{"id":12539,"date":"2025-11-27T11:56:46","date_gmt":"2025-11-27T10:56:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=12539"},"modified":"2026-02-10T15:50:18","modified_gmt":"2026-02-10T14:50:18","slug":"forschung-musik-und-aktivismus-symposium-markiert-neue-phase-des-mmrc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/11\/27\/forschung-musik-und-aktivismus-symposium-markiert-neue-phase-des-mmrc\/","title":{"rendered":"Forschung, Musik und Aktivismus: Symposium markiert neue Phase des MMRC"},"content":{"rendered":"Das Music and Minorities Research Center (MMRC) begibt sich mit dem internationalen Symposium <i>Between Research and Activism: Futures of Music and Minority Studies<\/i> vom 12. bis 14. Februar 2026 in eine neue Phase. Das 2019 gegr\u00fcndete Zentrum mit Fokus auf Forschung zu Musik und Minderheiten feiert mit dem Symposium sein siebenj\u00e4hriges Bestehen mit Forscher_innen, Musiker_innen und au\u00dferakademischen Akteur_innen in einer Vielzahl wissenschaftlicher Panels, Roundtables, k\u00fcnstlerisch-aktivistischer Diskussionsrunden und musikalischer Performances. Im Zentrum des Symposiums steht die Diskussion von Forschungsans\u00e4tzen zu Musik und Minderheiten im Spannungsfeld zwischen akademischer Wissenschaft und gesellschaftlich relevanter bis hin zu aktivistischer Forschung.<\/p>\n<h5>Gr\u00fcndung und Profil des MMRC<\/h5>\n<p>Das MMRC wurde 2019 von Ursula Hemetek gegr\u00fcndet, nachdem ihr 2018 der renommierte Wittgenstein-Preis des \u00d6sterreichischer Wissenschaftsfonds FWF verliehen wurde. Dies erm\u00f6glichte, ihre langj\u00e4hrige Arbeit zur Musik von Minderheiten \u2013 die sie als Forscherin am Institut f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (IVE) bereits zu einem internationalen Schwerpunkt ausgebaut hatte \u2013 nun in einem weltweit einmaligen Forschungszentrum mit diesem Themenschwerpunkt zu institutionalisieren. Das MMRC stellt seitdem ein internationales Alleinstellungsmerkmal am Forschungsstandort Wien f\u00fcr die Erforschung von Musik im Kontext von Minderheiten dar. In den sieben Jahren seit der Gr\u00fcndung wurden am Zentrum elf gro\u00dfe und mehrere kleinere Forschungsprojekte angesiedelt sowie eine Vielzahl von Kooperationen, Lectures, Workshops und Konzerten zusammen mit lokalen und internationalen Partner_innen realisiert. Das durch Fachexpert_innen gepr\u00fcfte<a href=\"https:\/\/mm.journals.qucosa.de\/mm\/issue\/view\/4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b> Open-Access-Journal<\/b> <\/a><i>Music &amp; Minorities <\/i>\u00a0bietet eine Plattform, um innovative Forschungsergebnisse aus diesem Bereich gem\u00e4\u00df aktuellen Standards des wissenschaftlichen Publizierens zu ver\u00f6ffentlichen. Eine wesentliche Ma\u00dfnahme zur nachhaltigen Weiterentwicklung des MMRC ist die Anschubfinanzierung AMMR &#8211; Advancing Music and Minorities Research Seed Money Initiative. Mit ihr werden Early-Stage-Researcher gezielt dabei unterst\u00fctzt, ihre Projektideen weiterzuentwickeln und diese f\u00fcr F\u00f6rderungen einzureichen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12542\" aria-describedby=\"caption-attachment-12542\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12542\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bw-dsc4327-edit-david-visnjic-rgb-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bw-dsc4327-edit-david-visnjic-rgb-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bw-dsc4327-edit-david-visnjic-rgb-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bw-dsc4327-edit-david-visnjic-rgb-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bw-dsc4327-edit-david-visnjic-rgb-1-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bw-dsc4327-edit-david-visnjic-rgb-1-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/bw-dsc4327-edit-david-visnjic-rgb-1-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12542\" class=\"wp-caption-text\">Konzert der burgenlandkroatischen Rockband Bruji anl\u00e4sslich der Tagung \u201eMacht der Musik\u201c am MMRC \u00a9 David Vi\u0161nji\u0107<\/figcaption><\/figure>\n<h5>Research und Social Responsibility<\/h5>\n<p>Die Zeiten von akademischer Forschung im \u201eElfenbeinturm\u201c sind hoffentlich vorbei, zumindest in der Ethnomusikologie. Die gesellschaftspolitische Relevanz der Minderheitenforschung fu\u00dft in ihrer Besch\u00e4ftigung mit marginalisierten Gruppen und war von Beginn an wichtig. Die ethnomusikologische Minderheitenforschung an der mdw begann 1989 am IVE. Die ersten Forschungsprojekte besch\u00e4ftigten sich mit den sogenannten autochthonen Volksgruppen in \u00d6sterreich (burgenl\u00e4ndische Kroat_innen und Roma\/Romnja). Der Fokus in Forschung und Lehre verschob sich Mitte der 1990er-Jahre auf Migrant_innen und Gefl\u00fcchtete, in Reaktion auf politische Realit\u00e4ten (Gefl\u00fcchtete aus Bosnien) und xenophobe politische Diskurse. Der Minderheitenbegriff wurde in enger Zusammenarbeit mit der von Ursula Hemetek mitbegr\u00fcndeten ICTMD Study Group (International Council for Traditions of Music and Dance) \u201eMusic and Minorities\u201c substanziell erweitert und immer wieder neu diskutiert. Als Minderheit versteht das MMRC derzeit Personen, die \u201e[\u2026] aufgrund von ethnischer Zugeh\u00f6rigkeit, Religion, Sprache, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, politischer Meinung, Vertreibung sowie sozialer oder wirtschaftlicher Benachteiligung einem h\u00f6heren Risiko der Diskriminierung ausgesetzt sind\u201c.<\/p>\n<p>In der Erforschung von Musik und Minderheiten orientiert sich das MMRC an <a href=\"http:\/\/musicandminorities.org\/ueber-uns\/grundlagen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>grundlegenden Leitprinzipien<\/b><\/a>: Forschung im Sinne einer Engaged Ethnomusicology, die soziale Verantwortung und soziale Gerechtigkeit als zentrale Ziele verfolgt; Feldforschung als gemeinsamer Prozess mit Forschungspartner_innen, in dem unterschiedliches Wissen zusammengef\u00fchrt wird \u2013 sowohl das der Forschenden als auch das der Partner_innen; und das Engagement daf\u00fcr, gesellschaftlichen Machtungleichgewichten entgegenzuwirken, indem solche Strukturen offengelegt, sichtbar gemacht und kritisch hinterfragt werden.<\/p>\n<h5>Symposium und zuk\u00fcnftige Ausrichtung<\/h5>\n<p>Mit dem Ende der F\u00f6rderperiode durch den Wittgenstein-Preis markiert das Jahr 2026 den Beginn einer neuen Phase des MMRC, die durch eine Basisfinanzierung der mdw sowie eingeworbene Drittmittelprojekte erm\u00f6glicht wird. Diesen Meilenstein nimmt das MMRC zum Anlass, um im Rahmen eines mehrt\u00e4gigen internationalen Symposiums einerseits die Entwicklungen der musikalischen Minderheitenforschung am Center und in der internationalen Forschungscommunity in den letzten Jahren zu reflektieren, andererseits aber vor allem die aktuellen Herausforderungen und die zuk\u00fcnftige Entwicklung dieses Forschungsbereichs im Spannungsfeld von Wissenschaft, k\u00fcnstlerischer Praxis und gesellschaftlichem Engagement in den Blick zu nehmen. \u201eBetween Research and Activism: Futures of Music and Minority Studies\u201c wird an drei Tagen vom 12. bis 14. Februar 2026, Forscher_innen, Musiker_innen und au\u00dferakademische Akteur_innen zu einem intensiven Austausch zusammenbringen und neue Wege f\u00fcr die Erforschung von Musik im Kontext von Minderheiten ausloten. In diversen wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Formaten wird die Vergangenheit wie auch die Zukunft fokussiert: In zwei Roundtables werden die bisherigen Projekte des MMRC gemeinsam mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter_innen des Zentrums reflektiert und die Besonderheiten der einzelnen Projekte wie auch ihre thematischen Ber\u00fchrungspunkte diskutiert. In einem Key Panel kommt das internationale Advisory Board des MMRC zusammen und wird, moderiert von Ursula Hemetek, miteinander aktuellen Fragen aus einer globalen Perspektive nachgehen: Mit Samuel Araujo (Federal University of Rio de Janeiro), Naila Ceriba\u0161i\u0107 (Institute of Ethnology and Folklore Research Zagreb), Georgia Curran (University of Sydney), Marko K\u00f6lbl (mdw), Svanibor Pettan (University of Ljubljana), Mayco Santaella (Sunway University) und Deborah Wong (<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">University of California, Riverside<\/span>).<\/p>\n<p>Dazu wird es vier Panels mit international renommierten Forscher_innen und Early-Career-Scholars geben, zwei Panels zu spezifisch k\u00fcnstlerisch-aktivistischen Perspektiven, eines davon kuratiert von der NGO Initiative Minderheiten; drei Konzerte mit lokaler und globaler Musik sowie zum Abschluss ein gemeinsames Fest mit Musik und Tanz.<\/p>\n<p>Damit zeichnet das Symposium eine Zukunft der Minderheitenforschung an der mdw vor, die auf einer erfolgreichen Vergangenheit aufbaut und durch lokale Verankerung wie auch internationalen Dialog das MMRC in eine neue Phase seines Wirkens f\u00fchrt.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Music and Minorities Research Center (MMRC) begibt sich mit dem internationalen Symposium Between Research and Activism: Futures of Music and Minority Studies vom 12. bis 14. Februar 2026 in eine neue Phase. Das 2019 gegr\u00fcndete Zentrum mit Fokus auf Forschung zu Musik und Minderheiten feiert mit dem Symposium sein siebenj\u00e4hriges Bestehen.<\/p>\n","protected":false},"author":337,"featured_media":12541,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[1618,1103,613,33,854],"class_list":["post-12539","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-special","tag-2025-4","tag-mmrc","tag-minorities","tag-research","tag-special"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12539","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/337"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12539"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12539\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12742,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12539\/revisions\/12742"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12539"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12539"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12539"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}