{"id":12600,"date":"2025-11-28T10:27:21","date_gmt":"2025-11-28T09:27:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=12600"},"modified":"2025-11-28T10:31:44","modified_gmt":"2025-11-28T09:31:44","slug":"rezension-musik-und-suizidalitaet-interdisziplinaere-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/11\/28\/rezension-musik-und-suizidalitaet-interdisziplinaere-perspektiven\/","title":{"rendered":"Rezension\ufeff: Musik und Suizidalit\u00e4t. Interdisziplin\u00e4re Perspektiven"},"content":{"rendered":"<h5><i>Musik und Suizidalit\u00e4t. Interdisziplin\u00e4re Perspektiven<\/i>, hg. von Julia Heimerdinger, Hannah Riedl und Thomas Stegemann, mdwPress, Wien und Bielefeld 2025<\/h5>\n<figure id=\"attachment_12603\" aria-describedby=\"caption-attachment-12603\" style=\"width: 197px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp010-toc\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12603\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/m-suiz-final-1-197x300.png\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/m-suiz-final-1-197x300.png 197w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/m-suiz-final-1-673x1024.png 673w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/m-suiz-final-1-768x1169.png 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/m-suiz-final-1-1009x1536.png 1009w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/m-suiz-final-1-850x1294.png 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/m-suiz-final-1.png 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12603\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 bueronardin \/ mdwPress, Ernst St\u00fcckelberg: Sappho (1897). Kunsthaus Z\u00fcrich, Verm\u00e4chtnis August Weidmann, 1929. Sammlung Online<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine Playlist mit dem Titel \u201eMusic About Suicidal Thoughts\u201c ist heutzutage leicht zu finden. Das Buch \u00fcber <i>Musik und Suizidalit\u00e4t<\/i> ist daher keinem Randthema gewidmet, sondern reiht sich ein in eine zunehmende Reihe von Publikationen \u00fcber die Effekte von Musik \u00fcber und auf Phantasien, Absichten, Vorbereitungen und Akte von Selbstt\u00f6tung. Die Beitr\u00e4ge im Buch bieten Einblicke aus verschiedenen Disziplinen, aus Kulturwissenschaft und Musikwissenschaft, Medizin und Musiktherapie sowie Suizidforschung, Jugendpsychiatrie und Medienpsychologie. Angesichts aktueller Entwicklungen ist diese Zusammenstellung au\u00dferordentlich sinnvoll, auch wenn aus den einzelnen Fachgebieten letztlich nur die wichtigsten Aspekte zusammengefasst werden konnten. Letzteres sollte nicht dazu verleiten, einfache Handbuchartikel zu erwarten \u2013 jeder Text hat Gewicht, gerade deshalb, weil es Fokussierungen gibt. Ein Beitrag von Thomas Macho zur <i>Kulturgeschichte der Suizidepidemien<\/i> setzt das Niveau, obwohl es ein Wiederabdruck ist. Daneben werfen Julia Heimerdinger und Andy R. Brown Schlaglichter auf historische und gegenw\u00e4rtige Musik und Suizidalit\u00e4t in Opern, Liedern, Instrumentalmusik und Heavy Metal. Aus medizinischer und musiktherapeutischer Sicht ist der Zugang zum Thema Musik und Suizidalit\u00e4t eine ambivalente Perspektive. Der Arzt und Psychotherapeut Claudius Stein leitet vom \u201ePapageno-Effekt\u201c seine Einsichten zur Krisenintervention und Suizidpr\u00e4vention ab. Andererseits ist Musik nicht immer ein erfolgreiches Mittel, den Suizid zu verhindern, wie die Musiktherapeutin Susanne Korn ebenfalls aus eigener Erfahrung berichtet. Ein R\u00fcckblick auf seine fr\u00fchen Forschungen zur Thematik bietet der posthum herausgegebene Text von Harm Wilms <i>\u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen<\/i>. Einblicke in aktuelle Untersuchungen der Zusammenh\u00e4nge zwischen Suizidrisikofaktoren und individuellen Musikpr\u00e4ferenzen bieten Benedikt Till und Thomas Niederkrotenthaler, beide Experten aus der Suizidforschung und aus dem Bereich Public Mental Health. Ein Beitrag \u00fcber Musik, Selbstverletzung und Suizidalit\u00e4t des leitenden Kinder- und Jugendpsychiaters Paul Plener schlie\u00dft an, der erneut die ambivalente Wirkung von Musik und sozialen Medien beschreibt, die einerseits Risiken bergen w\u00fcrden, andererseits aber auch pr\u00e4ventive Effekte haben k\u00f6nnten. Das Buch schlie\u00dft mit einem besonderen Text von Studierenden einer Lehrveranstaltung ab, die zur Rolle der Musik in der Netflix-Serie <i>Tote M\u00e4dchen l\u00fcgen nicht <\/i>an der mdw von Julia Heimerdinger (Musikwissenschaft) und Thomas Stegemann (Kinder- und Jugendpsychiatrie) abgehalten wurde. Gemeinsam mit der Musiktherapeutin Hannah Riedl haben die beiden im Mai 2022 eine Konferenz organisiert, aus der der vorliegende Sammelband hervorgegangen ist, der auch Open Access zur Verf\u00fcgung steht. Eine Zugabe besteht au\u00dferdem in der M\u00f6glichkeit, Musikbeispiele per QR-Codes abzurufen.<\/p>\n<p>&nbsp;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Playlist mit dem Titel \u201eMusic About Suicidal Thoughts\u201c ist heutzutage leicht zu finden. 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