belassen wollen. Forschung, Vermittlung und \u00d6ffentlichkeit sind gleichrangige Aufgaben. Ausstellungen, Konzerte, Symposien und Publikationen sind daher keine Begleiterscheinungen, sondern integraler Bestandteil unseres Selbstverst\u00e4ndnisses.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13116\" aria-describedby=\"caption-attachment-13116\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13116 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/prof-gerold-gruber-foto-maria-noi-3-5-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/prof-gerold-gruber-foto-maria-noi-3-5-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/prof-gerold-gruber-foto-maria-noi-3-5-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/prof-gerold-gruber-foto-maria-noi-3-5-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/prof-gerold-gruber-foto-maria-noi-3-5-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/prof-gerold-gruber-foto-maria-noi-3-5-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/prof-gerold-gruber-foto-maria-noi-3-5-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/prof-gerold-gruber-foto-maria-noi-3-5.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13116\" class=\"wp-caption-text\">Gerold Gruber \u00a9 Maria Noi<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie gro\u00df sind die Best\u00e4nde insgesamt, wie kann man sich deren Umfang konkret vorstellen?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Derzeit sind etwa 20 bis 25\u00a0Prozent unserer Magazinkapazit\u00e4t belegt. Die Magazine sind klimatisiert, gesichert und technisch auf dem neuesten Stand. Hinzu kommt die besondere Lage im Haus des Akademietheaters, wo rund um die Uhr Sicherheitspersonal pr\u00e4sent ist. Diese infrastrukturelle Absicherung ist keine Nebensache, sondern Voraussetzung f\u00fcr eine langfristige Verantwortung.<\/p>\n<p>Welche Zuw\u00e4chse gab es in letzter Zeit?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Zuletzt sind wieder sehr umfangreiche und international relevante Nachl\u00e4sse hinzugekommen. Etwa der Erich-Zeisl-Bestand mit mehr als 5.000 Briefen oder der Nachlass von Ernst Toch. Dass wir immer wieder Material aus internationalen Institutionen wie der UCLA (University of California, Los Angeles) erhalten, zeigt, wie sehr unsere Arbeit auch au\u00dferhalb \u00d6sterreichs wahrgenommen und als sinnvoll erachtet wird.<\/p>\n<p>War es urspr\u00fcnglich f\u00fcr Sie absehbar, dass das Archiv von Exilarte derart umfangreich werden sollte?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Nein, eigentlich \u00fcberhaupt nicht. Urspr\u00fcnglich hatten wir angenommen, dass zwei Nachl\u00e4sse pro Jahr zu uns kommen w\u00fcrden und h\u00e4tten das bereits als gro\u00dfen Erfolg angesehen. Inzwischen \u00fcbernehmen wir im Durchschnitt vier bis f\u00fcnf j\u00e4hrlich, mit sehr unterschiedlichem Umfang \u2013 von einer einzelnen Box bis zu sechzig Boxen. Dieses Wachstum zeigt einerseits den enormen historischen Bedarf, andererseits das Vertrauen, das uns mittlerweile entgegengebracht wird.<\/p>\n<p>Inwieweit erm\u00f6glicht die Besch\u00e4ftigung mit den von Ihnen verwahrten Nachl\u00e4ssen auch eine Neubewertung verfolgter Musikschaffender?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> \u00dcber viele Jahrzehnte war der Blick der Musikwissenschaft auf einige wenige kanonische Linien der Musikgeschichte verengt. Erst nach und nach kann man die enorme stilistische Vielfalt insbesondere in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts erkennen. Viele dieser Komponist_innen waren zu ihrer Zeit hoch angesehen, pr\u00e4sent in Konzerts\u00e4len und Opernh\u00e4usern, und wurden sp\u00e4ter aus politischen und biografischen Gr\u00fcnden systematisch verdr\u00e4ngt. Diese Leerstelle wirkt bis heute nach und pr\u00e4gt unser heutiges Musikverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Was sind f\u00fcr Sie diesbez\u00fcglich repr\u00e4sentative Beispiele?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Hans G\u00e1l etwa. Seine Opern standen in den 1920er- und fr\u00fchen 1930er-Jahren selbstverst\u00e4ndlich neben Werken von Alexander Zemlinsky oder Franz Schreker auf den Spielpl\u00e4nen. Oder Hans Winterberg: Erst durch editorische Arbeit, Auff\u00fchrungen und Aufnahmen wird heute sichtbar, welche Qualit\u00e4t und Eigenst\u00e4ndigkeit sein Werk besitzt. \u00c4hnliche Prozesse beobachten wir bei vielen weiteren Namen, die lange Zeit kaum pr\u00e4sent waren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13117\" aria-describedby=\"caption-attachment-13117\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13117 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-002-4381-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-002-4381-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-002-4381-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-002-4381-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-002-4381-2-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-002-4381-2-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-002-4381-2-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13117\" class=\"wp-caption-text\">Die Dauerausstellung Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien ist seit 2017 im Exilarte Zentrum zu sehen und zeigt eine Vielzahl an Lebensgeschichten von K\u00fcnstler_innen, die \u00d6sterreich im Nationalsozialismus verlassen mussten und zum Teil als Lehrende oder Studierende genau an jenem Ort t\u00e4tig waren, wo sich heute das Zentrum befindet. \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Welche Rolle spielen Verlage, Musiker_innen sowie externe Partner_innen in diesem Prozess?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Eine zentrale. Ohne engagierte Verlage und ohne Menschen, die sich mit gro\u00dfer Beharrlichkeit in ein \u0152uvre vertiefen, w\u00e4re vieles nicht m\u00f6glich. Ebenso wichtig ist der sensible Umgang mit Rechts- nachfolger_innen. Diese stehen oft zwischen Stolz, Distanz und \u00dcberforderung, wenn sie mit umfangreichen Nachl\u00e4ssen konfrontiert sind, deren Bedeutung ihnen nicht immer bewusst ist.<\/p>\n<p>Viele Materialien scheinen dennoch unwiederbringlich verloren \u2026<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Ja. Viele Familien berichten, dass ihre Kinder oder Enkel kein Interesse mehr an diesen Dokumenten haben. Sie k\u00f6nnen die Sprache nicht lesen, die Notenschrift nicht deuten. Irgendwann wird aus einem Nachlass eine alte Schachtel mit unbekanntem Inhalt. Unsere Aufgabe ist es, rechtzeitig zu handeln, bevor solche Zeugnisse unwiederbringlich verschwinden oder aus Unwissenheit entsorgt werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13118\" aria-describedby=\"caption-attachment-13118\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13118 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-038-4366-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-038-4366-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-038-4366-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-038-4366-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-038-4366-2-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-038-4366-2-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/zeisl-c-stp-print-038-4366-2-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13118\" class=\"wp-caption-text\">Im Rahmen von wechselnden Ausstellungen bereitet Exilarte immer wieder spannende Themen f\u00fcr das Publikum auf und vermittelt auf diesem Weg die Lebensgeschichten und Werke von verfolgten K\u00fcnstler_innen. Zuletzt schuf Kuratorin Karin Wagner einen Ort der Erinnerung f\u00fcr den vertriebenen Wiener Komponisten Erich Zeisl mit der Schau Erich Zeisl. Wiens verlorener Sohn in der Fremde. \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Warum sprechen wir bei Exilmusik so selten von Komponistinnen?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Die Marginalisierung war hier leider gleich in doppelter Weise wirksam: Zun\u00e4chst war es f\u00fcr Frauen viel schwerer, \u00fcberhaupt die Schwelle der Aufmerksamkeit im Musikleben zu \u00fcberschreiten \u2013 dann wurden ihre Nachl\u00e4sse noch viel leichter vergessen als die von M\u00e4nnern mit vergleichsweise geringer Wirkung in der \u00d6ffentlichkeit. Wir verf\u00fcgen \u00fcber kleinere Best\u00e4nde, etwa von Anita Bild oder Felicitas Landesberger, kennen aber zahlreiche weitere F\u00e4lle, in denen Materialien verschollen oder unauffindbar sind. Oft wissen wir nur noch aus sekund\u00e4ren Quellen, dass diese Werke existiert haben, ohne Zugang zum eigentlichen Material zu haben.<\/p>\n<p>Welche sonstigen \u201ewei\u00dfen Flecken\u201c in der Forschung lassen sich namhaft machen?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Wir sehen bislang eigentlich nur die Spitze des Eisbergs. Besonders S\u00fcdamerika ist kaum erforscht. Biografien wie jene von Theo Buchwald zeigen, wie stark die Emigrationsbewegungen dort gewirkt haben. Er gr\u00fcndete das Nationalorchester von Lima und pr\u00e4gte das dortige Musikleben \u00fcber Jahrzehnte hinweg \u2013 und er ist hierzulande nahezu unbekannt. Solche F\u00e4lle sind keine Ausnahme, sondern symptomatisch.<\/p>\n<p>Inwieweit ist Ihre Arbeit nicht nur wissenschaftlich, sondern auch emotional herausfordernd?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Wir erleben immer wieder ber\u00fchrende Ausnahmesituationen, aber auch unglaublich sch\u00f6ne Momente. Wenn jemand vor einer Stele steht und zu weinen beginnt, weil er sich die Geschichte des eigenen Gro\u00dfvaters erinnert, dann wird sehr unmittelbar klar, warum unsere Arbeit so wichtig ist. Solche Erfahrungen und Begegnungen relativieren viele organisatorische und b\u00fcrokratische Schwierigkeiten und geben der t\u00e4glichen Arbeit Sinn und Richtung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13119\" aria-describedby=\"caption-attachment-13119\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13119 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/lange-nacht-der-museen23-c-stp-print-002-0419-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/lange-nacht-der-museen23-c-stp-print-002-0419-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/lange-nacht-der-museen23-c-stp-print-002-0419-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/lange-nacht-der-museen23-c-stp-print-002-0419-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/lange-nacht-der-museen23-c-stp-print-002-0419-2-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/lange-nacht-der-museen23-c-stp-print-002-0419-2-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/lange-nacht-der-museen23-c-stp-print-002-0419-2-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13119\" class=\"wp-caption-text\">Mit mehr als 100 Konzerten, Ausstellungen und Symposien sowie zahlreichen CD-Produktionen und Publikationen schafft Exilarte nachhaltige Sicht- und H\u00f6rbarkeit f\u00fcr jene Stimmen, die durch politische Verfolgung verstummten. \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Welche Visionen haben Sie f\u00fcr die kommenden Jahre?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Die zentrale Vision bleibt: retten, sichern, sichtbar und h\u00f6rbar machen. Das Jubil\u00e4umsjahr 2026 erlaubt uns erstmals auch gr\u00f6\u00dfere Orchesterprojekte, etwa ein Konzert mit den Wiener Symphonikern. Solche Programme haben eine hohe symbolische Kraft, erreichen ein breiteres Publikum und verankern diese Musik wieder im aktuellen Konzertleben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13120\" aria-describedby=\"caption-attachment-13120\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-13120 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/rso-buerger-still-a0-rgb-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/rso-buerger-still-a0-rgb-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/rso-buerger-still-a0-rgb-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/rso-buerger-still-a0-rgb-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/rso-buerger-still-a0-rgb-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/rso-buerger-still-a0-rgb-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/rso-buerger-still-a0-rgb-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13120\" class=\"wp-caption-text\">Wissenschaftliche Arbeit, kuratorische Praxis, internationale Kooperationen und lebendige Konzertkultur sind dabei die Grundpfeiler der Arbeit. \u00a9 Exilarte Zentrum<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie steht es um die Digitalisierung der Best\u00e4nde von Exilarte?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Wir m\u00fcssen pragmatisch bleiben. Eine vollst\u00e4ndige Digitalisierung aller unserer Nachl\u00e4sse ist derzeit f\u00fcr uns einfach nicht leistbar. Stattdessen reagieren wir bedarfsorientiert und bauen parallel schrittweise eine Datenbank auf. Das ist ein langwieriger, technisch anspruchsvoller Prozess, aber ein notwendiger Schritt in Richtung langfristiger Zug\u00e4nglichkeit.<\/p>\n<p>Was bildet f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich den Kern Ihrer Arbeit?<\/p>\n<p><b>GG:<\/b> Ein Gesamtbild zu erzeugen. Nicht nur die Noten zu lagern und zu bewahren, sondern die Lebenszusammenh\u00e4nge, Netzwerke und Br\u00fcche sichtbar zu machen. Exilmusik ist keine Randgeschichte, sondern ein zentrales Kapitel der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts, das wir erst allm\u00e4hlich in seiner ganzen Breite verstehen. Und hier liegen noch sehr viele Entdeckungen vor uns.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exilarte, das Zentrum f\u00fcr verfolgte Musik an der mdw, feiert in diesem Jahr sein 20-j\u00e4hriges Bestehen \u2013 zun\u00e4chst als Verein, seit 2016 institutionell eingegliedert in die Universit\u00e4t. Ein Gespr\u00e4ch mit dem Leiter Gerold W. 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