{"id":12595,"date":"2025-11-28T10:33:25","date_gmt":"2025-11-28T09:33:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=12595"},"modified":"2025-11-28T10:33:25","modified_gmt":"2025-11-28T09:33:25","slug":"musikpaedagogik-weiterdenken-musikpaedagogische-forschung-an-der-mdw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/11\/28\/musikpaedagogik-weiterdenken-musikpaedagogische-forschung-an-der-mdw\/","title":{"rendered":"Musikp\u00e4dagogik weiterdenken\ufeff: Musikp\u00e4dagogische Forschung an der mdw"},"content":{"rendered":"Wer Musikp\u00e4dagogik h\u00f6rt, denkt oft zuerst an eine konkrete Praxis: das musikalische Lernen und Lehren im Klassenzimmer, in Musikschulen, in Workshops oder in der Arbeit mit Menschen unterschiedlicher Hintergr\u00fcnde \u2013 von Kindern und Jugendlichen bis hin zu Senior_innen. Weniger pr\u00e4sent ist zun\u00e4chst die Forschung, die diese Praxis begleitet, sie analysiert, kritisch hinterfragt und weiterentwickelt. Tats\u00e4chlich ist die Musikp\u00e4dagogik als Wissenschaft noch vergleichsweise jung. Ein fr\u00fches Signal setzte Sigrid Abel-Struth 1970 mit ihrem Aufsatz <i>Materialien zur Entwicklung der Musikp\u00e4dagogik als Wissenschaft<\/i>, der als Meilenstein gilt. Seither hat sich das Feld erheblich verbreitert und ausdifferenziert: Stand lange Zeit vor allem der Unterricht in formalen Bildungskontexten im Zentrum, so richtet sich musikp\u00e4dagogische Forschung heute auf ein weites Spektrum an Handlungsfeldern und Fragestellungen \u2013 insbesondere zu k\u00fcnstlerischen, p\u00e4dagogischen und gesellschaftlichen Themen.<\/p>\n<h5>Das IMP: produktive Verbindung von Forschung und Praxis<\/h5>\n<p>Das Institut f\u00fcr musikp\u00e4dagogische Forschung und Praxis (IMP) spiegelt die Dynamik dieser Entwicklung und ihre Vielfalt in besonderer Weise wider. Neben den beiden klassischen Forschungs- und Praxisfeldern \u2013 schulischem Musikunterricht sowie Instrumental- und Gesangsp\u00e4dagogik \u2013 sind hier auch die Elementare Musikp\u00e4dagogik, Musikvermittlung und Community Music sowie die Bildungswissenschaft verankert. Aus dieser Breite ergibt sich ein Forschungsverst\u00e4ndnis, das musikalische Bildung und musikalische Lern- und Lehrprozesse in einem weiten Sinn versteht und dabei auch der Fluidit\u00e4t von formalen, non-formalen und informellen Lernkontexten Rechnung tr\u00e4gt: Forschung, die in besonderer Weise auf musikalische Praxis Bezug nimmt und an ihrer Reflexion und theoretischen Durchdringung bzw. Fundierung ebenso interessiert ist wie an ihrer Weiterentwicklung.<\/p>\n<p>Kennzeichnend f\u00fcr das Forschungsverst\u00e4ndnis am IMP ist zugleich eine klare gesellschaftliche Haltung: Musik, Musizieren und (musikalische) Bildung betrachten wir als grundlegende Rechte aller Menschen \u2013 unabh\u00e4ngig von sozialen, ethnischen, religi\u00f6sen oder f\u00e4higkeitsbezogenen Merkmalen. Unsere Forschung steht f\u00fcr eine diversit\u00e4tssensible und inklusive Auffassung von Musikp\u00e4dagogik und f\u00fcr eine P\u00e4dagogik, die auf kulturelle Teilhabe und Teilgabe ebenso wie auf kritische Reflexion von Machtverh\u00e4ltnissen zielt und postkoloniale Perspektiven einbezieht.<\/p>\n<h5>Forschungsschwerpunkte<\/h5>\n<p>Die Forschung am IMP richtet sich auf zentrale Fragen musikalischer Bildung und Praxis und deren gesellschaftliche Relevanz. Dazu geh\u00f6ren das Musiklernen in verschiedenen Lebensphasen, die Bedingungen und Wirkungen musikalischer Lehr- und Lernprozesse sowie die vielf\u00e4ltigen Formen des Musizierens \u2013 vom Elementaren Musizieren \u00fcber schulischen und institutionellen Unterricht bis hin zu neuen Konzertformaten und dialogorientierten Projekten im Community-Bereich. Besonders untersucht werden die Rolle von Musikschulen in der Bildungslandschaft, die Professionalisierung von Musikp\u00e4dagog_innen angesichts sich wandelnder Berufsfelder sowie innovative Vermittlungs- und Konzertformate, Fragen der Inklusion, Diversit\u00e4t und Partizipation. Allen Themenfeldern gemeinsam ist das Interesse an der Wechselwirkung von k\u00fcnstlerischer Praxis, p\u00e4dagogischer Gestaltung und gesellschaftlichem Wandel. Die Ausgaben der Buchreihe des IMP <i>wiener reihe musikp\u00e4dagogik <\/i>spiegeln sowohl die Breite der Forschungsinteressen als auch die laufende Auseinandersetzung mit dieser Wechselwirkung wider.<\/p>\n<h5>Interdisziplinarit\u00e4t<\/h5>\n<p>Musikp\u00e4dagogische Forschung am IMP ist h\u00e4ufig interdisziplin\u00e4r. Sie bezieht unter anderem Perspektiven aus Musiksoziologie, Ethnomusikologie und Musikwissenschaft ebenso wie aus Bildungswissenschaft, Cultural Institution Studies, Cultural Studies und Gender Studies mit ein. Methodisch reicht musikp\u00e4dagogische Forschung von theoretischen, quantitativen und qualitativen Arbeiten \u00fcber historische, kulturwissenschaftliche und ethnografische Ans\u00e4tze bis hin zu philosophisch-hermeneutischen, kritischen und komparatistischen Zug\u00e4ngen sowie zur Entwicklungsforschung, Design-Based Research und k\u00fcnstlerischen Forschung.<\/p>\n<h5>Internationalit\u00e4t<\/h5>\n<p>Ein weiteres Kennzeichen unserer Forschungst\u00e4tigkeit ist die enge internationale Vernetzung. Diese zeigt sich nicht nur in zahlreichen Vortr\u00e4gen, Publikationen und drittmittelfinanzierten Projekten \u2013 aktuell etwa in den von Erasmus+ kofinanzierten Projekten CC-ECME \u2013 Early Childhood Music Education und Teacher Education Academy for Music.Future-Making, Mobility and Networking in Europe (kurz TEAM) \u2013, sondern auch in den aktiven Funktionen unserer Mitarbeiter_innen in bedeutenden Forschungsnetzwerken wie dem Arbeitskreis f\u00fcr Musikp\u00e4dagogische Forschung (AMPF), der European Association for Music in Schools (EAS), dem Forum Musikvermittlung, Social Impact of Making Music (SIMM) oder Music Educators and Researchers of Young Children (MERYC). Damit gestaltet das IMP musikp\u00e4dagogische und professionsspezifische Diskurse \u00fcber nationale Grenzen hinweg mit und bringt Impulse in europ\u00e4ische und globale Debatten ein. Mit den am Institut angesiedelten Zeitschriften <i>b:em \u2013 Beitr\u00e4ge empirischer Musikp\u00e4dagogik<\/i> und dem <i>International Journal of Music Mediation (IJMM)<\/i> verf\u00fcgt das IMP zudem \u00fcber zwei international profilierte Publikationsorgane, die aktuelle Forschungsergebnisse sichtbar machen und wissenschaftliche Austauschprozesse f\u00f6rdern.<\/p>\n<h5>Einladung zum Dialog, zur Zusammenarbeit und zum Weiterlesen<\/h5>\n<p>Das IMP versteht sich als offener Ort f\u00fcr Austausch und Kooperation in vielerlei Hinsicht: innerhalb der mdw, mit anderen (musik)p\u00e4dagogischen Institutionen, mit den Berufsfeldern, den Bildungsverantwortlichen sowie mit weiteren Institutionen, etwa im Sozial- und Kulturbereich. Wir laden Kolleg_innen aus Wissenschaft, Kunst, P\u00e4dagogik und Gesellschaft ein, gemeinsam mit uns Fragen musikalischer Bildung weiterzudenken und neue Kooperationen und Projekte zu entwickeln. Denn Musikp\u00e4dagogik ist nicht nur Gegenstand der Forschung, sie ist ein lebendiger Beitrag zur Gestaltung einer offenen, solidarischen und vielf\u00e4ltigen Gesellschaft.<\/p>\n<p>In den kommenden Ausgaben stellen wir Ihnen konkrete Forschungsprojekte am IMP vor. Stay tuned!<\/p>\n<p>Autor_innen: Eveline Christof, Michael G\u00f6llner, Isolde Malmberg, Axel Petri-Preis, Werner Rohrer","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Musikp\u00e4dagogik h\u00f6rt, denkt oft zuerst an eine konkrete Praxis: das musikalische Lernen und Lehren im Klassenzimmer, in Musikschulen, in Workshops oder in der Arbeit mit Menschen unterschiedlicher Hintergr\u00fcnde \u2013 von Kindern und Jugendlichen bis hin zu Senior_innen. 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